02-03-2009, 09:43 PM
Harkon war weg, um sich bei Leutnant Schönbecker zu melden. Dev war allein. Ganz allein. Er hasste dieses Gefühl; es erinnerte ihn an seine Zeit in der Wildnis…
Mit einem tiefen Seufzer griff er in seine Beintasche und zog die kleine Dose Tabletten hervor. Er wurde dieses seltsame, drohende Gefühl nicht los, dass am Rande seines Unterbewusstseins nagte. Vielleicht würden die Medikamente es vertreiben. Zu irgendwas mussten die ja gut sein. Er schickte ein kurzes Gebet Richtung Terra und nahm gleich zwei der Tabletten, frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Dann wandte er sich nervös wieder seinem Auftrag zu. Harkon würde jeden Moment zurückkehren und ihm zweifelsohne verkünden dass er exekutiert werden würde. Seine Finger zitterten, als er sein Aufklärungsgerät wieder auf das Gelände vor dem Gebäude richtete. Leise betete er das „Ave Imperatore“. Als er endete, hatte sich das Zittern seiner Glieder verringert und er begann von Neuem, um Kraft aus der arkanen Litanei zu schöpfen.
So fand ihn dann auch Harkon: Leise murmelnd das Areal beobachtend. Dev erschrak leicht, als ihm das andere Mitglied des Scoutteams die Hand kameradschaftlich auf die Schulter legte. Harkon war lautlos und in niedrigster Gangart zu ihm vorgeglitten. Dev schalt sich selbst einen Narren: Er hatte sich so sehr auf das Rezitieren des Textes und auf das Beobachten des Vorfeldes konzentriert, dass er alles Andere ausgeblendet hatte. Imperator sei Dank war es nur Harkon und kein zähnefletschender Mutant…
„Schon OK, Kumpel. Wir haben einen neuen Auftrag.“ Harkon ging neben Dev in Stellung und begann ihn einzuweisen. Nachdem er geendet hatte, war Devs Laune um eine Nuance verbessert. „Endlich ein Auftrag nach meinem Geschmack. Jetzt können wir beweisen, was wir wert sind!“ murmelte er. Kurz darauf wichen beide Scouts aus ihrer Beobachtungsstellung unter gegenseitiger Sicherung aus. Dev entfernte die angebrachten Sprengfallen und meldete den Vollzug kurz an Delta 1, bevor er sich über seine Karte – die er in der Beintasche mit seinen Tabletten bei sich trug – beugte. Die Karte war alt, vielleicht sogar prä-imperial, aber zumindest gut genug um sich grob orientieren zu können. Dev arbeitete eine Route aus, die es dem Zugführer erlauben würde nicht nur seinen Trupp, sondern auch die Chimäre mitführen zu können. Außerdem achtete er darauf, dass sie möglichst frei Straßen und großzügige Plätze nutzten, um die Waffen der Chimäre effektiv einsetzen zu können und ein Blockieren der Ausweichwege und Vormarschroute durch einen gezielten Abschuss des Panzers zu vermeiden. Knapp erklärte er Harkon seinen Plan, den dieser sofort in eine Skizze übertrug, um im Falle eines Ausfalls von Dev den Auftrag – sollte es nötig sein – ohne ihn bzw. ohne die Karte weiter führen zu können. Dann sah Dev seinen Kameraden eindringlich an und wisperte: „Für den Imperator, Harkon.“ Dann räusperte er sich, griff an seinen Helm und voxte: „Delta 1, hier Excursor A. Verlassen Gebäude in fünf Mike Richtung Osten und beginnen Erkundungs- und Aufklärungsmission. Kommen!" Dev nickte Harkon zu. Von nun an würden die Beiden nur noch im Notfall mit Stimme (von KomGeräten ganz zu schweigen) kommunizieren, sondern alle wichtigen Befehle und Abstimmungen über Handzeichen weitergeben.
