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Läuterung
#71
Cassian warf einen Blick durch den Laderaum zu seinen Kameraden.
Hier saßen sie, die sich vor zwei oder drei Tagen noch nicht kannten und sollten gemeinsam eine Verschwörung aufdecken, die seit Jahrzehnten in der Planung war.
Im abgedimmten Licht konnte Cassian seine Kameraden betrachten und seine Gedanken wandern lassen.
Wer waren sie eigentlich?
Mit Kurt hatte er bisher am meisten geredet. Oder eher Kurt hatte ihm sehr viel von sich erzählt. Der Mann war gesprächig, aber ob alles stimmte was er von sich preisgab?
Veteran, Pilger, ehemaliger Mechanicusdiener. Er hatte ein Talent dafür sich in gefährliche Situationen zu begeben. Oder für gute Geschichten. Da ihn die Inquisition eingezogen hatte, waren Kurts Erzählungen aber wohl näher an der Wahrheit als an der Räuberpistole.
Die Furcht vor dem Adeptus Arbites stand daher in merkwürdigem Kontrast zu dem was er erlebt und überlebt hatte. Cassian hätte eher erwartet, dass so ein Mann abgehärtet und gleichgültiger gegenüber den imperialen Gesetzeshütern war.
Insgeheim musste er sich aber eingestehen, dass ihm Kurts Vorsicht gefiel.
Das Adeptus Arbites wurde anscheinend dem eigenen Anspruch und Auftreten gerecht, wenn selbst gestandene Veteranen in der Anwesenheit von einzelnen Mitgliedern ihre Worte sorgfältigst abwogen. Furcht vor Strafe war gut.
Dann war da noch Kruger, der ihm mit toten Augen und eingefrorenem Gesicht gegenüber saß. Feldwebel Arius Kruger von der 10. Kompanie der PVS um genau zu sein. Wie die Zeitungen nicht müde wurden zu betonen.
Held der Ratshalle. Praktischerweise auch Mitglied des Verbandes, der vom Gouverneur erst vor wenigen Jahren persönlich aufgestellt worden war. Ein Schelm wer böses bei der ausführlichen Berichterstattung über ihn dachte. Seine ganze Lebensgeschichte konnte jeder halbwegs interessierte Bürger inzwischen herunter beten. Freiwilliger in der imperialen Armee. Vorbildlicher Dienst auf einem Kriegsschauplatz, dann Eintritt in die PVS. Auch hier wieder einwandfreier Dienst, Beförderungen und Medaillen inklusive. Das ideale Werbegesicht für die Streitkräfte. Und für den Gouverneur, der das Fremdenregiment aufgestellt hatte. 
Aber was war da noch neben dem Hochglanzprospekt, dass dem gemeinen Bürger gezeigt wurde?
Eifrig und fest im Glauben schien er verankert zu sein. In der Einsatzbesprechung hatte er mit gnadenloser Härte gegen die Genräuber und ihre Verbündeten durchgreifen wollen.
Möglicherweise waren auch Kriegstraumata im Spiel? Instabilität? Elvira hatte Cassian gegenüber ja angedeutet, dass alle drei seiner Kameraden davon betroffen waren.
Er würde ihn wohl erst einmal weiter beobachten und seine eigenen Schlüsse ziehen.
Und Doc? Der saß mit geschlossenen Augen und so entspannt es ging in seinem Sitz und ruhte sich aus. Ein völlig unbeschriebenes Blatt. Bis jetzt hatte er noch kein großes Wort mit ihm wechseln können. Die Zeit in Casiov würde ihm da hoffentlich mehr Chancen für bieten.
Der Flug zu den Sternen und dann wieder herunter konnte sehr schnell ihrem Dienst bei der Inquisition entsprechen, wenn sie nicht vorsichtig waren. Der Feind, dem sie gegenüberstanden, war nicht zu unterschätzen. Und Elvira hatte klargemacht, dass man sie schon halb abgeschrieben hatte.
Dann krächzte die Funkbox.
Die Ansage des Piloten wirkte wie das Startsignal zu einem Rennen. Die Zeit zum Grübeln war vorbei
Die vier Männer lösten ihre Sicherheitsgurte, zogen die Kisten unter ihren Sitzen hervor und begannen damit ihre Ausrüstung hervorzuholen.
Cassian legte Waffen, Munition und andere Ausrüstung zur Seite, um mit dem Schwersten anfangen zu können. Seiner Rüstung. Über einem mattschwarzen, schmucklosen Schutzanzug und eine gesteppte Weste, kam seine Arbitesrüstung. Bei den Rüstungen hatte er im Stützpunk gar nicht weiter nachgedacht. Ja die aus Ceramit gefertigte Plattenrüstung war schwer, aber Cassian hatte jahrelange Erfahrung mit ihr und war auch zu stolz sie zurückzulassen. Die Häretiker sollten ruhig sehen wer sie ihrer gerechten Bestrafung zuführte. Auf die Beinpanzerung hatte er zwar zugunsten von mehr Beweglichkeit verzichtet und sich auf Kevlareinlagen beschränkt, aber die Armschienen und der Kürass waren ein muss. Gegen die Klauen eines Genräubers mochten sie nicht schützen, aber für das Gesocks was um ihn herum scharwenzelte reichte sie vollkommen aus. Er hatte sie noch einmal vollkommen gereinigt, alte Schäden beseitigt, mit heiligen Ölen eingerieben und Reinheitssiegel an ihr befestigt, die der Priester aus dem Gefolge des Inquisitors gesegnet hatte.
Dank jahrelanger Erfahrung legte er sie in kürzester Zeit an. Zuletzt verschwand sein Gesicht unter dem Helm und ließ nur Kinn und heruntergezogene Mundwinkel erkennen. Der Helm war ein Wunderwerk der Technik, wenn man sein Inneres betrachtete. Helmfunk, Atemschutzmaske, Bildvisier, polarisierende Gläser, die auf Licht reagierten, sobald es es eine bestimmte Lumenstärke überschritt und Infrarot-Optik für Einsätze bei Dunkelheit. Cassian hatte den Helm vor Einsatzbeginn penibel noch einmal überprüft und zur Wartung an den Techpriester des Inquisitors übergeben, um sicherzugehen, dass er einwandfrei funktionierte.
Als nächstes folgte sein Schockschlagstock und die Boltpistole, die er aus der Waffenkammer des Arbites mitgenommen hatte. Eigentlich war es völliger Wahnsinn die Pistole mitzunehmen.
Zu empfindlich für Verschmutzung, als das er sie bei der Überquerung eines Sumpfes gefährden wollte. Aber er hatte noch die Bilder aus dem Vortrag im Kopf. Die Abbildung aus der Kanalisation. Der Genräuber. Seine Klauen. Die Zähne. Seine Größe und Kraft. Normale Schusswaffen waren gut, aber bei so einem Monster wollte er ebenso monströse Feuerkraft mit sich führen. Er wusste nicht, ob sie das retten würde. Aber es sollte die Waagschale etwas mehr zu ihren Gunsten neigen, wenn sie die Grüne Zitadelle betreten würden.
Blieb nur noch seine Hauptwaffe. Cassian bevorzugte wie jeder richtige Arbites seine „Richter“ Schrotflinte Schema III. Kompromisslose Feuerkraft und gleichzeitig ein unnachgiebiges Symbol für die Durchsetzung des Lex gegen alle Widerstände.
Aber der Einsatz hier fand draußen auf weitem Feld statt und da ließ ihre Reichweite zu wünschen übrig. Schweren Herzens hatte er sie im Stützpunkt zurückgelassen und lange nach einer Alternative im Arsenal gesucht. Er war schließlich fündig geworden und fühlte sich trotzdem nackt ohne seine vertraute Flinte.
Stattdessen hielt er jetzt ein Greif Schema Scharfschützengewehr in den Händen. Ein einheimisches Produkt der föderalen Union für Sondereinsatzkräfte und Aufklärungseinheiten. Weniger als ein Meter lang, wirkte es in Cassians kräftigen Händen geradezu zierlich.
Der integrierte Schalldämpfer, den er gerade aufschraubte, machte fast die Hälfte der Waffenlänge aus und war zusammen mit der Unterschallmunition, die das Gewehr verwendete, seine größte Stärke und Schwäche zugleich. Die verringerten Schussgeräusche wurden mit einer geringeren Reichweite erkauft. Theoretisch war der Greif für eine Reichweite bis 400 Meter ausgelegt. Praktisch war eine hohe Trefferchance nur bis 300 Meter gewährleistet. Cassian war bereit diesen Kompromiss einzugehen, denn die Vorteile überwogen seiner Meinung nach eindeutig.
Im Notfall konnte er die halbautomatische Waffe auch vollautomatisch abfeuern und seinem Gegenüber das zehnschüssige Magazin entgegenschleudern. Danach war die Waffe aber so unpräzise, dass er sie auseinander bauen und wieder neu zusammensetzen musste, um alle Teile wieder für Präzision ausrichten zu können. Also nur etwas für den absoluten Notfall. 
Als Munition verfeuerte es schwere Unterschallgeschosse im Kaliber 10x40mm. Bei der Wahl der Präzisionsmunition hatte er sich für eine Mischung aus Bleikerngeschossen und panzerbrechenden Patronen mit Wolframkern entschieden.
So mit allem fertig, quetschte er sich in den noch enger gewordenen Sitz zurück und legte die Sicherheitsgurte wieder an.
Die Einsatzparameter waren klar, die Ausrüstung angelegt und die Truppe bereit. Es gab nichts groß mehr zu besprechen und die vier Männer warteten schweigend darauf, dass sie bald wieder so schnell auf Koron III herabstürzen würden, wie sie aufgestiegen waren.
[Bild: Koron-RPG-Cassian.png]
Name: Cassian Khline
Rasse: Mensch
Alter: 34 Standardjahre
Größe: 198cm
Zugehörigkeiten: Adeptus Arbites, Sektion 17
Aussehen: groß, breit, muskulös, schwarz-graue Haare, grüne Augen
Kleidung: Zivil: Schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarze Lederjacke

