Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Läuterung
#41
Abhauen sollten wir auf jeden Fall, aber den Kadaver nehmen wir nicht mit. Mit spitzen Fingern zog Kurt die Hülsen der verschossenen Patronen aus der Trommel der Revolver und lud neue nach. Ich will mich nicht aufspielen. So wie ich das verstanden habe, sind wir gleichgestellt und haben alle drei den Rang: Machen-was-die-Lady-mit-der-Spinne-im-Gesicht-sagt. 
Hat für uns den Vorteil, dass wir abstimmen können, bei solchen Fragen und ich sage wir lassen den hier. 
Überlegt mal: Wir sind mindestens noch mal fünf, sechs Stunden unterwegs und erfahrungsgemäß kommt man aus der Stadt sehr viel leichter raus als wieder rein. Wenn wir kontrolliert werden, und die Wahrscheinlichkeit ist bei drei so vertrauenswürdigen Burschen wie uns, die mit einem rostigen Transporter aus dem Hafen, kommen nicht so klein, dann haben wir eine Leiche zu erklären. Klar der Boss würde das vielleicht für uns regeln, vielleicht sieht er es aber auch als "durchgefallen" an und rührt keinen Finger.
Mal ganz davon abgesehen, dass der jetzt schon stinkt wie ein verdammter Ork und das wo er noch keinen fünf Minuten beim Imperator ist. 
Elvira hat gesagt, sie hätten den Drecksack mit einer Bombe oder durch einen Konkurrenten erledigt, wenn sie uns nicht hätten testen wollen. Also brauchen sie von dem keine Informationen. Die brauchten nur den Umstand, dass er seinen letzten Haufen geschissen hat.
Die haben den DiggiClan über Generationen beobachtet und durch uns zugeschlagen, nachdem einer aus der Reihe einen Fehltritt begangen hat. Die wissen was sie wissen müssten. 
Darum brauchen wir auch keinen Beweis dafür mitbringen, dass wir den Auftrag erledigt haben. Ich meine, würde einer von euch unseren neuen Boss belügen? Ging für Diggi nicht gut aus. 
Kurt machte Anstalten nach draußen zu gehen und schlug Doc im vorbeigehen kameradschaftlich auf die Schulter. 
Wenn du unbedingt einen Beweis brauchst, dann hack ihm doch irgendwas ab. Das macht ihr Sanis doch sowieso als Hobby.
Name: Kurt Messer
Rufzeichen: 
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: um die 40 Standardjahre
Aussehen: 1,85m groß, kurzes, blondes Haar, blaue Augen, drahtige Erscheinung, Narben auf der linken Gesichtshälfte und Stirn, markanter Goldzahn, selbstbewusstes Auftreten.
Kleidung: Kleidung Inquisitionsgarde  
Ausrüstung: Messer, Die Friedensstifter (2x vom Mechanikus gefertigte, großkalibrige Revolver (nur bei Bedarf am Mann)), Sechsschüsser Revolver als Seitenwaffe



[Bild: 9c7661eaa4dd771f339e86601b2e3ac6.jpg]
„Er zog nicht schnell – die Zeit wich nur höflich zur Seite, wenn er es tat.“
Zitieren
#42
Wieder einmal hatte die alte Wahrheit aus Kriegszeiten ihren Wert bewiesen. Feuer tötet. Arius war bei weitem nicht der beste Schütze, aber genügend Feuerkraft glich das immer aus. Denn sein Gegner musste immer Glück haben. Er selbst nur einmal.
„Verstanden“ war seine knappe Rückmeldung. Das Pistolenhalfter wurde wieder gelöst und am Gürtel befestigt, die Pistole nachgeladen und anschließend verstaut. Dann begab er sich zu seinen beiden Kameraden.
So wie Kurt den Raum verlies betrat Arius ihn. „Richtiges Schlachtfeld hier“ merkte er nüchtern, und ohne an jemand bestimmten gerichtet, an. „Haben Glück, dass die Wände hier alle so schlampig gebaut wurden.“
Sowohl Kurt, als auch Doc hatten gute Argumente für den Umgang mit Diggi. Er selbst fand sich dabei im Mittelfeld der Meinungen wieder.
„Schwierige Frage. Hätte normalerweise auch gesagt, dass wir die Leiche mitnehmen sollen. Uns fehlt aber jede Art von Leichensack und so wie er aufgeschlitzt wurde, blutet er uns die ganze Karre voll. Die PVSP macht uns die Hölle heiß, wenn wir so bei ihnen ankommen. Und so gut wie Elvira über Diggi Bescheid wusste wird die Leiche keine Geheimnisse mehr verbergen. Bin da bei Kurt. Glaube der war nur ein kleiner Fisch für unsere Bosse. Wir haben quasi nur den Müll rausgetragen. Besitze aber zufälligerweise einen Fotoapparat. Altes Hobby von mir. Lichte ihn damit mal ab, damit sich nicht nur auf unser Wort verlassen wird.“ Bot er konziliarisch Doc an und kramte das erwähnte Gerät unter seinem Regenponcho hervor.
Diggis Leichnam aus den zersplitterten Resten der Spiegelwand zu zerren erwies sich als kleiner Kraftakt. Der Tote war schwer, die Splitter so scharf, dass er sich leicht verletzen konnte, und mit dem Blut wollte er sich auch nicht einsauen. Schließlich lag Diggi ab mit dem Rücken auf dem Boden und starrte mit leerem Blick in Richtung der Decke. Arius stellte sich über ihn und machte zwei Fotos von seinem Gesicht und wandte sich dann wieder Doc zu.
„So das sollte als Beweis von meiner Seite aus reichen. Wenn du noch mehr brauchst, erledige das mal schnell. Ich starte schon mal den Wagen.“
Schnellen Schrittes verließ er die Spielbar und lief die menschenleere Straße entlang zu ihrem Fahrzeug. Es war unmöglich, dass die Anwohner den Feuerkampf nicht gehört hatten und Straße wie dunkle Hausfenster so leer waren. Arius war sich sicher von dutzenden Augen beobachtet zu werden, deren Besitzer aber in Deckung blieben, um die Gewalt abzuwarten, die sich vor ihrem Zuhause abspielte.
Er ließ sich auf dem Fahrersitz nieder und zog sich die Gasmaske vom Gesicht. Gierig sog er die kühle Luft der Regennacht ein und schloss für einen Moment die Augen. Auch nach all den Jahren in der Armee empfand er Gasmasken immer noch als beklemmend und beinahe so erstickend wie das Gas, vor dem sie schützen sollten.
Knatternd sprang der Motor des Bronco an, als der Zündschlüssel im Schloss gedreht wurde und der Kleintransporter vor sich hinbrummend auf das letzte Mitglied des Trios wartete, um den Heimweg antreten zu können.
[Bild: 01-U1-Titel-201912-Sagen.jpg]
Name: Arius Kruger
Alter: 30 Standardjahre
Zugehörigkeiten: PVS
Rang: Feldwebel
Loyalitäten: imperialer Fanatiker, Militarist
Aussehen: 190cm groß, sehnig, ausgezehrt, maskenhaftes, verkniffenes Gesicht, attraktives Lächeln, blonder Seitenscheitel, bleiche leere Augen, beide Arme durch bionische Implantate ersetzt
Kleidung: abgetragene Zivilkleidung, steingrauer Regenponcho silberner Aquila
Charakter: Militarist, imperialer Fanatiker, tief gläubig, Frontveteran, begeisteter Hobbyfotograf, mangelhafte Empathie und auf sozialer Ebene ein Wrack
Fähigkeiten: erfahrener Grabenkrieger, guter Läufer,
Ausrüstung/Besitz: Reaper, Esseos Schema Laserpistole, Thermitgranate, Brecheisen, Fotoapparat
Konto: 1180 Schekel
Zitieren
#43
Ralph kratzte sich am Kopf als sowohl Kurz aber auch Arius aus dem Raum traten. 'Was Schnelles', sachte er sich und kramte in seinem Rucksack. Er zog eine Zange und einen kleinen Behälter heraus. Mit Druck auf die Seite öffnete sich der kleine Behälter surrend und die kalte Luft kondensierte als sie austrat. Mit einer geübten Handbewegung nahm Ralph die Hand von Diggi und entschied sich sehr schnell. Der Ringfinger trug einen markanten Ring, den er schon auf den Fotos bemerkt hatte. Erst war ein unangenehmes Geräusch zu hören als die Zange durch das weiche Fleisch drang und dann ein kurzes Knacken als sie den Fingerknochen direkt unterhalb des Gelenks kappte. Er schob den Finger in eines der Röhrchen in dem Behälter, verschloss ihn und verstaute ihn dann in dem kleinen Behälter. Diesen packte er wieder in seinen Rucksack und wischte die Zange am dreckigen Hemd von Diggi ab befor er sie mit einem Desinfektionsmittel einsprühte und ebenfalls verstaute. Er verschloss den Rucksack und blickte Diggi noch einmal bevor er sich erhob. "Möge der Imperator deiner Seele gnädig sein.", sagte er leise. Obwohl Ralph wusste, dass Diggi ein Krimineller war, so wusste Ralph auch, dass der Imperator vergeben könnte. Die Inquisition zwar nicht, deswegen waren sie hier gewesen, der Herrscher der Menschheit auf Terra aber schon.