Innerhalb von zwei Minuten waren sie an einem Seitenausgang an der Ostseite des Gebäudes angelangt, ohne dass sie ein unnötiges Geräusch gemacht hätten. Dev war sich sicher, dass niemand sie bemerkt hatte – ein gutes Omen. Nicht einmal die Kommissarin, die scheinbar fasziniert in einem Spind gekramt hatte, schien die beiden schemenhaften Gestallten bemerkt zu haben, die durch die Gänge gehuscht waren und nur wenige Schritt von ihr entfernt vorbei kamen. An besagtem Seitenausgang angekommen ging Dev, das 2-1er in Pirschhaltung, an einer Wand mit Blick auf die Straße in Stellung, um Harkon beim Verbessern seiner Tarnung zu unterstützen. Nachdem Harkon fertig war, löste er Dev in der Sicherung ab und letzterer besserte seine Tarnung nach. Die verbleibende Minute nutzte das Spähteam, um seine Ausrüstung noch einmal zu überprüfen: Taschen, Helme, Waffen und nicht zuletzt den korrekten Sitz ihrer ABC – Schutzmasken. Dann verschwanden sie durch die morsche Tür in der nebligen Dunkelheit der Straßen des Slums. Harkon überwachte dabei das Vorgehen seines Freundes, da sein Präzisionsgewehr besser geeignet war Feuerunterstützung zu leisten (ein Einsatz im Nahkampf wäre eher … unzweckmäßig) und die individuellen Fertigkeiten von ihm dieser Art des Vorrückens mehr entgegen kamen.
Dev schlich um eine dreckige Ecke einer Häuserfassade und starrte in den dichten Qualm und Nebel. Er ging in Stellung, konnte aber nichts Verdächtiges entdecken. Dann hob er seine linke Hand und zog sie ruckartig nach unten – das Zeichen für Harkon zu seiner Position aufzuschließen. So arbeiteten sie sich in 10 Meter Sprüngen vor. Die Sichtweite lag bei weniger als 100 Metern, so dass ihr Vormarsch nur sehr langsam von statten ging.
Sie waren etwa 300 Meter von ihrer Ausgangsposition entfernt, als Dev im Nebel eine Bewegung aufklären konnte und Harkon signalisierte, dass er Kontakt hatte. Er blieb regungslos im Schatten eines Schutthaufens auf dem Bauch liegen und wies dem Scharfschützen eine Stellung auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinter einem Stapel modernder Reifen, etwa 5 Meter von seiner eigenen, zu. Vor ihm, in der Mitte der Straße, bewegten sich zwei Schatten durch den Rauch und bei genauem Hinhören konnte Dev leises Schlurfen und ein gequältes Stöhnen ausmachen. Die Form der Schemen schien wage menschlich – aber auch nur wage. Durch sein Fernglas konnte Dev deutlich Deformierungen wahrnehmen… Mutanten! Beide schienen in ihrer Mitte einen schweren Gegenstand zu tragen, denn sie bewegten sich schleppend und langsam. Er kämpfte gegen den aufkommenden Drang an sich auf die beiden Abnormitäten zu stürzen um sie mit heiligem, rechtschaffenden Zorn ins Jenseits zu befördern. „Und uns gleich mit!“ schoss es ihm durch den Kopf. Er hatte bereits Mutanten in Aktion gesehen – nicht zuletzt bei der Mission unter Krewlitz - und hatte eine ungefähre Ahnung davon, was sie anrichten konnten. Ein Angriff auf die beiden Abscheulichkeiten konnte sich als Selbstmord entpuppen – vor allem weil weder er noch Harkon wussten, wie viele dieser Kreaturen noch in den Schatten der Slums verborgen waren. Er atmete tief ein. Die Luft, die durch den Atemfilter seiner Maske in seine Lunge gesogen wurde schmeckte metallisch und abgestanden, aber sie half ihm, den Kopf frei zu bekommen. Seine Kampfeslust flaute ab und sein Verstand war wieder der uneingeschränkte Herrscher über seine Bewegungen und Gedanken. Eine plötzliche Windböe ließ ihn den Gegenstand erkennen, den die zwei Gestalten trugen: Ein dritter, massiger Mutant, offensichtlich schwer verletzt. Unzweifelhaft kam das Stöhnen, dass Dev gehört