Ausrüstung:  Arbitesplattenrüstung, Gasmaske, Überlebensausrüstung, Cybermastiff (Renold)
Bewaffnung:  Greif Schema Scharfschützengewehr, Boltpistole, Schockschlagstock
Konto: 459 Schekel
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#72
von hier kommend

Kastor saß im abgedunkelten Laderaum eines Hubschraubers der Föderalen Union. Ein altes Modell, klobig und schwerfällig. 
Kein ganz ungewöhnlicher Anblick. Diese bewehrten Arbeitspferde wurden hier für alles benutzt: um wichtige Personen zu transportieren, die Städte mit ausgesuchten Waren zu versorgen oder die Gegend zu erkunden.
Dieser spezielle Hubschrauber würde in vier Minuten die Sperrzone verletzen. Dann würde er eine Aufforderung zur Korrektur seines Kurses bekommen, einhergehend mit einer Warnung vor Konsequenzen, wenn er nicht abdrehte. 
Der Pilot wiederum, tatsächlich ein Mann aus der Region, würde daraufhin zurückfunken, dass er Probleme mit dem Navigationssystem habe. Sein Kompass spiele verrückt und er bräuchte genaue Anweisungen und Landmarken, um sich zu orientieren. Das würde Zeit kosten und ihn derweil näher an das Zielgebiet herantragen. Denn der Pilot war das genaue Gegenteil des unerfahrenen Grünschnabels, den er zu sein vorgab. 
Bevor es brenzlig werden würde, würde er den großen Aha-Effekt haben und zurückkehren. 
So etwas konnte passieren.
So etwas passierte immer wieder einmal...

Das monotone Dröhnen des Rotors vibrierte durch die Sohlen seiner gepanzerten Stiefel, während die Maschine im extremen Tiefflug über die schneebedeckten Wipfel des nördlichen Tannengürtels hinwegdonnerte. Das tiefe, mechanische Grollen von Transportmaschinen aller Art war eine vertraute Konstante in Kastors Leben – fast schon ein beruhigendes Geräusch. 
Das grünliche Taktiklicht des Innenraums warf schwere Schatten auf seine Züge und fand nur Widerhall auf den Linsen seines Helmes. Die Augen des Dragoners starrten ins Nichts, während seine kybernetischen Finger mechanisch um seine Waffe geklammert waren.
Weiter hinten saß ein Techniker in der grün-weißen Flecktarnuniform der FU. Bis auf sie war keine weitere Person in dem geräumigen Bauch dieses fliegenden Wals.

Er vertrieb sich die Zeit des Nichtstuns und ließ die denkwürdige Begegnung im Palast noch einmal vor seinem inneren Auge Revue passieren. Kastor spürte noch immer die tiefe Genugtuung über Ulrichs Worte, die ihm die ausdrückliche Erlaubnis erteilt hatten, seine vertraute, mattschwarze Armaplast-Rüstung zu behalten.
Das war in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen war es ein Fingerzeig seiner Macht gewesen. Ein vermeintlich kleiner, wie ein unbedarfter Beobachter hätte meinen können. Doch einem Vertreter der Inquisition stellte man keine Bedingungen, wie nichtig sie auch erscheinen mochten. Dass der Hochbaron seine Zustimmung gegeben und diese Elvira es akzeptiert hatte, war ein klares Eingeständnis vor der Macht des Hauses.
Zum Zweiten drückte Ulrich damit der gesamten Mission das Siegel der Orsius auf. Sollte Kastor fallen – und die Möglichkeit war nicht eben gering –, dann würde man einen Toten in der Rüstung der Schwarzen Dragoner finden. Zugehörigkeitssymbol hin oder her. Das Haus stand dann schon frühzeitig und für jeden sichtbar an der Seite des Imperiums. Eine Lehre aus der Geschichte, die Ulrich nicht vergessen zu haben schien.
Für Kastor hatte all das einen praktischeren Charakter. Er kannte jedes Kilo seines Schutzanzuges. Er wusste genau, wie sich das Gewicht verteilte, wie die Gelenke reagierten und wie man sich darin bewegte, wenn die Welt um einen herum in Flammen aufging.
Die Waffenkammer von Haus Orsius hatte ihm anschließend alles gegeben, was er verlangt hatte. Neben der Munition stapelten sich nun zusätzliche, schwere Atemfilter der Klasse Sigma-Primus in seiner Ausrüstungstasche – zwingend notwendig für die vermeintlich radioaktiv verseuchten, unberechenbaren Zonen der Provinz Casiov, in denen die alten Plasmareaktoren vor Jahrzehnten geschmolzen waren. Dazu kamen Feldrationen, Klettergeschirr, Sprengmittel zur Tunnelversiegelung, eine kompakte aber leistungsstarke Funkausrüstung und ein chemischer Feldtester.
Elvira hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass dies ein Abschied auf unbestimmte Zeit war. Entsprechend hatte er sich eingedeckt, als gelte es, alleine in einen Krieg zu ziehen. Was ja momentan eigentlich der Fall war.