Dann trat er nach draußen und zog die Maske ab als die schwere Tür hinter ihm ins Schloss fiehl und blickte sich um. Die Straße war ruhig, zu ruhig seiner Meinung nach. Sein Blick wanderte in die Gegenrichtung und er konnte einen Schatten hinter einer Hausecke verschwinden sehen. Der Schusswechsel war definitiv zu hören gewesen, doch würde es hier bald von Arbitratoren wimmeln, von Diggis Männern oder einer anderen Bande, die sich Chancen ausrechnete. Er wollte es garnicht wissen und folgte den Beiden zum Fahrzeug. Sein Rucksack landete wieder hinten und als Arius den Wagen startete ließ er die Tür ins Schloss fallen. "Dann auf zu Burgos Bettenpalast, kurz hinter dem  Sektorgrenztor West 45 A.", sagte er als er einen Blick auf den Block geworfen hatte auf dem wild einige Worte geschrieben waren. Es waren Notizen aber das ungeübte Auge konnte mit diesen Nichts anfangen. Die Informationen waren nicht verschlüsselt aber mit ein paar Kritzeleien sah es so aus als hätte ein gelangweilter Mensch nur irgendetwas sinnloses aufgeschrieben.

Der Wagen setzte sich dann langsam und Bewegung. Die Fahrt dürfte nicht lange dauern, sie waren nicht weit vom Sektorgrenztor entfernt. Sie fuhren an dem Casino vorbei und in dem Moment als sie es passierten trat eine gebäugte Gestalt hustend nach Draußen. Anscheinend hatten sie die Zeit gut abgepasst und die Betäubten waren im Begriff aufzuwachen und düften sich dem Chaos gegenübersehen, dass sie verursacht hatten. Die Straße war dunkel und erst zwei Querstraßen weiter begann wieder das eigentliche Nachtleben. Wie bereits auf der Hinfahrt war Gesindel auf den Straßen und Ralph senkte das Fenster etwas, zündete sich ein Lho-Stäbchen an. Er zog und blies den Qualm nach draußen. Dann blickte er die anderen an und hielt ihnen die Packung hin: "Auch Eine?", fragte er da er nicht genau wusste ob die Anderen auch rauchten.

Die Fahrt dauerte eine gute halbe Stunde, es war doch weiter weg oder Arius hatte zur Sicherheit einen Umweg genommen. Sie fuhren auf das, was man am ehesten einen Parkplatz nennen konnte und stellten ihr Fahrzeug ab. Ralph schloss seine Jacke, sodass man die Waffen nicht gleich erkannte und nahm seinen Rucksack. "Ich geh zum Empfang und hol die Schlüssel.", sagte er und stiefelte davon in Richtung der Rezeption. Die durchsichtige Tür schwang auf und die Dame am Thresen blickte auf und ihn an. "Na Süßer, was treibt dich den hier her um die Zeit?", fragte sie und legte ihr Lho-Stäbchen in einen Aschenbecher. "Die Schweine vom Hafen haben uns wieder Übestunden schieben lassen und wir kommen nicht mehr weg bis morgen früh. Die Bauen wohl was an eine der Verbindungstraßen.", gab er mit einem nörgelnden Unterton von sich und stellte den Rucksack auf den Boden. Er lehnte sich an den Thresen: "Aber unser Irina, die Frau vom Chef hat uns bei euch einquartiert. Auf Reggy, Zimmer für drei aber ohne Frühstück." Die Frau lachte mit einer kratzigen und tiefen Stimme bevor sie sich ihr Lho-Stäbchen wieder in den Mund steckte, der von einem billigen Lippenstift rot gefärbt war. Als ob es hier Frühstück gab wie in einem der noblen Hotels auf den oberen Ebenen. Sie nahm eine Schlüsselkarte und legte sie auf den Thresen: "Hier Zimmer 201, das ist oben mit einem Panoramablick auf die Mülldeponie und einem Spabereich mit Badewanne. Irina scheint euch ja zu mögen." Ralph nickte ruhig und blickte seine Gegenüber auffällig an und musterte sie von oben bis unten. Sie war sicherlich mal eine Schönheit gewesen, aber der Zahn der Zeit und die schwere Arbeit hier auf Koron hatten ihrem Körper keinen Gefallen getan. Sie bemerkte es und legte eine kleine Karte neben die Zimmerkarte: "Falls die gefällt was Du siehst kann ich dir später gern Gesellschaft leisten. Komm einfach rum." Ralph nahm die kleine Karte und fand eine Zimmernummer darauf. Er nahm auch die Zimmerkarte und lächelte die Frau an: "Vielleicht komm ich drauf zurück. Meine Frau ist ja nicht hier." Er nahm seinen Rucksack und zwingerte ihr beim raus gehen zu. Sie war nicht wirklich sein Typ, aber er hatte eine Rolle zu spielen. Dann wandte er sich ab, ging zur Außentreppe und winkte den beiden Anderen zu.

"Zimmer 201, da oben und ganz hinten.", sagte er und deutete auf die letzte Tür am Ende des Motels. Der Boden war dreckig und die meisten Lampen funktionierten nicht mehr auf dem Weg zum Zimmer. Ein Piepen und eine grüne LED bestätigten, dass sie am richtigen Zimmer waren. Ralph zog seine Laserpistole und aktivierte sie. Er wollte auf Nummer sicher gehen, dass hier keine anderen Agenten oder irgendwelche Kleinkriminelle auf sie warteten um sie auszurauben. Er schob die Tür einen Spalt auf, tastete nach dem Lichtschalter, schaltete das Licht ein und schob die Tür dann ganz auf um die Pistole zu heben. Die Bewegung war geübt und der Raum leer. Zwei Betten mit einer Tagesdecke der sagte, dass sie schon seit der Eröffnung hier liegen musste. Ein kleiner Schreibtisch, ein Fernsehr und eine weitere Tür die in ein Bad führte. Er trat in den Raum und zog die Vorhänge des Fensters direkt neben der Tür zu. "Trautes Heim Glück allein.", sagte er und warf seinen Rucksack auf das der Tür am nächsten stehende Bett: "Das ist Meins, einer von euch Beiden muss wohl in der Badewanne schlafen."
[Bild: koron_avatar.png]
Name:
Ralph Duhaney

