01-08-2009, 05:35 PM
Adliger hin oder her und auch über viele weite Ecken und Verwinklungen Verwandtschaft mit ihm, die notwendige minimale Loyalität dem Haus gegenüber bei Seite gelegt, aber Yllyus Lysander Orsius hielt ,unabhängig von all diesen Bezügen die ihn neben seinen gewissermaßen nicht ganz freiwilligen Beruf mit seinem Vorgesetzten DeNarre verbanden, nichts von all dem was um ihn herum derzeit geschah. Neben all den gewohnten Missständen in seiner Existenz, dreckige Umgebung, ungepflegte und ungesittete Barbaren von entferntesten Planeten, aus den heißesten Djungeln oder aus Meereswelten des Schweißes und der Körpersäfte, waren seine Untergebenen auf dem Leidensweg der Ungerechtigkeiten und Anmaßungen gegenüber dem Fahnenjunker aus einem respektablen Zuhause, wenn auch weit weniger geliebt als selbst den Mist, den er momentan in der PVS viel zu schweigsam erdulden musste. Doch wären schlechte Gesellschaft, fades Essen wo er doch Besseres kannte, und ständige Papier- und Kontrolldienste nicht bereits genug für seinen geschundenen Aristokratenstolz, kam jetzt noch der unbestreitbar widrigste Punkt hinzu, den er ungestraft auf gar keinen Fall über sich ergehen lassen konnte, was ein absolutes "No-Go" war, eine Blasphemie und Häresie für Erzgläubige, die einen Städtenschänder sahen: Man legte auf ihn an ! Und mehr noch: Anstelle wenigstens einen ehren- und mannhaften Zweikampf mit ihm zu suchen, zog sich dieses verlumpte, erschießungswürdige und feige Gesindel ohne jegliche Form und Anstand in ihre rattenverseuchten Schlupfwinkel zurück und stellten ,auf dem absoluten Gipfel der nur denkbar möglichen Dreistigkeit, Forderungen ungehörigster Art. Lysander fiel vom Glauben ab! Jemand von soweit unten wollte tatsächlich jemanden wie ihm, von soweit oben, etwas diktieren, wollte etwas von einem Jahrhunderte alten und bewährten System erzwingen, dass ihm zurecht einen Platz in schattenhaftem und demutsvollem Dasein des Arbeitens und des emsigen Fleißes bei pflichtbewusster Erfüillung, auf Höhe des irdischen Bordsteins zukommen lassen hat. Nicht nur, dass sich der derzeit kommandiere Offizier ,wie es eigentlich vorauszusehen war, mit dem widerwärtigen Feind abgab, nein, niemand schien etwas an dem Tatbestand ändern zu wollen, dass sich Lysander in einem Visier befand und nicht anders rum. Selbst die zuvor aktionsfreudigen Kommissare schienen tatenlos und feige sich ihrer angeblich so heiligen Pflcht zu entziehen. Wenn solche Verhaltensweisen Einzug in die PVS erhalten sollten, würde Lysander seinen Dienst quittieren. Das hier waren unzumutbare Zustände ! Ganz gleich was der Leutnant über die Waffenfreigabe gesagt hatte, sein 2-1 war voll geladen und definitiv nicht geschützt. Wie es sein Daumen eben über dem Aktivierungsknopf des Gladius getan hatte, schwebte nun sein Zeigefinger über dem Bügel, bereit im Bruchtteil eines Augenschlags einen kraftvollen Druck auszuüben, der das Gewehr zu einer über den Lauf gerichteten Entladung führen würde. Er wäre dringend an der Zeit, dieses abscheuliche Lumpenpack zu erlegen. Allein für ihre Frechheit. Man müsste hierunten dem Gesetz mal mehr Gehör verschaffen. Alle Verdächtigen ausmerzen, zum Wohle der koronischen Gesellschaft ! Und den Benzintank der Chimäre würde er auf gar keinen Fall in die Hände dieses Ungeziefers der Imperialen Gesellschaftsabgründe lassen. Nicht solange noch einer seiner Untergebenen atmen können sollte, sollten diese Bastarde nur einen Fuß auf oder in die Chimäre setzen können. Und wenn er dafür selbst dem Doktor eine Waffe in die Hand drücken musste ! Wo kamen sie denn dahin ? Der einzige, den man vorher wohl ruhigstellen müsste, war der überaus freundliche Herr Leutnant, der seine Pflichten und Gesetzte vergaß ! Lysander kam richtig in Rage. Jemand, und wenn nicht just sie, musste diese Plagen schleunigst zur Rechenschaft ziehen ! Und sei es aus Rache für den Mord an der Crew des Radpanzers, ehrenhafte und aufrichtige koronische Männer, die gewusst haben, wie man mit solchen Kreaturen verfuhr. Das würde eine dicke und mit Sicherheit von den Kommissaren mitgetragene Beschwerde beim Kompanieführer persönlich geben. Dort würde sein Bericht nämlich sowieso früher oder später landen. Leutnant, ich hoffe Sie sind sich der Konsequenzen ihrer Handlungen im Klaren !, rief er geradeso gefasst, aber bestimmt und deutlich spürbar aggressiv erregt zu seinem "Noch"-Vorgesetzten.