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		<title><![CDATA[Koron III - Die Ras-an-Kur]]></title>
		<link>https://koron3.de/</link>
		<description><![CDATA[Koron III - https://koron3.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 16:50:55 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Ausrufer]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=350</link>
			<pubDate>Thu, 16 Nov 2017 13:58:09 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Rasankur verfügte in den Tagen vor dem Krieg der Häuser über diverse Mittel der Massen- und Fernkommunikation. Beispielsweise das flächendeckende Lautsprechernetz, welches neben Propaganda auch relevante Informationen und letztlich Angriffswarnungen verkündete. Tatsächlich war es den Technikern des erwachten Stadt gelungen einige der alten Sprechertürme wieder in Betrieb zu nehmen und wenigstens die Viertel zu erreichen, in denen die meisten Bewohner zu finden waren. Doch nicht nur das Alter der Anlagen, sondern auch die Einflüsse des unberechenbaren Wetters beeinträchtigen immer wieder das Funktionieren und führten mit bedauerlicher Regelmäßigkeit zu Defekten. Man griff daher auf einen scheinbaren Anachronismus zurück, der sich als überaus praktisch erwies. Namentlich den Ausrufer. Kamen Bekanntmachungen aus dem Palast oder von anderen offiziellen Stellen, so gingen diese Ausrufer an belebte Stellen, wie die Märkte oder Tempel und verkündetet ihre Botschaften für alle Hörbar. So war es auch jetzt. Auf Kisten oder Mauern stehend, kreischten, knurrten oder schrien die Ausrufer ihre Kunde, jedem zum Gehör. <br />
<br />
<span style="font-size: 3pt;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Hört, hört, ihr Bürger der Stadt. Der Schwarze Drachen, ewiges Leben ihm und ewige Verdammnis jenen, die ihm zuwider, lässt verkünden: Vom Schädelthron herunter, verlangt der Blutgott Krieg und als Mittler der Götter in dieser Welt, verweigert sich der Schwarze Drachen diesem Begehren nicht. In diesem Moment rüsten die nach Schlachten geifernden Rasankuri sich zum Kampf. Sie wetzen ihre Sichelschwerter, Zähne und Klauen und sind begierig darauf, vom Beherrscher der Stadt, des wüsten Landes und aller Gläubigen in das schäumende Maul des Krieges geführt zu werden. Einem jeden Palta, der nicht den Kelch genommen und sich der Sache der Krieger verschrieben ist ebenfalls gestattet sich am Kriegszug zu beteiligen. Zum eigenen Ruhme leben oder zum Gelächter der Götter sterben. Zwei verlockende Angebote, die jedem gemacht werden, ob Mann, ob Weib. Wer eigenes Rüstzeug sein eigen weiß, der möge sich gürten und in drei Tagen auf dem großen Exerzierplatz erscheinen. Wer keine Waffe besitzt, der mag zum Zeughaus gehen und wird dort ausgestattet. Beute und Schlachtenglück winken euch, Bürger der Stadt. Der Bettler wird zum Krösus, der Verschmähte zum Champion. Rasankur zieht in den Kampf.</span></span><br />
<br />
So schrien sie und das Volk hörte zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Rasankur verfügte in den Tagen vor dem Krieg der Häuser über diverse Mittel der Massen- und Fernkommunikation. Beispielsweise das flächendeckende Lautsprechernetz, welches neben Propaganda auch relevante Informationen und letztlich Angriffswarnungen verkündete. Tatsächlich war es den Technikern des erwachten Stadt gelungen einige der alten Sprechertürme wieder in Betrieb zu nehmen und wenigstens die Viertel zu erreichen, in denen die meisten Bewohner zu finden waren. Doch nicht nur das Alter der Anlagen, sondern auch die Einflüsse des unberechenbaren Wetters beeinträchtigen immer wieder das Funktionieren und führten mit bedauerlicher Regelmäßigkeit zu Defekten. Man griff daher auf einen scheinbaren Anachronismus zurück, der sich als überaus praktisch erwies. Namentlich den Ausrufer. Kamen Bekanntmachungen aus dem Palast oder von anderen offiziellen Stellen, so gingen diese Ausrufer an belebte Stellen, wie die Märkte oder Tempel und verkündetet ihre Botschaften für alle Hörbar. So war es auch jetzt. Auf Kisten oder Mauern stehend, kreischten, knurrten oder schrien die Ausrufer ihre Kunde, jedem zum Gehör. <br />
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<span style="font-size: 3pt;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Hört, hört, ihr Bürger der Stadt. Der Schwarze Drachen, ewiges Leben ihm und ewige Verdammnis jenen, die ihm zuwider, lässt verkünden: Vom Schädelthron herunter, verlangt der Blutgott Krieg und als Mittler der Götter in dieser Welt, verweigert sich der Schwarze Drachen diesem Begehren nicht. In diesem Moment rüsten die nach Schlachten geifernden Rasankuri sich zum Kampf. Sie wetzen ihre Sichelschwerter, Zähne und Klauen und sind begierig darauf, vom Beherrscher der Stadt, des wüsten Landes und aller Gläubigen in das schäumende Maul des Krieges geführt zu werden. Einem jeden Palta, der nicht den Kelch genommen und sich der Sache der Krieger verschrieben ist ebenfalls gestattet sich am Kriegszug zu beteiligen. Zum eigenen Ruhme leben oder zum Gelächter der Götter sterben. Zwei verlockende Angebote, die jedem gemacht werden, ob Mann, ob Weib. Wer eigenes Rüstzeug sein eigen weiß, der möge sich gürten und in drei Tagen auf dem großen Exerzierplatz erscheinen. Wer keine Waffe besitzt, der mag zum Zeughaus gehen und wird dort ausgestattet. Beute und Schlachtenglück winken euch, Bürger der Stadt. Der Bettler wird zum Krösus, der Verschmähte zum Champion. Rasankur zieht in den Kampf.</span></span><br />
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So schrien sie und das Volk hörte zu.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Turm der Seherin]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=1022</link>
			<pubDate>Mon, 25 Sep 2017 17:15:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Die harte Stunde zwischen der kalten Wüstennacht und der brüllenden Hitze des Tages, resümierte Ad`razbe und rieb sich den Nacken. <br />
Hart deswegen, weil sie die großen Ideen und hehren Reden einer Rausch geschwängerten Nacht zu dem zusammen zustutzen pflegte, was sie letztlich waren, Gerede. Das gnadenlose und wenig poetische Licht dieser Stunde entlarvte vieles, was sich Mondschein noch wie opulente Gedanken ausgenommen hatte. <br />
Nun ja, ein Gutes hatte diese gestrenge Richterin und das war die Kühle ihres Wesens. Der sachte Wind tat ihm gut und vertrieb die Schatten von Drogen und Alkohol allmählich. <br />
Er fühlte sich nicht gut, auch wenn man nicht erleben würde, dass sich ein solcher Zustand auf sein Äußeres auswirken würde. Als Paladin der Seherin und als Mann von gewissem Ruf, konnte er sich eine solche Blöße nicht geben. So würde ein über die Maßen penibler Beobachter auch jetzt höchstens leicht gerötete Augen feststellen, sowie einen Gang, der etwas weniger geschmeidig ausfiel als üblich. Weder an seiner Rüstung, noch an seinen Haaren oder der Haut war ein Makel festzustellen. In der Kunst, die eigene Erscheinung durch Anstrengung und Können unangestrengt und beiläufig perfekt aussehen zu lassen, hatte er es zur Meisterschaft gebracht. <br />
Die Orgie der letzten Nacht war allemal nicht so epochal gewesen, dass sie seine Pflichten beeinflusst hätte. <br />
Als Paladin der schlafenden Seherin oblag es ihm, die Medien zu konsultieren und zu entscheiden, welcher ihrer Sprüche durch die Schlafende beeinflusst war, welcher direkt von den Göttern stammte und welcher schlicht dem Wahnsinn entsprang. Hinzu kam, natürlich gänzlich inoffiziell, die schwere Bürde zu entscheiden, welche Orakelweissagung so abgeändert werden musste, dass sie dem Kult und vor allem ihm selbst gewisse Vorteile verschaffte. Alles immer ganz dezent, diskret und mit dem im Blick, was auch die Seherin gewollt hätte. <br />
Der Paladin erlaubte sich eine kleine Abweichung von der üblichen Route zum Turm der Seherin und machte Zwischenstopp bei Gurni. Dort bekam er auch zu so früher Stunde schon einen kräftigen Tee, den eine Priese Staub aufwertete. In zu geringer Dosierung verschwendet, in zu hoher tödlich, war Staub, von einem Fachmann beigemischt, die ideale Droge um die faden Gespenster der gestrigen, bewusstseinsverschiebenden Verwandten des Giftes zu verjagen. Er nahm einen Schluck reckte sich und spürte, wie neue Energie in seine Adern schoss, wie die Dinge an neuerlicher Schärfe gewannen, Schwung in ihn und damit in den jungfräulichen Tag kam.<br />
Ein Elan den er brauchen konnte, denn als er vor den Toren des Turmes anlangte, hatte sich dort bereits eine kleine Menschengruppe versammelt, die ihren Unmut noch im Zaum hielt, aber nicht weit davon entfernt schien, diese Zügel fahren zu lassen. <br />
Die hohen Flügeltore waren noch geschlossen. <br />
An sich eine Unmöglichkeit, denn nach den rituellen Regeln musste der Zugang gewährt werden, sobald der erste Sonnenstrahl auf das Alabasterweiß des Portals traf. <br />
Die Gläubigen konnten dann einzeln eintreten, der rituellen Waschung frönen und schließlich in den Bädern darauf hoffen, dass ihnen das Wort der Seherin heute teilhaftig wurde. So war es, seit die göttliche Seherin schlief, undenkbar darin aus Nachlässigkeit zu säumen. <br />
Ad`razbe argwöhnte Schlimmes. Er schob sich schnellen Schrittes durch die Menge, einige murrten, andere erkannten den Paladin und machten ihm Platz. Vor dem Portal standen zwei der Kult Diener in ihren fließenden, weißen Gewändern. <br />
Kurz nach Entstehen der organisierten Anbetung, hatten die Diener vor dem Tor Latex getragen, ganz so wie es ihnen die wandelnde Seherin vorgelebt hatte. Doch schnell hatte sich herauskristallisiert, dass dies die denkbar unzweckmäßigste Kleidung für den Dienst in der prallen Sonne der Wüste darstellte. Also hatte man zu knapper Stoffbekleidung gewechselt, was zwar Erleichterung geschaffen, aber die Haut der Sonne weiterhin ausgesetzt hatte. Letztlich war nur die jetzige lange Kleidung geblieben. Nötig gewiss, doch rein vom ästhetischen Gesichtspunkt her eine Schande. Denn er wusste nur zu gut, was die Stoffe von Marralas Leib verhüllten. <br />
Kein Privileg seiner Position, sondern eines, welches die Anbetung des Prinzen des Chaos mit sich brachte. Die Diener Khornes schlachteten gemeinsam und untereinander, die Gefolgsleute Tzeentchs teilten sich den Staub ihrer Bibliotheken, die Jünger Nurgels verrotteten gemeinsam und die Kinder Slaanesh trieben es eben miteinander wie die Karnickel. Zugegeben, das vereinfachte die Sache etwas sehr stark, doch alles in allem war es eine Begleiterscheinung der Anhängerschaft, die den anderen meist vorzuziehen war.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Was geht hier vor?</span></span> Verlangte er von Marrala zu wissen. Sie erkannte ihn und Erleichterung stahl sich auf ihre Züge. Sie kam auf ihren kurzen, aber wohl geformten Beinen zu ihm gelaufen. Die Frau war kaum größer als Eins fünfzig und musste zu ihm aufblicken. <br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ad`razbe, voll der Gnade und Wonne, Dank sei dreifach dem Prinzen gekreischt. Verzweiflung ertränkt mir den Sinn, Geliebter in Wort und Berührung.</span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Das du verzweifelt bist sehe ich liebe Marrala.</span></span> Er bemühte sich darum die Haltung zu wahren, die Versammelten nicht noch zusätzlich aufzubringen, indem er den Torwächtern eine Szene machte. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und glaube mir, so sehr ich auch sonst diesen Ausdruck auf deinem hübschen Gesicht zu schätzen weiß, bitte ich dich doch mit Nachdruck darum mir zu sagen was vor sich geht und mich nicht mit Offensichtlichem zu martern. </span><br />
<br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color">Wenn ichs nur wüsst, oh Wonnenvoller. Der geschickte Gühm und ich kamen vor etwa einer halben Stunde zum Ort unserer heutigen Einteilung. Aber verschlossen war das Tor als wäre Mutter Nacht noch Herrin über das Land. Alles Klopfen und Jammern war ganz vergebens und als die ersten Flehenden kamen, galt all unser Streben sie auf Abstand zu halten. Nicht das sie uns das Tor zerkratzen. Sie sind noch nicht gereinigt. </span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Gutes Kind! </span></span>Er schob ihr die Hand unter die Kapuze und legte ihr die Finger an die Wange. Sichtlich genoss sie diese Zuwendung. <span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich werde zu den Bittstellern sprechen und alsdann erkunden, was die Ursache dieses unerhörten Affront ist.</span><br />
<br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color">Der Segen des schönsten der Götter liegt auf euch. Mein Dank und meine Unterwerfung. </span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Beides wird bei Zeiten eingefordert. </span></span>Versprach er und wandte sich dann an die Versammelten.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Liebe Freunde, was soll der Aufstand an einem derart schönen Morgen? Ihr entweiht nicht nur den jungen Tag, sondern auch die Schwelle dieses heiligen Ortes.</span></span><br />
<br />
Ein hoch aufragender Krieger aus den Reihen der Rasankuri gebärdete sich als Rädelsführer. Seine Zugehörigkeit zu Slaanesh ließ sich durch die sorgsam polierten Oberflächen seiner Rüstung erahnen, die das frühe Licht einfingen und gleißend zurückwarfen. <br />
<br />
<span style="color: firebrick;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwei mal zehn Tage verbringe ich jede freie Minute im Turm und warte darauf, das die Seherin mich in ihren Träumen erblickt. Nun sagen mir meine eigenen Träume, dass es soweit ist und ich stehe vor verschlossenen Toren.</span> </span>Zustimmendes Gemurmel ringsum, da sich jeder der Anwesenden für auserwählt und würdig einer göttlichen Beachtung wähnte. <span style="color: firebrick;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verweigert ihr mir den Zutritt, so stellt ihr euch gegen den Willen des Prinzen.</span></span> Wieder Bejahung aus der Gruppe. Dieses Mal vehementer.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ihr bezichtigt uns, den Willen der Seherin und des Prinzen nicht unterworfen zu sein? In eurer geblendeten Arroganz argwöhnt ihr Intrige und seht nicht die wahrhaft großen Dinge, die geschehen. Wenn euch die Türen verschlossen bleiben, so einzig und allein, weil Gewaltiges vor sich geht. Eine Prophezeiung wird Verkündet, die keinerlei Einmischung erlaubt. Was für einen anderen Grund sollte es geben, ihr Narren? Wenn ihr also darauf besteht die Siegel zu brechen, gar mit Gewalt einzudringen, dass seid ihr es, die sich in den Augen des Schönen versündigen. So sehr er die Sünde und das Extrem ansonsten auch liebt, wäre es hier und jetzt euer Untergang. Also zügelt oder sein Zorn soll euch niederstrecken.</span></span> Das sorge für betretene Mienen. Die Widerworte ebbten nicht völlig ab, wurden jedoch leiser und einige der Anwesenden trollten sich gar um ihr Glück später zu versuchen.   <br />
Ad`razbe nickte Marrala zu und lenkte dann seine Schritt schnurstracks Richtung Palast. Dieser Morgen war gerade unerfreulich geworden.<br />
<br />
Er ging jetzt schneller, bemüht nicht zu rennen, um den Nachstehenden nicht weitere Nahrung für ihre Spekulationen zu liefern. Gleichwohl warf er den Tonbecher mit Tee fort und beschleunigte seine Schritte, kaum dass er ein paar Straßenbiegungen hinter sich gebracht hatte. <br />
Sein Stand beim Herren Rasankurs war dieser Tage nicht der beste. Ein Unmut, der sich nicht durch Zorn äußerte. Schlimmer als das, durch Nichtbeachtung. <br />
So war es auch Pestor ergangen und gegen Magal hegte der Fürst inzwischen offenes Misstrauen. Allein Naradas schien zuweilen noch die Aufmerksamkeit des Schwarzen Drachens erhaschen zu können. Nichtsdestotrotz hatte sein Name noch Gewicht im Palast und die Wachen ließen ihn passieren. Sie salutierten nicht, das wäre zu viel verlangt von der Disziplin einer Chaosarmee. Wenn sie es ab und an doch taten, dann eher um zu verspotten, denn um zu ehren. <br />
Die beiden Krieger vor dem Eingang taten nichts dergleichen, auch wenn Ad`razbe den unbestimmten Eindruck hatte, sie würden unter ihren hämisch feixenden Dämonenmasken tatsächlich über ihn lachen.                     <br />
Es gab eine nicht öffentlichen Zugang zum Turm in Form einer schmalen Brücke. Diese verlief zwischen Palast und Turm. Ursprünglich war sie dazu gedacht dem Fürsten persönliche Besuche zu erleichtern, doch nachdem diese Besuche spärlicher wurden, lag die eigentliche Aufgabe eher darin, die Bedürfnisse des Turms vom Palast aus zu befriedigen. Speisen und Getränke in erster Linie, doch natürlich auch gewährleistete Besuche von Persönlichkeiten, die auf ihre Diskretion bedacht waren. <br />
Ad`razbe nahm zwei Stufen auf einmal, als er die Treppe erklomm und durch die Korridore eilte. <br />
Der Palast wurde von einem Heer aus Bediensteten bewirtschaftet und doch erzeugte die Anlage, durch ihre schiere Größe, den Eindruck eines Verlassenseins. Säle und Räume, in welchen man eindeutige Nutzung erkennen konnte, wechselten sich mit Räumen ab, die scheinbar seit Jahren von niemanden betreten wurden waren, um auch nur den Staub fort zu wischen. Der Paladin erreichte den Zugang zur Brücke, straffte sich, vollführte ein kurzes Mantra, um Atmung und Puls zu beruhigen. <br />
Sollte sich doch alles als großes Missverständnis herausstellen, wollte er sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben, indem man ihm Aufregung und Besorgnis an sah. Er drückte gegen die Flügeltüren und stellte erleichtert fest, dass sie nicht verschlossen waren. Die Brücke lag vom ebenerdigen Eingang abgewandt und so konnte er ohne das Risiko der Entdeckung von unten passieren. Auch der Gegenpart zur Tür auf der Palastseite zeigte sich nicht verriegelt.<br />
Ad`razbe trat in das kühle Innere.<br />
<br />
Diese Zwischenkammer war ganz in Weiß gehalten, auch wenn den Marmor goldene Adern durchzogen. Gerade so dünn und unaufdringlich, dass die Schwelle von Prunk zu Kitsch nicht übertreten wurde. In den weißen Stein waren dunkle Einlegearbeiten eingefügt wurden. Simultan zu den Bildnissen in der Empfangskammer unten, wenn dort auch in sehr viel größerer Ausführung. <br />
In einer Nachahmung der ikonenaritge versinnbildlichen Bildschrift des alten Rasankurs, wurde hier die leitende Weisheit der Seherin verherrlicht. Der Fürst in seiner ursprünglichen Form, als halb wilder Krieger, dem Tier näher als dem Mensch. Die Szene wie er er die Seherin zu seiner Gefangenen machte, durch komplizierte Abstrahierung auf dem Kopf dargestellt. Eine Metapher auf die Kernfrage, wer an diesem entscheidenden Punkt wen gefangen nahm. Geistige und körperliche Vorbereitung des Mannes auf die Rolle als Avatar der Stadt und göttliches Wesen in Gestalt des Drachen. Schlachtszenen, Zwiegespräche mit vertrauten und dazwischen immer wieder Bilder körperlicher Vergnügungen. Sehr plastisch und kaum eine mögliche Spielart auslassend. Mal in der Gestalt von Menschen, mal Drachen und verdrehte Geschöpfe des Warp. <br />
Ad`razbe hatte für all diese Kunst freilich keinen Blick, was heute nicht daran lag, dass er die Ikonographie mehr oder minder auswendig kannte. Er durchmaß die Kammer und schlug den Vorhang zu den Räumen der Reinigung beiseite. <br />
Hier fand er den ersten Toten.<br />
<br />
Ein fettleibiger Mann mit dunkler Haut. Niemanden den er kannte, sollte heißen niemand der direkt zum Kult gehörte. Vermutlich ein einflussreicher Gast, der genügend Mittel und Beziehungen sein Eigen nennen konnte, um an einer der nächtlichen, internen Orgien teilzunehmen. Er saß auf einer der Bänke, ein Leinentuch um die Hüften geschlungen. Der weiße Stoff hatte sich mit Blut voll gesaugt. Der leere Blick der Leiche war in erstarrtem Entsetzen auf die klaffende Wunde in seiner Brust gerichtet, die seinem Leben ein Ende bereitet hatte. <br />
Die kleine Hoffnung, dass sich hier der Kult einen Fauxpas geleistet hatte und die unteren Tore nur verschlossen waren um diesen in Ruhe beheben zu können, zerschlugen sich, als er um eine abschirmende Säule herum trat. Zwei weitere Gemordete, beide zur Dienerschaft der Seherin zählend. Die eine war Reva, eine freigekaufte Sklavin, die sich auf die Erfüllung simpler Gelüste verstanden hatte. Ihr fehlte ein Arm und der hübsche Leib war von der Schulter bis zur Hüfte gespalten. Sie klappte regelrecht auseinander. Welch ein Vieh konnte solch einem zarten Leib etwas derartiges antun und dazu noch mit derartiger Kraft? Den anderen Toten, einen Mann, konnte er auf die Schnelle nicht erkennen, da sein Kopf fehlte. Vermutlich unter die hölzernen Schränke an der Wand gerollt. <br />
Ad`razbe sinnierte, ob vielleicht die Diener des Khorne die alte Rivalität der Götter auf diese Art austragen würden? Die Brutalität hätte gepasst, doch die Heimtücke stand ihnen nicht an. Auch wären sie kaum unbehelligt durch den Zugang vom Palast aus ins Innere gelangt. Es sei denn, jemand hätte ihnen diesen Zutritt gewährt. <br />
An den durchquerten Raum schloss sich eine Wendeltreppe nach oben an. Ihrer Windung folgend, gelangte er in die große Kammer. Zu den offiziellen Zeiten konnten sich hier jene, die gewisse, entscheidende Kriterien erfüllten, der Zerstreuung hingeben, während sie auf die Deutung ihrer persönlichen Weissagung warteten. Des nächtens zelebrierte hier der Kult seine Hingabe an den Prinzen. Diese Stätte der Sinnesfreuden und der deliziösen Erinnerungen für Ad`razbe hatte sich in ein Schlachthaus verwandelt und war schändlich entweiht. Nicht weil hier Blut geflossen war. Diese Mauern kannten auch Exzesse dieser Art. Aber das es in sinnloser Zerstörungswut und nicht zum Zwecke des Lustgewinnes vergossen wurden war, das war der eigentliche Frevel. <br />
Immerhin wurde ihm ein Quäntchen Genugtuung vergönnt, denn immerhin hatten sich die Seinen hier zur Wehr gesetzt. In der Luft hing noch der typische Geruch abgefeuerter Laserwaffen. Ein absonderliches Aroma von verbrannter Luft, wie es nur diese Art von Mordgeräten hervorzubringen im Stande waren. Diese Note überlagerte andere Gerüche. Luftparfüm, Räucherwerk und den unverkennbaren Gestank des Todes. Blut und entleerte Gedärme, offen liegendes Fleisch. <br />
Im viereckigen, zentral gelegenen Bade- und Schwimmbecken trieben zwei Körper mit den Gesichtern nach unten. Das Wasser hatte sich rot gefärbt, ebenso die die weißen Blütenblätter, die man zur Labsal dazu gab. <br />
Überall lagen Tote, Blut bedeckte die Wände Steinbänke und Tische waren umgeworfen, vergossener Wein mischte sich mit trocknenden Körperflüssigkeiten. Ein paar der Kultisten umkrallten noch Waffen. Pistolen und zeremonielle Schwerter, Speere und Dolche. Doch genützt hatte keinen etwas seine Bewaffnung. Von toten Feinden fand Ad`razbe derweil keine Spur. Hatten die Angreifer ihre eigenen Verluste mit sich genommen? <br />
Diese Frage stellte er hinten an, als er sich einen Weg bahnte, weite Schritte über herumliegende Gegenstände und abgetrennte Körperteile machte. Sein Ziel war der reich verzierte Torbogen, hinter dem eine weitere Treppe ihn in das Stasisgemach der Seherin führen würde. So schwer umkränzten Befürchtungen sein Haupt, dass er nicht daran dachte eine der herumliegenden Waffen aufzuheben oder auch nur den Klingenreif an seinem Gürtel zu ziehen.<br />
Er fand die hölzernen Türen zum Allerheiligsten aufgesprengt, zerschlagen und zersplittert. Direkt dahinter das weiche Lager des Mediums, welches die Einflüsterungen der schlafenden Seherin aus ihren Träumen fischte und zu Weissagungen formte. Nackt und mit gebrochenem Genick, lag sie auf ihrem Diwan. Das blinde Mädchen hatte nicht einmal erahnt, was über sie gekommen war. Ad`razbe umrundete ihr Podest und verließ den Bereich, der Bittstellern zugedacht war. Im Durchgang hinter der Erhöhung des Mediums lag Koras, der hünenhafte Wächter des Heiligtums. So tot wie alle anderen, sein mächtige Schwert gesplittert wie die Pforte. <br />
Als der Paladin der Seherin nun in das Innerste trat, zügelte er seinen hastigen Schritt. Das gebot nicht nur die Ehrfurcht, sondern auch die Gewohnheit, mit welcher er sich in dieser Halle zu bewegen pflegte. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nein!</span></span> Flüsterte er leise und unendlich gequält. Von dem steinernen Altar, auf welchem die schlafende Göttin ruhte, spann sich ein rotes Spinnennetz, färbte den weißen Marmor in der Farbe des Todes. Die Kabel der antiken Stasisapperatur waren achtlos herausgerissen und klebten nun in der Pfütze, die sich wie ein Saum um den Sockel gesammelt hatte. Der Raum war bis auf den Altar und einen unscheinbaren Seitentisch, für Gerätschaften zur Pflege, stets absolut leer, unverziert und schon beinahe klinisch rein gewesen. <br />
Jetzt lagen auf dem kleinen Tisch ein wuchtiger, schwarzer Helm und gepanzerte Handschuh von der gleichen Farbe. Diese Dinge nahmen sich so unbeschreiblich hässlich und fehl am Platze aus, das es Ad`razbe fast körperlich schmerzte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Er wollte es mit seinen eigenen Händen tun.</span> zuckte es durch seinen Geist, während er den Altar gemessenen Schrittes umrundete und das zu ignorieren versuchte, was auf der Steinplatte lag, aufgebrochen und kalt. Hätte er neben den Devotionalien auf dem Tisch noch einen Beweis für den schrecklichen Verdacht gebraucht, denn er so krampfhaft zu leugnen versucht hatte, so hätte er sich neben der Tür gefunden. Dort war der zweite Wächter, die einstmals geschmeidige und reizbare Aleyna mit einer schwarzen Stachelaxt an die Marmorwand genagelt wurden. Natürlich kannte er die Waffe ebenso, wie diese Art einen unterlegenden Gegner noch im Tode zu erniedrigen. <br />
Eigentlich hätte es der letzten drei Schritte nicht mehr bedurft, welche die Umrundung des Altars beendeten und den Fürsten Rasankurs in Sicht kommen ließen. Er saß auf dem Boden, die Hände auf den Gelenken auf die Knie gebettet. Von den entblößten Fingern war Blut getropft, inzwischen längst geronnen. Auch sein Gesicht war blutbeschmiert. Die untere Hälfte um den Mund im Besonderen. <br />