Rufzeichen: Doc
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: 41 Standardjahre
Aussehen: 1,90m, Hoch gewachsen, Muskulös aber nicht sportlich, Grüne Augen, militärischer Kurzhaarschnitt, mehrere Tätowierungen
Kleidung: Im Moment Zivilkleidung
Ausrüstung: Laserpistole (2 Ersatzmagazine), Kampfmesser, Springmesser, Diagnosticator, Medikit mit Injektor in einem Rucksack, Funkgerät, Atemmaske
Konto: -/-
Zitieren
#44
Während der Autofahrt war Arius aufgefallen, dass seine rechte Hand angefangen hatte zu kribbeln und zu jucken, als ob hunderte Insekten über sie krochen. Das war natürlich unmöglich. Sein rechter Arm war ihm in der Ratshalle von dem riesigen Monster zerquetscht und durch kalten Stahl ersetzt worden. Trotzdem verspürte er den Drang an Hand und Arm zu kratzen, um sich Linderung zu verschaffen. Auch da wo das bionische Implantat mit seinem Fleisch verschmolz, spürte er etwas. Dumpfen Schmerz. Obwohl die Wunde längst verheilt war.
Das alles war natürlich nur eine Einbildung des Gehirns und nicht real. Er hatte diese Gefühle bereits schon einmal in der Vergangenheit gehabt, als Granatsplitter seinen linken Arm abgerissen und er bionischen Ersatz erhalten hatte. Der Armeearzt hatte ihm damals erzählt, dass dieses Gefühl normal sei und wahrscheinlich mit der Zeit nachlassen werde. Sie hatten wirklich nachgelassen, aber dank der neuen Verwundung waren sie wieder da. Dieses Mal aber im rechten Arm.
Er musste sie unterdrücken und hoffentlich bot ihm das Motel die Gelegenheit dazu. Zum Glück übernahm Ralph die Schlüsselabnahme vor Ort, während er den Wagen einparkte und vollkommen auf sich selbst fixiert war. Den Weg zum Zimmer verbrachte er weiterhin schweigend und klinkte sich erst wieder ein, als sein Kamerad die Badewanne erwähnte.
„Ich belege mal das Bad, wenn es euch nicht stört. Brauche da etwas Zeit.“
Das Badezimmer gab einen ähnlich traurigen Anblick wie das restliche Motel ab. Verblichene grüne Kacheln, die vor fünfzig Jahren vielleicht mal dem Zeitgeist entsprochen hatten. Schimmel in den Ecken und am Duschvorhang, der den in der Badewanne Sitzenden Sichtschutz bieten sollte. Was sich dahinter verbarg ließ die Stimmung auch nicht wieder steigen.
Rote Tränen zogen sich von den verkalkten Armaturen in die Wanne hinab und trugen ihren Teil zur allgemeinen Atmosphäre des Verfalls bei.
Das Wasser, welches aus dem Hahn schoss, war braun und erst nach einer knappen Minute ließ diese Verfärbung nach. Arius ging auf Nummer sicher und ließ es noch etwas länger laufen, bevor er den Abfluss mit einem Stöpsel verschloss und die Wanne sich langsam füllte.
Das Wasser war leicht brackig und bestimmt nicht gut gereinigt, aber seine Funktion würde es erfüllen. Arius entkleidete sich und stieg in die Wanne. Das Wasser war eiskalt. Genau wie er es brauchte. Die Kälte biss seinen Körper und betäubte langsam das Gefühl in seinem Körper. Das Kribbeln in seinem rechten Arm ließ langsam nach. Der Schmerz verschwand. Arius schloss die Augen und ließ sich treiben. Die Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Einfach fallen lassen und an nichts denken.
Er ließ sich noch tiefer ins Wasser sinken, bis sein Kopf völlig untergetaucht war und verharrte dort mit geschlossenen Augen. Die Kälte betäubte den Verstand, ließ die Bilder und Erinnerungen im Kopf zäh wie Sirup tropfen und schließlich gefrieren. Ruhe. Wunderbare Stille.
Meran Magna war in seinem Kopf, obwohl er die Welt schon vor so langer Zeit verlassen hatte. Immerzu. Wenn er wach war und wenn er schlief. Endlose Schützengräben und Schlamm. Artillerieeinschläge und kalte Nächte in feuchten Unterständen. Es war alles da und doch so fern. Er konnte es nicht beschreiben. Ihm fehlten die Worte dafür und auch die Gefühle. Der jahrelange Feuersturm hatte sie ihm ausgebrannt. Nur Gleichgültigkeit war geblieben.
Die alten Erinnerungen durch neue zu ersetzen, half ihm dabei nicht über das Geschehene nachdenken zu müssen. Deswegen hatte er sich während seiner Zeit bei der Sturmkolonne „Goldenes Banner“ immer wieder freiwillig für Einsätze gemeldet. Immer wieder neue Erinnerungen, die die alten ersetzten. Bis alles miteinander verschwamm und er gar nicht mehr sagen konnte, wann die Bilder in seinem Kopf geschehen waren und mit welchen genau es angefangen hatte.
Aber er hatte gelernt, dass kaltes Wasser ihm dabei half sie zu ignorieren. Abzutauchen, bis die Lunge brannte und er seinen Kopf nach Luft schnappend nach oben riss. Er tauchte auf und prustete laut aus. Tief atmend blickte er sich im Bad um, während sich seine Hände in den Wannenrand krallten und sich feine Risslinien durch den Druck seiner Stahlfinger bildeten. Nach ein paar endlos langen Augenblicken kletterte er aus der Wanne.
Arius ließ das Wasser ablaufen, trocknete sich ab, zog sich an und begab sich zu den anderen beiden in den Hauptraum zurück. Es war wieder alles ruhig. Die Bilder waren verschwunden. Der rechte Arm kribbelte nicht mehr. Er selbst hatte wieder seine Distanz zurückgewonnen und eine tiefe Gleichgültigkeit erfüllte ihn, als er sich auf den Stuhl neben dem Schreibtisch niederließ.
„Gibt es irgendwelche Neuigkeiten von Elvira?“
[Bild: 01-U1-Titel-201912-Sagen.jpg]
Name: Arius Kruger
Alter: 30 Standardjahre
Zugehörigkeiten: PVS
Rang: Feldwebel
Loyalitäten: imperialer Fanatiker, Militarist
Aussehen: 190cm groß, sehnig, ausgezehrt, maskenhaftes, verkniffenes Gesicht, attraktives Lächeln, blonder Seitenscheitel, bleiche leere Augen, beide Arme durch bionische Implantate ersetzt
Kleidung: abgetragene Zivilkleidung, steingrauer Regenponcho silberner Aquila
Charakter: Militarist, imperialer Fanatiker, tief gläubig, Frontveteran, begeisteter Hobbyfotograf, mangelhafte Empathie und auf sozialer Ebene ein Wrack
Fähigkeiten: erfahrener Grabenkrieger, guter Läufer,
Ausrüstung/Besitz: Reaper, Esseos Schema Laserpistole, Thermitgranate, Brecheisen, Fotoapparat
Konto: 1180 Schekel
Zitieren
#45
Zwei Betten, drei Mann, großartig. Was sich die Empfangslady wohl dachte, was sie hier trieben? Oder dachte sie über solche Dinge schon gar nicht mehr nach? Er war es gewohnt, mit anderen Männern auf engstem Raum zu hausen – jahrelang hatte er in Kasernen, Schützengräben und notdürftigen Quartieren sein Dasein gefristet, wo man sich die Luft zum Atmen teilen musste, ob sie mit dem Geruch von Schweiß, Wundbrand oder Blähungen geschwängert war oder nicht. Das hier war dagegen fast luxuriös, auch wenn die Decken aussahen, als hätten sie die Gründung des Imperiums miterlebt.
"Bin gleich wieder da", murmelte er und verließ das Zimmer, bevor die anderen fragen konnten. Die Tür fiel mit einem müden Klicken hinter ihm ins Schloss. Er hatte mit schlimmeren Typen als diesen beiden zutun gehabt, aber wenn er die Gelegenheit nutzen konnte ein paar Minuten für sich zu sein, dann ergriff er sie.
Auf dem Weg zu ihrem Zimmer hatte er den Automaten schon gesehen. Ein verbeultes Ding aus rostigem Metall, dessen Display nur noch zur Hälfte leuchtete. Kurt warf ein paar Münzen ein und drückte auf einen Knopf. Mit einem mechanischen Rasseln fiel eine Dose "Hive-High" in die Ausgabe. Er nahm sie heraus, kühl und beschlagen, und öffnete sie mit einem zischenden Plopp. Der Geschmack war in erster Linie die Difinition von süß, mit dem Beigeschmack eines Versuchs “fruchtig” nachzuahmen, ohne jemals eine echte Frucht geschmeckt zu haben. Kurt lehnte sich gegen das Geländer der Außentreppe und zündete sich eine Zigarette an. Wurde zu einem Glühwürmchen im Dunkeln. 
Der Parkplatz war spärlich beleuchtet. Die meisten Lampen waren kaputt oder flackerten schwach vor sich hin. Dieser ganze Ort wirkte müde. Neben ihrem Transporter, dessen abkühlende Abgasanlage bis zu ihm herauf tickte, standen nicht viele Fahrzeuge dort unten. Von hier oben konnte er die Hauptstraße sehen, über die sie gekommen waren. Schwere Laster rollten vorbei, ihre Scheinwerfer schnitten harte Lichtkegel in die Dunkelheit. Dahinter, nur als massive Schatten gegen den schwach erleuchteten Himmel sichtbar, ragten die Silhouetten großer Ladekräne auf. Wie skelettartige Finger, die nach den Sternen griffen. Irgendwo dahinter war das Meer. Auf der anderen Seite, in seinem Rücken, überall – Gohmor. Die Stadt ragte auf wie ein Berg aus Stahl und Beton, so gewaltig, dass man seinen Gipfel in der Dunkelheit nicht erkennen konnte. Eine Stadt, die bis in den Himmel wuchs.
Zu nah, dachte Kurt und nahm einen Schluck von der Hive-High. In Verbindung mit dem Zigarettengeschmack wurde es sogar noch widerlicher. Wir sind noch zu verdammt nah am Geschehen. Das Casino lag nur ein Viertel entfernt. Er tröstete sich damit, dass die Strafverfolgung im Hafen den Namen kaum verdiente. Immerhin gab es zumindest nominell eine. Anders als zum Beispiel in den Slums, wo die Ordnungsmacht nur im äußersten Notfall ausrückte und dann auch nur, als würden sie einen Feldzug führen. Hier war man als Straftäter einigermaßen sicher, vermutete Kurt. Jedenfalls, wenn nicht Waren oder Produktionsstätten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Firmen verließen sich auf private Sicherheitsunternehmen und die PVSP würde kaum ihre Elite Kriminologen für den Hafen abstellen. Wen interessierten schon ein paar Tote in einer zwielichtigen Spelunke?
Kurt beobachtete die wenigen anderen Gäste des Motels, die zu dieser Stunde noch zu beobachten waren. Ein Mann in verschmutzter Arbeitskleidung stolperte aus einem Zimmer im Erdgeschoss, pinkelte gegen eine Wand und verschwand wieder drinnen. Aus einem anderen Zimmer drang gedämpftes Geschrei. Kein Streit. Er hörte nur eine Stimme. Jemand schien seine inneren Dämonen anbrüllen. Ein Paar, beide jung und heruntergekommen, lehnte an einem verrosteten Fahrzeug und teilte sich etwas, das definitiv kein Lho-Stäbchen war.
Willkommen in Burgos Bettenpalast, dachte Kurt, nahm einen letzten Schluck und ertränkte seine Zigarette dann zischend im Rest der süßen Brühe, bevor er sie in Richtung eines überfüllten Müllcontainers warf. Sie prallte vom Rand ab und landete daneben.
Im Zimmer war es ruhiger geworden. Arius war aus dem Bad zurückgekehrt und hatte sich auf den Stuhl am Schreibtisch niedergelassen, Ralph machte sich am Rucksack zu schaffen. Kurt schloss die Tür hinter sich, zog seine Jacke aus und ließ sich auf den Sessel fallen. Das Ding ließ sich in eine Liegepostion bringen, wobei eine Fußstütze ausfuhr. Wenn es sein musste schlief er hier.
Er griff nach der Fernbedienung auf dem Nachttisch und schaltete das Vid- Gerät ein. Das Gerät flackerte kurz, bevor ein Bild erschien. Nach kurzem Suchen blieb er auf “Im Strudel der Leidenschaft” hängen. Die Folge kannte er allerdings schon. Eduardo hatte noch nicht erfahren, dass Consuela von Eduardos Halbbruder schwanger war. Ein ausgeklügelter Plan um doch nach an das Erbe der Squam- Squam Farm von Großonkel A.J. zu kommen. 
Kurt lehnte sich zurück und ließ das Flackern des Bildschirms über sich ergehen, ohne wirklich hinzusehen. Stumpfsinn war die beste Betäubung.
"Gibt es irgendwelche Neuigkeiten von Elvira?", hörte er Arius fragen.
Name: Kurt Messer
Rufzeichen: 
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: um die 40 Standardjahre
Aussehen: 1,85m groß, kurzes, blondes Haar, blaue Augen, drahtige Erscheinung, Narben auf der linken Gesichtshälfte und Stirn, markanter Goldzahn, selbstbewusstes Auftreten.
Kleidung: Kleidung Inquisitionsgarde  
Ausrüstung: Messer, Die Friedensstifter (2x vom Mechanikus gefertigte, großkalibrige Revolver (nur bei Bedarf am Mann)), Sechsschüsser Revolver als Seitenwaffe