Die hochmütige Kontaktfrau des Inquisitors hatte alles in ein Versteck irgendwo in Gohmor bringen lassen, was er nicht unmittelbar brauchte. Er selbst hatte nach ihrer Konversation mit dem Baron noch im Palast des Hauses ein Briefing bekommen. 
Hastig. 
Professionell vorbereitet und durchgeführt, aber dennoch mit dem Unterton der Eile.
Kastor erinnerte sich an ihre kühle, fast dozierende Stimme, als sie den Raum abdunkelte und mit der Fernbedienung die flackernde Karte von Koron III an die raue Betonwand warf. Das stilisierte I der Inquisition war kurz aufgeflackert, bevor sie die unbarmherzige Wahrheit über den Zustand des Planeten sezierte.
Der Feind war kein gewöhnlicher Abschaum, keine einfache Rebellion unzufriedener Minenarbeiter. Es handelte sich um die Genräuberpest. *Corporaptor hominis*. Ein xenosbiologischer Parasit, der sich lautlos in die Laderäume von Handelsschiffen fraß, durch den sogenannten „genetischen Kuss“ ganze Familiengenerationen unterwanderte und die Gehirne der Befallenen mit einer psionischen Bruttelepathie zusammenschaltete.
Elvira hatte ihnen die schrecklichen Details der Vergangenheit um die Ohren gehauen. Sie sprach von der Casiov-Revolte im Jahre 172 n. K. d. H. Damals waren achtzig Prozent des stehenden Heeres der Föderalen Union in der Grünen Zitadelle im hohen Norden unbemerkt korrumpiert worden.
Die Soldaten hatten einfach aufgehört, nach Hause zu schreiben. Als man Untersuchungen anstellte, war es bereits zu spät gewesen. Tausende Blizzard- und Leman-Russ-Kampfpanzer brachen ohne Funkgeräte, gelenkt nur durch das psionische Kollektiv des Brudergeistes, aus den Schneestürmen hervor und machten alles nieder.
Am Ende sprengten die Infizierten kollektiv ihre eigenen Reaktoren und verwandelten die Festungsstadt in ein dreimonatiges Meer aus Plasmafeuer. Doch der Nukleus war nicht tot. Überlebende hatten sich in Schlupflöcher gerettet, Morde an neugierigen Besuchern und Inspektoren im Sperrgebiet vertuscht und die Saat neu ausgebracht.
Nun drohte der offene Aufstand. Gohmor brannte bereits an den Mauern, der Östliche Zechenverband schottete sich mit zwei Millionen potenziell Infizierten ab, und im Dschungel von Luht desertierte eine ganze Brigade der PVS, weil sie vor etwas floh, das dort mit vier Armen und sichelförmigen Klingen hauste. Von dem Anschlag auf die Ratshalle ganz zu schweigen. Ein Dolchstoß, direkt in das Herz Gohmors. Letztlich der Auslöser für Ulrich, die Macht wieder an sich zu ziehen.
Eine andere Agentengruppe der Inquisition befand sich bereits auf dem Weg zu eben jener Grünen Zitadelle. Diese Hauptgruppe sollte die verbliebenen Geheimnisse in den Ruinen ausgraben und Bedrohungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausschalten. Auch, um etwaige Karten gegen die Gouverneursgattin de Wajari in der Hauptstadt in der Hand zu haben.
Das war interessant. De Wajari war vom Adelsrat auf den Gouverneursposten gehoben worden, weil weder Orsius noch Sirs die Waagschale des Einflusses ganz in ihre Richtung hatten kippen können. So hatte man sich durch Vermeidung darauf geeinigt, einen Kandidaten aus einem unbedeutenden Haus einzusetzen. Schwach an Leib und Willen. Leicht zu ersetzen, wenn die eigene Position es hergab.
Die Frau des Gouverneurs versuchte, dem entgegenzuwirken. Sie machte sich beim Volk beliebt und schloss jetzt Bündnisse mit imperialen Organisationen. Mit der Inquisition hatte sie aber vielleicht mehr vom Kuchen abgebissen, als sie schlucken konnte.
Sollten sie und ihr Gemahl im Zuge dieser Säuberung des Planeten fallen, würde vielleicht ein Ulrich Orsius neuer Gouverneur werden. Ein Amt auf Lebenszeit für einen Mann, der vom Sterben nicht viel hält. 
Das waren Gedanken, die weiterzuverfolgen lohnend sein konnte.

Jetzt galt es jedoch erst einmal, die Mission durchzuziehen.
Die Hauptgruppe durfte unter keinen Umständen auffliegen, bevor sie ihr Ziel erreichte. Und genau hier kam Kastor ins Spiel.
Ein kleiner Wach- und Beobachtungsposten im Maramor-Korridor, hatte Elviras Stimme in der Dunkelheit des Bunkers befohlen, während die Projektion eine körnige Aufnahme von einer kleinen befestigten Stellung zeigte. Eingebettet in einen kleinen Hügel, umgeben von dichten Nadelwäldern.
Vier Mann. Sie patrouillieren in der Randzone dieses fünfzehn Kilometer breiten Waldgürtels. Wenn sie die geplante Luftlandung der Inquisitionsfähren beobachten und Alarm schlagen, kollabiert die gesamte Operation, bevor sie begonnen hat. Löschen Sie sie aus. Keine Überlebenden. Keine Funksprüche. Keine Spuren.
Wenn es wie ein Unglück aussieht gut. Wenn nicht, dann ist es nicht zu vermeiden. Anschließend gehen sie nach Norden und nehmen Kontakt auf. Dann erfolgen weitere Anweisungen.
Es war eine typische Mission für einen Dragoner der alten Schule: effizient, lautlos, absolut tödlich. Und es waren nur vier.

Ein plötzlicher, heftiger Ruck ging durch den Hubschrauber, als die Maschine die Nase hochnahm und in einen Schwebeflug überging. Das grüne Bereitschaftslicht über der massiven Ladeklappe sprang mit einem klackenden Geräusch auf warnendes Rot um.
Kastor erhob sich. Die Zeit des Erinnerns und Analysierens war vorbei. Die eisige Realität der Provinz Casiov hatte ihn wieder. Der Maramor-Korridor wartete.
Der Techniker kam nach vorn, trat ein Seil in die Tiefe und zeigte dem Dragoner den nach oben gereckten Daumen. Kastor hakte seine Ausrüstung ein, schickte sie voraus und folgte dann selbst.
Kaum hatte er den Boden berührt und sich gelöst, wurde das Seil eingeholt, und sein Taxi entschwand, reichlich Wind verursachend über den Wipfeln.
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#73
Kurt hatte sich die Ansage von Möwe kaum angehört, da wusste er bereits, dass „legen Sie Ihre Einsatzausrüstung an“ unter diesen Umständen ein ausgesprochen schlechter Witz war. Aber es nützte ja nichts. Tatsächlich hatte er von Jahren mal eine Schwerelosigkeitstraining absolviert. Aber wie bei allen Dingen, die man einmal trainierte und dann nie wieder brauchte, war seine Erinnerung in der Beziehung leergefegt. Das einige Kameraden gekotzt hatten und das Zeug dann durch die Kammer geschwebt war, das wusste er noch. 
Kurt lösen seinen Sicherheitsgurt und stieß sich mit einer Hand vom Sitz ab.
Und stieg nicht etwa elegant auf. Er flog.
Scheiße.
Mit erstaunlich wenig Würde schwebte Kurt quer durch den Laderaum, während sein Körper sich langsam um die eigene Achse drehte. Er griff nach einer Haltestange, verfehlte sie um wenige Zentimeter und bekam stattdessen einen herumfliegenden Riemen zu fassen. Der Riemen wickelte sich um seinen Unterarm.
Ein kurzer Ruck, und er zog sich damit zur nächsten Strebe.
Der erste Versuch, sich anzukleiden, erwies sich als noch größere Herausforderung.
Auf einem Planeten war ein Schutzanzug etwas, in das man hineinschlüpfte. Hier war der Schutzanzug ein widerspenstiger Sack, der beschlossen hatte, Kurt bei jeder Gelegenheit zu verlassen. Er hielt ihn mit den Knien fest, während er versuchte, die Beine hineinzubekommen. Kaum hatte er einen Fuß eingefädelt, schwebte das andere Hosenbein davon
Kurt streckte sich danach, stieß sich dabei von der Wand ab und begann prompt wieder rückwärts durch den Raum zu trudeln.
Er fing sich an einer Halterung ab und zog den Schutzanzug schließlich vollständig an. Danach folgten die gesteppte Weste und die Panzerplatten. Brust, Schultern, Oberschenkel folgten. Nicht die schwerste Rüstung, die er hätte nehmen können, aber immer noch erheblich mehr als seine übliche Ausrüstung.
Und mit jedem Teil wurde er unbeweglicher.
Nicht am Boden.
Im Raum.
Als er schließlich nach seinem neuen Helm griff, hielt er inne. Das Ding schwebte wenige Zentimeter vor ihm.
Dunkles, mattes Material, kantig und massiv. Helle, beinahe cremefarbene Verstärkungen zogen sich um die Seiten und über den unteren Rand, während einzelne metallische Elemente einen dezenten goldfarbenen Schimmer trugen. Die Front war kein gewöhnliches Visier. Sie wirkte eher wie eine technische Maske, mit mehreren Verschlüssen, Schutzplatten und Öffnungen, die, so hatte er vor dem Start noch herausgefunden, Sensorik oder Atemsysteme enthielt.
Kurt drehte den Helm langsam in den Händen.
Na wenigstens du hast Stil. Er setzte ihn auf.
Das vertraute Gewicht verschwand um seinen Kopf, und für einen Moment war die Welt nur noch das gedämpfte Innere des Helms. Dann erwachten die Anzeigen.
Ein leises Summen. Ein schwaches Aufleuchten. Kurt bewegte den Kopf. Das Sichtfeld folgte.
Er grinste.
Das war tatsächlich ziemlich gut.
Er überprüfte die Verschlüsse, zog den unteren Schutz fest und schlug einmal mit der Hand gegen die Seite des Helms.
Mit wachsender Routine gelang es auch den Rest am Körper zu verstauen. Ein Meister des Antigravkampfes und der damit verbundenen Vorbereitung würde er auf diesem Flug zwar nicht mehr werden, aber wenigstens hatte er sich nicht vollgekotzt. Mit den kleinen Dingen musste man zufrieden sein.
Schließlich schob er sich zurück zu seinem Sitz. Als er endlich saß, atmete er einmal tief durch.
Dann sah er an sich hinunter.
Panzerung.
Helm.
Messer.
Revolver.
Mechanicus-Waffen.
Triplex.
Alles da.