hatte, von ihm. Devs Gedanken begannen zu rasen: Wenn sie diesen Gestalten folgen würden, hätten sie eine reelle Chance das Lager der Mutanten aufzuklären – wo anders hätten sie sonst die verwundete Bestie hinbringen sollen? Aber genauso hoch war die Chance aufgeklärt zu werden und ihr Auftrag wäre gescheitert. Dev sah noch einmal zu den Mutanten. Sie bewegten sich von der Route die er ausgearbeitet hatte weg. Ein Blick zu Harkon zeigte Dev die unausgesprochene Frage seines einzigen Freundes. Er schüttelte kaum merklich den Kopf und bedeutete ihm, dass sie weiter vorrücken würden. Er konnte sich keine Verzögerung leisten – und schon gar nicht wollte er den Erfolg ihrer Mission gefährden. Zumindest wussten sie jetzt, dass es definitiv noch Feindkräfte gab. Wenn sie auf dem Rückweg noch Zeit haben würden, könnten sie immer noch versuchen das Lager aufzuklären. Dev machte sich eine Notiz und zeichnete den Feind und seine Bewegungsrichtung in die Karte ein. Dann rückte Excursor weiter vor…
Sie erreichten wenig später eine größere Kreuzung. Es roch förmlich nach einem möglichen Hinterhalt: Die Straße, aus der sie kamen öffnete sich zu einem großen Platz hin, der mit Schutthaufen und kleineren Müllbergen übersät war. In der Mitte standen die Überreste eines kleinen Brunnens mit der Heldenfigur eines unbekannteren lokalen Kämpfers, den Dev nicht kannte. Helden hatten die Angewohnheit früh zu sterben. Dev wollte nicht, dass er eine solche Figur bekam. Zwei alte Fahrzeugwracks von kleineren Wagen rosteten an der linken Seite des Platzes vor sich hin. Häuserfassaden und kleinere Mauern umgaben den Platz und schlossen ihn ein. Ein klaustrophobisches Gefühl wallte in Dev auf, als er die Gegebenheiten betrachtete. Mit Ausnahme von Ratten und sonstigem Ungeziefer schien sich aber nichts auf dem Areal zu bewegen. Er musste in etwa 60 – 70 Meter in der Breite messen – das jenseitige Ende war bereits nur noch als Silhouette zu erkennen - und war um eine Kreuzung gebaut. Die Häuser schienen einst kleine Villen gewesen zu sein und bestanden in den meisten Fällen aus massivem Stein und ruhten auf Stützen aus Betonpfeilern. Nur wenige standen auf den sonst eher gängigen Holzplattformen. Dev musterte die Umgebung eingehender und bezog dann mit Harkon eine Stellung in einem der Gebäude am Rande des Platzes. Harkon übernahm die Sicherung und verbarg sich im Schatten einer halb eingestürzten Häuserwand, sein Gewehr auf das Sims eines Fensters aufgelegt und die Mündung mit einem Stück herumliegendem Rohr getarnt. Unter Harkons Sicherung begann Dev die Kreuzung - die in dieser Form natürlich nicht in seiner Karte auftauchte – zu skizzieren, indem er die Lage aufzeichnete und die Skizze um mögliche Feuerstellungen und Wirkungsbereiche, sowie um Richtpunkte ergänzte.
Mit einem tiefen Seufzer griff er in seine Beintasche und zog die kleine Dose Tabletten hervor. Er wurde dieses seltsame, drohende Gefühl nicht los, dass am Rande seines Unterbewusstseins nagte. Vielleicht würden die Medikamente es vertreiben. Zu irgendwas mussten die ja gut sein. Er schickte ein kurzes Gebet Richtung Terra und nahm gleich zwei der Tabletten, frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Dann wandte er sich nervös wieder seinem Auftrag zu. Harkon würde jeden Moment zurückkehren und ihm zweifelsohne verkünden dass er exekutiert werden würde. Seine Finger zitterten, als er sein Aufklärungsgerät wieder auf das Gelände vor dem Gebäude richtete. Leise betete er das „Ave Imperatore“. Als er endete, hatte sich das Zittern seiner Glieder verringert und er begann von Neuem, um Kraft aus der arkanen Litanei zu schöpfen.