[Bild: 9c7661eaa4dd771f339e86601b2e3ac6.jpg]
„Er zog nicht schnell – die Zeit wich nur höflich zur Seite, wenn er es tat.“
Zitieren
#46
Eine Stunde später vibrierte das Comgerät auf dem Tisch zweimal kurz, bevor es zu klingeln begann. 
Ein schriller Ton, der in der abgestandenen Luft des Motelzimmers unangenehm agressiv klang. Arius war der erste, der reagierte. Er griff nach dem Gerät, aktivierte die Lautsprecherfunktion und legte es in die Mitte des kleinen Tisches neben den Aschenbecher. Die drei Männer, mussten sich vorbeugen, näher zusammenrücken wie Jungen, die in ihrem Baumhaus Verschwörer spielten. Der Lautsprecher war bewusst von Arius gerade so laut gedreht, das niemand auf der anderen Seite der Papier dünnen Wände etwas mithören konnte.
Guten Abend, meine Herren.
Elviras Stimme klang durch das billige Gerät überraschend klar, wenn auch mit einem leichten metallischen Unterton, als würde sie aus einem Rohr zu ihnen sprechen.
Ich hoffe, das Zimmer entspricht euren Ansprüchen. Ich weiß es ist nicht viel, doch wir müssen möglichst unter dem Radar fliegen. Es wird opulentere Gelegenheiten geben, versprochen. Ihr werdet heute Nacht dort bleiben und morgen früh um 06:00 Stadtzeit weiterfahren. Zurück nach Gohmor. Euer Ziel ist ein weiteres Motel.
Ich fürchte nicht viel besser als das in dem ihr gerade seid, aber es ist auch nur der Treffpunkt. Die genauen Koordinaten erhaltet ihr rechtzeitig. Ich schicke die Daten als Displaynachricht kurz vor eurem Aufbruch. Euer ganz persönlicher Weckruf sozusagen. Dort werdet ihr auf einen weiteren Agenten treffen. Sein Einsatzname ist Echo.
Die Parole lautet: "Gut durch den Schwitzbogen gekommen?" Die korrekte Antwort ist: "Ja, aber trotzdem ziemlich nass geworden." Die Parole funktioniert in beide Richtungen. 
Echo wird einen gepanzerten Transporter führen. Darin befindet sich eine Gefangene von höchster Priorität. Eine psionisch begabte Person, die derzeit unter mehrfachen Sicherheitsprotokollen verwahrt wird. Eure Aufgabe ist es, diesen Transport bis zu unserer Basis zu eskortieren und abzusichern.
Mit einer kurzen Pause gab Elvira den Männern die Gelegenheit die Anweisung vollständig zu verarbeiten.
Die Gefangene wird sediert sein. Physisch geschwächt durch Nahrungs- und Schlafentzug. Sie trägt einen psionischen Dämpfungshelm, ein wertvolles Stück Technologie, das ich unbeschädigt zurückhaben möchte. Zusätzlich wird sie unter dem Einfluss chemischer Unterdrückungsmittel stehen. Diese müssen alle vier Stunden neu verabreicht werden. 
Hier kommst du ins Spiel Doc. 
Die erste Injektion erfolgt beim Treffpunkt mit Echo. Der Vorgang dauert drei bis fünf Minuten und ist ein wenig knifflig. 
Die Gefangene verfügt über eine bemerkenswerte biologische Anpassungsfähigkeit. Ihr Metabolismus arbeitet erheblich schneller als normal. Substanzen werden schneller abgebaut, Gifte neutralisiert. Eine gewöhnliche Injektion würde innerhalb von Minuten ihre Wirkung verlieren. Deshalb muss das Sedativum direkt in die Schädelbasis injiziert werden.
Ein Rascheln von Papier, sie schien das Folgende in Teilen abzulesen.
Genauer gesagt, in den subarachnoidalen Raum zwischen dem zweiten und dritten Halswirbel, Atlas und Axis. Das Sedativum – eine Kombination aus Propofol, Midazolam und einem synthetischen Opiat-Derivat muss unmittelbar auf das zentrale Nervensystem wirken können. Dies erfordert chirurgische Präzision. Ein Millimeter zu weit lateral, und wir riskieren permanente Lähmung oder unkontrollierte Krämpfe. Zu tief, Richtung Rückenmark, und wir töten sie. Zu oberflächlich, und die Wirkung verpufft. Doc wird dafür eine spezielle Spinalnadel verwenden. Gauge 22, fünfzehn Zentimeter lang, mit Tiefenmarkierungen. Lang und flexibel genug, um zwischen den Halswirbeln hindurchzugleiten.
Du musst die Anatomie ertasten, dich auf dein Wissen und deine Erfahrung verlassen. Die Gefangene wird fixiert sein, aber selbst unter Sedierung kann ein Reflex, ein unwillkürliches Zucken, die gesamte Prozedur zum Fiasko werden lassen. Hinzu kommt: Der psionische Dämpfungshelm kann nicht vollständig entfernt werden. Es gibt eine kleine Zugangsöffnung an der Rückseite, gerade groß genug für die Nadel. Du musst blind arbeiten. Du kannst die Einstichstelle nicht sehen, nur fühlen. Deine Hände müssen durch die enge Öffnung navigieren, während du gleichzeitig den richtigen Winkel und die richtige Tiefe einhältst."
Der Schmerz der Injektion ist erheblich. Er könnte die Hexe aus ihrer Betäubung reißen. Selbst durch die Sedierung hindurch, selbst unter dem Druck des Dämpfungshelms, könnte ein plötzlicher, reflexartiger Ausbruch psionischer Energie Einfluss auf dich nehmen, Doc. Deshalb führst du den Vorgang alleine und unbewaffnet durch. Die anderen beiden warten außerhalb des Fahrzeugs, bewaffnet und wachsam. Natürlich erscheint es logischer, dass einer von ihnen mit gezogener Waffe hinter dir steht, aber wenn sie Einfluss auf ihn nimmt, dann wird es nur noch unappetitlicher. Solltest du beim Verlassen des Transporters sonderbare Tendenzen zeigen, Verwirrung, ungewöhnliches Verhalten, irgendetwas, müssen Pilger und Granit angemessen reagieren und die Mission fortsetzen. Ist das klar?
Sollte Doc während der Mission ausfallen, gibt es Anweisungen im Medikamentenkoffer. Das wäre jedoch die am wenigsten wünschenswerte Situation. Echo ist über die psionischen Fähigkeiten der Gefangenen informiert. Er hat bereits Erfahrung mit ihr.
Das Schnappen eines Feuerzeuges war zu hören, dann ein langes Ausatmen.
Die Priorität liegt ausschließlich beim sicheren Transport der Gefangenen zur Basis. Das Team ist entbehrlich. Sollte jemand unter den Einfluss der Hexe geraten, ist diese Person zu eliminieren. Diese Anweisung gilt für alle Teammitglieder. Unterschätzt diese Kreatur nicht. Sie mag in Ketten liegen, aber ihr Geist ist eine tödliche Waffe.
Euren aktuellen Transporter lasst ihr am zweiten Motel zurück. Ab dem Treffpunkt erfolgt die weitere Fahrt mit dem gepanzerten Fahrzeug. Echo fährt, kennt aber den Weg zur Basis nicht. Ihr müsst ihn entsprechend leiten. 
Ansonsten bildet ihr drei die Eskorte des Transporters und Dox übernimmt die “Versorgung” der Gefangenen.
Fragen und Details zu der Gefangenen werden später beantwortet. Konzentriert euch vorläufig auf die Mission. Zum jetzigen Zeitpunkt wären zu viele Informationen für euch nur hinderlich. Versucht noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Der Kaiser schützt durch uns.

