01-24-2026, 04:22 AM
Nachdem die letzten Fragen beantwortet worden waren, hatte Cassian seine Ausrüstung für den Einsatz zusammengesucht, den Transporter übernommen und sich von Elvira verabschiedet. Seine Arbitesausrüstung würde von ihr zur Einsatzzentrale der Inquisition gebracht werden. Er selbst war, wieder einmal in Zivil unterwegs. Ein schmuckloser Dienstanzug der Zivilbehörden, mindestens eine Nummer zu klein. Für seine Körpermaße war im Moment nichts passenderes verfügbar gewesen. Darunter wieder seine Inkor Weste und an der Hüfte die KM2P13, die er schon bei seinem letzten verdeckten Einsatz verwendet hatte.
Auch wenn er sich nicht eingestehen wollte, war er schon nervös. Eine hochpotente Psionikerin im Laderaum, auch wenn sie anscheinend gut gesichert war, war nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Die Transporte zu den Schwarzen Schiffen liefen immer unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen ab und wurden von großen, schwer bewaffneten Wachmannschaften begleitet. Er selbst saß alleine mit einer Pistole bewaffnet und mit seinem Cybermastiff gemeinsam in der für sie beide einzeln schon viel zu engen Fahrerkabine eines umfunktionierten Transporters der Zivilbehörden. Die Anspannung war hoch.
Die Fahrt aus dem Kasernengelände heraus und in den Betondschungel der Makropole hinein war erst einmal völlig unauffällig verlaufen. Verkehr gab es um die späte Uhrzeit nur wenig und die meisten Anwohner fuhren eher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihren Arbeitsstätten, als dass sie einen Wagen ihr Eigen nennen konnten. Auf den leeren Straßen konnte er ordentlich Kilometer gutmachen, während die grauen Wohnhabitate der mittleren Ebenen in scheinbarer endloser Aufreihung an ihm vorbeizogen. Leben schien hier außerhalb der Schichtwechsel nicht vorzuherrschen und erst als auf die Schnellstraße auffuhr nahm der Andrang an Fahrzeigen schlagartig zu.
Der ständig wechselnde Verkehr trug dazu bei der Nervosität im Hinterkopf präsent sein zu lassen. Mal war freie Fahrt, dann wieder stockender Verkehr oder sogar Stau. Ständig wechselnde Situationen, bei denen er durch alle Fenster und in den Rückspiegel schnelle Blick warf, in der Sorge, dass etwas auffällig war. Wagen, die ihn vielleicht verfolgten, Personen am Straßenrand, mögliche improvisierte Sprengsätze. Alles war möglich und beanspruchte seine volle Aufmerksamkeit. Eine Aufgabe für die man deutlich mehr Augen brauchte. Augen, die erst ab dem Treffpunkt zur Verfügung stehen würden.
Vor ihm bremste zum wiederholten Male ein Kastenwagen ab. Der Verkehr verlief trotz der nächtlichen Zeit schleppend am Ebenenübergang Z14/5. Ein kurzes Anfahren, dann wieder Stillstand. Die ideale Möglichkeit eigentlich das Radio anzustellen und sich stumpfsinnig von einem der vielen Sender berieseln zu lassen. Sein Wagen besaß aber kein Radio und Cassian wäre auch nicht in der Stimmung dazu gewesen es zu nutzen, wenn es im Wagen verbaut worden wäre. Stillstand erhöhte das Risiko zu spät am Treffpunkt anzukommen. Und Stillstand bedeutete auch ein leichtes Ziel zu sein. Er griff sich noch einmal den Stadtsektorplan vom Beifahrersitz und prüfte, ob es irgendwie die Möglichkeit gab auf eine Ausweichroute zu wechseln.