Der Arvus Lighter durchbrach die letzten dünnen Schichten der Hochatmosphäre, und für wenige Sekunden hüllte sich sein plumper, kastenförmiger Rumpf in ein zischendes, orangerotes Glühen, während die Ablationsplatten an Bug und Tragflächen unter der Reibungshitze zu knistern begannen. Das Rütteln wurde heftiger, ein dumpfes Grollen drang durch die Verstrebungen, dann ließ der Druck spürbar nach, als die Steuerdüsen ansprangen und der Lighter aus dem steilen Sinkflug in einen flacheren, kontrollierten Gleitflug überging. Die Triebwerke heulten auf, drosselten, heulten erneut, während der Pilot die schwerfällige Maschine mit routinierten Korrekturen durch die letzten turbulenten Luftschichten führte.
Unter ihm lag das Zielgebiet, weit und unberührt: endlose Nadelwälder, durchsetzt von glitzernden Mooren und offenen Heideflächen, die sich bis zum Horizont zogen. Es war ein makelloser Sommertag – die Sonne stand hoch, das Licht fiel warm und golden auf die Wipfel des Sperrgebietes. Sanfter Wind, nicht genug, um den erfahrenen Piloten zu irritieren. Wolke, wie sie ein begnadeter Panoramamaler sie sich gewünscht hätte.
Kurz vor dem Aufsetzen fuhr das Landegestell mit einem hydraulischen Zischen aus, die Repulsoren griffen mit tiefem Brummen, und die Maschine sank die letzten Meter fast schwerelos herab, ehe sie mit einem gedämpften, metallischen Ächzen auf dem federnden, moosbewachsenen Grund aufsetzte. Die Triebwerke liefen noch einige Sekunden nach, dann verstummten sie, und die Landekufen sackten mit einem letzten Seufzen der Hydraulik ein Stück in den weichen Torf.
Für einen Moment herrschte vollkommene Stille, nur unterbrochen vom Ticken des abkühlenden Metalls und dem leisen Nachschwingen der Turbinen. Langsam kamen Insekten und Singvögel über die unerhörte Störung hinweg und nahmen ihr Konzert wieder auf. Dann löste sich die Heckrampe mit einem lauten, hydraulischen Zischen und senkte sich langsam auf den Boden. Die Luft, die hereinströmte, war warm, schwer von Harzduft, feuchtem Moos und dem modrigen Geruch des nahen Sumpfes. Sofort waren da die Mücken – ein dichter, surrender Schwarm, der sich unverzüglich auf die erste Blöße stürzte, die sich zeigte. Der Ausstieg selbst vollzog sich zügig über die geneigte Rampe hinaus auf die federnde, torfige Erde, die unter den Stiefeln leise nachgab. Ringsum nichts als Wald, Moor und Heide, eine Landschaft von schöner, fast erdrückender Einsamkeit – und mittendrin der klobige, verrußte Lighter und die Agenten der Inquisition, die den Bauch der Maschine verließen.
Name: Kurt Messer
Rufzeichen: 
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: um die 40 Standardjahre
Aussehen: 1,85m groß, kurzes, blondes Haar, blaue Augen, drahtige Erscheinung, Narben auf der linken Gesichtshälfte und Stirn, markanter Goldzahn, selbstbewusstes Auftreten.
Kleidung: Kleidung Inquisitionsgarde  
Ausrüstung: Messer, Die Friedensstifter (2x vom Mechanikus gefertigte, großkalibrige Revolver (nur bei Bedarf am Mann)), Sechsschüsser Revolver als Seitenwaffe



[Bild: 9c7661eaa4dd771f339e86601b2e3ac6.jpg]
„Er zog nicht schnell – die Zeit wich nur höflich zur Seite, wenn er es tat.“
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#74
Kastor beobachtete den Aussenposten, der Zoom-Funktion seiner Optik sei dank, sehr erfolgreich. Hätte er nicht gewusst wo Sie den wären, hätte er wohl ein paar Minuten mehr gebraucht. 4 Mann für eine Position, die naheliegendste Möglichkeit eben jenes zu bewerkstelligen war eine 2er Schicht, die sich alle 12 Stunden abwechselte, waren schliesslich keine Servitoren. Seine Vermutung bewahrheitete sich eben just in diesem Moment als er einen der Männer zurück zum betonierten Unterschlupf streifen sah, ein anderer Mann stand hinter einer Barrikade aus Sandsäcken, dass ganze Spektakel grob von Tarnnetzen verdeckt – etwas das nur wenig gegen Kastors thermale Optik ausrichten konnte. Und weil eine schwere Stahltür geöffnet wurde und Zwei andere Gesellen heraustraten, schweiften seine Gedanken zurück.


Der vorsichtig neutrale Ausdruck auf Elviras als der Hochbaron, seinen Wunsch unterstütze – wenngleich höchst wahrscheinlich aus dem Grunde heraus das er sich davon etwas versprach. Ulrich wirkte auf Ihn nicht wirklich wie jemand der derartiges schlicht aus dem Grunde tat das er es jemandem aufdrücken konnte. Einer der Gründe weshalb er Kastor überraschend sympathisch war. Das darauffolgende Briefing war recht zackig von statten gegangen, anfangs recht gelangweilt horchte er mehr und mehr auf, als die Frau die Situation erörterte, nicht das man es seinem Gesicht hätte anmerken hätte können. Tyraniden? Er erinnerte sich wie er nahezu unbewusst seine Linke auf seinen rechten Arm gelegt hatte, um diesen zu massieren, nicht das dies irgendetwas bewirkte war es an diesem Punkt nicht mehr als Plaststahl, Ceramit und Servomotoren, es half dennoch – zumindest auf psychologischer Ebene. Und wie das Universum einmal so war, so wurde es nicht besser. Eine Zitadelle voller Ketzer, der Name eines Planeten schoss durch seinen Verstand, den er selbst in Gedanken nur noch als «klassifiziert» zu titulieren gedachte. Ordo Hereticus sei dank. Seine Mine verzog sich dennoch keinen Millimeter und gab mit einem simplen Nicken das Signal das er es zur Kenntnis genommen hatte. Zumindest war Verstärkung auf dem Weg… naja grob gesehen war wohl eher er die Verstärkung, er sparte sich die Fragen über besagtes Team und gab ein weiteres Nichtssagendes Nicken zu der Situation der Gouverneursgattin, würde er dann entsprechend handeln, wenn es soweit war. Zumindest die erste Hürde schien recht banal, ja beinahe eine Beleidigung an seiner Person, dennoch nickte er auch das nur ab – würde schon hinhauen.


Die Waffenkammer hatte Ihm sperrangelweit offen gestanden und der Arthelis hatte keinerlei Hemmungen dies nicht zu seiner vollsten Zufriedenheit zu schröpfen. War schliesslich sein Arsch in der Schusslinie. Als solches packte er 3 Taschen, eine welche er mit ins Gefecht nehmen würde, die anderen beiden für den Fall der Fälle das er später zugriff darauf bräuchte. Zu seinem jetzigen gesellte sich eine Nadel-Pistole, sein Sledgehammer Revolver (für welchen er sich neben seiner Standard-Munition 10 Boltgeschosse und 10 Höllenfeuergeschosse gesichert hatte), ein MG Rofield-4, sowie andere Sperenzchen, wie ein Allzweckmesser, ein taktisches Tomahawk, 5 Frag-Granaten und Zwei Melta-Granaten.
Was sich auf der Rückbank befand, welche Elvira zu irgendeinem Unterschlupf befördern würde, war seine Chaingun, die Reste der Schachteln von Botlgeschossen die er sich gesichert hatte, eine Melta-Gun, ein Kettenschwert und eine Plasmapistole, man wusste ja nie, zudem hatte er sie bis zum bersten mit verschiedenen Sprengstoffen gefüllt, bezweifelte zwar das die Inquisition deren nicht habhaft wurde, ob Sie diese Ihm auch überlassen würden war da doch die andere Frage.