Die Verbindung wurde unterbrochen. Stille füllte das schäbige Motelzimmer. Das Comgerät lag stumm auf dem Tisch, ein unscheinbares schwarzes Rechteck, keine zwei Schenkel wert.
Zitieren
#47
In der Zeit in der Nichts passierte hatte Paul sich aufs Bett gelegt. Stiefel und Kleidung hatte er anbehalten, die Laserpistole lag auf der Brust. Es hatte oft genug Zeiten gegeben in denen er die Stiefel ausgezogen hatte und dann ein Überraschungsangriff ins Haus stand. Sollte das hier passieren wären sie auf engstem Raum und er hätte kaum Gelegenheit sich die Stiefel zu schnüren, während der Feind ins Zimmer stob. Er hatte sie Augen geschlossen und die Hand dennoch an der Laserpistole. Die kurzen Zeiträume zwischen Einsätzen sollte ein Soldat so gut es ging Ruhen. Das hatte man ihm bereits in der Grundausbildung beigebracht, da man nie wusste wann die nächste Pause sein würde oder die Chance ein wenig Schlaf zu erhaschen.

Als das Comgerät knisterte öffnete er die Augen und setzte sich auf. Seine beiden Kumpanen waren schon näher als er also rutschte er nach vorn auf dem Bett und lauschte der wohl bekannten Stimme. Nachdem sie fertig war, saß er doch etwas ungläubig ob der Aufgabe die ihm da anvertraut wurde. Normalerweiße waren es Ärzte oder das Mechanicum, die solche Prozeduren durchführten. Dennoch hörte er aufmerksam zu und machte sich einige Notizen, erneut keine zusammenhängenden Sätze, sondern Wortfetzen, auf dem selben Block den er bisher benutzt hatte.

"Na das klingt doch nach einem fürchterlichen Spaß für uns Alle. Jetzt spielen wir mit Hexern und Hexen ..." Er erhob sich und schüttelte den Kopf: "Was kommt den als Nächstes, Hand to Hand Combat mit einem Space Marine?" Er steckte seine Laserpistole weg und ging ins Bad. Er stellte das Wasser an und spritzte sich das kühle Nass aus dem schmutzigen Waschbecken ins Gesicht und rieb sich mit beiden Händen das Gesicht ab. Dann stand er kurz, über das Waschbecken gebäugt da und beobachtete gedankenverloren das laufende Wasser. Schließlich drehte er es zu, trocknete sich das Gesicht und die Hände ab und trat wieder ins Zimmer. "Ich hau mich nochmal hin, nicht das ich noch den Zittrig kriege und uns Alle umbringe."