Ein kurzer Blick reichte, um die Hoffnung zu enttäuschen. Ebenenübergang bedeutete Ebenenübergang. Da gab es keine Möglichkeiten drum herumzufahren. Außer man fuhr zum nächsten Ebenenübergang, bei dem es sich auch wieder stauen würde. Also weiter gedulden. Eine Ebenenübergang hatte zumindest eine gute Sache an sich. Er war immer mit wenigstens einem Zug PVS Soldaten besetzt, die ihm bei einem Angriff beistehen konnten. Die Besatzung des Wachpostens war aber auch ein Problem, wenn sie ihn für eine Routinekontrolle herauswinken und seine Ladung finden würden. Es blieb nur das Gebet an den Gottimperator, dass er davon verschont, bleiben würde. Sein Wagen wurde heran gewunken und kam neben dem zuständigen Soldaten zum Stehen. Cassian öffnete eine der Sicherheitsscheibe des Seitenfensters etwas und wartete auf die Anweisungen des PVSlers. Zum Glück befand sich die Fahrerkabine etwas höher, verhinderte so dem Soldaten den Blick ins Wageninnere und damit auch auf den Cybermastiff.
„Einmal bitte Fahrzeugpapiere und ID bitte. Und die Frachtpapiere bitte auch“
Cassian händigte die schon bereitgehaltenen Dokumente aus und nahm einen Schluck Tagkhave aus einem Pappbecher. Nicht weil das Getränk sonderlich gut schmeckte, aber es hielt die Hände beschäftigt, während er ungeduldig wartete. Er versuchte gar nicht erst mit dem Soldaten ins Gespräch zu kommen und wartete stattdessen darauf, möglichst schnell abgefertigt zu werden.
„Vielen dank für die Kooperation Bürger. Weiterfahren“ war die Antwort auf die Papiere, die ihm wieder ausgehändigt wurden, während er durchgewunken wurde. Auf seine Antwort wurde gar nicht gewartet, da der Fahrer hinter ihm schon herbeigeordert wurde. Die gefälschten Papiere hatten ihren Dienst erfüllt. Cogitatorersatzteile die er als städtischer Mitarbeiter, der Abteilung für öffentliches Bauwesen in den Abschnitten Rot 2/14 und Rot 2/15 ausliefern sollte. Mundane Tätigkeiten waren immer noch die beste Tarnung. Cassian gab Gas und fuhr den Tunnel in die nächste Ebene hinab.
Aus dem Augenwinkel behielt er immerzu den linken Außenspiegel im Blick. Da war er wieder! Knapp drei autolängen hinter ihm fuhr ein mattblauer Geländewagen. Und natürlich waren die Scheiben getönt und ließen keinen Blick auf die Insassen zu. Seit mehr als einer Stunde folgte er ihm schon. Mal mit mehr mal mit weniger Abstand. Die letzte halbe Stunde hatte er sich hinter einige andere Fahrzeuge zurückfallen lassen. Aber er hatte immer an seinem Arsch geklebt.
Cassian war kein von Verfolgungswahn geprägter Mensch, aber ein gesundes Maß an Paranoia hatte man ihm damals an der Akademie eingebläut und der Instinkt nagte jetzt in seinem Verstand. Das konnte kein Zufall sein. Cassian ließ das Lenkrad los und steuerte den Wagen mit seinen Knien, um seine Pistole zu ziehen und zu entsichern. So fühlte er sich nicht mehr ganz so wehrlos.
Ein Wettrennen konnte er mit seinem Transporter gegen den Geländewagen nicht gewinnen. Dazu war ein Gefährt zu langsam. Eine Ausweichroute bot sich auch nicht wirklich an. In drei Kilometern gab es zwar einen Schnellstraßenkreuz, aber wenn er dort abbog, müsste er einen gewaltigen Umweg zum Treffpunkt in Kauf nehmen. Das würde ihn Zeit kosten und abschütteln würde er seinen Verfolger damit auch nicht. Er war ja zu langsam.
Also erst einmal einfach weiterfahren, so tun, als ob alles in Ordnung war um keinen Verdacht erwecken und drauf hoffen, dass er seine Tarnung nicht aufgeflogen war. Wenn das nicht reichte, musste er sich auf seine KM2P13 und Renold verlassen.