Zurück in der Realität angekommen, folgte Kastors Blick einem gähnenden Mann, der sich von dem Aussenposten entfernte, der andere des Duos nahm die Stellung in der Front des Bunkers ein. Ein schmunzeln zog sich über seine Lippen, als er seinen Nadler aus dem rechten Hüftholster befreite. Sein Rucksack und sein MG lagen selig einige Meter hinter einem umgestürzten Baum. Dann pirschte er voran, etwas das jene die Ihn niemals in einer Kampfsituation erlebt hatten wohl als für unmöglich gehalten hätten, war er normalerweise doch stets bemüht, sich möglichst laut und unbeholfen zu geben. Der wackere Recke oder das Schaf das alsbald gerissen werden würde, kam in sein Sichtfeld. Der Mann schwenkte seine Waffe und die am Unterlauf platzierte Taschenlampe recht lustlos durch die Bäume in seiner Front, ohne sonderlich auf den Rest zu achten. Vermutlich war er hier schon ein Weilchen stationiert? Langeweile und Mangel an Herausforderungen konnten die schärfste Klinge abstumpfen lassen und er bezweifelt das einer der 4 zu diesen zählte. So zielte er ohne gross Federlesen und drückte ab, der unsichtbare Laserstrahl traf ihn in den Hals mehr oder minder ein paar Millisekunden bevor das Narkotikum sich anmasste sich Teil seines Blutkreislauf zu machen. Der Mann zuckte kurz, stand für einen Herzschlag noch aufrecht, bevor er zusammensackte wie ein föderaler Kartoffelsack. Kastor verlor keine Zeit und schoss vorwärts, um neben dem Mann in die Knie zu gehen, bevor er die an den Unterlauf befestigte Taschenlampe ausschaltete. "3 übrig..." Murmelte er zu sich selbst, als er sich dem Bunker von dem toten Winkel des äusseren Wachmannes nährte, im Schatten des Bunkers bewegte er sich vorsichtig vor, konnte bereits die Taschenlampe des nächsten Unglücklichen sehen, welche im Halbminutentakt von rechts nach links schwankte, mit dem selben Enthusiasmus mit welchem der Waldgänger seine Umgebung im Auge behalten hatte. Ein leises Seufzen, dann lehnte er sich heraus, visierte an und brachte Nummer 2 ebenfalls ins Land der Träume.


Als er sich der Tür nährte lauschte er, da seine thermale Optik unfähig war das schwere Metall zu durchdringen, er hörte etwas – klassische Musik? Er runzelte die Stirn, als der seinen Nadler fester umgriff, darauf achtend, dass die Servomotoren, seiner kybernetischen Prothese das fragile Ding nicht einfach zermalmten. Einige Herzschläge später, drückte er die Klinke herunter und öffnete die Türe mit einem unüberhörbaren quietschen, wer wusste schon wann die Türe zum letzten Mal geölt wurde? Ein amüsiertes Grunzen kam aus dem Raum, sich mischend mit dem föderalen Streichkonzert, das aus dem Radio dröhnte. "Pavel, hab dir doch gesagt wird kalt..." Kastor trat lautlos ein, der Mann der gesprochen hatte sass in einem Stuhl aus billigen Sperrholz, neben dem Radio, irgendeinen Nährschleim in sich rein schaufelnd, bevor er seinen Kopf in nahezu lächerlicher Langsamkeit in Richtung Tür drehte. Er erstarrte, als er den 212cm Hünen in mattschwarzer Rüstung erblickte, nicht das es Ihm sonderlich half, die Waffe war bereits abgefeuert, das Anästhetikum breitete sich bereits aus, als er versuchte - und scheiterte, zur Seite umkippte offenkundig bemüht etwas hervorzubringen, bevor der chemische Cocktail letztlich die Überhand gewann und Ihn ins Land der träume schickte. Kastor indes warf einen knappen Blick durch den Raum. Bevor dem dritten war ein Heizstrahler, ein Tisch mit nicht ganz verzehrtem Nährschleim und ein Radio, 2 Stühle weitere waren ebenfalls grob verteilt, aus dem selbigen mangelhaften Material, auf der anderen Seite befand sich ein Tisch mit einem einem Funkgerät, die fehlende Sitzgelegenheit legte Nahe, dass einer der drei anderen zu diesem gehörten. Dahinter befanden sich zwei ebenfalls schwere metallene Türen, in seiner front hingegen war hinter dem «Wohnzimmer» ein schwerer Vorhang aus Stoff. Er aktivierte seine thermale Optik wieder und sah dahinter einen rot-gelben Schatten, der friedlich in der horizontalen lag. Er schritt voran schob den Vorhang zur Seite – legte an und beförderte den letzten des Quartetts ins Land der Träume. Dann wandte er sich um und prüfte die beiden anderen Türen, hinter der ersten befand sich so was wie eine Vorratskammer für alles was die 4 wohl gebraucht hatten, von Lebensmitteln zu Ersatzteilen, sowie Treibstoff – vermutlich für einen Generator. Irgendwie mussten die Jungs hier ja Ihren Strom generieren. Die zweite Tür offenbarte dann den Generator, recht gefährlich so etwas in einem geschlossenem Raum aufzubewahren, allerdings hatten sich die 4 oder jemand bevor Ihnen zu helfen gewusst und einen geriffelten, sowie biegsamen Schlauch an den Ausstoss der Maschine angebracht, um Kohlendioxid sicher aus dem Gebäude zu transferieren. Er lächelte unter seiner Maske.