Erneut legte er sich aufs Bett und blickte dann nochmal auf und Arius an: "Sollte es nötig sein will ich, dass Du mir die Kugel verpasst!" Dann legte er seinen Kopf wieder auf das Kissen und schloss die Augen.
[Bild: koron_avatar.png]
Name:
Ralph Duhaney

Rufzeichen: Doc
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: 41 Standardjahre
Aussehen: 1,90m, Hoch gewachsen, Muskulös aber nicht sportlich, Grüne Augen, militärischer Kurzhaarschnitt, mehrere Tätowierungen
Kleidung: Im Moment Zivilkleidung
Ausrüstung: Laserpistole (2 Ersatzmagazine), Kampfmesser, Springmesser, Diagnosticator, Medikit mit Injektor in einem Rucksack, Funkgerät, Atemmaske
Konto: -/-
Zitieren
#48
Jetzt spielen wir mit Hexern und Hexen ..

In der Welt des Engels, wo ewige Glückseligkeit eurer harrt. Murmelte Kurt kaum hörbar und starrte ins Leere. Er massierte seine rechte Hand mit der Linken. Dann wurde er sich seines Tun gewahr und blinzelte zweimal kurz. Augenscheinlich war er wieder im hier und jetzt. Nur eine zwei schwache Sekunden des Erinnerns, wie sie die meisten Veteranen heimsuchen. Alles wieder okay…
Allerdings nur oberflächlich, denn die Erwähnung der Hexer hatte den Eiter aus einer alten Wunde gepresst, die nur so weit verheilt war, dass sie nicht permanent blutete. Aber sie war wundbrandig und stank entsetzlich. Besonders wenn man nachts alleine war und an die Decke starrte.
„Ach wenn ihr nur sehen könntet!", hatte sie gesagt, und ihre Stimme, obwohl nicht mehr als ein Flüstern, hatte den Lärm übertönt. „Ich nehme euch mit mir in die Welt des Engels, wo ewige Glückseligkeit eurer harrt."
Gutenheuer.
Die ausgebrannte Dammstadt. Die Kirche mit den leeren Fenstern. 
Und sie.
Kurt erinnerte sich an das bläuliche Leuchten, das durch den Haupteingang geschwebt war, während Banks' Flammenwerfer versagt hatte. An die Soldaten, die durch die Luft geschleudert wurden, als wären sie Puppen. An Hallstein, der in der Luft erstarrt war und dann zusammengeknüllt wurde wie ein Stück Papier.
Er hatte sie angegriffen, war auf sie gesprungen, hatte auf diesem Ding gehangen. Seine Hände in ihr Haar gegraben, während Lysander und das Mädchen mit den Kettenschwertern auf sie einhackten. 
Das blaue Glühen hatte seine Haut versengt, aber kalt... Er hatte den Gestank von verbranntem Haar gerochen, roch ihn jetzt wieder. 
Und dann hatte sich ihr Kopf zu ihm gedreht. Einhundertachtzig Grad. Das Gesicht mit den glühenden Augen, die Haut, die unter dem magischen Feuer aufgerissen war, der Mund, dessen Mundwinkel so weit grinsten, dass sie rissen.
Da hatte er geschrien. Zum ersten Mal seit seiner Kindheit vor nackter, urtümlicher Angst geschrien.
Kurt zwang sich, den Griff zu lockern. Seine Fingerknöchel waren weiß geworden.
Das war lange her. 
Die Hexe von Gutenheuer war tot, ihr Kopf in seinen blutigen Händen gelandet, nachdem Lysanders Gladius ihr den Hals aufgeschlitzt hatte.
Aber die Angst war geblieben. 
Die Angst vor dem Unnatürlichen, vor dem, was keine Kugel aufhalten konnte, was Physik und Vernunft verhöhnte.
Der Kopf in seinen Händen, mit dem toten, grinsenden Gesicht hatte ihm nicht zugezwinkert. Nein... das hatte er sich später dazufantasier. Ganz sicher sogar.
Scheiß Hexen!, murmelte er leise vor sich hin, mehr für sich selbst als für die anderen.
Name: Kurt Messer
Rufzeichen: 
Rasse & Zugehörigkeit: Mensch, Imperium
Alter: um die 40 Standardjahre
Aussehen: 1,85m groß, kurzes, blondes Haar, blaue Augen, drahtige Erscheinung, Narben auf der linken Gesichtshälfte und Stirn, markanter Goldzahn, selbstbewusstes Auftreten.
Kleidung: Kleidung Inquisitionsgarde  
Ausrüstung: Messer, Die Friedensstifter (2x vom Mechanikus gefertigte, großkalibrige Revolver (nur bei Bedarf am Mann)), Sechsschüsser Revolver als Seitenwaffe