So fand ihn dann auch Harkon: Leise murmelnd das Areal beobachtend. Dev erschrak leicht, als ihm das andere Mitglied des Scoutteams die Hand kameradschaftlich auf die Schulter legte. Harkon war lautlos und in niedrigster Gangart zu ihm vorgeglitten. Dev schalt sich selbst einen Narren: Er hatte sich so sehr auf das Rezitieren des Textes und auf das Beobachten des Vorfeldes konzentriert, dass er alles Andere ausgeblendet hatte. Imperator sei Dank war es nur Harkon und kein zähnefletschender Mutant…
„Schon OK, Kumpel. Wir haben einen neuen Auftrag.“ Harkon ging neben Dev in Stellung und begann ihn einzuweisen. Nachdem er geendet hatte, war Devs Laune um eine Nuance verbessert. „Endlich ein Auftrag nach meinem Geschmack. Jetzt können wir beweisen, was wir wert sind!“ murmelte er. Kurz darauf wichen beide Scouts aus ihrer Beobachtungsstellung unter gegenseitiger Sicherung aus. Dev entfernte die angebrachten Sprengfallen und meldete den Vollzug kurz an Delta 1, bevor er sich über seine Karte – die er in der Beintasche mit seinen Tabletten bei sich trug – beugte. Die Karte war alt, vielleicht sogar prä-imperial, aber zumindest gut genug um sich grob orientieren zu können. Dev arbeitete eine Route aus, die es dem Zugführer erlauben würde nicht nur seinen Trupp, sondern auch die Chimäre mitführen zu können. Außerdem achtete er darauf, dass sie möglichst frei Straßen und großzügige Plätze nutzten, um die Waffen der Chimäre effektiv einsetzen zu können und ein Blockieren der Ausweichwege und Vormarschroute durch einen gezielten Abschuss des Panzers zu vermeiden. Knapp erklärte er Harkon seinen Plan, den dieser sofort in eine Skizze übertrug, um im Falle eines Ausfalls von Dev den Auftrag – sollte es nötig sein – ohne ihn bzw. ohne die Karte weiter führen zu können. Dann sah Dev seinen Kameraden eindringlich an und wisperte: „Für den Imperator, Harkon.“ Dann räusperte er sich, griff an seinen Helm und voxte: „Delta 1, hier Excursor A. Verlassen Gebäude in fünf Mike Richtung Osten und beginnen Erkundungs- und Aufklärungsmission. Kommen!" Dev nickte Harkon zu. Von nun an würden die Beiden nur noch im Notfall mit Stimme (von KomGeräten ganz zu schweigen) kommunizieren, sondern alle wichtigen Befehle und Abstimmungen über Handzeichen weitergeben.
Innerhalb von zwei Minuten waren sie an einem Seitenausgang an der Ostseite des Gebäudes angelangt, ohne dass sie ein unnötiges Geräusch gemacht hätten. Dev war sich sicher, dass niemand sie bemerkt hatte – ein gutes Omen. Nicht einmal die Kommissarin, die scheinbar fasziniert in einem Spind gekramt hatte, schien die beiden schemenhaften Gestallten bemerkt zu haben, die durch die Gänge gehuscht waren und nur wenige Schritt von ihr entfernt vorbei kamen. An besagtem Seitenausgang angekommen ging Dev, das 2-1er in Pirschhaltung, an einer Wand mit Blick auf die Straße in Stellung, um Harkon beim Verbessern seiner Tarnung zu unterstützen. Nachdem Harkon fertig war, löste er Dev in der Sicherung ab und letzterer besserte seine Tarnung nach. Die verbleibende Minute nutzte das Spähteam, um seine Ausrüstung noch einmal zu überprüfen: Taschen, Helme, Waffen und nicht zuletzt den korrekten Sitz ihrer ABC – Schutzmasken. Dann verschwanden sie durch die morsche Tür in der nebligen Dunkelheit der Straßen des Slums. Harkon überwachte dabei das Vorgehen seines Freundes, da sein Präzisionsgewehr besser geeignet war Feuerunterstützung zu leisten (ein Einsatz im Nahkampf wäre eher … unzweckmäßig) und die individuellen Fertigkeiten von ihm dieser Art des Vorrückens mehr entgegen kamen.
Dev schlich um eine dreckige Ecke einer Häuserfassade und starrte in den dichten Qualm und Nebel. Er ging in Stellung, konnte aber nichts Verdächtiges entdecken. Dann hob er seine linke Hand und zog sie ruckartig nach unten – das Zeichen für Harkon zu seiner Position aufzuschließen. So arbeiteten sie sich in 10 Meter Sprüngen vor. Die Sichtweite lag bei weniger als 100 Metern, so dass ihr Vormarsch nur sehr langsam von statten ging.