40 Minuten später, schraubte Kastor den Schlauch zurück an das behelfsmässige Ventil, das die Schöpfer des Konstrukts angebracht. Den Schlauch zierte mittlerweile ein weiter Riss, altes Plastik oder so, würde der Laie wohl schätzen als er den Raum hinter sich liess, einen knappen Blick zu den mittlerweile ewig schlummernden Wachen werfend, die Zwei anderen von draussen hatte er meisterlich auf den Stühlen drapiert, ein paar Flaschen föderalen Wodka aus der Vorratskammer, teilweise leer, zumindest jene die er hinter dem Bunker ausgeleert hatte lagen um die Gesellen verteilt. Mehr nach einem Unfall konnte er es auf die Schnelle nicht aussehen lassen und so öffnete er die Metalltür für ein letztes Mal, bevor sie hinter sich schloss. Er griff sich seinen Rucksack warf sich ihn über die Schultern, bevor er sein MG aufhob. Ein kurzer Funkspruch. "Geschlossene Augen sehen bekannterweise recht schlecht, bin dann unterwegs." Und mit diesen Worten - mittlerweile im Schein der Morgensonne, begann er seinen Marsch ins Tal.
Name: Kastor Arthelis „Smiley“
Rasse: Mensch
Alter: 38
Zugehörigkeit: Schwarze Dragoner/ Haus Orsius
Grösse: 212cm
Herkunft: Terra
Aussehen: Muskelbepackter Hüne, kahl rasierter Kopf. Stahlgraue Iriden, Dreitagebart
Charakter: Opportunistisch, skrupellos, redselig, humorvoll, extrovertiert, fehlt jedwedes Empfinden für Moral und Ethik
Fähigkeiten: Exzellenter Nahkämpfer, guter Schütze auf kurze bis mittlere Distanz, Spezialist für Kampf in urbanem Gelände, rudimentäre Sprengstoffkenntnisse, Gardisten/Dragoner-Ausbildung
Kleidung: Dragonerrüstung
Waffen: MG Rofield-4, Sledgehammer Revolver, Nadel-Pistole, taktisches Tomahawk, Allzweckmesser, 5 Frag-Granaten, 2 Melta-Granaten
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#75
Im Vergleich zu seinen Kameraden war Arius Ausrüstung von überragender Durchschnittlichkeit. Über dem Kampfanzug schmiegte sich seine Armaplastweste, die nur seinen Brustkorb bedeckte, aber seinen Bauch frei ließ, eng an. Der Helm schenkte ihm völlig freie Sicht und schränkte das Hören nicht ein, bot aber auch keine technischen Spielereien an, wie sie seine Kameraden zu haben schienen.  Vor seiner Brust hatte er sich sein Lasergewehr mit eingeklappter Schultersstütze geschnallt. 
Wo er aber an Waffe und Rüstung gespart hatte, war dies bei der restlichen Ausrüstung nicht der Fall gewesen. Aus den ursprünglich geplanten zwei Handgranaten waren nachträglich doch mehr als ein halbes Dutzend geworden. Zusätzliche Magazine, Überlebensrationen, Knicklichter, Notfallmedizinkits und eine Auswahl an Kampfdrogen gesellten sich dazu. Vor allem Aufputschmittel, wie Stremon um im Notfall einen Gewaltmarsch zu schaffen, aber auch Permaton zur Unterdrückung von Schmerzen, sowie Klay und Gamma Æ, die für den Kampf gedacht waren.
Alle rein für den Notfall und Arius wollte gerne auf sie verzichten. Aber man wusste nie, ob es vielleicht nicht doch so weit kommen würde, dass er auf sie zurückfallen musste, um die Mission zu schaffen.
Er sah aus nun aus, wie man sich einen Gravschirmspringer vorstellte, der er nicht war.
Für großes Grübeln blieb ihm dann auch keine Zeit mehr, denn ihr Flug endete so aprupt wie er gestartet war und "Möwe" scheuchte sie hinaus aus der Maschine. 
Die Wildnis in der sie gelandet waren, war ein extremer Kontrast zu der Makropole vor der sie vor etwas mehr als einer Stunde gestartete waren. So extrem, dass man davon beinahe eine Art Schleudertrauma bekam. Weites Feld wo vorher Stahl und Beton Sicht, Bewegung und Gedanken eingeschränkt hatten. Frische Luft, schmerzhaft frische Luft, die einen frei und tief Atmen ließ. Die unzählige Male wiederaufbereitete Luft Gohmors war ein trauriger Witz dagegen. Ein laues Gemisch verschiedener Gase. Vogelgezwitscher, der Geruch von Pflanzen, blühend und verfallend. Leben. Seit Luht hatte er ihn nicht mehr wahrnehmen können. Luht hatte aber etwas Erdrückendes gehabt. Zu viel Leben. Zu viel Hitze. Zu viel Luftfeuchtigkeit. Der Dschungel hatte ihn und seine Kameraden damals förmlich erdrückt mit seiner Präsenz. Der Pflanzenwuchs hatte durch sein dichtes Wachstum eher Klaustrophobie ausgelöst und die Sicht eingeengt. Hier dagegen war die Natur viel einladender. Wenn nicht die Genräuber ihre Klauen in dieses wlde Land geschlagen hätten.
Dann kamen auch schon die Mücken. Sie waren für ihn aber kein großes Hindernis. Die einzige entblößte Haut stellten sein Gesicht und Nacken dar, dick eingesprüht mit einem Schutzmittel, das ihm die kleinen Plagegeister vom Leib hielt. Es stank widerlich nach Chemie, war wahrscheinlich giftig und verursachte Krebs. Und er hatte eine komplette Dose davon mit dabei. Der Rest seines Körpers war abgedeckt oder bestand aus für Insekten uninteressantem Stahl. Unbeeindruckt watete er durch den Schwarm an kleinen Plagegeistern, während er dabei half den Onus-Pattern servitor aus dem 
Bauch ihres Transportfliegers zu manövrieren.
Hinter ihnen hob der Arvus Lighter ab und schraubte sich ebenso schnell in die Lüfte herauf, wie er zuvor herabgestoßen war. Nur keine ungewollte Aufmerksamkeit auf sich ziehen und der kleine Einsatztrupp blieb alleine am Boden zurück.
Die Truppe am Boden hatte in der Zwischenzeit schon ihre Testgeräte ausgepackt und geprüft, wie hoch die Hintergrundstrahlung und die sonsige Belastung durch andere Giftstoffe war. 
Dankenswerterweise war alels im normalen Bereich und si brauchten noch nicht ihre komplette Schutzausrsütung anzulegen. 
Das Gepäck auf dem Rücken des Onus-Pattern Servitors wurde ein letztes mal auf seine stabile Anbringung geprüft und die Karten zur Orientierung gesichtet. 
Den Servitor in die Mitte nehmend, positionierten sich die vier Männer in einer lockeren Rautenformation um ihn herum und begannen ihren Abstieg in Richtung des Sumpfes.
Mit jedem Schritt gab der Boden noch ein bisschen mehr nach. Die in den Boden einsinkenden Stiefel wurden langsam von Wasser umspült. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie ihre erste Sumpfüberquerung vor sich hatten.
[Bild: 01-U1-Titel-201912-Sagen.jpg]
Name: Arius Kruger
Alter: 30 Standardjahre
Zugehörigkeiten: PVS
Rang: Feldwebel
Loyalitäten: imperialer Fanatiker, Militarist
Aussehen: 190cm groß, sehnig, ausgezehrt, maskenhaftes, verkniffenes Gesicht, attraktives Lächeln, blonder Seitenscheitel, bleiche leere Augen, beide Arme durch bionische Implantate ersetzt
Kleidung: Kampfanzug, Gasmaske, Armaplastweste und Helm
Charakter: Militarist, imperialer Fanatiker, tief gläubig, Frontveteran, begeisteter Hobbyfotograf, mangelhafte Empathie und auf sozialer Ebene ein Wrack
Fähigkeiten: erfahrener Grabenkrieger, guter Läufer,
Ausrüstung/Besitz: Voss Schema Lasergewehr, Esseos Schema Laserpistole, Handgranaten, Bajonett, Fotoapparat
Konto: 1180 Schekel
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#76
Nach all den Jahren, in denen sich hier mit einiger Regelmäßigkeit nur Dachse, Rehe, wilde Squams und Rotfippen bewegt hatten, bekamen die Mücken nun endlich einmal andere Kost vorgesetzt. Ein Umstand, den die kleinen Plagegeister offenbar mit bemerkenswerter Begeisterung zur Kenntnis nahmen und jeden noch so kleinen Zentimeter freiliegende Haus zu finden schienen. Dahingehend unterschieden sie sich nicht von ihren Verwandten an den Ufern des XinHo.
Während Kastor bereits seit fast einem halben Tag im Gelände unterwegs war und den Außenposten als ein stilles Grab hinter sich gelassen hatte, setzte sich der zweite Trupp wie vorgesehen in Bewegung.
Die ersten Messungen fielen erfreulich unspektakulär aus. Die Strahlung lag ebenso wie die toxische Belastung nicht nur innerhalb akzeptabler Werte – die Luftqualität war sogar besser als an so ziemlich jedem beliebigen Ort in Gohmor. Keine Filteranlagen, keine chemisch aufbereitete Atemluft, kein allgegenwärtiger metallischer oder öliger Geruch und auch keine stimulierenden Substanzen, mit denen der Adel nicht selten seine Räume “verfeinerte”. Stattdessen roch die Luft nach feuchter Erde, Pflanzen und dem langsamen Verrotten organischen Materials. Für jemanden, der an die Atmosphäre einer Makropole gewöhnt war, beinahe schon ungewohnt rein.
Die vollständige Schutzausrüstung konnte daher vorerst verstaut bleiben.
Gemeinsam mit dem Onus-Pattern-Servitor, von dem alle vier Männer vermutlich noch vor Ende des Tages nur als Onus oder, noch kürzer, als O sprechen würden, machte sich die Gruppe auf den Weg. Der Servitor bewegte sich mit jener gleichmäßigen, organischen aber etwas unheimlichen Beharrlichkeit, die nur den Pseudo-Maschinen eigen war. Das zusätzliche Gepäck ruhte sicher auf seinem Rücken, während seine Servomotoren bei jedem Schritt leise surrten und gelegentlich gegen das Schmatzen des Untergrundes ansangen.
Die Wildnis stellte einen beinahe grotesken Gegensatz zu der Makropole dar, aus der sie gekommen waren. Wo dort Stahl, Beton und künstliches Licht, Sicht, Bewegung und selbst Gedanken in enge Bahnen gezwang, erstreckte sich hier offenes Land bis zum Horizont. Zwischen dem hohen Gras raschelte es immer wieder, irgendwo schreckte ein Vogel auf und verschwand mit hastigem Flügelschlag zwischen den Bäumen. Waffenläufe zuckten in die Richtung, in der er aufgestoben war. Das Zirpen und Summen zahlloser Insekten hüllte sie ein wie eine Glocke.
Selbst die allgegenwärtigen Mücken konnten den Eindruck von Freiheit und vor allem Friedlichkeit kaum vollständig trüben.
Und doch war da etwas.
Nicht sichtbar, nicht greifbar und vielleicht auch nur eine Folge der Dinge, die sie über diesen Ort wussten. Die Landschaft wirkte unberührt, beinahe friedlich – und gerade deshalb wollte sich der Gedanke nicht abschütteln lassen, dass diese Stille etwas verbergen konnte. Dass zwischen dem Rascheln der Gräser, dem Knacken eines Astes oder dem Ruf eines Tieres jederzeit etwas anderes lauern mochte. Sie alle waren erfahren genug, sei es in Schützengräben, Häuserschluchten oder jedwedem anderen Gelände, in denen Menschen zu kämpfen pflegten, um diese Gefühle einordnen zu können. Man musste den schmalen Grad beschreiten lernen, zwischen dem eigenen Bauchgefühl, dem sechsten Sinn und der Paranoia, die aus jedem Schatten und jedem seltsam stehenden Baum einen potenziellen Feind machte. 
Der Marsch führte sie stetig leicht bergab. Anfangs veränderte sich kaum etwas. Dann gab der Boden unter den Stiefeln nach. Erst weich, dann schwammig. Feuchtigkeit sammelte sich in den Vertiefungen und wenig später begann Wasser über die Sohlen zu laufen. Zwischen den Gräsern standen erste Pfützen. Aus festem Erdreich wurde dunkler Schlamm und man musste die Tritte vorsichtiger setzen. Dicke Pflanzenballungen boten eine einigermaßen festen Untergrund.
Der Sumpf kam näher.
Zur selben Zeit hatte Kastor, nachdem er bereits ein gutes Stück zwischen sich und sein erstes Ziel gebracht hatte, sein Funkgerät aktiviert und Vollzug gemeldet. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sein weiterer Auftrag war simpel: Er sollte die Gruppe, deren Ankunft seine Aktion ermöglicht hatte, an einem festgelegten Orientierungspunkt treffen.
Treffpunkt: Punkt 1 – altes Panzerschlachtfeld.
Die Koordinaten folgten unmittelbar darauf.
Nach kurzer Entschlüsselung ließen sie sich auf der mitgeführten Landkarte eintragen. Das dazu verwendete Gerät war kaum mehr als ein kleiner mechanischer Decoder. Unter einer transparenten Abdeckung befanden sich Buchstabenfelder, die sich mit dem Daumendruck verschieben ließen, bis aus den übermittelten Zeichen die tatsächlichen Koordinaten wurden. Keine komplizierte Technik, kein unnötiger Luxus – aber zuverlässig und vor allem schwerer abzuhören oder durch einen elektronischen Fehler unbrauchbar zu machen.
Das Panzerschlachtfeld selbst war auf der Karte als markante Landmarke verzeichnet..
Bevor die Verbindung beendet wurde, erhielt Kastor noch eine einfache Parole zur Identifikation.
Anruf: „Rost.“
Antwort: „Ketten.“
Die gleiche Anweisung erhielt auch die andere Gruppe bei ihrer nächsten Funkaufnahme.
Damit war alles Wesentliche geklärt. Zwei Gruppen, ein Treffpunkt und ein einfacher Satz, der im Zweifelsfall darüber entscheiden würde, wer Freund und wer Fremder war.
Während Kastor seinen Kurs auf das alte Panzerschlachtfeld ausrichtete, kämpfte sich der zweite Trupp weiter durch das zunehmend feuchte Gelände. Der Onus kalibrierte seine dünnen Fußspitzen, so das sie jetzt beim aufsetzen ausfederten und das Gewicht verteilten. Sie hatten noch etwas zwei Stunden Sonnenlicht.
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#77
Kastor sass gemütlich rauchend hinter einem verrotteten Baum inmitten des Sumpfes, das geschehene revue passieren lassend. 4 mehr die er nun auf dem Gewissen – soweit man in seinem Fall von so etwas noch sprechen konnte – hatte. Er zog gemächlich an dem LHO – nicht seine erste Wahl, allerdings das einzige was er auf die Kürze von seinen Mit-Dragonern erschnorren konnte, - während er die Blutsauger mit «gezieltem» ausstossen des Rauches auf respektvolle Distanz hielt, mehr oder weniger zumindest. Ein kurzes wundern, durch wie viele Gewehrkolben er wohl an dieser Stelle gegangen wäre, hätte er denn angefangen zu zählen... Dann erwachte sein Funkgerät und posaunte die zukünftige Parole und Koordinaten oder zumindest jene in dem sein «Blind-Date» sich alsbald befinden würde. Er tippte ruhig die Daten in das nahezu archaisch anmutende Gerät in seiner freien Hand, bevor der das LHO aus der anderen in den Morast schnippte. "Kein Moment wie der Augenblick" murrte er noch, als er seinen Helm aufsetze, den blutgierigen Insekten dabei keinen Millimeter zugestand, so dass sich die kleine Wolke die bisweilen nur von seiner Zigarette auf Abstand gehalten wurde, sich letztlich ganz von Ihm abwandte. Ohne dies weitergehend in irgendeiner Weise zu kreditieren, erhob er sich dann letztendlich wieder, ein letzte Blick auf die Karte versicherte Ihm mindestens eine Stunde mehr Fussweg, so er den Glück hatte, was bei dem Morasten Gelände alles andere als garantiert war.