[Bild: 9c7661eaa4dd771f339e86601b2e3ac6.jpg]
„Er zog nicht schnell – die Zeit wich nur höflich zur Seite, wenn er es tat.“
Zitieren
#49
Nachdem die letzten Fragen beantwortet worden waren, hatte Cassian seine Ausrüstung für den Einsatz zusammengesucht, den Transporter übernommen und sich von Elvira verabschiedet. Seine Arbitesausrüstung würde von ihr zur Einsatzzentrale der Inquisition gebracht werden. Er selbst war, wieder einmal in Zivil unterwegs. Ein schmuckloser Dienstanzug der Zivilbehörden, mindestens eine Nummer zu klein. Für seine Körpermaße war im Moment nichts passenderes verfügbar gewesen. Darunter wieder seine Inkor Weste und an der Hüfte die KM2P13, die er schon bei seinem letzten verdeckten Einsatz verwendet hatte.
Auch wenn er sich nicht eingestehen wollte, war er schon nervös. Eine hochpotente Psionikerin im Laderaum, auch wenn sie anscheinend gut gesichert war, war nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Die Transporte zu den Schwarzen Schiffen liefen immer unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen ab und wurden von großen, schwer bewaffneten Wachmannschaften begleitet. Er selbst saß alleine mit einer Pistole bewaffnet und mit seinem Cybermastiff gemeinsam in der für sie beide einzeln schon viel zu engen Fahrerkabine eines umfunktionierten Transporters der Zivilbehörden. Die Anspannung war hoch.
Die Fahrt aus dem Kasernengelände heraus und in den Betondschungel der Makropole hinein war erst einmal völlig unauffällig verlaufen. Verkehr gab es um die späte Uhrzeit nur wenig und die meisten Anwohner fuhren eher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihren Arbeitsstätten, als dass sie einen Wagen ihr Eigen nennen konnten. Auf den leeren Straßen konnte er ordentlich Kilometer gutmachen, während die grauen Wohnhabitate der mittleren Ebenen in scheinbarer endloser Aufreihung an ihm vorbeizogen. Leben schien hier außerhalb der Schichtwechsel nicht vorzuherrschen und erst als auf die Schnellstraße auffuhr nahm der Andrang an Fahrzeigen schlagartig zu.
Der ständig wechselnde Verkehr trug dazu bei der Nervosität im Hinterkopf präsent sein zu lassen. Mal war freie Fahrt, dann wieder stockender Verkehr oder sogar Stau. Ständig wechselnde Situationen, bei denen er durch alle Fenster und in den Rückspiegel schnelle Blick warf, in der Sorge, dass etwas auffällig war. Wagen, die ihn vielleicht verfolgten, Personen am Straßenrand, mögliche improvisierte Sprengsätze. Alles war möglich und beanspruchte seine volle Aufmerksamkeit. Eine Aufgabe für die man deutlich mehr Augen brauchte. Augen, die erst ab dem Treffpunkt zur Verfügung stehen würden.
Vor ihm bremste zum wiederholten Male ein Kastenwagen ab. Der Verkehr verlief trotz der nächtlichen Zeit schleppend am Ebenenübergang Z14/5. Ein kurzes Anfahren, dann wieder Stillstand. Die ideale Möglichkeit eigentlich das Radio anzustellen und sich stumpfsinnig von einem der vielen Sender berieseln zu lassen. Sein Wagen besaß aber kein Radio und Cassian wäre auch nicht in der Stimmung dazu gewesen es zu nutzen, wenn es im Wagen verbaut worden wäre. Stillstand erhöhte das Risiko zu spät am Treffpunkt anzukommen. Und Stillstand bedeutete auch ein leichtes Ziel zu sein. Er griff sich noch einmal den Stadtsektorplan vom Beifahrersitz und prüfte, ob es irgendwie die Möglichkeit gab auf eine Ausweichroute zu wechseln.
Ein kurzer Blick reichte, um die Hoffnung zu enttäuschen. Ebenenübergang bedeutete Ebenenübergang. Da gab es keine Möglichkeiten drum herumzufahren. Außer man fuhr zum nächsten Ebenenübergang, bei dem es sich auch wieder stauen würde. Also weiter gedulden. Eine Ebenenübergang hatte zumindest eine gute Sache an sich. Er war immer mit wenigstens einem Zug PVS Soldaten besetzt, die ihm bei einem Angriff beistehen konnten. Die Besatzung des Wachpostens war aber auch ein Problem, wenn sie ihn für eine Routinekontrolle herauswinken und seine Ladung finden würden. Es blieb nur das Gebet an den Gottimperator, dass er davon verschont, bleiben würde. Sein Wagen wurde heran gewunken und kam neben dem zuständigen Soldaten zum Stehen. Cassian öffnete eine der Sicherheitsscheibe des Seitenfensters etwas und wartete auf die Anweisungen des PVSlers. Zum Glück befand sich die Fahrerkabine etwas höher, verhinderte so dem Soldaten den Blick ins Wageninnere und damit auch auf den Cybermastiff.
„Einmal bitte Fahrzeugpapiere und ID bitte. Und die Frachtpapiere bitte auch“
Cassian händigte die schon bereitgehaltenen Dokumente aus und nahm einen Schluck Tagkhave aus einem Pappbecher. Nicht weil das Getränk sonderlich gut schmeckte, aber es hielt die Hände beschäftigt, während er ungeduldig wartete. Er versuchte gar nicht erst mit dem Soldaten ins Gespräch zu kommen und wartete stattdessen darauf, möglichst schnell abgefertigt zu werden.
„Vielen dank für die Kooperation Bürger. Weiterfahren“ war die Antwort auf die Papiere, die ihm wieder ausgehändigt wurden, während er durchgewunken wurde. Auf seine Antwort wurde gar nicht gewartet, da der Fahrer hinter ihm schon herbeigeordert wurde. Die gefälschten Papiere hatten ihren Dienst erfüllt. Cogitatorersatzteile die er als städtischer Mitarbeiter, der Abteilung für öffentliches Bauwesen in den Abschnitten Rot 2/14 und Rot 2/15 ausliefern sollte. Mundane Tätigkeiten waren immer noch die beste Tarnung. Cassian gab Gas und fuhr den Tunnel in die nächste Ebene hinab.
 
Aus dem Augenwinkel behielt er immerzu den linken Außenspiegel im Blick. Da war er wieder! Knapp drei autolängen hinter ihm fuhr ein mattblauer Geländewagen. Und natürlich waren die Scheiben getönt und ließen keinen Blick auf die Insassen zu. Seit mehr als einer Stunde folgte er ihm schon. Mal mit mehr mal mit weniger Abstand. Die letzte halbe Stunde hatte er sich hinter einige andere Fahrzeuge zurückfallen lassen. Aber er hatte immer an seinem Arsch geklebt.
Cassian war kein von Verfolgungswahn geprägter Mensch, aber ein gesundes Maß an Paranoia hatte man ihm damals an der Akademie eingebläut und der Instinkt nagte jetzt in seinem Verstand. Das konnte kein Zufall sein. Cassian ließ das Lenkrad los und steuerte den Wagen mit seinen Knien, um seine Pistole zu ziehen und zu entsichern. So fühlte er sich nicht mehr ganz so wehrlos.
Ein Wettrennen konnte er mit seinem Transporter gegen den Geländewagen nicht gewinnen. Dazu war ein Gefährt zu langsam. Eine Ausweichroute bot sich auch nicht wirklich an. In drei Kilometern gab es zwar einen Schnellstraßenkreuz, aber wenn er dort abbog, müsste er einen gewaltigen Umweg zum Treffpunkt in Kauf nehmen. Das würde ihn Zeit kosten und abschütteln würde er seinen Verfolger damit auch nicht. Er war ja zu langsam.
Also erst einmal einfach weiterfahren, so tun, als ob alles in Ordnung war um keinen Verdacht erwecken und drauf hoffen, dass er seine Tarnung nicht aufgeflogen war. Wenn das nicht reichte, musste er sich auf seine KM2P13 und Renold verlassen.
Der Transporter passierte das nächste Straßenverkehrsschild. Noch zwei Kilometer bis zum Verkehrskreuz. Noch ein Kilometer. Zucken oder Nerven behalten. Noch 500 Meter bis zur Abfahrt. 300, 200, Cassian zögerte, 100... Abfahrt verpasst. Er bog nicht ab. Der mattblaue Geländewagen dagegen schon und verschwand aus seinem Blickfeld. Sein Misstrauen war unbegründet gewesen. „Nur nicht die Nerven verlieren auf deine alten Tage“ murmelte er sich selbst zu. Paranoia war gut. Verfolgungswahn schlecht. Cassian sicherte seine Pistole wieder und legte sie auf den Beifahrersitz ab. Einfach wieder auf die Straße konzentrieren und weiterfahren. Der Plan von Elvira würde schon funktionieren.
 
Es war 07:00 Uhr morgens Stadtzeit, als er das von Elvira genannte Motel erreichte. Langsam ließ er den Transporter ausrollen und parkte ihn auf dem nicht sehr stark belegten Parkplatz auf freier Fläche.
Erst einmal Ort und Lage sondieren bevor er irgendetwas anderes tat. Der Ort sah bei Tageslicht in keiner Weise einladend aus. Die Besitzer hatten wohl schon lange Jahre rein von der Substanz gelebt. Vielleicht weil sie zu geizig waren, vielleicht weil die Einnahmen auch nicht ausreichten, um Schäden wieder herzurichten. Neue Kundschaft blieb damit natürlich auch verwehrt. Wer nicht mit der Zeit ging, ging mit der Zeit oder so. Unendlich lange sollte es das Motel wohl nicht mehr geben bei so einem Zustand. Aber die Besitzer von solchen Schuppen waren meist von der ganz zähen Sorte und hielten sich wie Kakerlaken und überraschten einen immer wieder mit ihrer Leidensfähigkeit.
Cassian nutzte die Pause, die er jetzt hatte, riss die Packungen von zwei Nährriegeln auf, die er mechanisch und mit so viel Genuss wie sie Geschmack hatten kaute. Vervollständigt wurde sein Frühstück durch den Tagkhave der schon vor Stunden kalt geworden war und nur noch scheußlich schmeckte. Wer Koffein wollte, muss leidensfähig sein. Beim Essen blickte durch die schmalen Sichtschlitze und Spiegel, um jede Bewegung zu sehen. Es war nicht viel los. Aus Richtung des Motels kam nur ein einziger, leicht übergewichtiger Mann in einem Overall, der sich hinter das Steuer des einzigen Lastwagens begab und dann in Richtung Schnellstraße verschwand. Dann war wieder Stille.
Nach einigen langen Minuten entschied Cassian, dass die Lage ruhig aussah und keine direkte Bedrohung bestand. Er würgte einen letzten Schluck Tagkahve hinunter und stellte den Becher im dafür vorgesehenen Halter ab. Mit einem Schnappen lösten sich die Sicherheitsbolzen in der Fahrertür, diese schwang auf und Cassian konnte sich aus Kabine hinaushieven. Mal wieder frische Luft schnappen.
Der Kies auf dem Parkplatz knirschte bei Aussteigen unter seinen Stiefeln. Hinter ihm brauste Lasterverkehr über die Schnellstraße. Von denen würde wohl keiner hier halten, wenn es sich vermeiden ließ. Er verriegelte den Wagen, prüfte noch einmal nach, dass die Tür zum Laderaum wirklich verschlossen war und vertrat sich etwas die Füße nach den langen Stunden in der engen Fahrerkabine. Ein kurzer Blick auf seine Chrono sagte ihm, dass seine Begleiter wohl spätestens in der nächsten halben Stunde eintreffen sollten, solange bei ihnen nichts schiefgelaufen war. In der Zwischenzeit musste er hier wohl erst mal alleine weiter die Stellung halten und hoffen, dass er unbemerkt geblieben war.
[Bild: Koron-RPG-Cassian.png]
Name: Cassian Khline
Rasse: Mensch
Alter: 34 Standardjahre
Größe: 198cm
Zugehörigkeiten: Adeptus Arbites, Sektion 17
Aussehen: groß, breit, muskulös, schwarz-graue Haare, grüne Augen
Kleidung: Zivil: Schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarze Lederjacke