Der Transporter passierte das nächste Straßenverkehrsschild. Noch zwei Kilometer bis zum Verkehrskreuz. Noch ein Kilometer. Zucken oder Nerven behalten. Noch 500 Meter bis zur Abfahrt. 300, 200, Cassian zögerte, 100... Abfahrt verpasst. Er bog nicht ab. Der mattblaue Geländewagen dagegen schon und verschwand aus seinem Blickfeld. Sein Misstrauen war unbegründet gewesen. „Nur nicht die Nerven verlieren auf deine alten Tage“ murmelte er sich selbst zu. Paranoia war gut. Verfolgungswahn schlecht. Cassian sicherte seine Pistole wieder und legte sie auf den Beifahrersitz ab. Einfach wieder auf die Straße konzentrieren und weiterfahren. Der Plan von Elvira würde schon funktionieren.
Es war 07:00 Uhr morgens Stadtzeit, als er das von Elvira genannte Motel erreichte. Langsam ließ er den Transporter ausrollen und parkte ihn auf dem nicht sehr stark belegten Parkplatz auf freier Fläche.
Erst einmal Ort und Lage sondieren bevor er irgendetwas anderes tat. Der Ort sah bei Tageslicht in keiner Weise einladend aus. Die Besitzer hatten wohl schon lange Jahre rein von der Substanz gelebt. Vielleicht weil sie zu geizig waren, vielleicht weil die Einnahmen auch nicht ausreichten, um Schäden wieder herzurichten. Neue Kundschaft blieb damit natürlich auch verwehrt. Wer nicht mit der Zeit ging, ging mit der Zeit oder so. Unendlich lange sollte es das Motel wohl nicht mehr geben bei so einem Zustand. Aber die Besitzer von solchen Schuppen waren meist von der ganz zähen Sorte und hielten sich wie Kakerlaken und überraschten einen immer wieder mit ihrer Leidensfähigkeit.
Cassian nutzte die Pause, die er jetzt hatte, riss die Packungen von zwei Nährriegeln auf, die er mechanisch und mit so viel Genuss wie sie Geschmack hatten kaute. Vervollständigt wurde sein Frühstück durch den Tagkhave der schon vor Stunden kalt geworden war und nur noch scheußlich schmeckte. Wer Koffein wollte, muss leidensfähig sein. Beim Essen blickte durch die schmalen Sichtschlitze und Spiegel, um jede Bewegung zu sehen. Es war nicht viel los. Aus Richtung des Motels kam nur ein einziger, leicht übergewichtiger Mann in einem Overall, der sich hinter das Steuer des einzigen Lastwagens begab und dann in Richtung Schnellstraße verschwand. Dann war wieder Stille.
Nach einigen langen Minuten entschied Cassian, dass die Lage ruhig aussah und keine direkte Bedrohung bestand. Er würgte einen letzten Schluck Tagkahve hinunter und stellte den Becher im dafür vorgesehenen Halter ab. Mit einem Schnappen lösten sich die Sicherheitsbolzen in der Fahrertür, diese schwang auf und Cassian konnte sich aus Kabine hinaushieven. Mal wieder frische Luft schnappen.
Der Kies auf dem Parkplatz knirschte bei Aussteigen unter seinen Stiefeln. Hinter ihm brauste Lasterverkehr über die Schnellstraße. Von denen würde wohl keiner hier halten, wenn es sich vermeiden ließ. Er verriegelte den Wagen, prüfte noch einmal nach, dass die Tür zum Laderaum wirklich verschlossen war und vertrat sich etwas die Füße nach den langen Stunden in der engen Fahrerkabine. Ein kurzer Blick auf seine Chrono sagte ihm, dass seine Begleiter wohl spätestens in der nächsten halben Stunde eintreffen sollten, solange bei ihnen nichts schiefgelaufen war. In der Zwischenzeit musste er hier wohl erst mal alleine weiter die Stellung halten und hoffen, dass er unbemerkt geblieben war.