Der Schwarze Drachen starrte auf den Boden wo das Blut von seinen Händen sinnlose Zeichen gezeichnet hatte. Er schien den Paladin nicht einmal zu bemerken. Der versuchte das Gesehene zu erfassen, den Schrecken zu begreifen. Nicht das Blut und die Verstümmelungen stießen ihn ab, sondern der schiere Frevel dieser Tat. Kogan bemerkte ihn, blickte kurz zu ihm, ohne den Kopf zu heben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ad`razbe!</span> Wie ein Schläfer, der aus tiefem Traum erwacht. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ist es schon Tag?<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><br />
Was habt ihr getan?</span></span>Aufflackernde Wut rang nun mit seiner Verzweiflung.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hat es draußen geregnet? Ich meine es müsste geregnet haben.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Was habt ihr getan? </span></span> Jedes Wort herausgepresst und von den schmucklosen Wänden zurückgeworfen. Der Fürst sah ihn nun an, als bemerke er ihn zum ersten Mal wirklich. Wie man ein Insekt bemerkt, dessen entnervendes Summen nicht durch bloßes Fortscheuchen abzustellen ist. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Getan? <br />
Was ich tun musste. Was sie mir zu tun geraten hätte, wäre sie noch hier um Rat zu geben.</span> Er gestikulierte Schwach in die Richtung des Altars, wo die aufgebrochenen und ausgeweideten Reste toten Fleisches lagen.<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ihr habt sie getötet.</span></span> Jetzt hob Kogan ruckartig den Kopf und als sich seine Züge verzerrten, entmenschlichte das die Kombination aus weißer Haut und roter Bemalung noch zusätzlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Getötet? Was weißt du vom Töten, kleiner Mann? Du nimmst jemanden das Leben und meinst dich auf das Töten zu verstehen. Du bist ein Kind, das Morden spielt. <br />
Wenn du jemanden auslöschst und dir all der Stränge bewusst bist, die du damit durchschneidest, all der Möglichkeiten und der Dinge die sein könnten, dann beginnst du die Natur des Tötens zu verstehen. Ich sehe all das inzwischen und die Kausalität trägt mich wie eine Welle. <br />
Eine Welle aus zerbrochenem Glas.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Was versucht ihr euch da schön zu reden? Ihr habt die Seherin... eure Gefährtin geschändet.</span></span> In einem Impuls griff er nach dem Klingenreif an seinem Gürtel. Der Fürst sah es und hob mitleidig einen Mundwinkel. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wirklich? <br />
Hier? <br />
An jedem anderen Ort hätte ich dir sogar eine Chance eingeräumt, aber hier wäre es eine Farce. Die Stadt will nicht das ich ihr verloren gehe.</span> Ad`razbe schmeckte die bittere Wahrheit auf der Zunge und nahm die Finger von der Waffe. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Aber warum?</span> </span>Er fragte, nicht weil es ihn wirklich interessierte. Welche Erklärung der Wahnsinnige auch immer geben mochte, welche moralische Überlegenheit er sich zurecht gebastelt hatte, die Seherin war tot und der Einblick in die jenseitige Welt mit ihr. <br />
Er fragte wie eine Komparse in einem Drama, von dem die Frage nach Skript verlangt wurde.     <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Es war eine Gelegenheit. Eine Gelegenheit eine alte Schuld zu begleichen indem ich neue auf mich lade.</span> Er schien sich in einen Monolog hineinzusteigern. Ad`razbe kannte diese Attitüde bereits von früheren Gelegenheiten. Über lange Zeitspannen hinweg schweigsam und in sich gekehrt, neigte der Schwarze Drachen zuweilen dazu zu schwadronieren. Ad`razbe hatte den Eindruck, dass dies weniger dazu geschah anderen Sachverhalte zu erklären, als vielmehr seine eigenen, vorweg greifenden Gedanken durch Artikulieren zu sortieren und für ihn selber auf eine weniger wirre Art verständlich zu machen. Sollte es stimmen, dass der Geist des Fürsten mit dem Erinnerungsbrei der gesamten, einstmaligen Stadt verklebt war, so erschien es geradezu erstaunlich, dass diese simple Methode genügte um sich zu sortieren.                 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich dachte ich hätte den Dämon damals genarrt, als ich ihm die übermenschliche Stärke abhandelte, die meinen Leib über den anderer Männer erhebt. <br />
Aber der Narr war ich. <br />
Priest, dieser verfluchte Hexer, war Herold oder besser noch Eintreiber dieser alten Schuld. Sein Auftauchen war eben sowenig Zufall wie die anderen Dinge, die er mir offenbarte. <br />
Das Chaos verlangt Tribute, die zu geben schmerzhaft sind, Ad`razbe. <br />
Es gibt keinen einfachen Schritt auf dieser Straße. Mein Werden verlangt große Opfer, das zu begreifen, es über bloße Worte hinaus wirklich zu begreifen, hat gedauert. <br />
Sie hatte es gewusst. Von Anfang an. Aber ich war zu sehr Mensch um zu sehen. Als sie mich der Stadt geopfert hat, da hätte ich es erkennen können. <br />
Nun, besser spät als nie, nicht wahr?<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Ihr habt das Tor zugeworfen. <br />
Wie sehen die andere Seite nicht mehr, sind abgeschnitten.</span><br />
<br />
Nicht zugeworfen, die Läden und Einfassungen herausgerissen. Es aufgestoßen.</span> Er legte den Kopf schräg als lausche er auf ferne Geräusche.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Ich höre die andere Seite zwitschern und singen. Ganz dicht hinter unserer Wahrheit. <br />
Ich war gefangen in Rasankur, musst du wissen. Die Stadt ist erwacht, doch was sollte nun werden? Eine Zuflucht für die Verlorenen und Verdammten? Das ist eine profane Aufgabe für einen solchen Ort.<br />
Jetzt erkenne ich es. Es war nur die Initialzündung, der erste Funke der an das Reisig gelegt wurde.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Ihr habt das Einzige zerstört, was diese Stadt Neues und Prachtvolles seit der Erweckung hervorgebracht hat. <br />
</span><br />
Ich habe es nicht zerstört. </span>Er erhob sich jetzt und die besonnende Stimme hatte wieder den dröhnenden Befehlston angenommen, den man mit ihm zu assoziieren pflegte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich habe eine Entwicklung zu ende gebracht, die schon lange überfällig war.</span> Wie ein Berg richtete sich die massige Gestalt zu voller Größe auf, ragte über Ad`razbe empor. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und nun habe ich mich genügend gegenüber einem Sterblichen gerechtfertigt. Zieh deine Waffe, so du die Vernichtung anstrebst. Andernfalls geh mir aus dem Weg. <br />
Suche dir eine neue Funktion oder verlasse die Stadt. Beides stelle ich dir im Großmut dieses schweren Augenblickes frei. <br />
Dein Kleiner Kult jedenfalls, der sich um das Andenken meiner Gefährtin gescharrt hat wie ein Rudel Hyänen ist zerschlagen. </span> Er schritt um den Altar, der zur Schlachtbank gemacht worden war, herum und setzte den ausladenden Helm auf sein Haupt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Turm wird gereinigt werden und anderen, profanen Zwecken zugewiesen. <br />
Du bist seit diesem Morgen ein Relikt, Ad`razbe.</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die harte Stunde zwischen der kalten Wüstennacht und der brüllenden Hitze des Tages, resümierte Ad`razbe und rieb sich den Nacken. <br />
Hart deswegen, weil sie die großen Ideen und hehren Reden einer Rausch geschwängerten Nacht zu dem zusammen zustutzen pflegte, was sie letztlich waren, Gerede. Das gnadenlose und wenig poetische Licht dieser Stunde entlarvte vieles, was sich Mondschein noch wie opulente Gedanken ausgenommen hatte. <br />
Nun ja, ein Gutes hatte diese gestrenge Richterin und das war die Kühle ihres Wesens. Der sachte Wind tat ihm gut und vertrieb die Schatten von Drogen und Alkohol allmählich. <br />
Er fühlte sich nicht gut, auch wenn man nicht erleben würde, dass sich ein solcher Zustand auf sein Äußeres auswirken würde. Als Paladin der Seherin und als Mann von gewissem Ruf, konnte er sich eine solche Blöße nicht geben. So würde ein über die Maßen penibler Beobachter auch jetzt höchstens leicht gerötete Augen feststellen, sowie einen Gang, der etwas weniger geschmeidig ausfiel als üblich. Weder an seiner Rüstung, noch an seinen Haaren oder der Haut war ein Makel festzustellen. In der Kunst, die eigene Erscheinung durch Anstrengung und Können unangestrengt und beiläufig perfekt aussehen zu lassen, hatte er es zur Meisterschaft gebracht. <br />
Die Orgie der letzten Nacht war allemal nicht so epochal gewesen, dass sie seine Pflichten beeinflusst hätte. <br />
Als Paladin der schlafenden Seherin oblag es ihm, die Medien zu konsultieren und zu entscheiden, welcher ihrer Sprüche durch die Schlafende beeinflusst war, welcher direkt von den Göttern stammte und welcher schlicht dem Wahnsinn entsprang. Hinzu kam, natürlich gänzlich inoffiziell, die schwere Bürde zu entscheiden, welche Orakelweissagung so abgeändert werden musste, dass sie dem Kult und vor allem ihm selbst gewisse Vorteile verschaffte. Alles immer ganz dezent, diskret und mit dem im Blick, was auch die Seherin gewollt hätte. <br />
Der Paladin erlaubte sich eine kleine Abweichung von der üblichen Route zum Turm der Seherin und machte Zwischenstopp bei Gurni. Dort bekam er auch zu so früher Stunde schon einen kräftigen Tee, den eine Priese Staub aufwertete. In zu geringer Dosierung verschwendet, in zu hoher tödlich, war Staub, von einem Fachmann beigemischt, die ideale Droge um die faden Gespenster der gestrigen, bewusstseinsverschiebenden Verwandten des Giftes zu verjagen. Er nahm einen Schluck reckte sich und spürte, wie neue Energie in seine Adern schoss, wie die Dinge an neuerlicher Schärfe gewannen, Schwung in ihn und damit in den jungfräulichen Tag kam.<br />
Ein Elan den er brauchen konnte, denn als er vor den Toren des Turmes anlangte, hatte sich dort bereits eine kleine Menschengruppe versammelt, die ihren Unmut noch im Zaum hielt, aber nicht weit davon entfernt schien, diese Zügel fahren zu lassen. <br />
Die hohen Flügeltore waren noch geschlossen. <br />
An sich eine Unmöglichkeit, denn nach den rituellen Regeln musste der Zugang gewährt werden, sobald der erste Sonnenstrahl auf das Alabasterweiß des Portals traf. <br />
Die Gläubigen konnten dann einzeln eintreten, der rituellen Waschung frönen und schließlich in den Bädern darauf hoffen, dass ihnen das Wort der Seherin heute teilhaftig wurde. So war es, seit die göttliche Seherin schlief, undenkbar darin aus Nachlässigkeit zu säumen. <br />
Ad`razbe argwöhnte Schlimmes. Er schob sich schnellen Schrittes durch die Menge, einige murrten, andere erkannten den Paladin und machten ihm Platz. Vor dem Portal standen zwei der Kult Diener in ihren fließenden, weißen Gewändern. <br />
Kurz nach Entstehen der organisierten Anbetung, hatten die Diener vor dem Tor Latex getragen, ganz so wie es ihnen die wandelnde Seherin vorgelebt hatte. Doch schnell hatte sich herauskristallisiert, dass dies die denkbar unzweckmäßigste Kleidung für den Dienst in der prallen Sonne der Wüste darstellte. Also hatte man zu knapper Stoffbekleidung gewechselt, was zwar Erleichterung geschaffen, aber die Haut der Sonne weiterhin ausgesetzt hatte. Letztlich war nur die jetzige lange Kleidung geblieben. Nötig gewiss, doch rein vom ästhetischen Gesichtspunkt her eine Schande. Denn er wusste nur zu gut, was die Stoffe von Marralas Leib verhüllten. <br />
Kein Privileg seiner Position, sondern eines, welches die Anbetung des Prinzen des Chaos mit sich brachte. Die Diener Khornes schlachteten gemeinsam und untereinander, die Gefolgsleute Tzeentchs teilten sich den Staub ihrer Bibliotheken, die Jünger Nurgels verrotteten gemeinsam und die Kinder Slaanesh trieben es eben miteinander wie die Karnickel. Zugegeben, das vereinfachte die Sache etwas sehr stark, doch alles in allem war es eine Begleiterscheinung der Anhängerschaft, die den anderen meist vorzuziehen war.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Was geht hier vor?</span></span> Verlangte er von Marrala zu wissen. Sie erkannte ihn und Erleichterung stahl sich auf ihre Züge. Sie kam auf ihren kurzen, aber wohl geformten Beinen zu ihm gelaufen. Die Frau war kaum größer als Eins fünfzig und musste zu ihm aufblicken. <br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ad`razbe, voll der Gnade und Wonne, Dank sei dreifach dem Prinzen gekreischt. Verzweiflung ertränkt mir den Sinn, Geliebter in Wort und Berührung.</span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Das du verzweifelt bist sehe ich liebe Marrala.</span></span> Er bemühte sich darum die Haltung zu wahren, die Versammelten nicht noch zusätzlich aufzubringen, indem er den Torwächtern eine Szene machte. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und glaube mir, so sehr ich auch sonst diesen Ausdruck auf deinem hübschen Gesicht zu schätzen weiß, bitte ich dich doch mit Nachdruck darum mir zu sagen was vor sich geht und mich nicht mit Offensichtlichem zu martern. </span><br />
<br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color">Wenn ichs nur wüsst, oh Wonnenvoller. Der geschickte Gühm und ich kamen vor etwa einer halben Stunde zum Ort unserer heutigen Einteilung. Aber verschlossen war das Tor als wäre Mutter Nacht noch Herrin über das Land. Alles Klopfen und Jammern war ganz vergebens und als die ersten Flehenden kamen, galt all unser Streben sie auf Abstand zu halten. Nicht das sie uns das Tor zerkratzen. Sie sind noch nicht gereinigt. </span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Gutes Kind! </span></span>Er schob ihr die Hand unter die Kapuze und legte ihr die Finger an die Wange. Sichtlich genoss sie diese Zuwendung. <span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich werde zu den Bittstellern sprechen und alsdann erkunden, was die Ursache dieses unerhörten Affront ist.</span><br />
<br />
<span style="color: skyblue;" class="mycode_color">Der Segen des schönsten der Götter liegt auf euch. Mein Dank und meine Unterwerfung. </span><br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Beides wird bei Zeiten eingefordert. </span></span>Versprach er und wandte sich dann an die Versammelten.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Liebe Freunde, was soll der Aufstand an einem derart schönen Morgen? Ihr entweiht nicht nur den jungen Tag, sondern auch die Schwelle dieses heiligen Ortes.</span></span><br />
<br />
Ein hoch aufragender Krieger aus den Reihen der Rasankuri gebärdete sich als Rädelsführer. Seine Zugehörigkeit zu Slaanesh ließ sich durch die sorgsam polierten Oberflächen seiner Rüstung erahnen, die das frühe Licht einfingen und gleißend zurückwarfen. <br />
<br />
<span style="color: firebrick;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwei mal zehn Tage verbringe ich jede freie Minute im Turm und warte darauf, das die Seherin mich in ihren Träumen erblickt. Nun sagen mir meine eigenen Träume, dass es soweit ist und ich stehe vor verschlossenen Toren.</span> </span>Zustimmendes Gemurmel ringsum, da sich jeder der Anwesenden für auserwählt und würdig einer göttlichen Beachtung wähnte. <span style="color: firebrick;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verweigert ihr mir den Zutritt, so stellt ihr euch gegen den Willen des Prinzen.</span></span> Wieder Bejahung aus der Gruppe. Dieses Mal vehementer.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ihr bezichtigt uns, den Willen der Seherin und des Prinzen nicht unterworfen zu sein? In eurer geblendeten Arroganz argwöhnt ihr Intrige und seht nicht die wahrhaft großen Dinge, die geschehen. Wenn euch die Türen verschlossen bleiben, so einzig und allein, weil Gewaltiges vor sich geht. Eine Prophezeiung wird Verkündet, die keinerlei Einmischung erlaubt. Was für einen anderen Grund sollte es geben, ihr Narren? Wenn ihr also darauf besteht die Siegel zu brechen, gar mit Gewalt einzudringen, dass seid ihr es, die sich in den Augen des Schönen versündigen. So sehr er die Sünde und das Extrem ansonsten auch liebt, wäre es hier und jetzt euer Untergang. Also zügelt oder sein Zorn soll euch niederstrecken.</span></span> Das sorge für betretene Mienen. Die Widerworte ebbten nicht völlig ab, wurden jedoch leiser und einige der Anwesenden trollten sich gar um ihr Glück später zu versuchen.   <br />
Ad`razbe nickte Marrala zu und lenkte dann seine Schritt schnurstracks Richtung Palast. Dieser Morgen war gerade unerfreulich geworden.<br />
<br />
Er ging jetzt schneller, bemüht nicht zu rennen, um den Nachstehenden nicht weitere Nahrung für ihre Spekulationen zu liefern. Gleichwohl warf er den Tonbecher mit Tee fort und beschleunigte seine Schritte, kaum dass er ein paar Straßenbiegungen hinter sich gebracht hatte. <br />
Sein Stand beim Herren Rasankurs war dieser Tage nicht der beste. Ein Unmut, der sich nicht durch Zorn äußerte. Schlimmer als das, durch Nichtbeachtung. <br />
So war es auch Pestor ergangen und gegen Magal hegte der Fürst inzwischen offenes Misstrauen. Allein Naradas schien zuweilen noch die Aufmerksamkeit des Schwarzen Drachens erhaschen zu können. Nichtsdestotrotz hatte sein Name noch Gewicht im Palast und die Wachen ließen ihn passieren. Sie salutierten nicht, das wäre zu viel verlangt von der Disziplin einer Chaosarmee. Wenn sie es ab und an doch taten, dann eher um zu verspotten, denn um zu ehren. <br />
Die beiden Krieger vor dem Eingang taten nichts dergleichen, auch wenn Ad`razbe den unbestimmten Eindruck hatte, sie würden unter ihren hämisch feixenden Dämonenmasken tatsächlich über ihn lachen.                     <br />
Es gab eine nicht öffentlichen Zugang zum Turm in Form einer schmalen Brücke. Diese verlief zwischen Palast und Turm. Ursprünglich war sie dazu gedacht dem Fürsten persönliche Besuche zu erleichtern, doch nachdem diese Besuche spärlicher wurden, lag die eigentliche Aufgabe eher darin, die Bedürfnisse des Turms vom Palast aus zu befriedigen. Speisen und Getränke in erster Linie, doch natürlich auch gewährleistete Besuche von Persönlichkeiten, die auf ihre Diskretion bedacht waren. <br />
Ad`razbe nahm zwei Stufen auf einmal, als er die Treppe erklomm und durch die Korridore eilte. <br />
Der Palast wurde von einem Heer aus Bediensteten bewirtschaftet und doch erzeugte die Anlage, durch ihre schiere Größe, den Eindruck eines Verlassenseins. Säle und Räume, in welchen man eindeutige Nutzung erkennen konnte, wechselten sich mit Räumen ab, die scheinbar seit Jahren von niemanden betreten wurden waren, um auch nur den Staub fort zu wischen. Der Paladin erreichte den Zugang zur Brücke, straffte sich, vollführte ein kurzes Mantra, um Atmung und Puls zu beruhigen. <br />
Sollte sich doch alles als großes Missverständnis herausstellen, wollte er sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben, indem man ihm Aufregung und Besorgnis an sah. Er drückte gegen die Flügeltüren und stellte erleichtert fest, dass sie nicht verschlossen waren. Die Brücke lag vom ebenerdigen Eingang abgewandt und so konnte er ohne das Risiko der Entdeckung von unten passieren. Auch der Gegenpart zur Tür auf der Palastseite zeigte sich nicht verriegelt.<br />
Ad`razbe trat in das kühle Innere.<br />
<br />
Diese Zwischenkammer war ganz in Weiß gehalten, auch wenn den Marmor goldene Adern durchzogen. Gerade so dünn und unaufdringlich, dass die Schwelle von Prunk zu Kitsch nicht übertreten wurde. In den weißen Stein waren dunkle Einlegearbeiten eingefügt wurden. Simultan zu den Bildnissen in der Empfangskammer unten, wenn dort auch in sehr viel größerer Ausführung. <br />
In einer Nachahmung der ikonenaritge versinnbildlichen Bildschrift des alten Rasankurs, wurde hier die leitende Weisheit der Seherin verherrlicht. Der Fürst in seiner ursprünglichen Form, als halb wilder Krieger, dem Tier näher als dem Mensch. Die Szene wie er er die Seherin zu seiner Gefangenen machte, durch komplizierte Abstrahierung auf dem Kopf dargestellt. Eine Metapher auf die Kernfrage, wer an diesem entscheidenden Punkt wen gefangen nahm. Geistige und körperliche Vorbereitung des Mannes auf die Rolle als Avatar der Stadt und göttliches Wesen in Gestalt des Drachen. Schlachtszenen, Zwiegespräche mit vertrauten und dazwischen immer wieder Bilder körperlicher Vergnügungen. Sehr plastisch und kaum eine mögliche Spielart auslassend. Mal in der Gestalt von Menschen, mal Drachen und verdrehte Geschöpfe des Warp. <br />
Ad`razbe hatte für all diese Kunst freilich keinen Blick, was heute nicht daran lag, dass er die Ikonographie mehr oder minder auswendig kannte. Er durchmaß die Kammer und schlug den Vorhang zu den Räumen der Reinigung beiseite. <br />
Hier fand er den ersten Toten.<br />
<br />
Ein fettleibiger Mann mit dunkler Haut. Niemanden den er kannte, sollte heißen niemand der direkt zum Kult gehörte. Vermutlich ein einflussreicher Gast, der genügend Mittel und Beziehungen sein Eigen nennen konnte, um an einer der nächtlichen, internen Orgien teilzunehmen. Er saß auf einer der Bänke, ein Leinentuch um die Hüften geschlungen. Der weiße Stoff hatte sich mit Blut voll gesaugt. Der leere Blick der Leiche war in erstarrtem Entsetzen auf die klaffende Wunde in seiner Brust gerichtet, die seinem Leben ein Ende bereitet hatte. <br />
Die kleine Hoffnung, dass sich hier der Kult einen Fauxpas geleistet hatte und die unteren Tore nur verschlossen waren um diesen in Ruhe beheben zu können, zerschlugen sich, als er um eine abschirmende Säule herum trat. Zwei weitere Gemordete, beide zur Dienerschaft der Seherin zählend. Die eine war Reva, eine freigekaufte Sklavin, die sich auf die Erfüllung simpler Gelüste verstanden hatte. Ihr fehlte ein Arm und der hübsche Leib war von der Schulter bis zur Hüfte gespalten. Sie klappte regelrecht auseinander. Welch ein Vieh konnte solch einem zarten Leib etwas derartiges antun und dazu noch mit derartiger Kraft? Den anderen Toten, einen Mann, konnte er auf die Schnelle nicht erkennen, da sein Kopf fehlte. Vermutlich unter die hölzernen Schränke an der Wand gerollt. <br />
Ad`razbe sinnierte, ob vielleicht die Diener des Khorne die alte Rivalität der Götter auf diese Art austragen würden? Die Brutalität hätte gepasst, doch die Heimtücke stand ihnen nicht an. Auch wären sie kaum unbehelligt durch den Zugang vom Palast aus ins Innere gelangt. Es sei denn, jemand hätte ihnen diesen Zutritt gewährt. <br />
An den durchquerten Raum schloss sich eine Wendeltreppe nach oben an. Ihrer Windung folgend, gelangte er in die große Kammer. Zu den offiziellen Zeiten konnten sich hier jene, die gewisse, entscheidende Kriterien erfüllten, der Zerstreuung hingeben, während sie auf die Deutung ihrer persönlichen Weissagung warteten. Des nächtens zelebrierte hier der Kult seine Hingabe an den Prinzen. Diese Stätte der Sinnesfreuden und der deliziösen Erinnerungen für Ad`razbe hatte sich in ein Schlachthaus verwandelt und war schändlich entweiht. Nicht weil hier Blut geflossen war. Diese Mauern kannten auch Exzesse dieser Art. Aber das es in sinnloser Zerstörungswut und nicht zum Zwecke des Lustgewinnes vergossen wurden war, das war der eigentliche Frevel. <br />
Immerhin wurde ihm ein Quäntchen Genugtuung vergönnt, denn immerhin hatten sich die Seinen hier zur Wehr gesetzt. In der Luft hing noch der typische Geruch abgefeuerter Laserwaffen. Ein absonderliches Aroma von verbrannter Luft, wie es nur diese Art von Mordgeräten hervorzubringen im Stande waren. Diese Note überlagerte andere Gerüche. Luftparfüm, Räucherwerk und den unverkennbaren Gestank des Todes. Blut und entleerte Gedärme, offen liegendes Fleisch. <br />
Im viereckigen, zentral gelegenen Bade- und Schwimmbecken trieben zwei Körper mit den Gesichtern nach unten. Das Wasser hatte sich rot gefärbt, ebenso die die weißen Blütenblätter, die man zur Labsal dazu gab. <br />
Überall lagen Tote, Blut bedeckte die Wände Steinbänke und Tische waren umgeworfen, vergossener Wein mischte sich mit trocknenden Körperflüssigkeiten. Ein paar der Kultisten umkrallten noch Waffen. Pistolen und zeremonielle Schwerter, Speere und Dolche. Doch genützt hatte keinen etwas seine Bewaffnung. Von toten Feinden fand Ad`razbe derweil keine Spur. Hatten die Angreifer ihre eigenen Verluste mit sich genommen? <br />
Diese Frage stellte er hinten an, als er sich einen Weg bahnte, weite Schritte über herumliegende Gegenstände und abgetrennte Körperteile machte. Sein Ziel war der reich verzierte Torbogen, hinter dem eine weitere Treppe ihn in das Stasisgemach der Seherin führen würde. So schwer umkränzten Befürchtungen sein Haupt, dass er nicht daran dachte eine der herumliegenden Waffen aufzuheben oder auch nur den Klingenreif an seinem Gürtel zu ziehen.<br />
Er fand die hölzernen Türen zum Allerheiligsten aufgesprengt, zerschlagen und zersplittert. Direkt dahinter das weiche Lager des Mediums, welches die Einflüsterungen der schlafenden Seherin aus ihren Träumen fischte und zu Weissagungen formte. Nackt und mit gebrochenem Genick, lag sie auf ihrem Diwan. Das blinde Mädchen hatte nicht einmal erahnt, was über sie gekommen war. Ad`razbe umrundete ihr Podest und verließ den Bereich, der Bittstellern zugedacht war. Im Durchgang hinter der Erhöhung des Mediums lag Koras, der hünenhafte Wächter des Heiligtums. So tot wie alle anderen, sein mächtige Schwert gesplittert wie die Pforte. <br />
Als der Paladin der Seherin nun in das Innerste trat, zügelte er seinen hastigen Schritt. Das gebot nicht nur die Ehrfurcht, sondern auch die Gewohnheit, mit welcher er sich in dieser Halle zu bewegen pflegte. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nein!</span></span> Flüsterte er leise und unendlich gequält. Von dem steinernen Altar, auf welchem die schlafende Göttin ruhte, spann sich ein rotes Spinnennetz, färbte den weißen Marmor in der Farbe des Todes. Die Kabel der antiken Stasisapperatur waren achtlos herausgerissen und klebten nun in der Pfütze, die sich wie ein Saum um den Sockel gesammelt hatte. Der Raum war bis auf den Altar und einen unscheinbaren Seitentisch, für Gerätschaften zur Pflege, stets absolut leer, unverziert und schon beinahe klinisch rein gewesen. <br />