Sie waren etwa 300 Meter von ihrer Ausgangsposition entfernt, als Dev im Nebel eine Bewegung aufklären konnte und Harkon signalisierte, dass er Kontakt hatte. Er blieb regungslos im Schatten eines Schutthaufens auf dem Bauch liegen und wies dem Scharfschützen eine Stellung auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinter einem Stapel modernder Reifen, etwa 5 Meter von seiner eigenen, zu. Vor ihm, in der Mitte der Straße, bewegten sich zwei Schatten durch den Rauch und bei genauem Hinhören konnte Dev leises Schlurfen und ein gequältes Stöhnen ausmachen. Die Form der Schemen schien wage menschlich – aber auch nur wage. Durch sein Fernglas konnte Dev deutlich Deformierungen wahrnehmen… Mutanten! Beide schienen in ihrer Mitte einen schweren Gegenstand zu tragen, denn sie bewegten sich schleppend und langsam. Er kämpfte gegen den aufkommenden Drang an sich auf die beiden Abnormitäten zu stürzen um sie mit heiligem, rechtschaffenden Zorn ins Jenseits zu befördern. „Und uns gleich mit!“ schoss es ihm durch den Kopf. Er hatte bereits Mutanten in Aktion gesehen – nicht zuletzt bei der Mission unter Krewlitz - und hatte eine ungefähre Ahnung davon, was sie anrichten konnten. Ein Angriff auf die beiden Abscheulichkeiten konnte sich als Selbstmord entpuppen – vor allem weil weder er noch Harkon wussten, wie viele dieser Kreaturen noch in den Schatten der Slums verborgen waren. Er atmete tief ein. Die Luft, die durch den Atemfilter seiner Maske in seine Lunge gesogen wurde schmeckte metallisch und abgestanden, aber sie half ihm, den Kopf frei zu bekommen. Seine Kampfeslust flaute ab und sein Verstand war wieder der uneingeschränkte Herrscher über seine Bewegungen und Gedanken. Eine plötzliche Windböe ließ ihn den Gegenstand erkennen, den die zwei Gestalten trugen: Ein dritter, massiger Mutant, offensichtlich schwer verletzt. Unzweifelhaft kam das Stöhnen, dass Dev gehört hatte, von ihm. Devs Gedanken begannen zu rasen: Wenn sie diesen Gestalten folgen würden, hätten sie eine reelle Chance das Lager der Mutanten aufzuklären – wo anders hätten sie sonst die verwundete Bestie hinbringen sollen? Aber genauso hoch war die Chance aufgeklärt zu werden und ihr Auftrag wäre gescheitert. Dev sah noch einmal zu den Mutanten. Sie bewegten sich von der Route die er ausgearbeitet hatte weg. Ein Blick zu Harkon zeigte Dev die unausgesprochene Frage seines einzigen Freundes. Er schüttelte kaum merklich den Kopf und bedeutete ihm, dass sie weiter vorrücken würden. Er konnte sich keine Verzögerung leisten – und schon gar nicht wollte er den Erfolg ihrer Mission gefährden. Zumindest wussten sie jetzt, dass es definitiv noch Feindkräfte gab. Wenn sie auf dem Rückweg noch Zeit haben würden, könnten sie immer noch versuchen das Lager aufzuklären. Dev machte sich eine Notiz und zeichnete den Feind und seine Bewegungsrichtung in die Karte ein. Dann rückte Excursor weiter vor…
Sie erreichten wenig später eine größere Kreuzung. Es roch förmlich nach einem möglichen Hinterhalt: Die Straße, aus der sie kamen öffnete sich zu einem großen Platz hin, der mit Schutthaufen und kleineren Müllbergen übersät war. In der Mitte standen die Überreste eines kleinen Brunnens mit der Heldenfigur eines unbekannteren lokalen Kämpfers, den Dev nicht kannte. Helden hatten die Angewohnheit früh zu sterben. Dev wollte nicht, dass er eine solche Figur bekam. Zwei alte Fahrzeugwracks von kleineren Wagen rosteten an der linken Seite des Platzes vor sich hin. Häuserfassaden und kleinere Mauern umgaben den Platz und schlossen ihn ein. Ein klaustrophobisches Gefühl wallte in Dev auf, als er die Gegebenheiten betrachtete. Mit Ausnahme von Ratten und sonstigem Ungeziefer schien sich aber nichts auf dem Areal zu bewegen. Er musste in etwa 60 – 70 Meter in der Breite messen – das jenseitige Ende war bereits nur noch als Silhouette zu erkennen - und war um eine Kreuzung gebaut. Die Häuser schienen einst kleine Villen gewesen zu sein und bestanden in den meisten Fällen aus massivem Stein und ruhten auf Stützen aus Betonpfeilern. Nur wenige standen auf den sonst eher gängigen Holzplattformen. Dev musterte die Umgebung eingehender und bezog dann mit Harkon eine Stellung in einem der Gebäude am Rande des Platzes. Harkon übernahm die Sicherung und verbarg sich im Schatten einer halb eingestürzten Häuserwand, sein Gewehr auf das Sims eines Fensters aufgelegt und die Mündung mit einem Stück herumliegendem Rohr getarnt. Unter Harkons Sicherung begann Dev die Kreuzung - die in dieser Form natürlich nicht in seiner Karte auftauchte – zu skizzieren, indem er die Lage aufzeichnete und die Skizze um mögliche Feuerstellungen und Wirkungsbereiche, sowie um Richtpunkte ergänzte.