Auch wenn er sich nicht eingestehen wollte, war er schon nervös. Eine hochpotente Psionikerin im Laderaum, auch wenn sie anscheinend gut gesichert war, war nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Die Transporte zu den Schwarzen Schiffen liefen immer unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen ab und wurden von großen, schwer bewaffneten Wachmannschaften begleitet. Er selbst saß alleine mit einer Pistole bewaffnet und mit seinem Cybermastiff gemeinsam in der für sie beide einzeln schon viel zu engen Fahrerkabine eines umfunktionierten Transporters der Zivilbehörden. Die Anspannung war hoch.
Die Fahrt aus dem Kasernengelände heraus und in den Betondschungel der Makropole hinein war erst einmal völlig unauffällig verlaufen. Verkehr gab es um die späte Uhrzeit nur wenig und die meisten Anwohner fuhren eher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihren Arbeitsstätten, als dass sie einen Wagen ihr Eigen nennen konnten. Auf den leeren Straßen konnte er ordentlich Kilometer gutmachen, während die grauen Wohnhabitate der mittleren Ebenen in scheinbarer endloser Aufreihung an ihm vorbeizogen. Leben schien hier außerhalb der Schichtwechsel nicht vorzuherrschen und erst als auf die Schnellstraße auffuhr nahm der Andrang an Fahrzeigen schlagartig zu.
Der ständig wechselnde Verkehr trug dazu bei der Nervosität im Hinterkopf präsent sein zu lassen. Mal war freie Fahrt, dann wieder stockender Verkehr oder sogar Stau. Ständig wechselnde Situationen, bei denen er durch alle Fenster und in den Rückspiegel schnelle Blick warf, in der Sorge, dass etwas auffällig war. Wagen, die ihn vielleicht verfolgten, Personen am Straßenrand, mögliche improvisierte Sprengsätze. Alles war möglich und beanspruchte seine volle Aufmerksamkeit. Eine Aufgabe für die man deutlich mehr Augen brauchte. Augen, die erst ab dem Treffpunkt zur Verfügung stehen würden.
Vor ihm bremste zum wiederholten Male ein Kastenwagen ab. Der Verkehr verlief trotz der nächtlichen Zeit schleppend am Ebenenübergang Z14/5. Ein kurzes Anfahren, dann wieder Stillstand. Die ideale Möglichkeit eigentlich das Radio anzustellen und sich stumpfsinnig von einem der vielen Sender berieseln zu lassen. Sein Wagen besaß aber kein Radio und Cassian wäre auch nicht in der Stimmung dazu gewesen es zu nutzen, wenn es im Wagen verbaut worden wäre. Stillstand erhöhte das Risiko zu spät am Treffpunkt anzukommen. Und Stillstand bedeutete auch ein leichtes Ziel zu sein. Er griff sich noch einmal den Stadtsektorplan vom Beifahrersitz und prüfte, ob es irgendwie die Möglichkeit gab auf eine Ausweichroute zu wechseln.
Ein kurzer Blick reichte, um die Hoffnung zu enttäuschen. Ebenenübergang bedeutete Ebenenübergang. Da gab es keine Möglichkeiten drum herumzufahren. Außer man fuhr zum nächsten Ebenenübergang, bei dem es sich auch wieder stauen würde. Also weiter gedulden. Eine Ebenenübergang hatte zumindest eine gute Sache an sich. Er war immer mit wenigstens einem Zug PVS Soldaten besetzt, die ihm bei einem Angriff beistehen konnten. Die Besatzung des Wachpostens war aber auch ein Problem, wenn sie ihn für eine Routinekontrolle herauswinken und seine Ladung finden würden. Es blieb nur das Gebet an den Gottimperator, dass er davon verschont, bleiben würde. Sein Wagen wurde heran gewunken und kam neben dem zuständigen Soldaten zum Stehen. Cassian öffnete eine der Sicherheitsscheibe des Seitenfensters etwas und wartete auf die Anweisungen des PVSlers. Zum Glück befand sich die Fahrerkabine etwas höher, verhinderte so dem Soldaten den Blick ins Wageninnere und damit auch auf den Cybermastiff.