Der Weg zum Treffpunkt blieb erstaunlich ereignislos und für eine Weile war der Dragoner sogar recht entspannt, der recht munteren Fauna sei Dank. Auch die Flora zeugte – soweit er es beurteilen konnte – von keinerlei ungewöhnlichen Auswüchsen, nicht das er sich sonderlich mit Botanik auskannte. Dennoch konnte er sich nicht helfen, nach den teils subtilen teils offensichtlichen Zeichen eines Tyranidenbefalls Ausschau zu halten. Mit den geübten Augen eines Veteranen, der bereits das zweifelhafte Vergnügen hatte , mit eben jenen All-Verschlingenden Xenos die Bekanntschaft gemacht zu haben. Seine Sorge blieb jedoch zumindest soweit unbegründet, dass einzige was in Anwesenheit dieser Grotesken Scheusale in der Regel irgendwelche Laute erzeugten waren entweder Sie selbst, die kämpfenden oder sterbenden.

Exakt 67 Minuten später erreichte er schliesslich den Rand des ehemaligen Schlachtfeldes, ein Anblick wie jeder andere, der jemals in der Garde gedient haben mochte, nur das die Kriegsgeräte überwiegend dem Zahn der Zeit in Kombination mit dem Verschleiss der jedwedes Militärgerät erfuhr, welches im offenen geparkt wurde. Der Fakt das eben jene Fahrzeuge zudem zerbombt oder andererseits klaffende Wunden aufwiesen, potenzierte das Ganze selbstredend. Ein weiterer Blick auf die Karte, welche ein missbilligenden Zischen seinerseits zur Folge hatte. Der Treffpunkt war mehr oder weniger in der Mitte des Ganzen Zirkus hier. Mit einem Zähneknirschen setzte er dann seinen Weg fort, huschte von Panzer zu Panzer oder was auch immer die Gerätschaften Mal in besseren Zeiten darstellten. Etwas um die 25 Minuten später hatte er sich auf den groben 500m Radius herangearbeitet, war allerdings recht ungewollt hier offen herumzustehen und auf die Truppe von der Inquisition zu warten. Er sondierte die direkte Umgebung un entschied sich letzlich für einen recht maroden Panzer, vermutlich vom Modell Leman-Russ, halb zerschossen und ausgebrannt, dennoch intakt genug um zumindest gegen reguläre Kaliber noch ausreichend Schutz zu bieten. Er hievte seinen massigen Leib, durch ein besonders grosses Austrittsloch an der Rückseite des rostigen Kettenfahrzeuges und warf einen knappen Blick durch den Innenraum, genug Löcher um verschiedene Winkel einzusehen, weil gleichzeitig immer noch düster genug im Innenraum, um zumindest ohne optische Sperenzchen nahezu unsichtbar zu sein. So richtete er sich ein, die Waffe bereits durchgeladen, da er es nicht riskieren wollte, diese wertvolle Zeit zu verlieren – nicht zu vergessen die Geräusche, die er erzeugen würde – so der Fall der Fälle den eintreten sollte. So sass er hier nun, auf einem verkohltem Sitz, lauschend.