Jetzt lagen auf dem kleinen Tisch ein wuchtiger, schwarzer Helm und gepanzerte Handschuh von der gleichen Farbe. Diese Dinge nahmen sich so unbeschreiblich hässlich und fehl am Platze aus, das es Ad`razbe fast körperlich schmerzte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Er wollte es mit seinen eigenen Händen tun.</span> zuckte es durch seinen Geist, während er den Altar gemessenen Schrittes umrundete und das zu ignorieren versuchte, was auf der Steinplatte lag, aufgebrochen und kalt. Hätte er neben den Devotionalien auf dem Tisch noch einen Beweis für den schrecklichen Verdacht gebraucht, denn er so krampfhaft zu leugnen versucht hatte, so hätte er sich neben der Tür gefunden. Dort war der zweite Wächter, die einstmals geschmeidige und reizbare Aleyna mit einer schwarzen Stachelaxt an die Marmorwand genagelt wurden. Natürlich kannte er die Waffe ebenso, wie diese Art einen unterlegenden Gegner noch im Tode zu erniedrigen. <br />
Eigentlich hätte es der letzten drei Schritte nicht mehr bedurft, welche die Umrundung des Altars beendeten und den Fürsten Rasankurs in Sicht kommen ließen. Er saß auf dem Boden, die Hände auf den Gelenken auf die Knie gebettet. Von den entblößten Fingern war Blut getropft, inzwischen längst geronnen. Auch sein Gesicht war blutbeschmiert. Die untere Hälfte um den Mund im Besonderen. <br />
Der Schwarze Drachen starrte auf den Boden wo das Blut von seinen Händen sinnlose Zeichen gezeichnet hatte. Er schien den Paladin nicht einmal zu bemerken. Der versuchte das Gesehene zu erfassen, den Schrecken zu begreifen. Nicht das Blut und die Verstümmelungen stießen ihn ab, sondern der schiere Frevel dieser Tat. Kogan bemerkte ihn, blickte kurz zu ihm, ohne den Kopf zu heben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ad`razbe!</span> Wie ein Schläfer, der aus tiefem Traum erwacht. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ist es schon Tag?<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><br />
Was habt ihr getan?</span></span>Aufflackernde Wut rang nun mit seiner Verzweiflung.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hat es draußen geregnet? Ich meine es müsste geregnet haben.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Was habt ihr getan? </span></span> Jedes Wort herausgepresst und von den schmucklosen Wänden zurückgeworfen. Der Fürst sah ihn nun an, als bemerke er ihn zum ersten Mal wirklich. Wie man ein Insekt bemerkt, dessen entnervendes Summen nicht durch bloßes Fortscheuchen abzustellen ist. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Getan? <br />
Was ich tun musste. Was sie mir zu tun geraten hätte, wäre sie noch hier um Rat zu geben.</span> Er gestikulierte Schwach in die Richtung des Altars, wo die aufgebrochenen und ausgeweideten Reste toten Fleisches lagen.<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ihr habt sie getötet.</span></span> Jetzt hob Kogan ruckartig den Kopf und als sich seine Züge verzerrten, entmenschlichte das die Kombination aus weißer Haut und roter Bemalung noch zusätzlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Getötet? Was weißt du vom Töten, kleiner Mann? Du nimmst jemanden das Leben und meinst dich auf das Töten zu verstehen. Du bist ein Kind, das Morden spielt. <br />
Wenn du jemanden auslöschst und dir all der Stränge bewusst bist, die du damit durchschneidest, all der Möglichkeiten und der Dinge die sein könnten, dann beginnst du die Natur des Tötens zu verstehen. Ich sehe all das inzwischen und die Kausalität trägt mich wie eine Welle. <br />
Eine Welle aus zerbrochenem Glas.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Was versucht ihr euch da schön zu reden? Ihr habt die Seherin... eure Gefährtin geschändet.</span></span> In einem Impuls griff er nach dem Klingenreif an seinem Gürtel. Der Fürst sah es und hob mitleidig einen Mundwinkel. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wirklich? <br />
Hier? <br />
An jedem anderen Ort hätte ich dir sogar eine Chance eingeräumt, aber hier wäre es eine Farce. Die Stadt will nicht das ich ihr verloren gehe.</span> Ad`razbe schmeckte die bittere Wahrheit auf der Zunge und nahm die Finger von der Waffe. <br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color"><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Aber warum?</span> </span>Er fragte, nicht weil es ihn wirklich interessierte. Welche Erklärung der Wahnsinnige auch immer geben mochte, welche moralische Überlegenheit er sich zurecht gebastelt hatte, die Seherin war tot und der Einblick in die jenseitige Welt mit ihr. <br />
Er fragte wie eine Komparse in einem Drama, von dem die Frage nach Skript verlangt wurde.     <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Es war eine Gelegenheit. Eine Gelegenheit eine alte Schuld zu begleichen indem ich neue auf mich lade.</span> Er schien sich in einen Monolog hineinzusteigern. Ad`razbe kannte diese Attitüde bereits von früheren Gelegenheiten. Über lange Zeitspannen hinweg schweigsam und in sich gekehrt, neigte der Schwarze Drachen zuweilen dazu zu schwadronieren. Ad`razbe hatte den Eindruck, dass dies weniger dazu geschah anderen Sachverhalte zu erklären, als vielmehr seine eigenen, vorweg greifenden Gedanken durch Artikulieren zu sortieren und für ihn selber auf eine weniger wirre Art verständlich zu machen. Sollte es stimmen, dass der Geist des Fürsten mit dem Erinnerungsbrei der gesamten, einstmaligen Stadt verklebt war, so erschien es geradezu erstaunlich, dass diese simple Methode genügte um sich zu sortieren.                 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich dachte ich hätte den Dämon damals genarrt, als ich ihm die übermenschliche Stärke abhandelte, die meinen Leib über den anderer Männer erhebt. <br />
Aber der Narr war ich. <br />
Priest, dieser verfluchte Hexer, war Herold oder besser noch Eintreiber dieser alten Schuld. Sein Auftauchen war eben sowenig Zufall wie die anderen Dinge, die er mir offenbarte. <br />
Das Chaos verlangt Tribute, die zu geben schmerzhaft sind, Ad`razbe. <br />
Es gibt keinen einfachen Schritt auf dieser Straße. Mein Werden verlangt große Opfer, das zu begreifen, es über bloße Worte hinaus wirklich zu begreifen, hat gedauert. <br />
Sie hatte es gewusst. Von Anfang an. Aber ich war zu sehr Mensch um zu sehen. Als sie mich der Stadt geopfert hat, da hätte ich es erkennen können. <br />
Nun, besser spät als nie, nicht wahr?<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Ihr habt das Tor zugeworfen. <br />
Wie sehen die andere Seite nicht mehr, sind abgeschnitten.</span><br />
<br />
Nicht zugeworfen, die Läden und Einfassungen herausgerissen. Es aufgestoßen.</span> Er legte den Kopf schräg als lausche er auf ferne Geräusche.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Ich höre die andere Seite zwitschern und singen. Ganz dicht hinter unserer Wahrheit. <br />
Ich war gefangen in Rasankur, musst du wissen. Die Stadt ist erwacht, doch was sollte nun werden? Eine Zuflucht für die Verlorenen und Verdammten? Das ist eine profane Aufgabe für einen solchen Ort.<br />
Jetzt erkenne ich es. Es war nur die Initialzündung, der erste Funke der an das Reisig gelegt wurde.<br />
<br />
<span style="color: purple;" class="mycode_color">Ihr habt das Einzige zerstört, was diese Stadt Neues und Prachtvolles seit der Erweckung hervorgebracht hat. <br />
</span><br />
Ich habe es nicht zerstört. </span>Er erhob sich jetzt und die besonnende Stimme hatte wieder den dröhnenden Befehlston angenommen, den man mit ihm zu assoziieren pflegte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich habe eine Entwicklung zu ende gebracht, die schon lange überfällig war.</span> Wie ein Berg richtete sich die massige Gestalt zu voller Größe auf, ragte über Ad`razbe empor. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Und nun habe ich mich genügend gegenüber einem Sterblichen gerechtfertigt. Zieh deine Waffe, so du die Vernichtung anstrebst. Andernfalls geh mir aus dem Weg. <br />
Suche dir eine neue Funktion oder verlasse die Stadt. Beides stelle ich dir im Großmut dieses schweren Augenblickes frei. <br />
Dein Kleiner Kult jedenfalls, der sich um das Andenken meiner Gefährtin gescharrt hat wie ein Rudel Hyänen ist zerschlagen. </span> Er schritt um den Altar, der zur Schlachtbank gemacht worden war, herum und setzte den ausladenden Helm auf sein Haupt. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Turm wird gereinigt werden und anderen, profanen Zwecken zugewiesen. <br />
Du bist seit diesem Morgen ein Relikt, Ad`razbe.</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gesindehaus]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=985</link>
			<pubDate>Sat, 06 Aug 2016 19:02:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=212"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=985</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Geruch von Räucherwerk Hang schwer in der Luft und betäubte förmlich die Sinne.<br />
Schwitzende Leiber räkelten sich auf den Boden. Die Musik der Lust erfüllte den Raum. Doch es war nicht die einzige Melodie die man vernehmen konnte. Klänge der Spieler waren zu vernehmen und die Tänzerin stand in mitten alle dem auf einem reich verzierten Podest umgeben von Kerzen.<br />
Die Tänzerin war in einem zarten Tuch gehüllt welches kaum ihre Blöße bedeckte.  Etwas lag in der Luft. Etwas was die Extase steigerte. Die Tänzerin erinnerte sich zurück an das letzte Jahr...</span><br />
<br />
Kondenswasser rann von den Wänden. Abgestanden war die Luft und Flechten bildeten sich bereit an den Steinwänden. Die Höhle wurde künstlich erschaffen allerdings lag es wohl schon eine weile zurück. Nur der Hauptraum zeugte davon das sich einige noch hier her gefunden haben. Fackeln tauchten den Raum in ein Dämmeriges licht. Ein Alter Mann saß abseits auf einem Kissen und beobachtet das geschen in der Mitte. Klingen wurden umhergewirbelt. Es war ein tödlicher Tanz. <br />
Dieser endete gleich darauf in dem die Tänzerin den halt verlor in dem ihr die Beine weg gezogen wurden. Allerdings gab es kein Gegner der dies bewirken konnte. Der Alte lächelte wissend und bei genaueren betrachten war dieser Blind.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Die falschen Schritte....Noch mal..“</span>sprach er mit rauer leiser stimme.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „Langsam habe ich es satt...“</span> knurrte seine Schülerin. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Dann geh..“</span><br />
Der Lehrer lauschte ihren Schritten. Anschein erfrischte sie sich gerade.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Du bist zu ungeduldig...ungeduldig wie ein Krieger des Khorne....“ </span> Kleider raschelten.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „vielleicht liegt es dran das mich mein Lehrmeister zu sehr auf die Probe stellt.“ </span> Ein lächeln huschte über das Gesicht des alten. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Wohl kaum...mach weiter..“</span> Der Tanz begann von neuem...<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Klänge wurden schneller und somit auch ihr Tanz. Einige der umstehenden betrachteten sie genau. Sie sah das verlangen in ihren Augen. Doch sie, würden sie nicht bekommen. Sie hatte andere Ziele. Für die Tänzerin gab es nur den der Macht hatte. Genau dafür hatte sie gelernt.</span><br />
<br />
Auch wenn der Alte nichts sah so Korrigierte er sie immer und immer wieder. Es zehrte an den nerven. Aber der Tanz des dunklen Prinzen sollte Perfekt sein. Perfekt und tödlich. So schön das er diejenigen blendet bevor sie den tot spüren und vor Extase vergehen. Es verlangte viel von dem Tänzern ab. Das ende des Tanzes würde darin bestehen, einen zu besiegen der ebenfalls meinte darin Perfekt zu sein. Es heiß also, das man im Laufe der Ausbildung und selbst dann wenn man sie beendet hatte, erneut geprüft würde. Ob man dann darin bestand war eine andere frage. Versagen wurde mit dem Tod bestraft.  So war das Chaos, es verschlang die schwachen und stärkte die Starken für mehr Macht. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das rauschen des Blutes wurde lauter, es ließ ihren Puls pulsieren. Es wurde still um sie herum. Die Augen lagen weiterhin auf der Tänzerin. Unwichtig waren diese es gab nur einen der wichtig war. Doch der tanze wollte nicht enden. Er endete nie selbst wenn die Musik verklungen war und die stille sich über alle legte. Der dunkel Prinz hielt die Fäden und spielte weiter er war Puppenspieler und Hafenspieler zu gleich.... Langsam brannten die Kerzen herunter und der Geruch im Raum lag noch immer schwer.</span><br />
<br />
Die Klingen kreuzten sich und ein klang von Metall auf Metall erfüllte den Raum mit Musik. Wieder wurden Fäden gespielt und ein Faden würde zum Schluss reißen. <br />
Trotz der Kälte klebte das Seiden Tuch der Tänzer an ihren Leibern. Der Alte blinde lauschte dem Takt andre standen Stumm im Schatten der Fackeln. Nur das klingen des Metalls war zu hören und der Atem der Tänzer. Herrschte stille so konnte man das Tropfen des Wassers hören welches an den Wänden verweilte und sich seinen weg suchte. Mal zaghaft, mal drängend berührten sich die Klingen. Es war nur eine frage der Zeit bis einer der Tänzer einen Fehler machte. Rythmisch waren ihre Bewegungen, als sich die Klinge erneut trafen und die eine den Tanz beendete....<br />
Das Licht des Tages war schon längst vergangen. Die Tänzerin steig leichtfüßig und geschmeidig wie ein Raubtier von dem Podest. Einige der anwesenden gaben sich noch den restlichen Zuckungen der Extase hin. Ohne auch nur eine Person zu berühren schritt sie Richtung Ausgang. Einer der Sklaven schritt zögerlich auf sie zu und reichte ihr einen Kelch süßen Weines. Wärend des tanzes hatte sie nicht bemerkt wie trocken eigentlich ihr Mund war...süß und verlockend war der Wein...<br />
<br />
<br />
Metallisch und dickflüssig war das Blut. Es war noch warm und rann ihr das Kinn herunter.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Trink Schattentänzerin..Dienerin des Dunkeln Prinzen. Löse die Fesseln und empfange sein Geschenk..“</span><br />
Ihr wurde der Becher abgenommen. Dann reichte ihr der Alte das noch warme Herz. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Iss..Folge dem Weg des dunkeln Prinzen...“</span> Die Tänzerin tat wie ihr gehießen. Es war zäh und noch mehr Blut rann ihr über den Körper.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Lausche den verdrehten Worten des Wandlers...“</span> Mit jedem bissen wurde die Sich verschwommener.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color">.“sieh den Verfall des Alten.“</span> Dieser Durst...dieses verlangen...es wurde mehr..der Geschmack von Eisen wurde süß und köstlich...die Muskelfasern zart. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Koste vom Blut des Blutgottes....“</span> Die Tänzerin ging auf die Knie vor dem alten Priester. Sie leckte sich die Finger nach dem Blut.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Spüre die Gegenwart des Göttlichen, Spühre den dunklen Prinzen in deinen Adern in deinem Sein...“</span> Sie spürte ihn, spürte das ziehen in ihrem Rücken. Jeden einzelnen Wirbel.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Sklave begleitet sie zu einen der Waschräume. Dort war schon Wasser vorbereitet. Gut riechende Öle standen auf einer Ablage und frische Tücher waren zum Abtrocknen bereit gelegt.<br />
Erst als sie in das angenehme Wasser steigt merkte sie die leichte Erschöpfung. <span style="color: crimson;" class="mycode_color">„Mehr Wein..“</span> der Sklave reagierte sofort. Er schenkte ihr nach und wand sich dann wieder ab.  Ja, ihr Gastgeber hatte gut bezahlt dafür das sie für ihn Tanzte. Es steigerte das ansehen....</span><br />
<br />
Die schmerzen ließen zu nächst nicht nach. Sie spürte wie etwas ihre Haut durch stieß auch wenn der Schmerz dar war war es dennoch ein köstliches Gefühl. Wohliger Schmerz. Die Tänzerin riss sich zusammen nicht zu schreien. Auch wenn ihre ein paare wimmernde laute über die Lippen kamen. Dann als wäre nichts gewesen ließ der Schmerz nach. Etwas wie warmes Wasser Floß über ihren Rücken und tropfte zu Boden. „Erhebe dich..“ zaghaft stand sie auf. Das Licht der Fackeln warf Schatten auf die Wände und sie konnte aus dem Augenwinkel ihre Silhouette erkennen. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Ein Geschenk des Prinzen..du stehst in seiner Gunst...folge ihm weiter Kind und du wirst macht erlangen. Werde zum Fadenspinner und Puppenspieler so wie er uns den Weg weist. Verbreite sein Wort und folge ihm in die Extase. Erhebe deine Klingen. Nun geh Schattentänzerin...“</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dornen oder Hörner wie man es bezeichnen mag. Es war ein Zeichen der Götter oder viel mehr ihres Gottes der ihr dieses Geschenk machte. Mutation würden andere sagen. Hier war dies anders hier hieß es Geschenk. Es schmückte sie wie andere ein feines Geschmeide um ihren Hals. Doch ein Geschmeide konnte man verlieren.  Nach dem wohltuenden Bad stieg sie aus dem Wasser. Ihr wurde das Tuch gereicht. Neue Kleidung wurde ihre gereicht in rot und schwarz. Es war dünnes Tuch welches gerade einmal das wichtigste bedeckte. Bei der Wärme hatte man es nicht nötig so viel am Leib zu tragen. Gerade war sie dabei sich das Haar zurichten als die Tür auf ging und eine eher seltene Gestalt den Raum betrat. Ein Bote.....<br />
<span style="color: seagreen;" class="mycode_color">„Circe? Der Herr wünscht euch zu sprechen..“</span> Äußerlich wirkte sie gefasst. Innerlich fragte sie sich was so wichtig sein konnte das Kogan mit ihr reden wollte. Wobei es auch durchaus sein könnte das er ein seiner Hände schickte.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „Wie er es wünscht..“</span> sie griff nach dem Kelch mit dem Wein und leerte diesen mit einem Zug. <span style="color: crimson;" class="mycode_color">„Mehr Wein..“ </span>dann folgte sie dem Diener in die oberen Ebenen...<br />
</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Geruch von Räucherwerk Hang schwer in der Luft und betäubte förmlich die Sinne.<br />
Schwitzende Leiber räkelten sich auf den Boden. Die Musik der Lust erfüllte den Raum. Doch es war nicht die einzige Melodie die man vernehmen konnte. Klänge der Spieler waren zu vernehmen und die Tänzerin stand in mitten alle dem auf einem reich verzierten Podest umgeben von Kerzen.<br />
Die Tänzerin war in einem zarten Tuch gehüllt welches kaum ihre Blöße bedeckte.  Etwas lag in der Luft. Etwas was die Extase steigerte. Die Tänzerin erinnerte sich zurück an das letzte Jahr...</span><br />
<br />
Kondenswasser rann von den Wänden. Abgestanden war die Luft und Flechten bildeten sich bereit an den Steinwänden. Die Höhle wurde künstlich erschaffen allerdings lag es wohl schon eine weile zurück. Nur der Hauptraum zeugte davon das sich einige noch hier her gefunden haben. Fackeln tauchten den Raum in ein Dämmeriges licht. Ein Alter Mann saß abseits auf einem Kissen und beobachtet das geschen in der Mitte. Klingen wurden umhergewirbelt. Es war ein tödlicher Tanz. <br />
Dieser endete gleich darauf in dem die Tänzerin den halt verlor in dem ihr die Beine weg gezogen wurden. Allerdings gab es kein Gegner der dies bewirken konnte. Der Alte lächelte wissend und bei genaueren betrachten war dieser Blind.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Die falschen Schritte....Noch mal..“</span>sprach er mit rauer leiser stimme.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „Langsam habe ich es satt...“</span> knurrte seine Schülerin. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Dann geh..“</span><br />
Der Lehrer lauschte ihren Schritten. Anschein erfrischte sie sich gerade.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Du bist zu ungeduldig...ungeduldig wie ein Krieger des Khorne....“ </span> Kleider raschelten.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „vielleicht liegt es dran das mich mein Lehrmeister zu sehr auf die Probe stellt.“ </span> Ein lächeln huschte über das Gesicht des alten. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Wohl kaum...mach weiter..“</span> Der Tanz begann von neuem...<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Klänge wurden schneller und somit auch ihr Tanz. Einige der umstehenden betrachteten sie genau. Sie sah das verlangen in ihren Augen. Doch sie, würden sie nicht bekommen. Sie hatte andere Ziele. Für die Tänzerin gab es nur den der Macht hatte. Genau dafür hatte sie gelernt.</span><br />
<br />
Auch wenn der Alte nichts sah so Korrigierte er sie immer und immer wieder. Es zehrte an den nerven. Aber der Tanz des dunklen Prinzen sollte Perfekt sein. Perfekt und tödlich. So schön das er diejenigen blendet bevor sie den tot spüren und vor Extase vergehen. Es verlangte viel von dem Tänzern ab. Das ende des Tanzes würde darin bestehen, einen zu besiegen der ebenfalls meinte darin Perfekt zu sein. Es heiß also, das man im Laufe der Ausbildung und selbst dann wenn man sie beendet hatte, erneut geprüft würde. Ob man dann darin bestand war eine andere frage. Versagen wurde mit dem Tod bestraft.  So war das Chaos, es verschlang die schwachen und stärkte die Starken für mehr Macht. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das rauschen des Blutes wurde lauter, es ließ ihren Puls pulsieren. Es wurde still um sie herum. Die Augen lagen weiterhin auf der Tänzerin. Unwichtig waren diese es gab nur einen der wichtig war. Doch der tanze wollte nicht enden. Er endete nie selbst wenn die Musik verklungen war und die stille sich über alle legte. Der dunkel Prinz hielt die Fäden und spielte weiter er war Puppenspieler und Hafenspieler zu gleich.... Langsam brannten die Kerzen herunter und der Geruch im Raum lag noch immer schwer.</span><br />
<br />
Die Klingen kreuzten sich und ein klang von Metall auf Metall erfüllte den Raum mit Musik. Wieder wurden Fäden gespielt und ein Faden würde zum Schluss reißen. <br />
Trotz der Kälte klebte das Seiden Tuch der Tänzer an ihren Leibern. Der Alte blinde lauschte dem Takt andre standen Stumm im Schatten der Fackeln. Nur das klingen des Metalls war zu hören und der Atem der Tänzer. Herrschte stille so konnte man das Tropfen des Wassers hören welches an den Wänden verweilte und sich seinen weg suchte. Mal zaghaft, mal drängend berührten sich die Klingen. Es war nur eine frage der Zeit bis einer der Tänzer einen Fehler machte. Rythmisch waren ihre Bewegungen, als sich die Klinge erneut trafen und die eine den Tanz beendete....<br />
Das Licht des Tages war schon längst vergangen. Die Tänzerin steig leichtfüßig und geschmeidig wie ein Raubtier von dem Podest. Einige der anwesenden gaben sich noch den restlichen Zuckungen der Extase hin. Ohne auch nur eine Person zu berühren schritt sie Richtung Ausgang. Einer der Sklaven schritt zögerlich auf sie zu und reichte ihr einen Kelch süßen Weines. Wärend des tanzes hatte sie nicht bemerkt wie trocken eigentlich ihr Mund war...süß und verlockend war der Wein...<br />
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<br />
Metallisch und dickflüssig war das Blut. Es war noch warm und rann ihr das Kinn herunter.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Trink Schattentänzerin..Dienerin des Dunkeln Prinzen. Löse die Fesseln und empfange sein Geschenk..“</span><br />
Ihr wurde der Becher abgenommen. Dann reichte ihr der Alte das noch warme Herz. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Iss..Folge dem Weg des dunkeln Prinzen...“</span> Die Tänzerin tat wie ihr gehießen. Es war zäh und noch mehr Blut rann ihr über den Körper.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Lausche den verdrehten Worten des Wandlers...“</span> Mit jedem bissen wurde die Sich verschwommener.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color">.“sieh den Verfall des Alten.“</span> Dieser Durst...dieses verlangen...es wurde mehr..der Geschmack von Eisen wurde süß und köstlich...die Muskelfasern zart. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Koste vom Blut des Blutgottes....“</span> Die Tänzerin ging auf die Knie vor dem alten Priester. Sie leckte sich die Finger nach dem Blut.<span style="color: darkblue;" class="mycode_color"> „Spüre die Gegenwart des Göttlichen, Spühre den dunklen Prinzen in deinen Adern in deinem Sein...“</span> Sie spürte ihn, spürte das ziehen in ihrem Rücken. Jeden einzelnen Wirbel.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Sklave begleitet sie zu einen der Waschräume. Dort war schon Wasser vorbereitet. Gut riechende Öle standen auf einer Ablage und frische Tücher waren zum Abtrocknen bereit gelegt.<br />
Erst als sie in das angenehme Wasser steigt merkte sie die leichte Erschöpfung. <span style="color: crimson;" class="mycode_color">„Mehr Wein..“</span> der Sklave reagierte sofort. Er schenkte ihr nach und wand sich dann wieder ab.  Ja, ihr Gastgeber hatte gut bezahlt dafür das sie für ihn Tanzte. Es steigerte das ansehen....</span><br />
<br />
Die schmerzen ließen zu nächst nicht nach. Sie spürte wie etwas ihre Haut durch stieß auch wenn der Schmerz dar war war es dennoch ein köstliches Gefühl. Wohliger Schmerz. Die Tänzerin riss sich zusammen nicht zu schreien. Auch wenn ihre ein paare wimmernde laute über die Lippen kamen. Dann als wäre nichts gewesen ließ der Schmerz nach. Etwas wie warmes Wasser Floß über ihren Rücken und tropfte zu Boden. „Erhebe dich..“ zaghaft stand sie auf. Das Licht der Fackeln warf Schatten auf die Wände und sie konnte aus dem Augenwinkel ihre Silhouette erkennen. <span style="color: darkblue;" class="mycode_color">„Ein Geschenk des Prinzen..du stehst in seiner Gunst...folge ihm weiter Kind und du wirst macht erlangen. Werde zum Fadenspinner und Puppenspieler so wie er uns den Weg weist. Verbreite sein Wort und folge ihm in die Extase. Erhebe deine Klingen. Nun geh Schattentänzerin...“</span><br />