„Einmal bitte Fahrzeugpapiere und ID bitte. Und die Frachtpapiere bitte auch“
Cassian händigte die schon bereitgehaltenen Dokumente aus und nahm einen Schluck Tagkhave aus einem Pappbecher. Nicht weil das Getränk sonderlich gut schmeckte, aber es hielt die Hände beschäftigt, während er ungeduldig wartete. Er versuchte gar nicht erst mit dem Soldaten ins Gespräch zu kommen und wartete stattdessen darauf, möglichst schnell abgefertigt zu werden.
„Vielen dank für die Kooperation Bürger. Weiterfahren“ war die Antwort auf die Papiere, die ihm wieder ausgehändigt wurden, während er durchgewunken wurde. Auf seine Antwort wurde gar nicht gewartet, da der Fahrer hinter ihm schon herbeigeordert wurde. Die gefälschten Papiere hatten ihren Dienst erfüllt. Cogitatorersatzteile die er als städtischer Mitarbeiter, der Abteilung für öffentliches Bauwesen in den Abschnitten Rot 2/14 und Rot 2/15 ausliefern sollte. Mundane Tätigkeiten waren immer noch die beste Tarnung. Cassian gab Gas und fuhr den Tunnel in die nächste Ebene hinab.
Aus dem Augenwinkel behielt er immerzu den linken Außenspiegel im Blick. Da war er wieder! Knapp drei autolängen hinter ihm fuhr ein mattblauer Geländewagen. Und natürlich waren die Scheiben getönt und ließen keinen Blick auf die Insassen zu. Seit mehr als einer Stunde folgte er ihm schon. Mal mit mehr mal mit weniger Abstand. Die letzte halbe Stunde hatte er sich hinter einige andere Fahrzeuge zurückfallen lassen. Aber er hatte immer an seinem Arsch geklebt.
Cassian war kein von Verfolgungswahn geprägter Mensch, aber ein gesundes Maß an Paranoia hatte man ihm damals an der Akademie eingebläut und der Instinkt nagte jetzt in seinem Verstand. Das konnte kein Zufall sein. Cassian ließ das Lenkrad los und steuerte den Wagen mit seinen Knien, um seine Pistole zu ziehen und zu entsichern. So fühlte er sich nicht mehr ganz so wehrlos.
Ein Wettrennen konnte er mit seinem Transporter gegen den Geländewagen nicht gewinnen. Dazu war ein Gefährt zu langsam. Eine Ausweichroute bot sich auch nicht wirklich an. In drei Kilometern gab es zwar einen Schnellstraßenkreuz, aber wenn er dort abbog, müsste er einen gewaltigen Umweg zum Treffpunkt in Kauf nehmen. Das würde ihn Zeit kosten und abschütteln würde er seinen Verfolger damit auch nicht. Er war ja zu langsam.
Also erst einmal einfach weiterfahren, so tun, als ob alles in Ordnung war um keinen Verdacht erwecken und drauf hoffen, dass er seine Tarnung nicht aufgeflogen war. Wenn das nicht reichte, musste er sich auf seine KM2P13 und Renold verlassen.
Der Transporter passierte das nächste Straßenverkehrsschild. Noch zwei Kilometer bis zum Verkehrskreuz. Noch ein Kilometer. Zucken oder Nerven behalten. Noch 500 Meter bis zur Abfahrt. 300, 200, Cassian zögerte, 100... Abfahrt verpasst. Er bog nicht ab. Der mattblaue Geländewagen dagegen schon und verschwand aus seinem Blickfeld. Sein Misstrauen war unbegründet gewesen. „Nur nicht die Nerven verlieren auf deine alten Tage“ murmelte er sich selbst zu. Paranoia war gut. Verfolgungswahn schlecht. Cassian sicherte seine Pistole wieder und legte sie auf den Beifahrersitz ab. Einfach wieder auf die Straße konzentrieren und weiterfahren. Der Plan von Elvira würde schon funktionieren.
Es war 07:00 Uhr morgens Stadtzeit, als er das von Elvira genannte Motel erreichte. Langsam ließ er den Transporter ausrollen und parkte ihn auf dem nicht sehr stark belegten Parkplatz auf freier Fläche.
Erst einmal Ort und Lage sondieren bevor er irgendetwas anderes tat. Der Ort sah bei Tageslicht in keiner Weise einladend aus. Die Besitzer hatten wohl schon lange Jahre rein von der Substanz gelebt. Vielleicht weil sie zu geizig waren, vielleicht weil die Einnahmen auch nicht ausreichten, um Schäden wieder herzurichten. Neue Kundschaft blieb damit natürlich auch verwehrt. Wer nicht mit der Zeit ging, ging mit der Zeit oder so. Unendlich lange sollte es das Motel wohl nicht mehr geben bei so einem Zustand. Aber die Besitzer von solchen Schuppen waren meist von der ganz zähen Sorte und hielten sich wie Kakerlaken und überraschten einen immer wieder mit ihrer Leidensfähigkeit.
Cassian nutzte die Pause, die er jetzt hatte, riss die Packungen von zwei Nährriegeln auf, die er mechanisch und mit so viel Genuss wie sie Geschmack hatten kaute. Vervollständigt wurde sein Frühstück durch den Tagkhave der schon vor Stunden kalt geworden war und nur noch scheußlich schmeckte. Wer Koffein wollte, muss leidensfähig sein. Beim Essen blickte durch die schmalen Sichtschlitze und Spiegel, um jede Bewegung zu sehen. Es war nicht viel los. Aus Richtung des Motels kam nur ein einziger, leicht übergewichtiger Mann in einem Overall, der sich hinter das Steuer des einzigen Lastwagens begab und dann in Richtung Schnellstraße verschwand. Dann war wieder Stille.
Nach einigen langen Minuten entschied Cassian, dass die Lage ruhig aussah und keine direkte Bedrohung bestand. Er würgte einen letzten Schluck Tagkahve hinunter und stellte den Becher im dafür vorgesehenen Halter ab. Mit einem Schnappen lösten sich die Sicherheitsbolzen in der Fahrertür, diese schwang auf und Cassian konnte sich aus Kabine hinaushieven. Mal wieder frische Luft schnappen.
Der Kies auf dem Parkplatz knirschte bei Aussteigen unter seinen Stiefeln. Hinter ihm brauste Lasterverkehr über die Schnellstraße. Von denen würde wohl keiner hier halten, wenn es sich vermeiden ließ. Er verriegelte den Wagen, prüfte noch einmal nach, dass die Tür zum Laderaum wirklich verschlossen war und vertrat sich etwas die Füße nach den langen Stunden in der engen Fahrerkabine. Ein kurzer Blick auf seine Chrono sagte ihm, dass seine Begleiter wohl spätestens in der nächsten halben Stunde eintreffen sollten, solange bei ihnen nichts schiefgelaufen war. In der Zwischenzeit musste er hier wohl erst mal alleine weiter die Stellung halten und hoffen, dass er unbemerkt geblieben war.
![[Bild: Koron-RPG-Cassian.png]](https://i.ibb.co/DD9TYStZ/Koron-RPG-Cassian.png)
Name: Cassian Khline
Rasse: Mensch
Alter: 34 Standardjahre
Größe: 198cm
Zugehörigkeiten: Adeptus Arbites, Sektion 17
Aussehen: groß, breit, muskulös, schwarz-graue Haare, grüne Augen
Kleidung: Zivil: Schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarze Lederjacke
Ausrüstung: Inkor-Körperpanzer, Handschuhe mit Protektoren, Block, Stift, Kabelbinder, Rucksack mit allerhand Kleinkram/Ausrüstung
Bewaffnung: “Richter” Schrotflinte Schema III, Boltpistole, Schockschlagstock, Arbitesplattenrüstung, Cybermastiff (Renold)
Konto: 459 Schekel