……… für eine Ganze Weile.

…… Mehr Zeit verging.

…. mehr – nein warte er hörte etwas!

Schritte? Ja!? Allerdings war es ein vertrautes surren, das Ihm mittlerweile so familiär war wie sein eigener Herzschlag. Das Geräusch von arbeitenden Servomotoren – zugegeben in einer Lautstärke, welche er mit seinem Arm nur erreichte, wenn er diesen denn überstrapazierte. – Er hielt inne, seine Waffe auf das nächstbeste Loch in seiner Unterkunft gerichtet, welches dem Geräusch am nächsten war, sich lautlos in den toten Winkel bewegend, so dass man Ihm seiner nur wahrhaft werden konnte, wenn bereits direkt in seine Mündung blickte. Das Geräusch wurde kaum merklich lauter. Ein schweres Schlucken, als er sich bereits auf ein potenzielles Scharmützel einstellte. Bevor er sachte, ruhig und mit seinem Helm leicht verzerrt die Stimme erhob. "Rost…."
Name: Kastor Arthelis „Smiley“
Rasse: Mensch
Alter: 38
Zugehörigkeit: Schwarze Dragoner/ Haus Orsius
Grösse: 212cm
Herkunft: Terra
Aussehen: Muskelbepackter Hüne, kahl rasierter Kopf. Stahlgraue Iriden, Dreitagebart
Charakter: Opportunistisch, skrupellos, redselig, humorvoll, extrovertiert, fehlt jedwedes Empfinden für Moral und Ethik
Fähigkeiten: Exzellenter Nahkämpfer, guter Schütze auf kurze bis mittlere Distanz, Spezialist für Kampf in urbanem Gelände, rudimentäre Sprengstoffkenntnisse, Gardisten/Dragoner-Ausbildung
Kleidung: Dragonerrüstung
Waffen: MG Rofield-4, Sledgehammer Revolver, Nadel-Pistole, taktisches Tomahawk, Allzweckmesser, 5 Frag-Granaten, 2 Melta-Granaten
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#78
Selbst das Schlachtfeld hatte etwas sonderbar Friedliches an sich.
Das erste Fahrzeugwrack, an dem sie vorbeikamen, war ein rostiger Leman Russ, der mittlerweile vollständig von einer Schlingpflanze überwuchert wurde. Diese stand in voller Blüte, und ihre Dolden aus lilafarbenen Blüten zeichneten die Silhouette der einstigen Mordmaschine nach. Ein anderes Fahrzeug reckte sein Kanonenrohr in sinnlosem Zorn gen Himmel. In der Mündung hatte sich ein Vogelpärchen häuslich eingerichtet und ein Nest gebaut.
Das Imperium im Allgemeinen und die PVS im Besonderen hätten die Fahrzeuge mit Sicherheit längst geborgen, wäre da nicht die Gefahr einer Verstrahlung gewesen.
Die Armeen des Gottkaisers gingen mit der Ressource Mensch bekanntlich inflationär um. Sie erneuerte sich schließlich von selbst, sofern Musik und Licht nur romantisch genug waren. Material hingegen war eine andere Angelegenheit. Noch die kleinste Schraube wurde wiederverwendet. Ein beschädigter Panzer, aus dem man lediglich den roten Matsch herauskratzen, ein paar Löcher zunieten und anschließend einen neuen Anstrich auftragen musste, wäre niemals einfach so zurückgelassen worden.
Doch sie hatten regelmäßige Messungen vorgenommen. Keine Strahlung, keine biologische Belastung. Ganz im Gegenteil. Die Luft hier hätte man in Dosen abfüllen und in der Oberstadt Gohmors für zwanzig Schäkel pro Stück verscheuern können.
Sie hatten das vor ihnen liegende Feld der Ehre eine angemessene Zeit lang beobachtet. Wenn ihr Mann bereits eingetroffen war, dann tanzte er jedenfalls nicht zwischen den toten Eisenschweinen herum und lag auch nicht irgendwo in der Sonne.
Das sprach für ihn. Wäre aber auch verwunderlich gewesen, wenn Elvira einen Amateur zu ihrer illustren Runde hinzugefügt hätte.
Bei ihrem Briefing war nie die Rede von einem fünften Mann gewesen.
Kurz flatterte die Paranoia durch Kurts Verstand.
Der Feind hatte so ziemlich alles auf diesem Planeten infiltriert. Konnte er da nicht auch einen Agenten in ihre Gruppe schleusen, um sie anschließend allesamt auf einen Schlag umzubringen?
Absurd.
Zum einen hatten die Genräuber bei Weitem nicht alle Strukturen Korons unterwandert. Ihre Bemühungen dahingehend waren nicht zu leugnen, aber ebenso weit davon entfernt, sämtliche Institutionen zu durchdringen. Andernfalls wären ihre bisherigen Angriffe und Aufstände wohl anders verlaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass Kurt zwar nicht sonderlich viel über die Inquisition wusste, es aber doch eher den Eindruck machte, als müssten die Genräuber vor dieser mehr Angst haben als umgekehrt.
Mittlerweile hatten sie die Wracks am Rand des Schlachtfeldes passiert.
Neben Kurt schritt der Servitor, auf dessen anderer Seite Doc ging. Arius und Cassian hatten sich von ihnen gelöst und bewegten sich als Gegenpol zu ihrem unbedarften kleinen Spaziergang durch das Gelände. Geduckt und auf alles vorbereitet, arbeiteten sie sich von Deckung zu Deckung voran. Nur für den Fall, dass hier doch irgendeine Schweinerei geplant sein sollte.
Doc und Kurt waren die etwaigen Lockvögel.
Welche Panzer dereinst miteinander gekämpft hatten und wer ihre Feinde gewesen waren, ließ sich inzwischen nur noch anhand ihrer Ausrichtung erahnen. Farbe und Markierungen waren längst von Wind und Wetter abgeschmirgelt worden. Kurt erkannte im Hauptteil der Fahrzeuge Russ des hiesigen Schemas, mit ihren etwas gedrungeneren Silhouetten und häufig ohne die typischen Seitenkuppeln.
Als er an einem der Panzer vorbeiging, der halb im weichen Boden versunken war, bemerkte er drei Markierungen im Stahl.
Lange, tiefe Risse.
Kettenfäuste konnten so etwas hinterlassen. Oder Monsterklauen.
Ein Stück weiter trat er auf etwas Hartes. Bevor sein Verstand überhaupt eine Assoziation zu einer Landmine herstellen konnte, erkannte er, dass es sich lediglich um einen Helm handelte.
Der Helm wurde noch immer von einem grinsenden Schädel getragen, der ihn aus moosbewachsenen Augenhöhlen anstarrte.
Ein lieblicher Ort.
Rost!
Das Wort drang aus einem der metallenen Särge.
Ketten, antwortete Kurt mechanisch.
Dann erhob sich eine Gestalt aus dem Inneren des Wracks.
Kurt hielt einen Moment inne.
Auch das noch, murmelte er. Ein verfluchter schwarzer Dragoner.
Name: Kurt Messer
Rufzeichen: 
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: um die 40 Standardjahre
Aussehen: 1,85m groß, kurzes, blondes Haar, blaue Augen, drahtige Erscheinung, Narben auf der linken Gesichtshälfte und Stirn, markanter Goldzahn, selbstbewusstes Auftreten.
Kleidung: Kleidung Inquisitionsgarde  
Ausrüstung: Messer, Die Friedensstifter (2x vom Mechanikus gefertigte, großkalibrige Revolver (nur bei Bedarf am Mann)), Sechsschüsser Revolver als Seitenwaffe



[Bild: 9c7661eaa4dd771f339e86601b2e3ac6.jpg]
„Er zog nicht schnell – die Zeit wich nur höflich zur Seite, wenn er es tat.“
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