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<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dornen oder Hörner wie man es bezeichnen mag. Es war ein Zeichen der Götter oder viel mehr ihres Gottes der ihr dieses Geschenk machte. Mutation würden andere sagen. Hier war dies anders hier hieß es Geschenk. Es schmückte sie wie andere ein feines Geschmeide um ihren Hals. Doch ein Geschmeide konnte man verlieren.  Nach dem wohltuenden Bad stieg sie aus dem Wasser. Ihr wurde das Tuch gereicht. Neue Kleidung wurde ihre gereicht in rot und schwarz. Es war dünnes Tuch welches gerade einmal das wichtigste bedeckte. Bei der Wärme hatte man es nicht nötig so viel am Leib zu tragen. Gerade war sie dabei sich das Haar zurichten als die Tür auf ging und eine eher seltene Gestalt den Raum betrat. Ein Bote.....<br />
<span style="color: seagreen;" class="mycode_color">„Circe? Der Herr wünscht euch zu sprechen..“</span> Äußerlich wirkte sie gefasst. Innerlich fragte sie sich was so wichtig sein konnte das Kogan mit ihr reden wollte. Wobei es auch durchaus sein könnte das er ein seiner Hände schickte.<span style="color: crimson;" class="mycode_color"> „Wie er es wünscht..“</span> sie griff nach dem Kelch mit dem Wein und leerte diesen mit einem Zug. <span style="color: crimson;" class="mycode_color">„Mehr Wein..“ </span>dann folgte sie dem Diener in die oberen Ebenen...<br />
</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Haus der Stürme]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=810</link>
			<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 19:39:03 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=78"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=810</guid>
			<description><![CDATA[Auf ihrem Weg durch den stillen und dunklen Palast begegneten sie so gut wie niemanden. Lediglich ein paar Krieger standen an zentralen Punkten Wache. <br />
Ihre Schritte lenkten sie in einen der weniger frequentierten Bereich des Palastes, was einmal mehr aufzeigte wie groß dieser Komplex, mit seinen Flügeln, Nebengebäuden, eingebetteten Festungen,  kleinen Gassen und Brücken doch war. Die Bezeichnung „Stadt in der Stadt“ war keineswegs übertrieben. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie du gesehen hast,</span> richtete der Hexer das Wort an seinen jungen Begleiter während sie durch die nachtschwarzen Gänge schritten, die nur punktuell von einfallendem Mondlicht erhellt wurden, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist es immer klug freundlich und zuvorkommend gegen die Menschen seines Umfeldes zu sein. Einige werden dich als einen Freund sehen, andere als einen plappernden Narren, wieder andere als einen schmierigen Speichellecker. Gleichviel, ist doch alles recht und billig um sich selbst zu verschleiern. Macht ist gut und schön, besser ist sie jedoch wenn sie ein Gegenüber nicht richtig einzuschätzen vermag. Dies solltest du dir bei Zeiten zu eigen machen und wir werden uns darum kümmern deine Fähigkeiten nicht nur zu verbessern, sondern erheblich zu erweitern. Mein erster Schüler auf dieser Welt muss mehr können als Blitze zu verschießen. Denn dies ist kaum mehr als das was eine Schusswaffe bewirkt. Aber eins nach dem anderen, eins nach dem anderen.</span> <br />
Sie durchschritten ein verziertes Tor und gingen über eine schmale Brücke um dann in ein weiteres Gebäude einzutauchen. Finstere Treppe und staubige Gänge wurden passiert und endlich langten die beiden Männer an einem weiteren Hof an.<br />
<br />
Dieser konnte in seinen Ausmaßen nur als gigantisch beschrieben werden. Die Freifläche war rechteckig, mit steinernen Fliesen ausgelegt und ringsum von hohen Mauern umgeben. Das Portal durch welches sie gekommen waren schien der einzige Zugang zu diesem Hof zu sein. <br />
In der Mitte ließ sich ein Schacht erkennen, kreisrund und in seiner Gewaltigkeit den Grenzen des Hofes angemessen. Das eigentlich Beeindruckende jedoch war nicht dieser bodenlose Brunnen sondern das Objekt das darüber hing. <br />
Die Ketten die es hielten waren dick wie jene die für die Anker eines Kriegsschiffes Verwendung fanden. Ein Ende war jeweils in der steinernen Mauer versenkt, das andere führte über straff gespannte Glieder zu einer Kugel von, als hätte man es extra erwähnen müssen, überdimensionalen Ausmaßen. Sie musste wohl 30 Meter im Durchmesser betragen und wie sie da zwischen all den gestrafften Ketten hing erinnerte sie auf gewisse Weise an ein titanisches Spinnenei. <br />
Die Kugel selbst bestand aus Metall, Bronze vermutlich. Beim Nähertreten war zu erkennen das es sich um fein angepasste Kacheln handelte, jede einzelne eng mit verschnörkelten Symbolen graviert. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Beeindruckend, nicht wahr?</span><br />
Magal musste die Stimme heben, ja schreien denn aus dem Schacht heulte und fauchte ein beständiger Wind, ließ die Kugel im geringen Spielraum ihres Kettengefängnis leicht auf und ab wippen. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Haus der Stürme. <br />
Gehen wir hinein, es ist etwas windig hier draußen.</span><br />
Sie näherten sich der Kugel und gewahrten neben dem Wind ein weiteres Geräusch, ein Knirschen und der Lärm einer sich bewegenden Maschinerie.<br />
Magal sagte etwas, doch der Krach hatte sich zu einer solchen Kakophonie gesteigert das sein Begleiter ohnehin nichts verstand. Also trat er bis an den Rand des Schachtes, der Wind zerrte gierig an den weiten Kleidern und schien versessen darauf die beiden Männer in den Abgrund zu reißen. <br />
Ein schmaler Steg, gerade groß genug das eine Person darüber gehen konnte überbrückte den gähnenden Abgrund. Im ersten Augenblick sah es so aus als würde der Laufgang an der blanken Metalloberfläche der Sphäre enden, doch im Näherkommen wurde ersichtlich das sich dort eine Aussparung in Form einer Türöffnung befand. Dahinter rasten die ziselierten Fliesen einer zweiten Schale entlang. Wie es aussah bewegten sich unter der Oberfläche diverse weitere Kugeln passgenau. <br />
Magal streckte die Hand aus und die, sich gegeneinander bewegenden, Ebenen verlangsamten sich  etwas. Es existierte eine Öffnung in jeder Schale und als sie sich in der richtigen Position überlagerten gaben sie einen Durchgang frei. <br />
Der Schwarzkünstler schritt hinein und kaum das auch Deralean ins Innere getreten war nahmen die Ebenen wieder ihre vorherige Geschwindigkeit an und machten ein Hindurchkommen unmöglich.   <br />
Im Inneren war der Lärm noch ohrenbetäubender. Jaulender Wind, das Malmen des absonderlichen Maschine, die Hölle konnte sehr viel lauter nicht sein. An eine Unterhaltung hier war nicht zu denken, geschweige denn das man hier lange leben konnte ohne wahnsinng oder taub zu werden. Beides eine Gnade. <br />
In der kleinen Kammer, in welcher sie jetzt standen, gingen einige niedrige Durchgänge in enge Korridore ab und eine Leiter führte nach oben. <br />
Magal drehte sich zu Deralean um und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Kurz darauf schien sich der Lärm zu legen. Nicht etwa wurde er leiser, sondern trat in den Hintergrund, wurde vernachlässigbar. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Haus der Stürme ist ein Gleichniss, eine Prüfung für Willen und Geist die jeder meistern muss wenn er tiefer in das Mirakel der finsteren Kunst eindringen will. Auch für dich ist es die erste Hürde die du nehmen musst. <br />
Die Sterne und Planeten sind an einem göttlichen Räderwerk befestigt auf dessen Schienen sie ihre Kreise drehen. Dieser kosmische Mechanismus rattert und lärmt, doch wir hören es nicht, da wir es seit Anbeginn unseres Lebens vernehmen und als Stille begreifen. Auch das Wüten des Hauses musst du auf diese Art bezwingen. Fokussiere deinen Geist darauf die Töne des Uhrwerks in Stille zu verwandeln.</span><br />
Der Schwarzkünstler zog die Hand zurück und sofort brandete der Lärm wieder über sie wie hereinschwappende Wellen. <br />
Erwartungsvoll blickte er in das Gesicht seines Schülers.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Auf ihrem Weg durch den stillen und dunklen Palast begegneten sie so gut wie niemanden. Lediglich ein paar Krieger standen an zentralen Punkten Wache. <br />
Ihre Schritte lenkten sie in einen der weniger frequentierten Bereich des Palastes, was einmal mehr aufzeigte wie groß dieser Komplex, mit seinen Flügeln, Nebengebäuden, eingebetteten Festungen,  kleinen Gassen und Brücken doch war. Die Bezeichnung „Stadt in der Stadt“ war keineswegs übertrieben. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie du gesehen hast,</span> richtete der Hexer das Wort an seinen jungen Begleiter während sie durch die nachtschwarzen Gänge schritten, die nur punktuell von einfallendem Mondlicht erhellt wurden, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ist es immer klug freundlich und zuvorkommend gegen die Menschen seines Umfeldes zu sein. Einige werden dich als einen Freund sehen, andere als einen plappernden Narren, wieder andere als einen schmierigen Speichellecker. Gleichviel, ist doch alles recht und billig um sich selbst zu verschleiern. Macht ist gut und schön, besser ist sie jedoch wenn sie ein Gegenüber nicht richtig einzuschätzen vermag. Dies solltest du dir bei Zeiten zu eigen machen und wir werden uns darum kümmern deine Fähigkeiten nicht nur zu verbessern, sondern erheblich zu erweitern. Mein erster Schüler auf dieser Welt muss mehr können als Blitze zu verschießen. Denn dies ist kaum mehr als das was eine Schusswaffe bewirkt. Aber eins nach dem anderen, eins nach dem anderen.</span> <br />
Sie durchschritten ein verziertes Tor und gingen über eine schmale Brücke um dann in ein weiteres Gebäude einzutauchen. Finstere Treppe und staubige Gänge wurden passiert und endlich langten die beiden Männer an einem weiteren Hof an.<br />
<br />
Dieser konnte in seinen Ausmaßen nur als gigantisch beschrieben werden. Die Freifläche war rechteckig, mit steinernen Fliesen ausgelegt und ringsum von hohen Mauern umgeben. Das Portal durch welches sie gekommen waren schien der einzige Zugang zu diesem Hof zu sein. <br />
In der Mitte ließ sich ein Schacht erkennen, kreisrund und in seiner Gewaltigkeit den Grenzen des Hofes angemessen. Das eigentlich Beeindruckende jedoch war nicht dieser bodenlose Brunnen sondern das Objekt das darüber hing. <br />
Die Ketten die es hielten waren dick wie jene die für die Anker eines Kriegsschiffes Verwendung fanden. Ein Ende war jeweils in der steinernen Mauer versenkt, das andere führte über straff gespannte Glieder zu einer Kugel von, als hätte man es extra erwähnen müssen, überdimensionalen Ausmaßen. Sie musste wohl 30 Meter im Durchmesser betragen und wie sie da zwischen all den gestrafften Ketten hing erinnerte sie auf gewisse Weise an ein titanisches Spinnenei. <br />
Die Kugel selbst bestand aus Metall, Bronze vermutlich. Beim Nähertreten war zu erkennen das es sich um fein angepasste Kacheln handelte, jede einzelne eng mit verschnörkelten Symbolen graviert. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Beeindruckend, nicht wahr?</span><br />
Magal musste die Stimme heben, ja schreien denn aus dem Schacht heulte und fauchte ein beständiger Wind, ließ die Kugel im geringen Spielraum ihres Kettengefängnis leicht auf und ab wippen. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Haus der Stürme. <br />
Gehen wir hinein, es ist etwas windig hier draußen.</span><br />
Sie näherten sich der Kugel und gewahrten neben dem Wind ein weiteres Geräusch, ein Knirschen und der Lärm einer sich bewegenden Maschinerie.<br />
Magal sagte etwas, doch der Krach hatte sich zu einer solchen Kakophonie gesteigert das sein Begleiter ohnehin nichts verstand. Also trat er bis an den Rand des Schachtes, der Wind zerrte gierig an den weiten Kleidern und schien versessen darauf die beiden Männer in den Abgrund zu reißen. <br />
Ein schmaler Steg, gerade groß genug das eine Person darüber gehen konnte überbrückte den gähnenden Abgrund. Im ersten Augenblick sah es so aus als würde der Laufgang an der blanken Metalloberfläche der Sphäre enden, doch im Näherkommen wurde ersichtlich das sich dort eine Aussparung in Form einer Türöffnung befand. Dahinter rasten die ziselierten Fliesen einer zweiten Schale entlang. Wie es aussah bewegten sich unter der Oberfläche diverse weitere Kugeln passgenau. <br />
Magal streckte die Hand aus und die, sich gegeneinander bewegenden, Ebenen verlangsamten sich  etwas. Es existierte eine Öffnung in jeder Schale und als sie sich in der richtigen Position überlagerten gaben sie einen Durchgang frei. <br />
Der Schwarzkünstler schritt hinein und kaum das auch Deralean ins Innere getreten war nahmen die Ebenen wieder ihre vorherige Geschwindigkeit an und machten ein Hindurchkommen unmöglich.   <br />
Im Inneren war der Lärm noch ohrenbetäubender. Jaulender Wind, das Malmen des absonderlichen Maschine, die Hölle konnte sehr viel lauter nicht sein. An eine Unterhaltung hier war nicht zu denken, geschweige denn das man hier lange leben konnte ohne wahnsinng oder taub zu werden. Beides eine Gnade. <br />
In der kleinen Kammer, in welcher sie jetzt standen, gingen einige niedrige Durchgänge in enge Korridore ab und eine Leiter führte nach oben. <br />
Magal drehte sich zu Deralean um und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Kurz darauf schien sich der Lärm zu legen. Nicht etwa wurde er leiser, sondern trat in den Hintergrund, wurde vernachlässigbar. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Haus der Stürme ist ein Gleichniss, eine Prüfung für Willen und Geist die jeder meistern muss wenn er tiefer in das Mirakel der finsteren Kunst eindringen will. Auch für dich ist es die erste Hürde die du nehmen musst. <br />
Die Sterne und Planeten sind an einem göttlichen Räderwerk befestigt auf dessen Schienen sie ihre Kreise drehen. Dieser kosmische Mechanismus rattert und lärmt, doch wir hören es nicht, da wir es seit Anbeginn unseres Lebens vernehmen und als Stille begreifen. Auch das Wüten des Hauses musst du auf diese Art bezwingen. Fokussiere deinen Geist darauf die Töne des Uhrwerks in Stille zu verwandeln.</span><br />
Der Schwarzkünstler zog die Hand zurück und sofort brandete der Lärm wieder über sie wie hereinschwappende Wellen. <br />
Erwartungsvoll blickte er in das Gesicht seines Schülers.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Quell der Schöpfung]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=487</link>
			<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 21:11:26 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Der unsterbliche Zikkurat, das ewige, niemals verstummende Herz Rasankurs, thronte hoch erhaben auf seinem Goldenen Sockel über der “Trabantenstadt“, welche ihn wie einen unedleren Gürtel umschloss. Gewissermaßen altersgrüne Bronze, welche eine königliche Stainrobe einengte. Darüber hinaus taumelte jenes unbarmherzig lodernde Feuergestirn, gleich einem lebensverneinenden Abgott dämonischer Dürre, über all jenen, welche es sich zur heiligen Kreuzzug erkoren, eben jenes Licht zu versiegen. Tief drunten, verschlungen in den Eingeweiden der Stadt, ertönte Donner welcher nicht geboren aus himmlischen Gefilden, sondern aus menschlichem Gebein und Schweiß. Hundertschaften marschierende Krieger, Waffenknechte und unterjochter Sklavenvölker, unfreie wie freie “Perioiken”, aber auch jene welche gewillt waren ihre bisher blinden Augen für eine reine, eine substanziellere Wahrheit zu öffnen. Allesamt waren sie Menschen meist niederer Geburt, aber auch Degenerierte, Ausgestoßene, Verpestete, Ketzerische und Sündige mischten sich unter sie, welche nun als geeinte Front, zwar ungeschlacht und undiszipliniert, aber dennoch von einem gewissen “verbrüdernden” Geist erfüllt, einem aufgesetzten Willen folgten.<br />
<br />
Dies waren nicht etwa die physische verarbeiteten Sinneswahrnehmungen eines biologischen Augenballs, sondern vielmehr schlicht gebrochene Reflexionen innerhalb eines konservierten, herausgerissenen Sehorgans, welches blutig aufgespießt auf einem singulären Dorn im dunklen Herzen eines vierarmigen Ungetüms thronte. Der geschmiedete Moloch wand sich begierig während er die unterschwelligen Emotionen seiner Herrin empfand, deren Gesicht durch wassergespiegeltes Licht ins unmenschliche gedehnt wurde. Im schweigsamen Schatten verborgen, der “ewige” Quell, aus welchem die vormals reinen Gewässer Rasankurs sprudelten, nun jedoch, degeneriert, verkommen, gerade zu toxisch für den menschlichen Metabolismus. In diesem Bassin erwuchs nun die glorreiche Zukunft eines ganzen Reiches. In diesem fleischigen Bottich, angereichert durch das Lebenselixier, das Gewebe, das Mark und die Knochen, die Gene und Essenzen mehrerer Dutzend gefallener Krieger der jüngsten Schlacht, wurden sie herangezüchtet. Nicht mehr den primitive Larven, Wurmgezücht, nackt, schleimig, bar jeglicher höheren Intelligenz und jedes menschlichen Sinnes. Kolonienweise scharten sie sich zusammen, gleich ihren kleineren Artverwandten, den Bandwürmern unterhalb der mächtigsten Makropolen. Wo die einen Milliarden waren, war deren Zahl auf eine bescheidene Handvoll, weniger den zweihundert reduziert. Und dennoch, zu so viel höherem Sein beschaffen. So viel mehr denn nur eine übelgelaunte Degeneration, so viel mehr denn gewöhnliche Verstände ergründen könnten. Und dennoch, unsichtbar. Verborgen unter den sprudelnden Fluten des Quells, weit drunten, versiegelt vor dem neugierigen Betrachter, wie das alabasterweiße Ei den goldenen Dotter verbirgt. Sie würden es nicht erahnen, niemand konnte es erahnen, sah selbst wenn, nur minderes Gewürm, Kriechtiere, Parasiten, nicht die elegante Erhabenheit der unverfälschten, grausamen Natur. Törichtes, schwächliches Geschlecht, Menschheit, Eldar, Tau, egal welcher sogenannten Rasse sie entstammten, wurden sie aus dem niederen Beweggrund der Ordnung heraus erschaffen, aus dem mütterlichen Leib sorgfältig geborgen, durch moralische Perversionen geprägt und im unrühmlichen Feuer irgendwelcher Gedankenspiele gehärtet, verschworen sich einem unreinen Ziel und starben eines bemitleidenswerten Todes, kränklich, verstümmelt oder vom Alter gezeichnet. Manch einer mochte einen anderen, nobleren Pfad beschreiten, doch dies waren die Epochen jener, welche weder göttliches noch dämonische Sinnieren verstanden. Sie waren gefangen in ihren traditionellen Strukturen, kannten nur Ordnung, Vernunft und Rationalität. Egal wie sehr man sich abmühte, man hatte es selbst durchlebt, war davon gebrandmarkt und konnte es nicht mehr abschütteln. Die gesegnete Verderbtheit des goldenen Thrones. Ungefragt wurden Milliarden in jenes industrielle Mahlwerk geschleudert, degenerierten und akzeptierten ihren “natürlichen Stand”. Mögen ihre Seelen verdorren. Die Wasser selbst waren das ursprüngliche Element, die Quintessenz der Existenz. Durchtränkt von den Lebenssäften der Feiglinge, genährt durch das Mark der Gebrochenen, erfüllt vom Fleisch der Heuchler, belebt durch das Gewebe der Ungläubigen. Sie alle waren ebenso sündig, geschlagen durch ihre terrestrische Blindheit, unfähig hinter die vorgegaukelten Fassaden zu spähen. Sie erahnten nicht, welche wahrhaftige Größe all jenen Sklaven vorenthalten wurde. Sie würden alle sterben, zermahlen im Rad des unsterblichen Geschicks, ihre Namen vergessen, ihre Linien ausgelöscht und aus den Büchern der Zeitalter gestrichen. Dynastien verendeten im ersten Lichtblick ihrer getrübten Pupillen, wie Kinder starben, als sie zum ersten Male den Hauch der Erkenntnis einatmeten. Allesamt waren sie durch diesen Makel behaftet. Verderben und Vergessenheit.<br />
<br />
Inmitten des schwarzen Herzens erhob sie sich aus der blutigen Traufe, dem Fruchtwasser einer neuen Ära, welches sie genährt hatte, umgeben allein von der Finsternis, ohne himmlische Heerscharen und frei der irdischen Machtgelüste. Sie versetzten Armeen und mordeten die Schwachen, verbrannten das eroberte Land und zertrümmerten die bestehende Ordnung. Doch, welchem leibhaftigen Sinn war dies entwachsen? In ihren Begierden vermenschlichten sie allesamt erneut, wie sie selbst. Macht, weltliche Macht, Gelüste, seien sie rein sexueller, materieller oder anderen Ursprungs, Ruhm und Ehre, Dekadenz, Herrschaft, Wohlstand. Sie begriffen und verstanden zwar rudimentär, doch waren all jene Dinge aus dem selben Fundament geschöpft wie die ältere Ordnung, allein anderer Frontprägung, wenn man so wollte. Arrogante Feldherren und großmächtige Monarchen, wankelmütige Despoten, beschwätzte Volksdiener, heuchelnde Theokraten, Sippschaften ausgemergelter Technokraten, vereint in einem pulsierenden Pfuhl, angereichert mit dem Exkrement ihres jeweiligen Daseins, glattgestrichen mit den sogenannten “Grundsätzen”. Dennoch, deren selbstsüchtige Emotionen waren gewissermaßen Baustein einer viel höheren, göttlicheren Existenzebene. Allein die Huldigung eines verwesenden Leichnams vermochte jenen über jahrtausende hinfort zu erhalten. Ebenso verhielt es sich mit den selbstgerechten, den Verrätern, welche durch ihre bescheidene Hingabe selbst ihre eigene Verdammung untermauerten. Was erahnten sie schon, von alle dem was jenseitig auf sie lauerte. Oder erhofften sie gar, durch ihre eigenen Untriebe eines fernen Tages im Stand erhoben zu werden? Sie hatte… Geschichten gehört, Legenden gelesen, Märchen studiert. Es gab jene, falls es sie gab, doch es waren wenige, kaum eine gewöhnliche Handvoll, welche diese letzte, aufgezwungenen logische Hürde überwinden konnten und ihren Geist mit der irrationalen Substanzlosigkeit vereinten.<br />
<br />
Inzwischen schritt sie auf jenem schmalen Grad, welcher Wassermasse von Wassermasse trennte und dennoch unterflutet war. Tröpfeln, plätschern, der schale Geruch geronnen Kalks, der zermürbende Gestank welcher die sinnliche Süße des Verfalls hervorhob, das verkrustete, schwarzgewordene Blut, welches die Flanken des uralten Gesteins besudelte. Was sie sich daran versprachen war rätselhaft, was sie sich davon endgültig erhofften, war Wahnsinn, was daraus entstehen würde jedoch, eine vollkommene Schöpfung, erhoben aus dem niedergeschlachteten Morast, gekrönt durch die Verderbnis welche über alle niederen Rassen hereinbrach. Doch dies waren ferne Visionen, nicht mehr denn trügerische Schatten, verworrene Hirngespinste, nicht solange nicht das Prinzip der Ersten Metamorphose vollkommen entschlüsselt werden konnte. Exakt am Scheitelpunkt, am Eckpfeiler des Bassins, wo sich die blutigen Urzeitgewässer auftürmten und jegliche menschliche Wahrnehmung für die Tiefen negierten, hielt sie inne. Diese geheiligten Fluten… waren dies nicht die Ströme jenes verheißenen Landes, versprochen den Jüngern welche behutsam auf dem Pfade des gerechten Imperators wanderten? Dieses unheilige Crescendo, dieser erbarmungslose Mahlstrom… glich er in seiner unirdischen Vollkommenheit nicht jenem empirischen Todesokular, welches räuberisch in die unendliche Düsternis dieser Realität starrte?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der unsterbliche Zikkurat, das ewige, niemals verstummende Herz Rasankurs, thronte hoch erhaben auf seinem Goldenen Sockel über der “Trabantenstadt“, welche ihn wie einen unedleren Gürtel umschloss. Gewissermaßen altersgrüne Bronze, welche eine königliche Stainrobe einengte. Darüber hinaus taumelte jenes unbarmherzig lodernde Feuergestirn, gleich einem lebensverneinenden Abgott dämonischer Dürre, über all jenen, welche es sich zur heiligen Kreuzzug erkoren, eben jenes Licht zu versiegen. Tief drunten, verschlungen in den Eingeweiden der Stadt, ertönte Donner welcher nicht geboren aus himmlischen Gefilden, sondern aus menschlichem Gebein und Schweiß. Hundertschaften marschierende Krieger, Waffenknechte und unterjochter Sklavenvölker, unfreie wie freie “Perioiken”, aber auch jene welche gewillt waren ihre bisher blinden Augen für eine reine, eine substanziellere Wahrheit zu öffnen. Allesamt waren sie Menschen meist niederer Geburt, aber auch Degenerierte, Ausgestoßene, Verpestete, Ketzerische und Sündige mischten sich unter sie, welche nun als geeinte Front, zwar ungeschlacht und undiszipliniert, aber dennoch von einem gewissen “verbrüdernden” Geist erfüllt, einem aufgesetzten Willen folgten.<br />