Ausrüstung: Inkor-Körperpanzer, Handschuhe mit Protektoren, Block, Stift, Kabelbinder, Rucksack mit allerhand Kleinkram/Ausrüstung
Bewaffnung:  “Richter” Schrotflinte Schema III,  Boltpistole,  Schockschlagstock, Arbitesplattenrüstung, Cybermastiff (Renold)
Konto: 459 Schekel
Zitieren
#50
Psioniker. Hexenkräfte aus den dunkelsten Ecken des menschlichen Verstandes. Arius konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie damals in der Schola vor diesen Kreaturen gewarnt worden waren. Das sie im Schatten der Gesellschaft auf Beutejagd waren und was sie guten, Imperatortreuen Bürgern antaten. Aber auch wie die tapferen Diener des Throns sie verfolgten und zur Strecke brachten. Und wie auch sie, ein Haufen begeisterter Zehnjähriger, auf alle Anzeichen von verdammenswerter Hexenkraft achten und sie ihren Lehrern an der Schola melden sollten. Wie sich dieser Sermon in leicht abgewandelter Form, und dem jeweiligen Alter angepasst, durch seinen Wehrdienst und seine Zeit bei der Imperialen Armee gezogen hatte.
Lasset die Hexe nicht leben, denn in ihr hat sich die Sünde manifestiert!
Aus der siebten Predigt gegen die Narretei der selbstzufriedenen Ignoranz von Jeremias Kazandiques dem Fürstbischof von Gorathan VI. Arius konnte sich noch jetzt an die Holoübertragung im Raumschiff während ihrer Verlegung nach Meran Magna erinnern.
Trotz dieser allgegenwärtigen Warnungen war er niemals einem Psioniker begegnet. Bis jetzt. Der Dienst bei der Inquisition brachte einen wirklich direkt und schnell in Kontakt mit den Feinden der Menschheit. Insbesondere Doc, der ihr die Betäubungsmittel verabreichen und dafür auf Tuchfühlung mit ihr musste, konnte nur bemitleidet werden. Mit etwas Pech würde er von ihr getötet oder gegen seine Kameraden gehetzt werden. Und wenn er ihr das Mittel falsch verabreichte, würde sie sterben und er den Zorn von Elvira und ihrem Meister auf sich ziehen. Er war froh, dass er nicht in seinen Schuhen steckte.
Aus dem Augenwinkel konnte er sehen, dass Kurt vor sich hinmurmelte und ins Leere starrte. So etwas hatte er im Laufe der Jahre oft genug gesehen. Da kamen wieder Erinnerungen hoch. Und zwar nicht die von der guten Sorte.
Hatte er vielleicht schon einmal gegen Psioniker kämpfen müssen? Arius wagte es nicht ihn zu fragen, denn er wusste nicht, ob die Antwort ihm gefallen würde. Oder ob er bei Kurt damit noch mehr halb verdrängte Erinnerungen wecken würde. Manchmal war es besser Erinnerungen im Morast des Vergessens versinken zu lassen und sie nicht wieder ans Tagelicht zu zerren.
„Sollte es nötig sein will ich, dass du mir die Kugel verpasst.“
Arius warf Doc schweigend einen langen Blick zu. Ja, Elvira hatte ihnen allen einen Schussbefehl erteilt, aber so direkt zum Scharfrichter ernannt zu werden war noch etwas anderes. Vertraute Doc ihm so sehr so eine schwierige Entscheidung treffen zu können oder hielt er ihn für skrupellos genug einfach so einen Kameraden über den Haufen zu schießen? Arius war sich nicht sicher, ob er die Antwort wirklich wissen wollte.
„Ich hoffe, dass ich gar nicht erst dazu gezwungen bin so weit zu gehen.“
Dann drehte auch er sich um, wickelte sich in die dünne Bettdecke und versuchte zu schlafen. Das sie morgen mit eine hochgefährliche Psionikerin im Kofferraum zu ihrer Basis fahren würden, ständig mit der Gefahr eines Hinterhalts im Nacken, wäre unter anderen Umständen etwas gewesen, dass einen vor Nervosität die ganze Nacht über wach sein ließ.
Aber der Tag war bereits lang gewesen und Arius lange genug Soldat, um jede sich bietende Möglichkeit für Schlaf zu nutzen. Nach wenigen Minuten war er in den „Abgrund“, wie er seinen fast schon komatösen, traumlosen Schlaf nannte, gefallen und machte das Beste aus der kurzen Auszeit, die sie hier bekommen hatten.
Wenige Stunden später weckte das Piepen des Weckers ihn aus seinem tiefen Schlaf. Arius warf die dünne Decke von sich, rollte mehr aus dem Bett als das er aufstand, und schlüpfte in Socken und Stiefel. Gähnend und sich streckend wankte er ins Bad. Am Waschbecken stehend starrte er mit müden Augen für einige Augenblicke in den durch Alter teils erblindeten Spiegel, ehe er sich das Gesicht mit dem brackigen Wasser wusch.
Minimal erfrischt zog er sich dann seine restliche Kleidung an und kontrollierte kurz seine Waffen auf ihre Funktionstüchtigkeit. Solange sie nicht in ein ausgewachsenes Gefecht geraten würden, sollte seine Munition ausreichen.
Auf ein Frühstück mussten sie wohl erst einmal verzichten und auf dem Weg schauen, ob sie sich irgendwo etwas kaufen konnten.
„Dann lasst mal losgehen. Mal schauen wie dieser Echo und sein Transporter aussehen,“ meinte er an seine beiden Kameraden gewandt.
[Bild: 01-U1-Titel-201912-Sagen.jpg]
Name: Arius Kruger
Alter: 30 Standardjahre
Zugehörigkeiten: PVS
Rang: Feldwebel
Loyalitäten: imperialer Fanatiker, Militarist
Aussehen: 190cm groß, sehnig, ausgezehrt, maskenhaftes, verkniffenes Gesicht, attraktives Lächeln, blonder Seitenscheitel, bleiche leere Augen, beide Arme durch bionische Implantate ersetzt
Kleidung: abgetragene Zivilkleidung, steingrauer Regenponcho silberner Aquila
Charakter: Militarist, imperialer Fanatiker, tief gläubig, Frontveteran, begeisteter Hobbyfotograf, mangelhafte Empathie und auf sozialer Ebene ein Wrack
Fähigkeiten: erfahrener Grabenkrieger, guter Läufer,
Ausrüstung/Besitz: Reaper, Esseos Schema Laserpistole, Thermitgranate, Brecheisen, Fotoapparat
Konto: 1180 Schekel
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste