Heute, liebe Freunde und Nachbarn, besehen wir uns ein Exemplar, das aus einer Familie stammt, die wir bislang gänzlich vernachlässigt haben.
Um dieser schändlichen Missachtung zu begegnen, stelle ich euch heute einen Vertreter vor.
Genauer gesagt die P01 Type A, die der Volksmund wohl als Gaußwaffe bezeichnen würde.
Der Fachmann spricht von einer Ferromag-Waffe, oder oftmals einfach nur von einer Ferro.
Ich muss gestehen, dass ich davon auch nicht allzu viel Ahnung habe und mir die nachfolgende Beschreibung der Funktionsweise mehr oder weniger aus ein paar Fachbüchern zusammengeklaut habe. Also versuche ich es mal so zu erklären, wie ich dieses technische Mamboschambo selbst verstanden habe:
Der Prototyp P01 Type A verschießt ferromagnetische Hartstoffgeschosse (etwas, das ich als Laie schlicht als Objekte mit normalen magnetischen Eigenschaften bezeichnen würde, wie etwa Eisen) mithilfe von Elektromagnetismus. Im Falle unserer P01 wird durch den Lauf elektrischer Strom geleitet, welcher ein Magnetfeld erzeugt, das eine Kugel aus dem Magazin zieht und bis zur Mitte des Laufes beschleunigt.
Man kann sich das ähnlich vorstellen wie bei einem Katapult, das Kampfflugzeuge beschleunigt und von einem Träger abschießt. Daher darf die Energie nur bis zum Scheitelpunkt aktiv sein, da sie sonst bremsend wirken würde. Im Lauf der P01 sind zehn Spulen hintereinander geschaltet, die das Geschoss quasi weitergeben und dabei die Geschwindigkeit potenzieren.
Bevor wir auf die Vor- und Nachteile dieser Art der Waffentechnik eingehen, will ich euch beschreiben, was genau passiert, wenn ich die P01 Type A auf ein Ziel richte und abdrücke.
Als Erstes fällt auf, dass ich den Finger für jeden Schuss tatsächlich krümmen muss. Keine Halbautomatik und schon gar keine Vollautomatik. Tatsächlich gibt es elektromagnetische Waffen, die diese Eigenschaften besitzen, die P01 Type A gehört jedoch nicht dazu. Einmal abdrücken heißt also: genau ein Schuss.
Wie bei einem Laser gibt es keinen Rückstoß, wohl aber einen sehr eigentümlichen Knall, wenn das Projektil die Schallmauer durchbricht. Dieser ist jedoch bei Weitem nicht so laut wie bei einer Waffe mit Treibladung und kann durchaus als effektive Geräuschtarnung beschrieben werden. Herrscht nicht gerade eine ruhige, laue Nacht, wird sich kaum anhand des Knalls ermitteln lassen, wo sich der Schütze befindet.
Man schießt also – und dort, wo die Kugel trifft, ist für gewöhnlich ein Loch von der Größe der Kugel. Schön und gut, mag nun der eine oder andere sagen, das kann mein Laser oder mein Scharfschützengewehr auch.
Der Unterschied besteht darin, dass das Loch der P01-Kugel auch in solchen Materialien zu finden sein wird, bei denen der Laser oder das herkömmliche Projektil lediglich den Lack angekratzt hätten. Mit mehreren Kilometern pro Sekunde ist die Geschwindigkeit der Kugel extrem hoch, und der Einschlag erfolgt mit enormer Penetrationsleistung.
Wenn wir das als maßgeblichen Vorteil betrachten, können wir auf der Haben-Seite weiter verbuchen, dass die Munition nicht explosiv ist und daher nicht besonders geschützt werden muss. Es sind letztlich lediglich Eisenkugeln von der Größe einer Murmel. Des Weiteren gibt es keinen störenden Pulverdampf.
Dem gegenüber steht jedoch der hohe Energieverbrauch. Ein Schuss verbraucht in etwa die halbe Leistung einer Standard-Energiezelle eines IA-Lasergewehrs. In den Kondensatorzellen der P01 ist genügend Saft für zwölf Schüsse. Ihr könnt euch also vorstellen, welche Energiemengen diese Zelle beherbergt. Entsprechend langwierig ist das Aufladen. Es bedarf einer ordentlichen Stromquelle. Nichts mit der Romantik einer am Lagerfeuer in die Flammen gehaltenen Laserzelle oder der umweltfreundlichen Nutzung von Sonnenenergie.
Mit Gaußwaffen lassen sich zwar, wie bereits erwähnt, hohe Geschwindigkeiten erreichen, die beachtliche Wirkungen auf nahezu jede denkbare Art von Panzerung aufweisen. Der Widerstand des Umgebungsmediums (in unseren Breiten für gewöhnlich Luft) nimmt jedoch ebenfalls zu. Das kann bis zur thermischen Zerstörung des Geschosses führen, das bereits beim Abschuss stark erhitzt wird.
Soll heißen: Selbst eine solche Waffe hat eine Kampfentfernung. Bei der P01 liegt diese bei etwa 500 Metern, was für eine Pistole durchaus beachtlich ist. Durch die Eigendynamik des sich zerlegenden Projektils ist die effektive Kampfentfernung jedoch bei rund 200 Metern anzusiedeln – was immer noch beeindrucken kann.
In der Pistole selbst findet beim Abschuss eine enorme Wärmeentwicklung statt, und auch wenn die gesamte Waffe mit wärmeabführendem Verbundstoff verkleidet ist, kann man sich nach einem intensiven Feuerkampf durchaus das Patschhändchen verbrennen.
So viel zu den Vor- und Nachteilen.
Nun noch ein paar schnelle Sätze zur P01 selbst. Sicherlich ist euch der Zusatz Prototyp im Waffennamen aufgefallen – etwas, das für ein Serienprodukt natürlich sonderbar anmutet. Tatsache ist, dass die Firma Rotkreis Electro die P01 tatsächlich nur als Testversion geplant hatte. Die Eigenschaften des Endproduktes überzeugten jedoch so sehr, dass sie ohne weitere Veränderungen in die Serienfertigung ging. Der Name zeugt von dieser Ingenieursleistung.
Das Trommelmagazin fasst in etwa hundert Kugeln. Die eigentliche Munition stellt also vielmehr die Energiezelle dar, die sich – wie oben erwähnt – schnell verbraucht. Ähnlich wie bei handelsüblichen Laserpistolen wird die Zelle entriegelt, nach unten entnommen und ausgetauscht. Ebenso simpel ist der Wechsel des Trommelmagazins: Hebel zurückziehen, Trommel wechseln, zuklappen, fertig.
Den so abgeklappten Lauf kann man auch nutzen, um in einer ruhigen Minute die entstandene Wärme schneller abzuführen. Da der „Buckel“ des Trommelmagazins ein Zielen über Kimme und Korn unmöglich macht, ist die Waffe mit einem Laserpointer sowie einer Schnittstelle für Hand-/Augen-Koordinatoren versehen.
Rotkreis Electro liefert faktisch in das gesamte Imperium, sofern der Zielplanet nicht völlig abseits der Pfade der Zivilisation versumpft ist. Der Verkauf erfolgt über Zwischenhändler. Der Preis ist, wie zu erwarten, nicht von schlechten Eltern. Neuwertig, mit Holster, Ladestation, immerhin fünf Ersatzzellen und einem weiteren Trommelmagazin, liegt man bei etwa 5000 Schekel. In manchen Gegenden Korons kann man dafür eine kleine Armee aus Söldnern mehrere Monate lang beschäftigen.
Ein kleiner Trost und Anreiz für Freunde des Bleigießens: Im Paket enthalten sind neben tausend schussfertigen Kugeln auch ein kleiner Brennofen sowie eine Gusszange, mit der man jedes verwendbare Metall einschmelzen und zu neuen Geschossen formen kann.
Ein Spaß für die ganze Familie.


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