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Dies waren nicht etwa die physische verarbeiteten Sinneswahrnehmungen eines biologischen Augenballs, sondern vielmehr schlicht gebrochene Reflexionen innerhalb eines konservierten, herausgerissenen Sehorgans, welches blutig aufgespießt auf einem singulären Dorn im dunklen Herzen eines vierarmigen Ungetüms thronte. Der geschmiedete Moloch wand sich begierig während er die unterschwelligen Emotionen seiner Herrin empfand, deren Gesicht durch wassergespiegeltes Licht ins unmenschliche gedehnt wurde. Im schweigsamen Schatten verborgen, der “ewige” Quell, aus welchem die vormals reinen Gewässer Rasankurs sprudelten, nun jedoch, degeneriert, verkommen, gerade zu toxisch für den menschlichen Metabolismus. In diesem Bassin erwuchs nun die glorreiche Zukunft eines ganzen Reiches. In diesem fleischigen Bottich, angereichert durch das Lebenselixier, das Gewebe, das Mark und die Knochen, die Gene und Essenzen mehrerer Dutzend gefallener Krieger der jüngsten Schlacht, wurden sie herangezüchtet. Nicht mehr den primitive Larven, Wurmgezücht, nackt, schleimig, bar jeglicher höheren Intelligenz und jedes menschlichen Sinnes. Kolonienweise scharten sie sich zusammen, gleich ihren kleineren Artverwandten, den Bandwürmern unterhalb der mächtigsten Makropolen. Wo die einen Milliarden waren, war deren Zahl auf eine bescheidene Handvoll, weniger den zweihundert reduziert. Und dennoch, zu so viel höherem Sein beschaffen. So viel mehr denn nur eine übelgelaunte Degeneration, so viel mehr denn gewöhnliche Verstände ergründen könnten. Und dennoch, unsichtbar. Verborgen unter den sprudelnden Fluten des Quells, weit drunten, versiegelt vor dem neugierigen Betrachter, wie das alabasterweiße Ei den goldenen Dotter verbirgt. Sie würden es nicht erahnen, niemand konnte es erahnen, sah selbst wenn, nur minderes Gewürm, Kriechtiere, Parasiten, nicht die elegante Erhabenheit der unverfälschten, grausamen Natur. Törichtes, schwächliches Geschlecht, Menschheit, Eldar, Tau, egal welcher sogenannten Rasse sie entstammten, wurden sie aus dem niederen Beweggrund der Ordnung heraus erschaffen, aus dem mütterlichen Leib sorgfältig geborgen, durch moralische Perversionen geprägt und im unrühmlichen Feuer irgendwelcher Gedankenspiele gehärtet, verschworen sich einem unreinen Ziel und starben eines bemitleidenswerten Todes, kränklich, verstümmelt oder vom Alter gezeichnet. Manch einer mochte einen anderen, nobleren Pfad beschreiten, doch dies waren die Epochen jener, welche weder göttliches noch dämonische Sinnieren verstanden. Sie waren gefangen in ihren traditionellen Strukturen, kannten nur Ordnung, Vernunft und Rationalität. Egal wie sehr man sich abmühte, man hatte es selbst durchlebt, war davon gebrandmarkt und konnte es nicht mehr abschütteln. Die gesegnete Verderbtheit des goldenen Thrones. Ungefragt wurden Milliarden in jenes industrielle Mahlwerk geschleudert, degenerierten und akzeptierten ihren “natürlichen Stand”. Mögen ihre Seelen verdorren. Die Wasser selbst waren das ursprüngliche Element, die Quintessenz der Existenz. Durchtränkt von den Lebenssäften der Feiglinge, genährt durch das Mark der Gebrochenen, erfüllt vom Fleisch der Heuchler, belebt durch das Gewebe der Ungläubigen. Sie alle waren ebenso sündig, geschlagen durch ihre terrestrische Blindheit, unfähig hinter die vorgegaukelten Fassaden zu spähen. Sie erahnten nicht, welche wahrhaftige Größe all jenen Sklaven vorenthalten wurde. Sie würden alle sterben, zermahlen im Rad des unsterblichen Geschicks, ihre Namen vergessen, ihre Linien ausgelöscht und aus den Büchern der Zeitalter gestrichen. Dynastien verendeten im ersten Lichtblick ihrer getrübten Pupillen, wie Kinder starben, als sie zum ersten Male den Hauch der Erkenntnis einatmeten. Allesamt waren sie durch diesen Makel behaftet. Verderben und Vergessenheit.<br />
<br />
Inmitten des schwarzen Herzens erhob sie sich aus der blutigen Traufe, dem Fruchtwasser einer neuen Ära, welches sie genährt hatte, umgeben allein von der Finsternis, ohne himmlische Heerscharen und frei der irdischen Machtgelüste. Sie versetzten Armeen und mordeten die Schwachen, verbrannten das eroberte Land und zertrümmerten die bestehende Ordnung. Doch, welchem leibhaftigen Sinn war dies entwachsen? In ihren Begierden vermenschlichten sie allesamt erneut, wie sie selbst. Macht, weltliche Macht, Gelüste, seien sie rein sexueller, materieller oder anderen Ursprungs, Ruhm und Ehre, Dekadenz, Herrschaft, Wohlstand. Sie begriffen und verstanden zwar rudimentär, doch waren all jene Dinge aus dem selben Fundament geschöpft wie die ältere Ordnung, allein anderer Frontprägung, wenn man so wollte. Arrogante Feldherren und großmächtige Monarchen, wankelmütige Despoten, beschwätzte Volksdiener, heuchelnde Theokraten, Sippschaften ausgemergelter Technokraten, vereint in einem pulsierenden Pfuhl, angereichert mit dem Exkrement ihres jeweiligen Daseins, glattgestrichen mit den sogenannten “Grundsätzen”. Dennoch, deren selbstsüchtige Emotionen waren gewissermaßen Baustein einer viel höheren, göttlicheren Existenzebene. Allein die Huldigung eines verwesenden Leichnams vermochte jenen über jahrtausende hinfort zu erhalten. Ebenso verhielt es sich mit den selbstgerechten, den Verrätern, welche durch ihre bescheidene Hingabe selbst ihre eigene Verdammung untermauerten. Was erahnten sie schon, von alle dem was jenseitig auf sie lauerte. Oder erhofften sie gar, durch ihre eigenen Untriebe eines fernen Tages im Stand erhoben zu werden? Sie hatte… Geschichten gehört, Legenden gelesen, Märchen studiert. Es gab jene, falls es sie gab, doch es waren wenige, kaum eine gewöhnliche Handvoll, welche diese letzte, aufgezwungenen logische Hürde überwinden konnten und ihren Geist mit der irrationalen Substanzlosigkeit vereinten.<br />
<br />
Inzwischen schritt sie auf jenem schmalen Grad, welcher Wassermasse von Wassermasse trennte und dennoch unterflutet war. Tröpfeln, plätschern, der schale Geruch geronnen Kalks, der zermürbende Gestank welcher die sinnliche Süße des Verfalls hervorhob, das verkrustete, schwarzgewordene Blut, welches die Flanken des uralten Gesteins besudelte. Was sie sich daran versprachen war rätselhaft, was sie sich davon endgültig erhofften, war Wahnsinn, was daraus entstehen würde jedoch, eine vollkommene Schöpfung, erhoben aus dem niedergeschlachteten Morast, gekrönt durch die Verderbnis welche über alle niederen Rassen hereinbrach. Doch dies waren ferne Visionen, nicht mehr denn trügerische Schatten, verworrene Hirngespinste, nicht solange nicht das Prinzip der Ersten Metamorphose vollkommen entschlüsselt werden konnte. Exakt am Scheitelpunkt, am Eckpfeiler des Bassins, wo sich die blutigen Urzeitgewässer auftürmten und jegliche menschliche Wahrnehmung für die Tiefen negierten, hielt sie inne. Diese geheiligten Fluten… waren dies nicht die Ströme jenes verheißenen Landes, versprochen den Jüngern welche behutsam auf dem Pfade des gerechten Imperators wanderten? Dieses unheilige Crescendo, dieser erbarmungslose Mahlstrom… glich er in seiner unirdischen Vollkommenheit nicht jenem empirischen Todesokular, welches räuberisch in die unendliche Düsternis dieser Realität starrte?]]></content:encoded>
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			<title><![CDATA[Unheiliger Bannzirkel der Ras-an-Kur]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=445</link>
			<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 23:29:04 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Schwer verhangener Sandschleier tummelten sich flatternde Zeltstädte unterhalb der Metropolitenkuppel Rasankurs, wie besonders schwammig erscheinende Sporengewächse in den wulstigen Eiterfalten eines Nurlings, ungepflegt, verwildert und dreckig. Dies war kulturelles Erbe wie Fluch gleichermaßen, man vermochte allerorts zu überleben, jedoch stets auf eine inhumane, herabwürdigende Weise, welche jeglichen normalen Würdenträger hätte abschrecken müssen. Dennoch boten erboten sich die urzeitigen, entfesselten Wüstenstürme wie zum Gruße selbst, durchflossen von gewaltigen Energieströmungen und angereichert durch davon geschwemmte Schicksale. Widersinnigerweise jedoch, verspürte man keinerlei regende Empörung, flüchtiges Mitleid oder verschwendete Neugierde daran, wie sich die nomadischen Wüstenstämme damit abfanden, vielmehr stieß dies auf Desinteresse und Ignoranz der Städter. Okkultisten, Rebellen, Kriegstreiber, Primitive, Dämonenverehrer, Ketzer, Ungläubige, Heiden, und welche anderen, kaum ersinnbaren, grotesken Bezeichnungen in manch malerischer Auslegung man doch für all jene fand, welchen nicht die glückliche Neigung des gewebten Verhängnisses erleben durften, in den obersten Kristalltürmen irgendeiner Makropole geboren worden zu sein. Lebensverachtung und unbegründeter Hass waren jenen verköstigter Messwein und sättigendes Brot gleichermaßen, wie es bei den beduinischen Klans Carnakdreck und Jagdspieß waren. Man lebte um zu existieren, nicht für zehntausende folgende Generationen oder aus irgendeinem selbst auferlegten Ideal heraus. Der nächste Tag war lediglich ein weiteres Mühsal das es zu bewältigen galt, ebenso wie der darauf und dann der übernächste, Verdammnis auf Koron. Dennoch waren diese wanderlustigen Gesellen nicht etwa weniger lebenslustig denn zehnmilliarden andere Einwohner auch, sondern, gewissermaßen, sogar wesentlich lebensbegrüßender den jeder andere. Man musste sich nicht vor den eigenen, kaum ausgesprochenen Lippenversen hüten, musste nicht mannigfaltig betonen warum man nun seinen unflätigen Vetter im Zweikampf erschlagen hatte oder warum man dieses Weib nun mal als sein persönliches Eigentum erachten durfte.<br />
<br />
Sichtlich kämpferisch hatten es dick eingehüllte Männergestalten zu tun, jene grob geschmiedeten, gusseisernen Kaltstahlspieße ins marmorne Unterleben des Vorhofes zu versenken, welche umgeben durch gleichmäßige Säulenarkaden unmittelbar stirnseitig des Zikkurats ein beinahe oktogonförmiges Atrium aufspannte. Darin fanden sich wiederum jene acht Lanzen, wobei vier gemäß den “magnetischen” Himmelsrichtungen ausgerichtet wurden, welche trotz des wütenden statischen Sturmes dennoch mittels der Konstruktion bestimmt werden konnten, jeweils mit nördlich neun, südlich sieben, westlich acht und östlich sechs Metern abstand zum relativen Zentrum. Die restlichen vier wurden dabei im exakten Zenit zweier jeweils kontrahierender Spieße, also etwa Süd-West, Nord-Ost, aufgestellt, mit einer exakten Halblänge beider “Pole”, Süd-West etwa siebeneinhalb Spannen. Dabei wurden die jeweiligen Basen mit knöchernen Sekreten eingelassen, aufgeschlagenem sulfurversetztem roten Mark, sowie einer stinkenden Lösung unterschiedlicher, gesitteter Innereien welche man im verlaufe mehrerer Destillationen aus den aufgeknackten Schädelkapseln erschlagener Krieger gewonnen hatte. Das jene während jener besonders widerlichen Todesweise noch rudimentär schmerzempfänglich blieben veredelte die daraus gewonnenen Extrakte und Salben lediglich. Ihrer perfiden, außerweltlichen Natur folge leistend, entpuppten sich die nach kryptischen Visionen aufgezeichneten Runen jedoch als deutlich beständiger den alles andere während des tobenden Gewittersandsturms, weder wurden sie durch den dunklen, körnigen Sand überdeckt, noch durch herabprasselnde Säuretröpflein verwischt, es schien als wären diese von einer eigensinnigen, abschirmenden Intelligenz belebt, welche sich selbst gerade mal auf eine Weise begriff, wie es nun mal ein “Schriftzeichen” konnte, welches jeglichem imperialen Tölpel gleißende Stahlbolzen in die geistlosen Pupillen getrieben hätte. In mancherlei aufgerissenem Schattenwinkel schienen sich jedenfalls jene Runen auf manch wankelmütige Gestalt zu subtrahieren, ehe sie wieder zu bedeutungsschwangeren Glyphen anwuchsen. Dabei enthüllte die nördlichsten Zeichen ein unterkühltes, emotionsloses Azurblau, während die südlichen ein miasmisch, kränkliches Kupfergrün absonderten, pulsierte der westliche Part in einem tiefen, fast schwarzem blutroten Feuer, wesentlich sinnlicher, sanfter und hypnotischer dagegen ein flimmerndes, unbeständiges Purpur. Wie von unsichtbarer Geisterhand angerührt, verknüpften sich die widerstrebenden Elemente darauf hin selbst, wobei jeweils gegenseitige “Mächte” sich abstoßend verhielten, sich aber mit der schräg dazu befindlichen Nexus reaktionsstark vereinten. Dabei entstanden vier beinahe scheiterhaufenartige Stichflammen, welche sich wiederum in unregelmäßigen Strömen entlang der ungefliesten Grundsubstanz fortsetzten, sich also innerhalb des aufgespannten Oktogons zu einem achtzackigen Gebilde entwickelte. Dabei stachen in besonders kraftvoller Manier jedoch einzig die “magnetischen” Pole hervor, während die Zwischenspannen eher mäßig kraftvoll erschienen, dennoch das ganze “Konstrukt” mehr oder minder stabilisierten, also aus den widerstrebenden Kräften ihre beständige Energie schöpften, in ähnlicherweise also wie die gewöhnliche Elektrizität. Das unscheinbar leise, ja geradezu unwahrnehmbare, grenzwertige “Flüstern” das sich aus dem verfärbenden Herzen heraus ausdehnte, schien dabei selbst die hartgesottenen Stammeskrieger welche sich freiwillig zu jenem “Gottesdienst” gemeldet hatten nicht gering zu beunruhigen. Überglücklich schienen sie daher, als Melanie ihnen nach Vollendung des grundsätzlichen Ritualzirkel gestattete, nach potentiellen “Messdienern” auszuschwärmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Schwer verhangener Sandschleier tummelten sich flatternde Zeltstädte unterhalb der Metropolitenkuppel Rasankurs, wie besonders schwammig erscheinende Sporengewächse in den wulstigen Eiterfalten eines Nurlings, ungepflegt, verwildert und dreckig. Dies war kulturelles Erbe wie Fluch gleichermaßen, man vermochte allerorts zu überleben, jedoch stets auf eine inhumane, herabwürdigende Weise, welche jeglichen normalen Würdenträger hätte abschrecken müssen. Dennoch boten erboten sich die urzeitigen, entfesselten Wüstenstürme wie zum Gruße selbst, durchflossen von gewaltigen Energieströmungen und angereichert durch davon geschwemmte Schicksale. Widersinnigerweise jedoch, verspürte man keinerlei regende Empörung, flüchtiges Mitleid oder verschwendete Neugierde daran, wie sich die nomadischen Wüstenstämme damit abfanden, vielmehr stieß dies auf Desinteresse und Ignoranz der Städter. Okkultisten, Rebellen, Kriegstreiber, Primitive, Dämonenverehrer, Ketzer, Ungläubige, Heiden, und welche anderen, kaum ersinnbaren, grotesken Bezeichnungen in manch malerischer Auslegung man doch für all jene fand, welchen nicht die glückliche Neigung des gewebten Verhängnisses erleben durften, in den obersten Kristalltürmen irgendeiner Makropole geboren worden zu sein. Lebensverachtung und unbegründeter Hass waren jenen verköstigter Messwein und sättigendes Brot gleichermaßen, wie es bei den beduinischen Klans Carnakdreck und Jagdspieß waren. Man lebte um zu existieren, nicht für zehntausende folgende Generationen oder aus irgendeinem selbst auferlegten Ideal heraus. Der nächste Tag war lediglich ein weiteres Mühsal das es zu bewältigen galt, ebenso wie der darauf und dann der übernächste, Verdammnis auf Koron. Dennoch waren diese wanderlustigen Gesellen nicht etwa weniger lebenslustig denn zehnmilliarden andere Einwohner auch, sondern, gewissermaßen, sogar wesentlich lebensbegrüßender den jeder andere. Man musste sich nicht vor den eigenen, kaum ausgesprochenen Lippenversen hüten, musste nicht mannigfaltig betonen warum man nun seinen unflätigen Vetter im Zweikampf erschlagen hatte oder warum man dieses Weib nun mal als sein persönliches Eigentum erachten durfte.<br />
<br />
Sichtlich kämpferisch hatten es dick eingehüllte Männergestalten zu tun, jene grob geschmiedeten, gusseisernen Kaltstahlspieße ins marmorne Unterleben des Vorhofes zu versenken, welche umgeben durch gleichmäßige Säulenarkaden unmittelbar stirnseitig des Zikkurats ein beinahe oktogonförmiges Atrium aufspannte. Darin fanden sich wiederum jene acht Lanzen, wobei vier gemäß den “magnetischen” Himmelsrichtungen ausgerichtet wurden, welche trotz des wütenden statischen Sturmes dennoch mittels der Konstruktion bestimmt werden konnten, jeweils mit nördlich neun, südlich sieben, westlich acht und östlich sechs Metern abstand zum relativen Zentrum. Die restlichen vier wurden dabei im exakten Zenit zweier jeweils kontrahierender Spieße, also etwa Süd-West, Nord-Ost, aufgestellt, mit einer exakten Halblänge beider “Pole”, Süd-West etwa siebeneinhalb Spannen. Dabei wurden die jeweiligen Basen mit knöchernen Sekreten eingelassen, aufgeschlagenem sulfurversetztem roten Mark, sowie einer stinkenden Lösung unterschiedlicher, gesitteter Innereien welche man im verlaufe mehrerer Destillationen aus den aufgeknackten Schädelkapseln erschlagener Krieger gewonnen hatte. Das jene während jener besonders widerlichen Todesweise noch rudimentär schmerzempfänglich blieben veredelte die daraus gewonnenen Extrakte und Salben lediglich. Ihrer perfiden, außerweltlichen Natur folge leistend, entpuppten sich die nach kryptischen Visionen aufgezeichneten Runen jedoch als deutlich beständiger den alles andere während des tobenden Gewittersandsturms, weder wurden sie durch den dunklen, körnigen Sand überdeckt, noch durch herabprasselnde Säuretröpflein verwischt, es schien als wären diese von einer eigensinnigen, abschirmenden Intelligenz belebt, welche sich selbst gerade mal auf eine Weise begriff, wie es nun mal ein “Schriftzeichen” konnte, welches jeglichem imperialen Tölpel gleißende Stahlbolzen in die geistlosen Pupillen getrieben hätte. In mancherlei aufgerissenem Schattenwinkel schienen sich jedenfalls jene Runen auf manch wankelmütige Gestalt zu subtrahieren, ehe sie wieder zu bedeutungsschwangeren Glyphen anwuchsen. Dabei enthüllte die nördlichsten Zeichen ein unterkühltes, emotionsloses Azurblau, während die südlichen ein miasmisch, kränkliches Kupfergrün absonderten, pulsierte der westliche Part in einem tiefen, fast schwarzem blutroten Feuer, wesentlich sinnlicher, sanfter und hypnotischer dagegen ein flimmerndes, unbeständiges Purpur. Wie von unsichtbarer Geisterhand angerührt, verknüpften sich die widerstrebenden Elemente darauf hin selbst, wobei jeweils gegenseitige “Mächte” sich abstoßend verhielten, sich aber mit der schräg dazu befindlichen Nexus reaktionsstark vereinten. Dabei entstanden vier beinahe scheiterhaufenartige Stichflammen, welche sich wiederum in unregelmäßigen Strömen entlang der ungefliesten Grundsubstanz fortsetzten, sich also innerhalb des aufgespannten Oktogons zu einem achtzackigen Gebilde entwickelte. Dabei stachen in besonders kraftvoller Manier jedoch einzig die “magnetischen” Pole hervor, während die Zwischenspannen eher mäßig kraftvoll erschienen, dennoch das ganze “Konstrukt” mehr oder minder stabilisierten, also aus den widerstrebenden Kräften ihre beständige Energie schöpften, in ähnlicherweise also wie die gewöhnliche Elektrizität. Das unscheinbar leise, ja geradezu unwahrnehmbare, grenzwertige “Flüstern” das sich aus dem verfärbenden Herzen heraus ausdehnte, schien dabei selbst die hartgesottenen Stammeskrieger welche sich freiwillig zu jenem “Gottesdienst” gemeldet hatten nicht gering zu beunruhigen. Überglücklich schienen sie daher, als Melanie ihnen nach Vollendung des grundsätzlichen Ritualzirkel gestattete, nach potentiellen “Messdienern” auszuschwärmen.]]></content:encoded>
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		<item>
			<title><![CDATA[Kerker und Folterkammern]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=435</link>
			<pubDate>Thu, 21 May 2009 23:25:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Stell dich nicht so an mein Täubchen!</span></span> Der Rasankuri stieß Nikhae die enge Treppe hinunter, so das sie die letzten paar Stufen hart fiel. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der EnWor ist ein Idiot, er hätte sie behalten sollen anstatt sie dem Fürsten vorzuführen. Wenn die Hexe mit ihr fertig ist wird sie ein blutiger Klumpen aus Nähten sein.</span><br />
<span style="color: red;" class="mycode_color">Der Idiot bist du, wenn Balius sie zurückfordert sagt sie ihm wie du ihn genannt hast.</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">Du beleidigst mich?</span> </span>Im Fackelschein stieß der beleidigte Krieger seinem Mitstreiter vor die Brust so das dieser gegen die kahle Wand prallte und das Metall seiner Rüstung über den Stein schrammte. Das Licht des blackenden Fackel brach sich auf einem gezogenen Khopesh. Die Klinge legte sich an den Hals des Anderen. <br />
<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich sollte dir den Kopf abschneiden dafür.</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">Gedenke des Auftrags!</span></span> Brachte der Bedrohte hervor und deutete auf das, am Boden liegende, Mädchen. Dabei war er bedacht darauf sich unter der Schneide nicht zu sehr zu bewegen. <br />
Das Schwert wurde zurückgesteckt und einer der beiden riss Nikhae wieder auf die Beine. Seine Hände griffen dabei fordernd nach ihren weiblichen Reizen. Eine Mischung aus Schweiß, Waffenöl und schalem Wein ging als erstickende Wolke von ihm aus. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">Zu schade!</span> </span><br />
Sie zerrten sie weiter, vorbei an niedrigen Türen aus rostigem Eisen. Die Gänge waren durch natürlichen Felsen getrieben was vermuten ließ das sie zum ursprünglichen, uralten Teil des Palastes gehörten. Wodurch sich die Tür, für die sie sich schließlich entschieden, von den anderen unterschied, war schwerlich zu sagen. Jedenfalls zwangen sie die junge Frau in den fensterlosen, schmalen Raum und ließen die Tür hinter ihr zufallen. Zwei schwere Riegel wurden vorgeschoben. <br />
Absolute Dunkelheit! Selbst die Stimmen der beiden Chaoskämpfer entfernten sich schließlich und ließen Nikhae in einem Kosmos aus Stille und Finsternis zurück.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Stell dich nicht so an mein Täubchen!</span></span> Der Rasankuri stieß Nikhae die enge Treppe hinunter, so das sie die letzten paar Stufen hart fiel. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der EnWor ist ein Idiot, er hätte sie behalten sollen anstatt sie dem Fürsten vorzuführen. Wenn die Hexe mit ihr fertig ist wird sie ein blutiger Klumpen aus Nähten sein.</span><br />
<span style="color: red;" class="mycode_color">Der Idiot bist du, wenn Balius sie zurückfordert sagt sie ihm wie du ihn genannt hast.</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">Du beleidigst mich?</span> </span>Im Fackelschein stieß der beleidigte Krieger seinem Mitstreiter vor die Brust so das dieser gegen die kahle Wand prallte und das Metall seiner Rüstung über den Stein schrammte. Das Licht des blackenden Fackel brach sich auf einem gezogenen Khopesh. Die Klinge legte sich an den Hals des Anderen. <br />
<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich sollte dir den Kopf abschneiden dafür.</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">Gedenke des Auftrags!</span></span> Brachte der Bedrohte hervor und deutete auf das, am Boden liegende, Mädchen. Dabei war er bedacht darauf sich unter der Schneide nicht zu sehr zu bewegen. <br />
Das Schwert wurde zurückgesteckt und einer der beiden riss Nikhae wieder auf die Beine. Seine Hände griffen dabei fordernd nach ihren weiblichen Reizen. Eine Mischung aus Schweiß, Waffenöl und schalem Wein ging als erstickende Wolke von ihm aus. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">Zu schade!</span> </span><br />
Sie zerrten sie weiter, vorbei an niedrigen Türen aus rostigem Eisen. Die Gänge waren durch natürlichen Felsen getrieben was vermuten ließ das sie zum ursprünglichen, uralten Teil des Palastes gehörten. Wodurch sich die Tür, für die sie sich schließlich entschieden, von den anderen unterschied, war schwerlich zu sagen. Jedenfalls zwangen sie die junge Frau in den fensterlosen, schmalen Raum und ließen die Tür hinter ihr zufallen. Zwei schwere Riegel wurden vorgeschoben. <br />
Absolute Dunkelheit! Selbst die Stimmen der beiden Chaoskämpfer entfernten sich schließlich und ließen Nikhae in einem Kosmos aus Stille und Finsternis zurück.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hallen des geschriebenen Wortes]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=414</link>
			<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 14:06:12 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Entfremdete sich diese gespaltene Persönlichkeit allmählich ihrer selbst? Der Gedanke zwang sich ihr zwangsläufig auf, wenn auch mehr oder minder unspektakulär. Warum auch? Entsprechend gewisser ideologischer Strömungen war doch ein ausgeprägtes Rachegelüst lediglich menschlichen Wesens, während man die Absolution oder religiöse Verzeihung mit erlauchter Mimik dem göttlichen Schöpfquell zusprach. Vergebung? Wie unermesslich komödiantisch, handelte es sich hierbei doch letztlich um den größten aller großen Schlachtengebieter, welcher sich ja schon selbst damit rühmte “Schädel wie reifes Korn abzuernten” oder einem ihm missgestellten Adjutanten mal eben die farblosen Äuglein aus dem Schädel zu saugen. Verflog etwa etwas wie Pragmatik oder selbst erstellte Prinzipien seinem Verstand und machten Platz für lächerliche, abstrakt anmutende imperiale Gefühlswelten? Nun, wo könnte derartiges schon ein spontanes Ende finden? “Kogan, Speiser der Armen, Freund von elternlosen Kindervolk, Schutzpatron der Geächteten und Patriarch der verwitweten Weiber”? Drollig. Oder besser auch nicht. Verlor sich wohl schon selbst in seiner “Herrschaftsrolle” anstatt sich rationelleren Schritten zuzuwenden, machte er es diesem selbstgerechten Emporkömmling von ehedem gleich und spekulierte geteilter Stirnfalte in die versilberte Spiegelfläche des kostbaren Bronzestückes hinein. Schabte sich seinen stümperhaften Milchbubenansatz pingelig hinfort, gerade als müsse man sich irgendeinem fatalistischen Moralkodex oder einer Uniformität anpassen. Schmunzeln? Nein, eher bittere Verachtungswürdigkeit, ausgedrückt durch ein halbherzig mitleidiges Grinsen. Halbwüchsiger, schab dir besser die sprießenden Federkiele von den Schulterblättern, lag es schon auf der knospigen Oberfläche ihres Sprechorgans. Anstelle dessen, Stille. Kehrte ihm wenig sympathisch, womöglich unterkühlt den geradlinigen Rücken, während sie sich draußen im Korridor mittels des kleinsten Fingers ein Bluttröpfchen von der Lippe wischte.<br />
<br />
Innerhalb des äußeren Ringes tummelten sich immer noch bürgerkriegsähnliche Schauplätze und Darsteller, manchmal, entlang eines aufgerissenen Seitenportals, vermochte man sogar noch einiges davon zu vernehmen. Auch das dahinfließende Wasser, welches sich durch natürliche Macht und Erosion allmählich Pfade durch das geschlagene Gemäuer bahnte. Tröpfchenweise oder in klaren Bächlein, wenngleich “Klar” womöglich ebenso vergiftet und kontaminiert war wie jeder andere Aspekt dieser ausgestreckten Seuchenwüste. Womöglich mochte dies gar schon ein hochheiliger Gottesschrein für einen der Eiterfresser sein, sie auf allein parasitärnachvollziehbare Weise anziehen wie ein gewaltiger Misthaufen nun mal Schmeißfliegen anzog, oder ein verendeter Carnak Fleischfliegen forcierte. Ihre Schritte hallten durch die gefliesten Vorhallen, die unterschiedlichen Atrien und kunstvoll angelegten Gesteinsalleen. Beinahe dämmerungsschwanger fluteten Halbschatten durch vorgeschobene Kühltücher, wenigstens waren sie zweckdienlich genug die Säle und Kabinette auf einer angenehm zirkulierenden Temperatur zu halten. Wie ausgestorben, Sklaven und anderes Dienstvolk würde wohl erst im späteren Verlauf des Tages zurückkehren, sich wieder an ihren angestammten Plätzen einfinden. Zumindest was noch übrig war, nicht etwas dahingemetzelt worden war. Wertloses Pack. Ließ sich töten. Von anderen Wüstenratten. Zynisch genug das sie sich selbst dabei ertappt allmählich von diesen gesamten “Katzbucklern” genug zu haben. Heuchler, Speichellecker und Doppelzungen, eine wundervolle Gesellschaft, wenigstens wenn man die aristokratischen Sitten bevorzugte welche diese gesamte Welt wie Fett einen Schinken durchzogen. Sicheren Schrittes wie der geschickte Navigator eines Flaggschiffes hielt sie dennoch auf die verstärkten Portale zu, welche nur visuell eine unüberwindbare Barriere zwischen der “physisch, brachial verhafteten Welt” außerhalb und der “geistigen Fortschrittswelt” innerhalb. “Bibliothek”. Wohl besser eine lose Ansammlung zusammen gewürfelter Schriftrollen, verstaubten Pergaments und einer, aufgrund meist mangelnder Technologie, überflüssiger Holodisks. Eines der sorgsam um einen Holzstock herum aufgewickelten Röllchen nahm sie dabei heraus, rollte es auf und betrachtete es neugierig. Natürlich war es ein detailverliebtes, anachronistisches Weltbild, primitivere Kulturen würden dies sogar als “Atlas” anerkennen. Und dennoch konnte man manchmal sogar was finden, zumindest wenn man suchte. Wenigstens drei oder sogar vier gekennzeichnete “Siedlungen” befanden sich in “greifbarer” Reichweite, also weniger denn sechs Tagesmärsche in irgendeine himmlische Polarität der Kompassnadel. Was genau jedoch die einzelnen Orte umfassten, war freilich nicht verzeichnet worden, weshalb man wohl andere “Schriften” oder Personen konsultieren musste. Möglicherweise war in dieser Beziehung sogar der Vogelmensch noch von einem gewissen Nutzen. Einen Finger ans Unterkiefer angelegt stand sie also da.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Entfremdete sich diese gespaltene Persönlichkeit allmählich ihrer selbst? Der Gedanke zwang sich ihr zwangsläufig auf, wenn auch mehr oder minder unspektakulär. Warum auch? Entsprechend gewisser ideologischer Strömungen war doch ein ausgeprägtes Rachegelüst lediglich menschlichen Wesens, während man die Absolution oder religiöse Verzeihung mit erlauchter Mimik dem göttlichen Schöpfquell zusprach. Vergebung? Wie unermesslich komödiantisch, handelte es sich hierbei doch letztlich um den größten aller großen Schlachtengebieter, welcher sich ja schon selbst damit rühmte “Schädel wie reifes Korn abzuernten” oder einem ihm missgestellten Adjutanten mal eben die farblosen Äuglein aus dem Schädel zu saugen. Verflog etwa etwas wie Pragmatik oder selbst erstellte Prinzipien seinem Verstand und machten Platz für lächerliche, abstrakt anmutende imperiale Gefühlswelten? Nun, wo könnte derartiges schon ein spontanes Ende finden? “Kogan, Speiser der Armen, Freund von elternlosen Kindervolk, Schutzpatron der Geächteten und Patriarch der verwitweten Weiber”? Drollig. Oder besser auch nicht. Verlor sich wohl schon selbst in seiner “Herrschaftsrolle” anstatt sich rationelleren Schritten zuzuwenden, machte er es diesem selbstgerechten Emporkömmling von ehedem gleich und spekulierte geteilter Stirnfalte in die versilberte Spiegelfläche des kostbaren Bronzestückes hinein. Schabte sich seinen stümperhaften Milchbubenansatz pingelig hinfort, gerade als müsse man sich irgendeinem fatalistischen Moralkodex oder einer Uniformität anpassen. Schmunzeln? Nein, eher bittere Verachtungswürdigkeit, ausgedrückt durch ein halbherzig mitleidiges Grinsen. Halbwüchsiger, schab dir besser die sprießenden Federkiele von den Schulterblättern, lag es schon auf der knospigen Oberfläche ihres Sprechorgans. Anstelle dessen, Stille. Kehrte ihm wenig sympathisch, womöglich unterkühlt den geradlinigen Rücken, während sie sich draußen im Korridor mittels des kleinsten Fingers ein Bluttröpfchen von der Lippe wischte.<br />
<br />
Innerhalb des äußeren Ringes tummelten sich immer noch bürgerkriegsähnliche Schauplätze und Darsteller, manchmal, entlang eines aufgerissenen Seitenportals, vermochte man sogar noch einiges davon zu vernehmen. Auch das dahinfließende Wasser, welches sich durch natürliche Macht und Erosion allmählich Pfade durch das geschlagene Gemäuer bahnte. Tröpfchenweise oder in klaren Bächlein, wenngleich “Klar” womöglich ebenso vergiftet und kontaminiert war wie jeder andere Aspekt dieser ausgestreckten Seuchenwüste. Womöglich mochte dies gar schon ein hochheiliger Gottesschrein für einen der Eiterfresser sein, sie auf allein parasitärnachvollziehbare Weise anziehen wie ein gewaltiger Misthaufen nun mal Schmeißfliegen anzog, oder ein verendeter Carnak Fleischfliegen forcierte. Ihre Schritte hallten durch die gefliesten Vorhallen, die unterschiedlichen Atrien und kunstvoll angelegten Gesteinsalleen. Beinahe dämmerungsschwanger fluteten Halbschatten durch vorgeschobene Kühltücher, wenigstens waren sie zweckdienlich genug die Säle und Kabinette auf einer angenehm zirkulierenden Temperatur zu halten. Wie ausgestorben, Sklaven und anderes Dienstvolk würde wohl erst im späteren Verlauf des Tages zurückkehren, sich wieder an ihren angestammten Plätzen einfinden. Zumindest was noch übrig war, nicht etwas dahingemetzelt worden war. Wertloses Pack. Ließ sich töten. Von anderen Wüstenratten. Zynisch genug das sie sich selbst dabei ertappt allmählich von diesen gesamten “Katzbucklern” genug zu haben. Heuchler, Speichellecker und Doppelzungen, eine wundervolle Gesellschaft, wenigstens wenn man die aristokratischen Sitten bevorzugte welche diese gesamte Welt wie Fett einen Schinken durchzogen. Sicheren Schrittes wie der geschickte Navigator eines Flaggschiffes hielt sie dennoch auf die verstärkten Portale zu, welche nur visuell eine unüberwindbare Barriere zwischen der “physisch, brachial verhafteten Welt” außerhalb und der “geistigen Fortschrittswelt” innerhalb. “Bibliothek”. Wohl besser eine lose Ansammlung zusammen gewürfelter Schriftrollen, verstaubten Pergaments und einer, aufgrund meist mangelnder Technologie, überflüssiger Holodisks. Eines der sorgsam um einen Holzstock herum aufgewickelten Röllchen nahm sie dabei heraus, rollte es auf und betrachtete es neugierig. Natürlich war es ein detailverliebtes, anachronistisches Weltbild, primitivere Kulturen würden dies sogar als “Atlas” anerkennen. Und dennoch konnte man manchmal sogar was finden, zumindest wenn man suchte. Wenigstens drei oder sogar vier gekennzeichnete “Siedlungen” befanden sich in “greifbarer” Reichweite, also weniger denn sechs Tagesmärsche in irgendeine himmlische Polarität der Kompassnadel. Was genau jedoch die einzelnen Orte umfassten, war freilich nicht verzeichnet worden, weshalb man wohl andere “Schriften” oder Personen konsultieren musste. Möglicherweise war in dieser Beziehung sogar der Vogelmensch noch von einem gewissen Nutzen. Einen Finger ans Unterkiefer angelegt stand sie also da.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Palastmenagerie]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=385</link>
			<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 12:02:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Zyklisch wie eine zusammengerollte Uhrenspannfeder welche sich allmählich dem tickenden Zeiger nach entspannte, drehte sich die abglimmende Schraube allmählich herab, eine durchlöcherte, graue Tabakröhre hinterlassend welche auch alsbald der unaufhaltbaren Schwerkraft folgend abstürzte. Provisorisch tippten zwei dünne schwarze Finger daran, ein kümmerlicher Bröselregen wich hinten drein, inzwischen schmeckte der abgebrannte Stängel kaum noch nach seinem typischen starken Aroma, lediglich ein qualmendes, stinkendes Etwas, wie man es von handelsüblichen Zigaretten kannte. Synthetischer Wassertabak, der andere Müll auf dieser Welt war ja unerschwinglich teuer hatte man ihr irgendwo mal erklärt. Vielleicht war es auch Kogan selbst gewesen, möglicherweise einer seiner besoffenen “Kumpels”. Oder auch nicht, immerhin war manch einer nicht einmal mehr zu einer simplen Körperlichkeit wie “Trunkenheit” fähig. Grübelnd, mit einem verschmitzten Grinsen im Mundwinkel, stoisch mit der Stiefelspitze in einem angehäuften Sanddünlein entlang der dahinschwindenden “Gartenmauer” bohrend. Ein albernes Ziegelwerk, etwa dreißig Zentimeter hoch, sieben Zentimeter tief, gerade mal breit genug einen Ellbogen darauf zu stützen während man darauf wartete das dieser undisziplinierte Schweinehaufen welchen Kogan seine Palastgarde geschimpft hatte sich endlich einfand.<br />
<br />
Inzwischen hatte man diesen abgemagerten Trauergestalten wüstenhafter Herkunft wenigstens mal ordentliche Uniformröcke anvertraut, enge, schwarze, musterlose “Gehröcke”, abgesteppt mit einigen silbernen Elementen, etwa der Rangabzeichen, wenngleich wohl nur die wenigsten hier jemals eine tatsächliche, fundierte Ausbildung genossen haben dürften. Andererseits hatten sie natürlich eine wesentlich gefürchtetere Akademie durchlaufen, nämlich jene des nackten Überlebens. Wer Tag und Nacht um seine blanke Existenz bangen und kämpfen musste, anstelle menschlicher Vernunft tierischen Instinkt entwickelte, war in manchen belangen wohl sogar einem ausgebildeten Soldaten überlegen, selbst wenn es meist in strukturierter Disziplin und Hierarchie gänzlich fehlte. Natürlich war dies gerade hierbei vollkommen belanglos, immerhin wollten sie nicht die jüngste Imitierung einer imperialen Rekrutierungswelt darstellen, sondern eine gepflegte Chaosheerschar konstruieren, um eben jenes in gewissen Schachzügen über diese von dynastischen Nestbeschmutzern verseuchte Welt zu bringen. Die etwa vierundzwanzig tragischen Rittergestalten hatten sich in volle Schale geworfen, trugen die verkürzten Sichelschwerter am Gürtelbund, die reflektierende Maske übers Gesicht gestreift - unter einigen starrten noch fettige Barthaare hervor - den Kampfkoppel legere umgeschnallt, sowie übermäßig viele Reservemagazine entlang des Becken- und Brustverschlusses. Oberhalb der Rumpfweste hatten sie sich ausgebeulte Harnische angelegt, konnte man mancher Geschichte trauen, so wirkten diese Krieger gerade eben wie “Kürässiere” einer zurückgebliebenen Industriewelt. Über die Schultern hatten sie sich leichte Tarnmäntel geworfen, ein hanfähnliches Gespinn, durchtränkt von sandigen, mergeligen und okkafarbenen Schattierungen, leicht zurückgeworfen um die modifizierten, zweihundert Jahre alten Sturmgewehre - ganz wie sie es oftmals bei imperialen Haustruppen gesehen hatten - unterhalb der Schulterstütze mit dem Lauf gen Himmel zeigend, abzustützen. Jeder ausgebildete, fachkundige und vor allem routinierte Offizier hätte sich vor unwahrscheinlicher Freude und keimendem Zorn wohl das Gesicht mit der flachen Hand gewischt. Nicht jedoch sie, die unscheinbare Geisteswissenschaftlerin, die vernachlässigbare Komponente die sowieso keiner ernst nehmen wollte, “Mehr sein als scheinen”, ein cleverer, tugendhafter Satz, sofern man ihn aufrichtig genug verstand. Was wollte man also mit einem verkorksten Lumpenhaufen, welcher wohl im ernsthaften Zweifelsfalle nicht einmal in Linie kämpfen konnte, da man der indoktrinierten “Deckung suchen” und “Verstecken” Philosophie soviel näher lag? Nun ja, ohnehin waren militärhistorisch Guerillataktiken wesentlich effizienter gewesen als rationeller Sturmangriff, was wohl so ziemlich jeder ihr bekannte “Kriegsschreiber” bestätigen konnte, egal ob es sich dabei um valhalleranische Untergrundkämpfer gegen orkoide Invasoren handelte, oder Widerstandskämpfer auf halbbesiedelten Welten des “Höheren Wohls”, gerade diese Lebenseinstellung hatte sie inzwischen Hassen gelernt. Das “Höhere Wohl” durfte niemals im Vordergrund stehen, immer das eigene, das egozentrische, narzisstische, verdrehte Selbstbild. So praktizierte man es ja allerorts und immerdar, selbst wenn man es mit Nachdruck und gefälligen Worten anders formulieren wollte. Geradezu lachhaft und jeder vernünftige, klar und frei denkende Mensch im gesamten heiligen Reich der Menschheit konnte den machtlüsternen Dauerrausch des Leichengottes auf der Zunge schmecken. Wie abgebrannte Sulfite, welche eben noch stählerne Kugeln durch einen Unterschichtler getrieben hatten. Was also auch immer kommen mochte, musste irgendwie die massiven Palasttore überwinden, dann durch den statuengeschmückten Vorhof, über die verzweigten Stufenetagen, die unterschiedlichen Terrassen und eine schier unmögliche Zahl von Kämmerlein und Kemenaten durchqueren, ganz zu schweigen von den tiefer liegenden Zisternen und Kellergewölben. Bedachte man dann noch das für die gesamte theoretische Abwehrschlacht lediglich vierundzwanzig, unausgebildete Wüstenläufer zur Verfügung standen, konnte man sich durchaus ein adäquates Gemälde vorstellen. Obwohl ihr die grundlegenden Feinmechanik des imperialen Sturmgewehres ansatzweise vertraut war, entpuppte sich das rasankurische dennoch als deutlich archaischer, in mancherlei Beziehung mochte es sogar eher für den unmittelbaren Nahkampf ausgerichtete worden sein, selbst wenn man sich anstelle des üblichen “Lasers” bleierner Projektile bediente. Etwaige Zacken, Spitzen und zugefeilte Stoßklingen sprachen ihrerseits Bände, das manch einer seinen gekrümmten Halbmondsäbel lediglich als Zierrat benutzen wollte wenn es blutig wurde. Prinzipiell liebäugelte sie persönlich lieber mit den primitivsten, und oftmals auch elegantesten “Feuerwaffen”, weshalb sie sich in den museenartigen Untergrundkammern mit einer halbwegs noch funktionstüchtigen Radschlosspistole versorgt hatte. Die Funktion war prinzipiell komplizierter, doch wesentlich “optischer”, Pulver, Kügelchen, stopfen, ein bei vielen damaligen Soldaten wohl automatisierter Prozess, drei Salven, Sturm, abgeschlachtet werden… Naja, wenigstens das wollte sie sich angesichts ihrer eigenen unblutigen Historie ersparen. Man würde ohnehin erst sehen müssen… Der verbliebene Wachhauptmann keifte einwenig energisch sein einstudiertes Sätzlein, betonte dessen Nachhaltigkeit mit mehreren schräg geführten Schwertstreichen und verwies auf die plumpe Sturmtaktik des feindlichen Sklavenvolkes, aber auch auf die geschickteren Schützen der hinteren Reihen… Dann verstreute man sich…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zyklisch wie eine zusammengerollte Uhrenspannfeder welche sich allmählich dem tickenden Zeiger nach entspannte, drehte sich die abglimmende Schraube allmählich herab, eine durchlöcherte, graue Tabakröhre hinterlassend welche auch alsbald der unaufhaltbaren Schwerkraft folgend abstürzte. Provisorisch tippten zwei dünne schwarze Finger daran, ein kümmerlicher Bröselregen wich hinten drein, inzwischen schmeckte der abgebrannte Stängel kaum noch nach seinem typischen starken Aroma, lediglich ein qualmendes, stinkendes Etwas, wie man es von handelsüblichen Zigaretten kannte. Synthetischer Wassertabak, der andere Müll auf dieser Welt war ja unerschwinglich teuer hatte man ihr irgendwo mal erklärt. Vielleicht war es auch Kogan selbst gewesen, möglicherweise einer seiner besoffenen “Kumpels”. Oder auch nicht, immerhin war manch einer nicht einmal mehr zu einer simplen Körperlichkeit wie “Trunkenheit” fähig. Grübelnd, mit einem verschmitzten Grinsen im Mundwinkel, stoisch mit der Stiefelspitze in einem angehäuften Sanddünlein entlang der dahinschwindenden “Gartenmauer” bohrend. Ein albernes Ziegelwerk, etwa dreißig Zentimeter hoch, sieben Zentimeter tief, gerade mal breit genug einen Ellbogen darauf zu stützen während man darauf wartete das dieser undisziplinierte Schweinehaufen welchen Kogan seine Palastgarde geschimpft hatte sich endlich einfand.<br />
<br />
Inzwischen hatte man diesen abgemagerten Trauergestalten wüstenhafter Herkunft wenigstens mal ordentliche Uniformröcke anvertraut, enge, schwarze, musterlose “Gehröcke”, abgesteppt mit einigen silbernen Elementen, etwa der Rangabzeichen, wenngleich wohl nur die wenigsten hier jemals eine tatsächliche, fundierte Ausbildung genossen haben dürften. Andererseits hatten sie natürlich eine wesentlich gefürchtetere Akademie durchlaufen, nämlich jene des nackten Überlebens. Wer Tag und Nacht um seine blanke Existenz bangen und kämpfen musste, anstelle menschlicher Vernunft tierischen Instinkt entwickelte, war in manchen belangen wohl sogar einem ausgebildeten Soldaten überlegen, selbst wenn es meist in strukturierter Disziplin und Hierarchie gänzlich fehlte. Natürlich war dies gerade hierbei vollkommen belanglos, immerhin wollten sie nicht die jüngste Imitierung einer imperialen Rekrutierungswelt darstellen, sondern eine gepflegte Chaosheerschar konstruieren, um eben jenes in gewissen Schachzügen über diese von dynastischen Nestbeschmutzern verseuchte Welt zu bringen. Die etwa vierundzwanzig tragischen Rittergestalten hatten sich in volle Schale geworfen, trugen die verkürzten Sichelschwerter am Gürtelbund, die reflektierende Maske übers Gesicht gestreift - unter einigen starrten noch fettige Barthaare hervor - den Kampfkoppel legere umgeschnallt, sowie übermäßig viele Reservemagazine entlang des Becken- und Brustverschlusses. Oberhalb der Rumpfweste hatten sie sich ausgebeulte Harnische angelegt, konnte man mancher Geschichte trauen, so wirkten diese Krieger gerade eben wie “Kürässiere” einer zurückgebliebenen Industriewelt. Über die Schultern hatten sie sich leichte Tarnmäntel geworfen, ein hanfähnliches Gespinn, durchtränkt von sandigen, mergeligen und okkafarbenen Schattierungen, leicht zurückgeworfen um die modifizierten, zweihundert Jahre alten Sturmgewehre - ganz wie sie es oftmals bei imperialen Haustruppen gesehen hatten - unterhalb der Schulterstütze mit dem Lauf gen Himmel zeigend, abzustützen. Jeder ausgebildete, fachkundige und vor allem routinierte Offizier hätte sich vor unwahrscheinlicher Freude und keimendem Zorn wohl das Gesicht mit der flachen Hand gewischt. Nicht jedoch sie, die unscheinbare Geisteswissenschaftlerin, die vernachlässigbare Komponente die sowieso keiner ernst nehmen wollte, “Mehr sein als scheinen”, ein cleverer, tugendhafter Satz, sofern man ihn aufrichtig genug verstand. Was wollte man also mit einem verkorksten Lumpenhaufen, welcher wohl im ernsthaften Zweifelsfalle nicht einmal in Linie kämpfen konnte, da man der indoktrinierten “Deckung suchen” und “Verstecken” Philosophie soviel näher lag? Nun ja, ohnehin waren militärhistorisch Guerillataktiken wesentlich effizienter gewesen als rationeller Sturmangriff, was wohl so ziemlich jeder ihr bekannte “Kriegsschreiber” bestätigen konnte, egal ob es sich dabei um valhalleranische Untergrundkämpfer gegen orkoide Invasoren handelte, oder Widerstandskämpfer auf halbbesiedelten Welten des “Höheren Wohls”, gerade diese Lebenseinstellung hatte sie inzwischen Hassen gelernt. Das “Höhere Wohl” durfte niemals im Vordergrund stehen, immer das eigene, das egozentrische, narzisstische, verdrehte Selbstbild. So praktizierte man es ja allerorts und immerdar, selbst wenn man es mit Nachdruck und gefälligen Worten anders formulieren wollte. Geradezu lachhaft und jeder vernünftige, klar und frei denkende Mensch im gesamten heiligen Reich der Menschheit konnte den machtlüsternen Dauerrausch des Leichengottes auf der Zunge schmecken. Wie abgebrannte Sulfite, welche eben noch stählerne Kugeln durch einen Unterschichtler getrieben hatten. Was also auch immer kommen mochte, musste irgendwie die massiven Palasttore überwinden, dann durch den statuengeschmückten Vorhof, über die verzweigten Stufenetagen, die unterschiedlichen Terrassen und eine schier unmögliche Zahl von Kämmerlein und Kemenaten durchqueren, ganz zu schweigen von den tiefer liegenden Zisternen und Kellergewölben. Bedachte man dann noch das für die gesamte theoretische Abwehrschlacht lediglich vierundzwanzig, unausgebildete Wüstenläufer zur Verfügung standen, konnte man sich durchaus ein adäquates Gemälde vorstellen. Obwohl ihr die grundlegenden Feinmechanik des imperialen Sturmgewehres ansatzweise vertraut war, entpuppte sich das rasankurische dennoch als deutlich archaischer, in mancherlei Beziehung mochte es sogar eher für den unmittelbaren Nahkampf ausgerichtete worden sein, selbst wenn man sich anstelle des üblichen “Lasers” bleierner Projektile bediente. Etwaige Zacken, Spitzen und zugefeilte Stoßklingen sprachen ihrerseits Bände, das manch einer seinen gekrümmten Halbmondsäbel lediglich als Zierrat benutzen wollte wenn es blutig wurde. Prinzipiell liebäugelte sie persönlich lieber mit den primitivsten, und oftmals auch elegantesten “Feuerwaffen”, weshalb sie sich in den museenartigen Untergrundkammern mit einer halbwegs noch funktionstüchtigen Radschlosspistole versorgt hatte. Die Funktion war prinzipiell komplizierter, doch wesentlich “optischer”, Pulver, Kügelchen, stopfen, ein bei vielen damaligen Soldaten wohl automatisierter Prozess, drei Salven, Sturm, abgeschlachtet werden… Naja, wenigstens das wollte sie sich angesichts ihrer eigenen unblutigen Historie ersparen. Man würde ohnehin erst sehen müssen… Der verbliebene Wachhauptmann keifte einwenig energisch sein einstudiertes Sätzlein, betonte dessen Nachhaltigkeit mit mehreren schräg geführten Schwertstreichen und verwies auf die plumpe Sturmtaktik des feindlichen Sklavenvolkes, aber auch auf die geschickteren Schützen der hinteren Reihen… Dann verstreute man sich…]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Götterschmiede]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=383</link>
			<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 17:37:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=383</guid>
			<description><![CDATA[Myriaden sinnloser verstreichender Jahre mochten in weniger den sieben Sekunden durch das massive Stundenglas gesickert sein, dennoch lagen des erhabenen Mannes schneeweiße Augäpfel ohne jegliches Blinzeln auf der Silhouette des gepfählten Menschen. Irgendwo entbehrte es jeder nachvollziehbaren Logik sterblichen Gedankenguts, dennoch schmückte sich dieser gohmorianische Emporkömmling zu Lebzeiten mit dem golden Zirkel Rasankurs und hatte sich unter seinen Augen gar in den fern seines Standes liegenden Status eines Gottes erhoben. Die vermeintlich mächtigen stürzten tief, ebenso wie jene welche aus großen Schlachten emporgestiegen waren, wenige besaßen überhaupt das notorische Kalkül sich lange genug auf dem knöchernen Thron des Drachen halten zu können, selbst wenn sie wollten, verfaulten von Zehnen Neune hier an seiner Seite, ganz wie es vom Hexenweber aller Schicksale vorgesehen war. Wer wagte es schon noch dieser Tage sich selbst über sterbliche Dynastieherrscher und planetare “Verwalter” zu erheben, wo doch des goldenen Thrones ewiger Glanz über allem und jedem offenbart werden konnte? In sich hinein lächelnd erhob sich die ehrwürdige Schwarzkutte, der lange graue Bart lag gefächert über seinem Schoß, während er scheinbar bar jeglicher körperlicher Kraftaufwendung den durchbohrten Leichnam von den ehernen Gewaltspießen nahm. Noch immer tröpfelten sämige, halbverflüssigte Klumpen aus den aufgerissenen Wunden, quoll halbverdautes aus den zerrissenen Gedärmschläuchen, regte kein belebender Atem die geschundene Brust. Die ausgemergelten, ins kalkweiße tendierenden, Finger strichen großväterlich über die offenstehenden Augen, spiegelten sich in den erloschenen Pupillen, während sich darin allmählich ein ersterbender Funke menschlicher “Lebenskraft” sammelte. Mühselig stöhnend umwickelte er einzelne Körperstellen mit sorgfältig gewundenen “Leinen”, zog zusammen und vernähte wo es notwendig geworden war, ehe er gallegrüne Perlen seines eigenen “Lebens” über die spröden, ausgetrockneten Lippen des Kriegers verstrich, zur Unterstreichung seines fürsorglichen Handwerkes hob er den schwarzhaarigen Schädel des Mannes leicht an, schob dann “Lefzen” etwas empor, betrachtete sich die zu gefeilten Reißzähne, wie bei einem Stück Vieh welches man eben erst von seinen kleineren Erkrankungen kuriert hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Myriaden sinnloser verstreichender Jahre mochten in weniger den sieben Sekunden durch das massive Stundenglas gesickert sein, dennoch lagen des erhabenen Mannes schneeweiße Augäpfel ohne jegliches Blinzeln auf der Silhouette des gepfählten Menschen. Irgendwo entbehrte es jeder nachvollziehbaren Logik sterblichen Gedankenguts, dennoch schmückte sich dieser gohmorianische Emporkömmling zu Lebzeiten mit dem golden Zirkel Rasankurs und hatte sich unter seinen Augen gar in den fern seines Standes liegenden Status eines Gottes erhoben. Die vermeintlich mächtigen stürzten tief, ebenso wie jene welche aus großen Schlachten emporgestiegen waren, wenige besaßen überhaupt das notorische Kalkül sich lange genug auf dem knöchernen Thron des Drachen halten zu können, selbst wenn sie wollten, verfaulten von Zehnen Neune hier an seiner Seite, ganz wie es vom Hexenweber aller Schicksale vorgesehen war. Wer wagte es schon noch dieser Tage sich selbst über sterbliche Dynastieherrscher und planetare “Verwalter” zu erheben, wo doch des goldenen Thrones ewiger Glanz über allem und jedem offenbart werden konnte? In sich hinein lächelnd erhob sich die ehrwürdige Schwarzkutte, der lange graue Bart lag gefächert über seinem Schoß, während er scheinbar bar jeglicher körperlicher Kraftaufwendung den durchbohrten Leichnam von den ehernen Gewaltspießen nahm. Noch immer tröpfelten sämige, halbverflüssigte Klumpen aus den aufgerissenen Wunden, quoll halbverdautes aus den zerrissenen Gedärmschläuchen, regte kein belebender Atem die geschundene Brust. Die ausgemergelten, ins kalkweiße tendierenden, Finger strichen großväterlich über die offenstehenden Augen, spiegelten sich in den erloschenen Pupillen, während sich darin allmählich ein ersterbender Funke menschlicher “Lebenskraft” sammelte. Mühselig stöhnend umwickelte er einzelne Körperstellen mit sorgfältig gewundenen “Leinen”, zog zusammen und vernähte wo es notwendig geworden war, ehe er gallegrüne Perlen seines eigenen “Lebens” über die spröden, ausgetrockneten Lippen des Kriegers verstrich, zur Unterstreichung seines fürsorglichen Handwerkes hob er den schwarzhaarigen Schädel des Mannes leicht an, schob dann “Lefzen” etwas empor, betrachtete sich die zu gefeilten Reißzähne, wie bei einem Stück Vieh welches man eben erst von seinen kleineren Erkrankungen kuriert hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kammern der Offenbarung]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=284</link>
			<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 20:59:05 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Unser göttlich geweihter Fürst besitzt ein… schlechtes Temperament… das glühende Bronzeblut, sowie den unstillbaren Hass und vorsintflutlichen Schlachtendurst des Kriegsgottes selbst…”</span> , müßig schlenderte sie an dem wenig höher gewachsenem Fräulein vorüber, betrachtete aufmerksam die kleinlichen Feinheiten, wie etwa das adrige Fasernnetz fadenscheiniger Einschlüsse in ihrem kostbaren Edelstein, die blutigen Verfilzungen ihrer Stiefelkrempen, aber auch die unterschiedlichst schattierten Kolorierungen ihres zart fliedernen Lavendels, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“…selbiges gilt für jene blutlüsterne Bestie, welche einstmals ein treue Geschenk des Schädelsammlers war, es heißt Mann und Monster würden sich im bestialischen Ringen um die Seelen verschmelzen… doch keiner vermag jemals seine empirische Nemesis zu überwinden, so verweilen sie, bis das sich die ehernen Misstöne des infernalischen Götzen abermals über die unendlichen Jagdgründe seiner Essen und Kriegsschmieden erheben…”</span> , sie ließ die verhüllten Fingerkuppen zärtlichst über die schlaffen Schultern streicheln, schmiegte sich von hinten anpirschend dicht an sie, so dicht das sich ihre Hüften an die stramme Muskulatur ihres Hinterteils schmiegten, das sich ihre Brüste an deren geschwungener Wirbelsäule rieben, legte sinnlich das Kinn an deren Hals, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“… Mmmmh… auf was achten deine anthrazitenen Sterne wohl gerade…”</span> , neckisch erhob sie schwerfällig die geduschten Augenlider, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“… Mmmmh… Balius der Blutbefleckte … und unser glorreicher Kriegsfürst… welch hervorragende Sehenswürdigkeit, ein Schmaus für Sinn und Sinnlichkeit… sieh an… sieh an… Welch unweibliche Gelüste sich doch offenbaren, meine liebe Estelle… dies ist nichts für deine… empfindsamen Augen…”</span> , streichelnd wischte sie eine der kastanienfarbenen Strähnen von den Divaschultern, nahm deren wattierte Handgelenke in ihre Hände und schlang verführerisch anmutig die dicken Lederriemen darum, verknotete im Helizentrum beider Extremitäten und zerrte leicht daran, während sie der abgöttischen Schönheit aufreizend einen ihrer latexverhüllten Finger an die Lippen legte, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nicht sprechen meine Liebe, sonst… muss ich dir… womöglich… weh tun…”</span> , dabei ließ sie ein tiefgründiges, gleichsam unheilvoll und begehrliches aufblitzen ihres Mundwinkels einfließen, während sie der anderen Maid die Wangen zusammendrückte,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “So ein derart hübsches… zerbrechliches Geschöpf wie du… sollte sich nicht in so rauer Gesellschaft herumtreiben, weißt du?”</span> , die schwarze Seidenschärpe welche sie den halben Abend über getragen hatte wurde rasch umfunktioniert, duldete sie doch keinerlei aufmuckserisches Geplänkel seitens dieser “Rarität”, nahm eine etwa faustgroße, süßliche Wüstenfrucht, wickelte sie in das kostbare Gewebe und drückte sie dem reizenden Nymphengeschöpf zwischen die Lippen, während sie dies in ihrem Nacken, ohne die samtenen Haare weg zukämen, verknotete. Dann zerrte sie leicht an der verflochtenen Peitsche, und tatsächlich leistete die Dunkelhaarige keinen nennenswerten Widerstand, sondern ließ sich geradewegs abführen… welch nostalgischer Moment, schwante es ihr plötzlich vor, während sie die ungezählten Treppenabsätze hinabkletterte, um letztlich in den finsteren Untergeschossen eine halbbeleuchtete Kammer aufzustoßen.<br />
<br />
Weniger zimperlich zerrte sie jene “Estelle” über die abgekerbte Torschwelle, wohl stutzig geworden durch einen unlängst abgeflossenen Blutrinnsaal, welcher von den hölzernen Verdecken an ein eingelassenes Gitterwerk führte, von dort hinab… Eine einzelne konische Lichtersäule illuminierte das einzig sichtliche Mobiliar, einen “Garottierstuhl”, eine dieser unrühmlichen Reliquien uralter, vergangener und vergessener Herrschaftszeiten. Ungestört schob sie den klassizistischen “Riegel” vor die massive Tür, zwang dann die “Geknebelte” platz zu nehmen, legte dann die stählerne Würgeschlinge der Apparatur um den perlweißen Frauennacken und zog ihn ein wenig fester, gerade so das die Drahtschlaufe “unangenehm” anlag. Ihr die verknoteten Riemen von den Händen lösend, spreizte sie die ledernen Schenkel auseinander, einen ihrer hochhakigen Stiefel dazwischen und blinzelte herausfordernd in die illustren, finstren Augen. Schwach glimmende Kohlereste ließen schauderhafte Schemen, sofern sich das menschliche “Sehen” daran gewöhnte erkennen, die umfunktionierten Foltergemächer ehemaliger Kronregenten, in den letzten verstrichenen Tagen um einige “praktische” Kleinigkeiten ergänzt. Zunächst jedoch löste sie noch die seidene Schärpe, ließ die nektargesüßte Honigfrucht zwischen ihre Beine kullern, legte ihr stattdessen ihren “ständigen” Talisman, das starke Kunststoffband mit dem roten Bällchen um das Geschmeide, ließ ihn jedoch noch spielerisch baumeln, fast wie jenes andere Amulett. Liebkosen umspielte sie die dunkelgefärbten Lippen des “zaghaften” Mädchens, ehe sie mit einem ihrer spitzen Absätze die Baumfrucht pfählte, die Wade herumdrehte und wie ein Stück gegrilltes Fleisch an deren taufeuchte Lippen führte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Koste, liebliches Kind, von den offerierten Speisen altvorderer Götter, schmecke Ambrosia…”</span> , sie ließ das unverhohlen durchtriebene Glitzern wandern,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “… und lecke Nektar…”</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Unser göttlich geweihter Fürst besitzt ein… schlechtes Temperament… das glühende Bronzeblut, sowie den unstillbaren Hass und vorsintflutlichen Schlachtendurst des Kriegsgottes selbst…”</span> , müßig schlenderte sie an dem wenig höher gewachsenem Fräulein vorüber, betrachtete aufmerksam die kleinlichen Feinheiten, wie etwa das adrige Fasernnetz fadenscheiniger Einschlüsse in ihrem kostbaren Edelstein, die blutigen Verfilzungen ihrer Stiefelkrempen, aber auch die unterschiedlichst schattierten Kolorierungen ihres zart fliedernen Lavendels, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“…selbiges gilt für jene blutlüsterne Bestie, welche einstmals ein treue Geschenk des Schädelsammlers war, es heißt Mann und Monster würden sich im bestialischen Ringen um die Seelen verschmelzen… doch keiner vermag jemals seine empirische Nemesis zu überwinden, so verweilen sie, bis das sich die ehernen Misstöne des infernalischen Götzen abermals über die unendlichen Jagdgründe seiner Essen und Kriegsschmieden erheben…”</span> , sie ließ die verhüllten Fingerkuppen zärtlichst über die schlaffen Schultern streicheln, schmiegte sich von hinten anpirschend dicht an sie, so dicht das sich ihre Hüften an die stramme Muskulatur ihres Hinterteils schmiegten, das sich ihre Brüste an deren geschwungener Wirbelsäule rieben, legte sinnlich das Kinn an deren Hals, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“… Mmmmh… auf was achten deine anthrazitenen Sterne wohl gerade…”</span> , neckisch erhob sie schwerfällig die geduschten Augenlider, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“… Mmmmh… Balius der Blutbefleckte … und unser glorreicher Kriegsfürst… welch hervorragende Sehenswürdigkeit, ein Schmaus für Sinn und Sinnlichkeit… sieh an… sieh an… Welch unweibliche Gelüste sich doch offenbaren, meine liebe Estelle… dies ist nichts für deine… empfindsamen Augen…”</span> , streichelnd wischte sie eine der kastanienfarbenen Strähnen von den Divaschultern, nahm deren wattierte Handgelenke in ihre Hände und schlang verführerisch anmutig die dicken Lederriemen darum, verknotete im Helizentrum beider Extremitäten und zerrte leicht daran, während sie der abgöttischen Schönheit aufreizend einen ihrer latexverhüllten Finger an die Lippen legte, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nicht sprechen meine Liebe, sonst… muss ich dir… womöglich… weh tun…”</span> , dabei ließ sie ein tiefgründiges, gleichsam unheilvoll und begehrliches aufblitzen ihres Mundwinkels einfließen, während sie der anderen Maid die Wangen zusammendrückte,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “So ein derart hübsches… zerbrechliches Geschöpf wie du… sollte sich nicht in so rauer Gesellschaft herumtreiben, weißt du?”</span> , die schwarze Seidenschärpe welche sie den halben Abend über getragen hatte wurde rasch umfunktioniert, duldete sie doch keinerlei aufmuckserisches Geplänkel seitens dieser “Rarität”, nahm eine etwa faustgroße, süßliche Wüstenfrucht, wickelte sie in das kostbare Gewebe und drückte sie dem reizenden Nymphengeschöpf zwischen die Lippen, während sie dies in ihrem Nacken, ohne die samtenen Haare weg zukämen, verknotete. Dann zerrte sie leicht an der verflochtenen Peitsche, und tatsächlich leistete die Dunkelhaarige keinen nennenswerten Widerstand, sondern ließ sich geradewegs abführen… welch nostalgischer Moment, schwante es ihr plötzlich vor, während sie die ungezählten Treppenabsätze hinabkletterte, um letztlich in den finsteren Untergeschossen eine halbbeleuchtete Kammer aufzustoßen.<br />
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Weniger zimperlich zerrte sie jene “Estelle” über die abgekerbte Torschwelle, wohl stutzig geworden durch einen unlängst abgeflossenen Blutrinnsaal, welcher von den hölzernen Verdecken an ein eingelassenes Gitterwerk führte, von dort hinab… Eine einzelne konische Lichtersäule illuminierte das einzig sichtliche Mobiliar, einen “Garottierstuhl”, eine dieser unrühmlichen Reliquien uralter, vergangener und vergessener Herrschaftszeiten. Ungestört schob sie den klassizistischen “Riegel” vor die massive Tür, zwang dann die “Geknebelte” platz zu nehmen, legte dann die stählerne Würgeschlinge der Apparatur um den perlweißen Frauennacken und zog ihn ein wenig fester, gerade so das die Drahtschlaufe “unangenehm” anlag. Ihr die verknoteten Riemen von den Händen lösend, spreizte sie die ledernen Schenkel auseinander, einen ihrer hochhakigen Stiefel dazwischen und blinzelte herausfordernd in die illustren, finstren Augen. Schwach glimmende Kohlereste ließen schauderhafte Schemen, sofern sich das menschliche “Sehen” daran gewöhnte erkennen, die umfunktionierten Foltergemächer ehemaliger Kronregenten, in den letzten verstrichenen Tagen um einige “praktische” Kleinigkeiten ergänzt. Zunächst jedoch löste sie noch die seidene Schärpe, ließ die nektargesüßte Honigfrucht zwischen ihre Beine kullern, legte ihr stattdessen ihren “ständigen” Talisman, das starke Kunststoffband mit dem roten Bällchen um das Geschmeide, ließ ihn jedoch noch spielerisch baumeln, fast wie jenes andere Amulett. Liebkosen umspielte sie die dunkelgefärbten Lippen des “zaghaften” Mädchens, ehe sie mit einem ihrer spitzen Absätze die Baumfrucht pfählte, die Wade herumdrehte und wie ein Stück gegrilltes Fleisch an deren taufeuchte Lippen führte.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Koste, liebliches Kind, von den offerierten Speisen altvorderer Götter, schmecke Ambrosia…”</span> , sie ließ das unverhohlen durchtriebene Glitzern wandern,<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> “… und lecke Nektar…”</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fürstliche Gemächer]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=203</link>
			<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 03:08:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Wiederum tumultartig, fast von allen Sinnen wild umrissen, ließ er jegliche hochgehaltene Scharade scheppernd auf den sandigen Untergrund fallen. Was zuvor wohl noch als zögerlich oder etwa feinfühlig hätte missverstanden werden können, wandelte sich wie das Chaos selbst, binnen weniger Atemzüge in überwältigende Emotionalität, welche zweifellos ihr lustvolles Echo im Immaterium selbst widerhallen ließ. Fast schon zu zielstrebig, über Wochen hinaus sorgsam geplant und an den weniger schönen Kanten begradigt, wirkte sein momentanes handeln, als habe er sich während ihrer sogenannten “Trennung” nichts anderes entsinnen können, als ihren eigenen Leib, wohl nackt und freilich unbekleidet in den lodernden Flammen irgendeines Lagerfeuers tänzelnd. Oder als arglistiger Schemen, welcher in anspornten, die Sicherheit eines eingeschlagenen Pfades flehentlich zu verlassen. Doch war dieser neuerkorene Gott der Menschheit wahrlich ein solch simpler Mann? Es schickte sich an, diesen grundlegenden, keimenden Gedanken etwas mehr auszureizen, weshalb sie nur legere, befließend schwächlich ihren Arm um seinen kräftigen, durch den gepanzerten Kragen verstärkten Nacken legte. Ungleich wonniger empfing sie da schon seine stählernen Krallen, welche begierig darauf waren sie regelrecht zu reißen, deren harter Nachdruck wohl unter der schwarzen Verhüllung rote Bahnen ziehen mochte. Zwang er sie ohne sprudelnde oder großartige Sinnesreden formlos in die weißen Laken, veränderte sich dieser “Götterkönig” just schon, so wie er sich im Saal wohl nicht erst zeigen wollte. Dennoch, empfing sie sinnlicher den je seine Lippen, den wie es ihnen oftmals nachgesagt wurde von bösen Schwätzerzungen, wirkte derartige “Macht” über Leben und Tod, wahrlich etwas irritierend auf weibliche Sinne, so zumindest in ihren jetzigen Erfahrungen. Egal wie sich nun die einzelnen Schicksale drehen und wenden mochten, schon scharten sich die von ihr prophezeiten “Heerscharen” um seine flügelloses Drachenbanner, gänzlich wie der goldene Wirbelreif welcher so achtlos beiseite geschleudert worden war, stand auch dieses für die Unvergänglichkeit, die Ewigkeit, welche letztlich doch Ziel all ihres Strebens war. Ob auch Kogan diesen inneren Wunsch hegte, blieb ihr allerdings noch einige Zeit lang unklar, zumindest hatte er diesbezüglich noch nie spezifischer Aussagen getätigt, sofern es also sie anging, war sein eigentlicher Antrieb primär die Flucht aus einer elendigen Existenz, sowie die damit einherschreitende Rache an all jenen, welche ihm einst ein Unrecht getan hatten.<br />
<br />
Gleichsam erschien es ihr auch weniger verwunderlich den je, wie er seine Plattenstahl bewährten Schenkel schwer an ihrige rieb, und ihr dabei sachte, fast ein wenig zu zärtlich, wie sie es zwischenzeitlich merkwürdigerweise empfand, die Halsmuskeln drückte, während sich seine anderen Finger schwärmerisch aufmachten, all die “unerkundeten” Körperrundungen zu erforschen, ganz als habe er sie zuvor nicht schon erspäht. So überwanden alsbald Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger spielerisch den Hellespont ihrer Korsage, spielten fasst schon verschwenderisch lange Atemzüge mit dem “trägen” Bändchen als sie sich aufmachten ihre Taille zu umrunden, während sich ihre eigenen roten Absätze an seinem Rücken verschränkten und somit sein volles Gewicht auf ihren Lenden ruhte. Verbeugend fuhr sein Torso nieder, während sie sich heiße Lippenküsse gönnten, sich gegenseitig flüchtig nur den Atem augenblicks versiegelten, ehe ihr zärtlich inspiriertes Mienenspiel vonstatten ging. Mal lächelte er friedfertiger den je, mal fletschte er fast schon Wut tobend die doch schon nadelspitzen Reißerchen, mal stierte er neutraler Ausdrucks auf sie nieder. Es war als würde man Dämonen bändigen, sie sich Untertan machen, und dennoch selbst in ihrem Bann allmählich vergehen, ohne das man es bemerkt hätte. Flüchtig streichelten seine behandschuhten Fingerlinge über ihre aufblühenden Rosenwangen, zerwirbelte er ihr schelmisch wie ein ungestümer, niemals noch liebender Jüngling das blonde Haar, während sie sich gleicher Manier schwächend versuchte dem Zangengriff seiner Schenkel zu entwinden. Genierente Wortspiele wurden halbstumm ausgeflüstert, neckend, bissig, während er tief gebeugt an ihrem rechten Ohrläppchen genießerisch knabberte. Erst da setzte sie eine Hand schwermütig an seine ungezierte Brustplatte und drückte ihn spielerisch von sich weg, während sie mit einem lockeren Fingerzeig auf die beigestellte goldene Platte verwies, welche wie jene im Saal drunten, vollgeladen war mit herzhaften Köstlichkeiten, Fleisch wie Brot, süße Sahne und gezuckerte Wüstenfrüchte, ein Schälchen Feigen, sowie eines mit gereiften Datteln. Auch zwei dünne Pokale, sowie ein randvoller Krug mit schwerem Zimtwein standen abgedeckt darauf. Darob tauchte sie eine ihrer roten Fingerspitzen sacht in die geschlagene weiße Verlockung, glitt über seine speichelwarmen Lippen und ließ es sich schwelgend liebreizend von der Kuppe nehmen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mein großer Gott, Sohn von Wüste und Meer, wie ist mir? Sprachet Ihr nicht von Schlemmerei und vergessenen Entbehrungen, und nahmt selbst weder Trunk noch Bissen von “Eurer” Tafel?”</span> , einige ihrer Worte betonte sie dabei gelinde überspitzt, so das sie wie angeschlagene Saiten in seinem Gehör schmerzen mussten, während sich ihre Finger daran machten, jenen Sahnestrich zu wiederholen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oh göttlicher Gebieter, diese Dirne minderen Standes bietet Euch, in weiser Vorhersehung schon eine reich gedeckte Speisetafel da, nehmt von diesem gewürzten Wein und diesen stärkenden Speisen, ehe Ihr Euch anschickt, zu neuen Gestaden aufzubrechen!”</span> , sie warf einen vielsagenden Blick hinüber zu jenem achtlos fallen gelassenen Intarsien, aber auch zu ihrem erworbenen Seherstab, und bedeutete ihm, indem sie eine Hand in seinen Nacken führte, auch dies zu besehen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">”Mein bescheidener sterblicher Dank ringelt sich sklavisch vor Euren göttlichen Stiefeln, oh allmächtiger Gebieter, für jenes erlesene Präsent, welches Ihr mir so überaus großmütig gewährt habt!”</span> , da umschloss sie abermals schmelzend seine wässrig blinzelnden Lippen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Welchen hehren Götterwillen verdanke ich es nun, das jener Mann, dereinst auszog nachdem er mich bestraft, als Unsterblicher wieder einkehrt in mein Gemach, sich von mir zu nehmen was ich Ihm freiwillig bot? Waren es zuletzt nicht schadhafte, schmähende Worte, welche er mir gewährt? Doch ich flehe, großer Gott, zu deinen ehernen Sohlen, strafe mich sofern ich frevle!”</span> , was nun umso deutlicher und weniger verworren ruchlos und verführend klang, ganz wie die hellen Verspaare, welche sich der Legende folgend, den fleischeslustigen Mäulern Slaaneshs so entwandten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wiederum tumultartig, fast von allen Sinnen wild umrissen, ließ er jegliche hochgehaltene Scharade scheppernd auf den sandigen Untergrund fallen. Was zuvor wohl noch als zögerlich oder etwa feinfühlig hätte missverstanden werden können, wandelte sich wie das Chaos selbst, binnen weniger Atemzüge in überwältigende Emotionalität, welche zweifellos ihr lustvolles Echo im Immaterium selbst widerhallen ließ. Fast schon zu zielstrebig, über Wochen hinaus sorgsam geplant und an den weniger schönen Kanten begradigt, wirkte sein momentanes handeln, als habe er sich während ihrer sogenannten “Trennung” nichts anderes entsinnen können, als ihren eigenen Leib, wohl nackt und freilich unbekleidet in den lodernden Flammen irgendeines Lagerfeuers tänzelnd. Oder als arglistiger Schemen, welcher in anspornten, die Sicherheit eines eingeschlagenen Pfades flehentlich zu verlassen. Doch war dieser neuerkorene Gott der Menschheit wahrlich ein solch simpler Mann? Es schickte sich an, diesen grundlegenden, keimenden Gedanken etwas mehr auszureizen, weshalb sie nur legere, befließend schwächlich ihren Arm um seinen kräftigen, durch den gepanzerten Kragen verstärkten Nacken legte. Ungleich wonniger empfing sie da schon seine stählernen Krallen, welche begierig darauf waren sie regelrecht zu reißen, deren harter Nachdruck wohl unter der schwarzen Verhüllung rote Bahnen ziehen mochte. Zwang er sie ohne sprudelnde oder großartige Sinnesreden formlos in die weißen Laken, veränderte sich dieser “Götterkönig” just schon, so wie er sich im Saal wohl nicht erst zeigen wollte. Dennoch, empfing sie sinnlicher den je seine Lippen, den wie es ihnen oftmals nachgesagt wurde von bösen Schwätzerzungen, wirkte derartige “Macht” über Leben und Tod, wahrlich etwas irritierend auf weibliche Sinne, so zumindest in ihren jetzigen Erfahrungen. Egal wie sich nun die einzelnen Schicksale drehen und wenden mochten, schon scharten sich die von ihr prophezeiten “Heerscharen” um seine flügelloses Drachenbanner, gänzlich wie der goldene Wirbelreif welcher so achtlos beiseite geschleudert worden war, stand auch dieses für die Unvergänglichkeit, die Ewigkeit, welche letztlich doch Ziel all ihres Strebens war. Ob auch Kogan diesen inneren Wunsch hegte, blieb ihr allerdings noch einige Zeit lang unklar, zumindest hatte er diesbezüglich noch nie spezifischer Aussagen getätigt, sofern es also sie anging, war sein eigentlicher Antrieb primär die Flucht aus einer elendigen Existenz, sowie die damit einherschreitende Rache an all jenen, welche ihm einst ein Unrecht getan hatten.<br />
<br />
Gleichsam erschien es ihr auch weniger verwunderlich den je, wie er seine Plattenstahl bewährten Schenkel schwer an ihrige rieb, und ihr dabei sachte, fast ein wenig zu zärtlich, wie sie es zwischenzeitlich merkwürdigerweise empfand, die Halsmuskeln drückte, während sich seine anderen Finger schwärmerisch aufmachten, all die “unerkundeten” Körperrundungen zu erforschen, ganz als habe er sie zuvor nicht schon erspäht. So überwanden alsbald Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger spielerisch den Hellespont ihrer Korsage, spielten fasst schon verschwenderisch lange Atemzüge mit dem “trägen” Bändchen als sie sich aufmachten ihre Taille zu umrunden, während sich ihre eigenen roten Absätze an seinem Rücken verschränkten und somit sein volles Gewicht auf ihren Lenden ruhte. Verbeugend fuhr sein Torso nieder, während sie sich heiße Lippenküsse gönnten, sich gegenseitig flüchtig nur den Atem augenblicks versiegelten, ehe ihr zärtlich inspiriertes Mienenspiel vonstatten ging. Mal lächelte er friedfertiger den je, mal fletschte er fast schon Wut tobend die doch schon nadelspitzen Reißerchen, mal stierte er neutraler Ausdrucks auf sie nieder. Es war als würde man Dämonen bändigen, sie sich Untertan machen, und dennoch selbst in ihrem Bann allmählich vergehen, ohne das man es bemerkt hätte. Flüchtig streichelten seine behandschuhten Fingerlinge über ihre aufblühenden Rosenwangen, zerwirbelte er ihr schelmisch wie ein ungestümer, niemals noch liebender Jüngling das blonde Haar, während sie sich gleicher Manier schwächend versuchte dem Zangengriff seiner Schenkel zu entwinden. Genierente Wortspiele wurden halbstumm ausgeflüstert, neckend, bissig, während er tief gebeugt an ihrem rechten Ohrläppchen genießerisch knabberte. Erst da setzte sie eine Hand schwermütig an seine ungezierte Brustplatte und drückte ihn spielerisch von sich weg, während sie mit einem lockeren Fingerzeig auf die beigestellte goldene Platte verwies, welche wie jene im Saal drunten, vollgeladen war mit herzhaften Köstlichkeiten, Fleisch wie Brot, süße Sahne und gezuckerte Wüstenfrüchte, ein Schälchen Feigen, sowie eines mit gereiften Datteln. Auch zwei dünne Pokale, sowie ein randvoller Krug mit schwerem Zimtwein standen abgedeckt darauf. Darob tauchte sie eine ihrer roten Fingerspitzen sacht in die geschlagene weiße Verlockung, glitt über seine speichelwarmen Lippen und ließ es sich schwelgend liebreizend von der Kuppe nehmen.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mein großer Gott, Sohn von Wüste und Meer, wie ist mir? Sprachet Ihr nicht von Schlemmerei und vergessenen Entbehrungen, und nahmt selbst weder Trunk noch Bissen von “Eurer” Tafel?”</span> , einige ihrer Worte betonte sie dabei gelinde überspitzt, so das sie wie angeschlagene Saiten in seinem Gehör schmerzen mussten, während sich ihre Finger daran machten, jenen Sahnestrich zu wiederholen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oh göttlicher Gebieter, diese Dirne minderen Standes bietet Euch, in weiser Vorhersehung schon eine reich gedeckte Speisetafel da, nehmt von diesem gewürzten Wein und diesen stärkenden Speisen, ehe Ihr Euch anschickt, zu neuen Gestaden aufzubrechen!”</span> , sie warf einen vielsagenden Blick hinüber zu jenem achtlos fallen gelassenen Intarsien, aber auch zu ihrem erworbenen Seherstab, und bedeutete ihm, indem sie eine Hand in seinen Nacken führte, auch dies zu besehen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">”Mein bescheidener sterblicher Dank ringelt sich sklavisch vor Euren göttlichen Stiefeln, oh allmächtiger Gebieter, für jenes erlesene Präsent, welches Ihr mir so überaus großmütig gewährt habt!”</span> , da umschloss sie abermals schmelzend seine wässrig blinzelnden Lippen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Welchen hehren Götterwillen verdanke ich es nun, das jener Mann, dereinst auszog nachdem er mich bestraft, als Unsterblicher wieder einkehrt in mein Gemach, sich von mir zu nehmen was ich Ihm freiwillig bot? Waren es zuletzt nicht schadhafte, schmähende Worte, welche er mir gewährt? Doch ich flehe, großer Gott, zu deinen ehernen Sohlen, strafe mich sofern ich frevle!”</span> , was nun umso deutlicher und weniger verworren ruchlos und verführend klang, ganz wie die hellen Verspaare, welche sich der Legende folgend, den fleischeslustigen Mäulern Slaaneshs so entwandten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Saal der tausend Völker]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=202</link>
			<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 22:19:28 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=24"></a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Im dahinfliegenden Verlaufe von nun mehr zehn vollen Tagen, hatte sich das innerste Heiligtum Rasankurs gewandelt. Die technischen Servitorensklaven hatten wahrhafte Wunder vollbracht, wenn man sich ihres verlorenen Verstandes entsann. Gewichtig schwangen die mächtigen goldenen Pforten, eine wahnwitzige Duplikationen jenes ewigen Tores zu Terra, auf, und kaum durch zwei schwachsinnige Kinder zum Stillstande bewogen, stiegen süßliche Weihrauchfahnen dem triumphalen Heimkehrer entgegen. Entgegen jeglichen allgemeinen Wissens, war der erwählte Meister Rasankurs zuvor schon von seinem neuen Hofstaat getrennt worden, um in aller abgeschiedenen Heimlichkeit, ein wohltuendes Bad, sowie erste Salbung durch wohlriechende ätherische Öle zu empfangen. Abermals geharnischt wie noch vor fast vierzehn verstrichenen Sonnenwenden, schritt er unter posaunenden Lobpreisungen seines einzigen verbliebenen Ministers empor, durchwanderte den zuvor erst leer geräumten Saal der tausend Völker.<br />
<br />
Selbiger Prunksaal war durch drei zaghaft angesetzte Stufen unterteilt worden, so war es nun, das Kogans feste Stahlsohlen weich durch ausgerupfte Wüstenblüten stapften, während eine leichten Akzent höher, vergoldete Bänke und Esstische herbeigeschafft worden waren, aus allen Kammern des Rates, welche nicht einmal mehr befähigt gewesen waren, sonderlichen Einspruch zu erheben. Die geringe Heerschar an Köchen förderte wahrhafte Meisterwerke ihrer süßen Kunst zu Tage, so war jede Platte mit reichlichen Fleischspeisen, sowie dicken “Kartoffeln”, Rüben und anderen hydrophoben Gewächsen überladen. Exotische Gewürze wie etwa Cardamon, Zimt oder Koriander liebkosten bereits von den zierlichen Schälchen herab jeglichen Gaumen, während dampfende Fladenbrote teils mannshoh übereinander gestapelt worden waren. Schwere Zinnkrüge, aber auch manche aus bemaltem Ton oder weichem Blattgold, standen aneinandergereiht mehrfach auf jeder Speiseplatte, manche waren gefüllt mit dem süßen Karkadenektar, welcher dem zart blühenden Hibiskus entnommen worden war, andere verteilten unweigerlich schwereren Nelken oder Honigduft, waren sie doch randvoll mit gewürztem Rebensaft. Was man an vielfarbigen Salaten hatte finden können, war fein zerhackt und mit salzigen Ölen beträufelt worden, etwas ähnliches wie Datteln war in kleineren Schalen daneben angehäuft, sollten sie doch den Wasserhaushalt der Gäste segnen.<br />
<br />
Die mächtigen ehernen Platten griffen scheppernd ineinander, während er fast federnd Fliese um Fliese bewältigte, immer zu den balsamischen Duft der Blüten aufwirbelnd. Erstmalig wohl seine Waffenlosigkeit auf jenem festlichen Pfade hin zum aufgebahrten Götterthron, eben jenen welche sie bereits in ihren schwarzen Visionen gesehen hatte. Er selbst zeigte weder Anstand noch missfallen in seinen Sehschlitzen, donnerte einher wie ein rachsüchtiger Dämon, während die frisch gewobenen Standarten hoch über seinem Haupte, an des Saales Balustrade tänzelten, und fallende Schwärme rot durchwirkter Hibiskusblüten seine gezackten Schulterstücke verzierten. Ein jeder noch so feiner Ratsherr hatte sich herbei gesellt, selbst der feiste Ekklesiearch, sowie die Herrin aller Meuchelmörder. Alle bis auf den edlen Heermeister standen sie an des Thrones abgewandter Seite, aufgefädelt an chromgrauen Kettengliedern, welche sich durch ihre Leiber wandten. Eines jeden Mund zierte feines Freudengelächter, war es doch von dünnen Goldfäden hochgesteckt in ihren Visagen fest versiegelt, während sie wie Majonetten hoch oben von den sogenannten “Verteidigern” gespielt wurden, welche unter den verspiegelten Plattengesichtern regelrechten Spaß empfinden mussten, während sie die langen Schnüre taktvoll anschlugen. Wie ein einzelnes Wesen, in stimmiger, perfekter Harmonie, wankten jene extravaganten Heeren stilvoll umher, schlugen sich die Pfötchen jubelnd aneinander, gerade als wären sie noch unter lebenden. Wohl verborgen durch unschätzbares Tuch, dabei die von einem Khorniten geschlagenen Todeswunden, angenäht sogar an mancher Stelle, wie etwa das Gespaltene an der Mördermeisterin.<br />
<br />
Weiter schritt er voran, dröhnend schwer die Überlast auf seinen breiten Schultern, hinter ihm her, zwei erst kürzlich dem gentechnischen Mutterleib entstiegene Kindchen, jene dank veränderter Genstruktur, allerdings nicht etwa männlich, sondern weiblich, mit welligem goldblondem Haar, ganz wie es ihr eigenes war. Gleichend wie zwei ebensolche Zwillinge, dennoch vom Verstande wie jedes andere Kind an jenem Ort, klammerten sich die zerbrechlichen Fingerchen fest an jene schwere, brokatene Purpurschleppe, welche man dem “erwählten” Hegemon auferlegt hatte. Purpur, jene wundersame Königsfarbe welche einstmals noch aus den Leibern vieler tausend Schnecken hatte extrahiert werden müssen, welche zu früheren Zeiten lediglich von noblem Volk hatte getragen werden dürfen. Wie passend doch auf jenen Pfaden, wie er einher schritt. Prunk und Übermut in jedem Winkel, was an mitgebrachtem Volk just spielen konnte, war noch während seines wohltuenden Bades an hörnerne Instrumente verbannt worden, musste nun den festlichen Akt aufspielen, während sich alles andere wie ein einziger Mann erheben musste<br />
<br />
Schließlich erreichte er, unter den bronzenen kühlen Augen einer leibhaftigen Götterstatue, emporgehoben aus einem sumpfigen Tümpel nahe Rasankur, den sogenannten Vorhof jenes Thrones. Eingelassen in vertiefte Fließen, ein winziges, eingefärbtes Podest, gerade groß genug das er mit beiden Beinen fest darauf stehen konnte. Wie es das uralte Herrschaftszeremonial verlangte, traten zwei antik gerüstete Irrsinnige herbei, beide in leichte Bronzeplatte eingehüllt, beide die langstieligen Hellebarden der Leibesgarde führend. Verneigend vor dem Hegemon, wie tagelang sorgsam indoktriniert, kreuzten sie vor seinen gepanzerten Schienen die Axtblätter, senkten diese nieder, woraufhin er sich mit Knien auf die scharfe Kante setzen musste. Unverständig stierte er sie aus den dunklen Helmschlitzen heraus an, während sie ihm versteck bedeutete, dies gewähren zu lassen, sei es doch für die Vollkommenheit dieses einen Rituals. Er tat es, beugte sich dem fremden Willen, schon knirschte der harte Stahl auf weicher Bronzelegierung, verbog schon fast die dargebrachten Lanzen unter seinem Gewicht. Nichts desto trotz, schritt nun der einäugige Heermeister heran, kriechend wohl gemerkt, auf allen Vieren, das Augenlicht auch niemals auf seine “himmlische” Gestalt erhebend, während er tunlichst mit verschlossener Iris, den Kriegshelm von seinen Schultern löste. Dann entfleuchte er, abermals als Ungeziefer das er war, zumindest vor der göttlichen Erhabenheit.<br />
<br />
Die Zwillingsschwestern, zierlich gebaut und fast schon zu schmächtig, nahmen nun jeweils eine reich verzierte goldene Platte, auf welcher sich, wie nicht anders zu erwarten, auch eine unübersehbare Zahl fremdländischer und einheimischer Münzen häufte, allesamt aus gelobtem Gold oder ähnlich kostspieligen Materialien, manche sogar gänzlich aus geschliffenen Edelsteinen. Nun endlich erhob sich auch Melanie, gewissermaßen als “Vorbeterin” oder Hohe Priesterin der auferstandenen Götterkirche, über das frisch erworbene Gewand aus den Gemächern der Schlangenbraut, den feierlichen schwarzen Talar des Ekklesiearchen geworfen, sowie an den wesentlich geringeren Schultern, die violette Mozetta, wie man sie hierzulande wohl gewohnt war. Sich aus den gepolsterten Lehnen eines beigestellten kleineren Thrones erhebend, wanderte sie fast sakral über die vier angedeuteten Treppchen herab. Sich dem knienden Götterkrieger von rechter Schulter nähernd nahm sie vom ersten Jungfräulein das Opferteller entgegen, schlug ein altbekanntes Kultzeichen über dem fallenden schwarzen Haar Kogans, ehe sie den reich beladenen Teller kippte und somit den segensreichen Goldregen über ihn ergoss. Klimpernd sprangen die kreisrunden und achteckigen Währungen von seinen stählernen Schultern, perlten ungerührt von seinem Harnisch ab, glitten schillernd über den abgesteppten Teppichgang. Ein erstes, frohlockendes Jubelpreisen wart vernommen, ehe sich auch Inhalt jener zweiten Platte reichlich über ihn verteilte. Abermals. Dies, so sprach der alte Ritus, gewährte dem Thronpotentanten, unermesslichen Reichtum, sowie fruchtbare Felder, Lenden und Völkerschaften.<br />
<br />
Ein zweiter Akt des festgeschriebenen Kodexes war eingeläutet, als man einen von etwa zwanzig mitgeführten Leibsklaven heranschleifte, wohlweißlich den aufgerissenen Mund fest verwoben und mit Siegelwachs verschlossen, die Glieder mit goldenen Ketten aneinandergebunden. Strampelnd wollte er noch auf Knien wehrhaft um sein Leben kämpfen, ungeachtet dessen das er nun gänzlich von morallosen Häschern seines Erzfeindes umringt worden war. Einer jener dunklen Wüstenmänner hatte ihr auf eine kurze Frage hin erzählt, das eben dieser Mann, ein Kriegsgefangener “Adlerschauer” war, folglich ein aufrechter Diener des geheuchelten Lügenkönigs aller ketzerischen Menschen. So erfüllte sich der Götterwille auch in jenem Zeremonial, als er von den beiden gerüsteten Knaben, ausgelaugt wie er war, niedergezwungen wurde, sie ihm ein reichgeschmücktes Messer an die Gurgel zogen, und eine der beiden Jungfrauen die hervorquellende Flüssigkeit in einem juwelenbesetzten Pokal auffing. Zitternd rasselten dabei die dünnen Ketten an seinen Gliedern, verstummten jedoch, als der eine Knabe merklich tiefer schnitt, ehe man ihn nunmehr auf den Waden lastend fortschleifte, und sich seiner derart entledigte, das man ihn in glühende Kohlenschalen warf. Auch dies galt hier als symbolischer Akt, zumal der närrische Verräterleib versengte, noch ehe sein geflossenes Blut erkaltet war, und nichts als nur die angebrannten Knochen, überhaupt von seinem Fleische übrigblieb.<br />
<br />
Feierlich bahrte man nun den pompösen Gral auf einen vor dem Statuensockel bereitgestellten Altar, mit einem ebenso beschaulichen, wie meisterhaft gefertigten goldenen Löffelchen, mengte sie, der breiten Masse das Antlitz zukehrend, unter feierlichen Beschwörungen, magische Ingredienzien hinzu. So etwa Weihrauch, welcher für göttliche Erwählung stand, Myrre, für Herrschaft über Leben und Tod, zinnoberroten Wein, als Blut all seine Legatenlande, Salz, für Reichtum, Wohlstand und Fortbestand der Dynastie, aber auch zerriebene Nelken, welche Macht auch über jenseitige Welten symbolisierten. Diesen angereicherten Trunk mit sechs Fingern, jeweils Daumen, Zeige und Mittelfinger, empor hebend, sprach man unter den herrischen Augen des unbekannten Wüstengottes, feierlich die abschließenden Worte, welche da lauteten, “Verderben über all jene zweizüngigen Vipernhäupter, welche sich feige noch empor recken mögen, um seinen göttlichen Willen zu vereiteln!”<br />
<br />
So gesegnet senkte man den Pokal herab, setzte ihn, eine dünne goldene Opferschale unterhaltend, an seinen roten Lippen, während er ebenso feierlich allmählich unter ihrem zutun, ihn gänzlich entleerte. Auch ein letzte rollendes Tröpfchen verging “zischend” auf seinen Zungenknospen, ehe auch jener Pokal, so wie es festgehalten worden war, in einer schwarzen Schale eingeschmolzen werden musste.<br />
<br />
Nun schwangen halbnackte Jünglinge schmetternd Hämmer wider konkave Bronzeplatten, hallend schallte dröhnender Donnerklang von allen Alabasterwänden. Endlich durchschritt eine schwarz maskierte Knabenschar, auserwählte Blutjünger aus den Wüstenstämmen, jene Pforte, kreiste sich die geschliffenen Klingen wirbelnd tobend um den knienden Hegemon herum. So tanzten sie auf einen überaus bizarre, wenig nachvollziehbare Weise um ihn herum, sprangen, gaukelten, taumelten und kreuzten klingend jedes der beiden Schwerter mal kurz vor seinen Schultern, mal knapp vor seinem Halse, mal vor seinen Augen, gerade so das fast schon Funken stoben und um Haaresbreite nur kein Blutströpfchen fallen konnte. Dies galt allgemein als Beweis seiner Auserkorenheit unter all den göttlichen Launen, denn keine von Menschenhand geführte Klinge, egal wie rasch und tobend wider ihn gerichtet, vermochte ihn auch nur die Haut zu kratzen. Ehrerbietig warfen sie sich auf allen Vieren kriechend um ihn nieder, setzten die Stirnen an den Fußboden und priesen seine Herrlichkeit in allen ihnen bekannten Sprachen, wie es auch das anwesende Volk gleich tat. Bei manch einem dauerte diese sakral würdigende Manier natürlich etwas länger, so war es wohl wenig verwunderlich, das die selben Verse, wieder und wieder herabgesprochen, abschließend in ihrem eigenen Munde verstummten, ehe sie sich nach dem schweren Götterthron umwandte, um aus seinem violetten Schoße, den goldenen Herrschaftsreif zu erheben.<br />
<br />
Dieser verkürzte goldene Reif entsprach nicht etwa dem frömmelnden imperialen Kultglauben, also einem blattgoldenen Lorbeerkranze im Sinne antiker Kaiser, sondern, war für sich, eine geschuppte Viper, vergoldete Wirbel, sofern man wollte auch ein feuerspeiender Drachen, welcher mit seinen mächtigen Kiefern den eigenen Schweif umschloss, somit den Zirkel, den Kreis des Ewigen, um das Haupt des göttlichen Regenten schloss. Alles freudige Lärmen, jeglicher angeschlagene Saitenklang, verebbte andächtig, nun vermochte man das schiere flattern jener gefallenen Blütenblätter zu vernehmen, und selbst jenes schien ergebenst schweigen zu wollen. Aller Menschen “rührselige” Augenpaare waren an den goldenen Kreis geheftet, welchen sie nun zitternder roter Finger auf das gebeugte Kriegerhaupt herab senkte. Dämonisch mächtig schien selbst jenseitige Existenz unter donnerndem Wirbelschlag gänzlich zu erbeben, knisternd entlud sich jede angestaute Emotion in einem fast schon Herzschlag langen Angedenken. Berstend warfen sich in kümmerlichem Aufbegehren, jene verbliebenen Schildwächter wahren Materiums wider jene formlosen Mächte des Immateriums, doch noch ehe sich der uralte Konflikt erneut entfalten mochte, war dies auch schon Vergangenheit.<br />
<br />
Ehe sich der hünenhafte “Götterleib” kniend auf Hellebardenklingen und schwarzem Tänzerkreis erhob, war sie schon mit der Stirn auf den glatten Marmorboden tippend, zurückgewichen, umfasste schüchtern, zögerlich nur mit zwei behandschuhten Fingern seine stählerne Krallenhand, um ihn, niemals das Augenmerk höher als bis zum Halse hebend, an seinen nun mehr eigenen Thron zu führen. Dorten angekommen, sank die gesamte schwer gepanzerte Leibesfülle seines doch beträchtlichen Kriegertums in die gepolsterten Thronlehnen. Abermals verstummten alle noch so geringen Laute, zu vernehmen einzig das brechende Klacken ihrer Absätze auf den Stufen seines Vorhofes, während sie rücklings zurückwich, sich das umschlungene Szepter ergriff und so exakte siebzehn Schritt vor ihm zu halten kam.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Horchet auf und lauschet freudigst diesen Worten, ihr tausend Völkerschaften unter einer Kronen! Verkündet sei es für dahin in allen Landen, auferstanden aus der Mitten ist sie, Wiege aller Götterknechte, emporgestiegen aus der Asche, wie einst Phönix aus dem Feuertod! König unter allen Königen, Sohn der Meere und der immerwährenden Nacht welche ersehnte Kühle und Linderung von der Sonne verhassten Strahlen spendet… KOGAN VON RASANKUR!”</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Im dahinfliegenden Verlaufe von nun mehr zehn vollen Tagen, hatte sich das innerste Heiligtum Rasankurs gewandelt. Die technischen Servitorensklaven hatten wahrhafte Wunder vollbracht, wenn man sich ihres verlorenen Verstandes entsann. Gewichtig schwangen die mächtigen goldenen Pforten, eine wahnwitzige Duplikationen jenes ewigen Tores zu Terra, auf, und kaum durch zwei schwachsinnige Kinder zum Stillstande bewogen, stiegen süßliche Weihrauchfahnen dem triumphalen Heimkehrer entgegen. Entgegen jeglichen allgemeinen Wissens, war der erwählte Meister Rasankurs zuvor schon von seinem neuen Hofstaat getrennt worden, um in aller abgeschiedenen Heimlichkeit, ein wohltuendes Bad, sowie erste Salbung durch wohlriechende ätherische Öle zu empfangen. Abermals geharnischt wie noch vor fast vierzehn verstrichenen Sonnenwenden, schritt er unter posaunenden Lobpreisungen seines einzigen verbliebenen Ministers empor, durchwanderte den zuvor erst leer geräumten Saal der tausend Völker.<br />
<br />
Selbiger Prunksaal war durch drei zaghaft angesetzte Stufen unterteilt worden, so war es nun, das Kogans feste Stahlsohlen weich durch ausgerupfte Wüstenblüten stapften, während eine leichten Akzent höher, vergoldete Bänke und Esstische herbeigeschafft worden waren, aus allen Kammern des Rates, welche nicht einmal mehr befähigt gewesen waren, sonderlichen Einspruch zu erheben. Die geringe Heerschar an Köchen förderte wahrhafte Meisterwerke ihrer süßen Kunst zu Tage, so war jede Platte mit reichlichen Fleischspeisen, sowie dicken “Kartoffeln”, Rüben und anderen hydrophoben Gewächsen überladen. Exotische Gewürze wie etwa Cardamon, Zimt oder Koriander liebkosten bereits von den zierlichen Schälchen herab jeglichen Gaumen, während dampfende Fladenbrote teils mannshoh übereinander gestapelt worden waren. Schwere Zinnkrüge, aber auch manche aus bemaltem Ton oder weichem Blattgold, standen aneinandergereiht mehrfach auf jeder Speiseplatte, manche waren gefüllt mit dem süßen Karkadenektar, welcher dem zart blühenden Hibiskus entnommen worden war, andere verteilten unweigerlich schwereren Nelken oder Honigduft, waren sie doch randvoll mit gewürztem Rebensaft. Was man an vielfarbigen Salaten hatte finden können, war fein zerhackt und mit salzigen Ölen beträufelt worden, etwas ähnliches wie Datteln war in kleineren Schalen daneben angehäuft, sollten sie doch den Wasserhaushalt der Gäste segnen.<br />
<br />
Die mächtigen ehernen Platten griffen scheppernd ineinander, während er fast federnd Fliese um Fliese bewältigte, immer zu den balsamischen Duft der Blüten aufwirbelnd. Erstmalig wohl seine Waffenlosigkeit auf jenem festlichen Pfade hin zum aufgebahrten Götterthron, eben jenen welche sie bereits in ihren schwarzen Visionen gesehen hatte. Er selbst zeigte weder Anstand noch missfallen in seinen Sehschlitzen, donnerte einher wie ein rachsüchtiger Dämon, während die frisch gewobenen Standarten hoch über seinem Haupte, an des Saales Balustrade tänzelten, und fallende Schwärme rot durchwirkter Hibiskusblüten seine gezackten Schulterstücke verzierten. Ein jeder noch so feiner Ratsherr hatte sich herbei gesellt, selbst der feiste Ekklesiearch, sowie die Herrin aller Meuchelmörder. Alle bis auf den edlen Heermeister standen sie an des Thrones abgewandter Seite, aufgefädelt an chromgrauen Kettengliedern, welche sich durch ihre Leiber wandten. Eines jeden Mund zierte feines Freudengelächter, war es doch von dünnen Goldfäden hochgesteckt in ihren Visagen fest versiegelt, während sie wie Majonetten hoch oben von den sogenannten “Verteidigern” gespielt wurden, welche unter den verspiegelten Plattengesichtern regelrechten Spaß empfinden mussten, während sie die langen Schnüre taktvoll anschlugen. Wie ein einzelnes Wesen, in stimmiger, perfekter Harmonie, wankten jene extravaganten Heeren stilvoll umher, schlugen sich die Pfötchen jubelnd aneinander, gerade als wären sie noch unter lebenden. Wohl verborgen durch unschätzbares Tuch, dabei die von einem Khorniten geschlagenen Todeswunden, angenäht sogar an mancher Stelle, wie etwa das Gespaltene an der Mördermeisterin.<br />
<br />
Weiter schritt er voran, dröhnend schwer die Überlast auf seinen breiten Schultern, hinter ihm her, zwei erst kürzlich dem gentechnischen Mutterleib entstiegene Kindchen, jene dank veränderter Genstruktur, allerdings nicht etwa männlich, sondern weiblich, mit welligem goldblondem Haar, ganz wie es ihr eigenes war. Gleichend wie zwei ebensolche Zwillinge, dennoch vom Verstande wie jedes andere Kind an jenem Ort, klammerten sich die zerbrechlichen Fingerchen fest an jene schwere, brokatene Purpurschleppe, welche man dem “erwählten” Hegemon auferlegt hatte. Purpur, jene wundersame Königsfarbe welche einstmals noch aus den Leibern vieler tausend Schnecken hatte extrahiert werden müssen, welche zu früheren Zeiten lediglich von noblem Volk hatte getragen werden dürfen. Wie passend doch auf jenen Pfaden, wie er einher schritt. Prunk und Übermut in jedem Winkel, was an mitgebrachtem Volk just spielen konnte, war noch während seines wohltuenden Bades an hörnerne Instrumente verbannt worden, musste nun den festlichen Akt aufspielen, während sich alles andere wie ein einziger Mann erheben musste<br />
<br />
Schließlich erreichte er, unter den bronzenen kühlen Augen einer leibhaftigen Götterstatue, emporgehoben aus einem sumpfigen Tümpel nahe Rasankur, den sogenannten Vorhof jenes Thrones. Eingelassen in vertiefte Fließen, ein winziges, eingefärbtes Podest, gerade groß genug das er mit beiden Beinen fest darauf stehen konnte. Wie es das uralte Herrschaftszeremonial verlangte, traten zwei antik gerüstete Irrsinnige herbei, beide in leichte Bronzeplatte eingehüllt, beide die langstieligen Hellebarden der Leibesgarde führend. Verneigend vor dem Hegemon, wie tagelang sorgsam indoktriniert, kreuzten sie vor seinen gepanzerten Schienen die Axtblätter, senkten diese nieder, woraufhin er sich mit Knien auf die scharfe Kante setzen musste. Unverständig stierte er sie aus den dunklen Helmschlitzen heraus an, während sie ihm versteck bedeutete, dies gewähren zu lassen, sei es doch für die Vollkommenheit dieses einen Rituals. Er tat es, beugte sich dem fremden Willen, schon knirschte der harte Stahl auf weicher Bronzelegierung, verbog schon fast die dargebrachten Lanzen unter seinem Gewicht. Nichts desto trotz, schritt nun der einäugige Heermeister heran, kriechend wohl gemerkt, auf allen Vieren, das Augenlicht auch niemals auf seine “himmlische” Gestalt erhebend, während er tunlichst mit verschlossener Iris, den Kriegshelm von seinen Schultern löste. Dann entfleuchte er, abermals als Ungeziefer das er war, zumindest vor der göttlichen Erhabenheit.<br />
<br />
Die Zwillingsschwestern, zierlich gebaut und fast schon zu schmächtig, nahmen nun jeweils eine reich verzierte goldene Platte, auf welcher sich, wie nicht anders zu erwarten, auch eine unübersehbare Zahl fremdländischer und einheimischer Münzen häufte, allesamt aus gelobtem Gold oder ähnlich kostspieligen Materialien, manche sogar gänzlich aus geschliffenen Edelsteinen. Nun endlich erhob sich auch Melanie, gewissermaßen als “Vorbeterin” oder Hohe Priesterin der auferstandenen Götterkirche, über das frisch erworbene Gewand aus den Gemächern der Schlangenbraut, den feierlichen schwarzen Talar des Ekklesiearchen geworfen, sowie an den wesentlich geringeren Schultern, die violette Mozetta, wie man sie hierzulande wohl gewohnt war. Sich aus den gepolsterten Lehnen eines beigestellten kleineren Thrones erhebend, wanderte sie fast sakral über die vier angedeuteten Treppchen herab. Sich dem knienden Götterkrieger von rechter Schulter nähernd nahm sie vom ersten Jungfräulein das Opferteller entgegen, schlug ein altbekanntes Kultzeichen über dem fallenden schwarzen Haar Kogans, ehe sie den reich beladenen Teller kippte und somit den segensreichen Goldregen über ihn ergoss. Klimpernd sprangen die kreisrunden und achteckigen Währungen von seinen stählernen Schultern, perlten ungerührt von seinem Harnisch ab, glitten schillernd über den abgesteppten Teppichgang. Ein erstes, frohlockendes Jubelpreisen wart vernommen, ehe sich auch Inhalt jener zweiten Platte reichlich über ihn verteilte. Abermals. Dies, so sprach der alte Ritus, gewährte dem Thronpotentanten, unermesslichen Reichtum, sowie fruchtbare Felder, Lenden und Völkerschaften.<br />
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Ein zweiter Akt des festgeschriebenen Kodexes war eingeläutet, als man einen von etwa zwanzig mitgeführten Leibsklaven heranschleifte, wohlweißlich den aufgerissenen Mund fest verwoben und mit Siegelwachs verschlossen, die Glieder mit goldenen Ketten aneinandergebunden. Strampelnd wollte er noch auf Knien wehrhaft um sein Leben kämpfen, ungeachtet dessen das er nun gänzlich von morallosen Häschern seines Erzfeindes umringt worden war. Einer jener dunklen Wüstenmänner hatte ihr auf eine kurze Frage hin erzählt, das eben dieser Mann, ein Kriegsgefangener “Adlerschauer” war, folglich ein aufrechter Diener des geheuchelten Lügenkönigs aller ketzerischen Menschen. So erfüllte sich der Götterwille auch in jenem Zeremonial, als er von den beiden gerüsteten Knaben, ausgelaugt wie er war, niedergezwungen wurde, sie ihm ein reichgeschmücktes Messer an die Gurgel zogen, und eine der beiden Jungfrauen die hervorquellende Flüssigkeit in einem juwelenbesetzten Pokal auffing. Zitternd rasselten dabei die dünnen Ketten an seinen Gliedern, verstummten jedoch, als der eine Knabe merklich tiefer schnitt, ehe man ihn nunmehr auf den Waden lastend fortschleifte, und sich seiner derart entledigte, das man ihn in glühende Kohlenschalen warf. Auch dies galt hier als symbolischer Akt, zumal der närrische Verräterleib versengte, noch ehe sein geflossenes Blut erkaltet war, und nichts als nur die angebrannten Knochen, überhaupt von seinem Fleische übrigblieb.<br />
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Feierlich bahrte man nun den pompösen Gral auf einen vor dem Statuensockel bereitgestellten Altar, mit einem ebenso beschaulichen, wie meisterhaft gefertigten goldenen Löffelchen, mengte sie, der breiten Masse das Antlitz zukehrend, unter feierlichen Beschwörungen, magische Ingredienzien hinzu. So etwa Weihrauch, welcher für göttliche Erwählung stand, Myrre, für Herrschaft über Leben und Tod, zinnoberroten Wein, als Blut all seine Legatenlande, Salz, für Reichtum, Wohlstand und Fortbestand der Dynastie, aber auch zerriebene Nelken, welche Macht auch über jenseitige Welten symbolisierten. Diesen angereicherten Trunk mit sechs Fingern, jeweils Daumen, Zeige und Mittelfinger, empor hebend, sprach man unter den herrischen Augen des unbekannten Wüstengottes, feierlich die abschließenden Worte, welche da lauteten, “Verderben über all jene zweizüngigen Vipernhäupter, welche sich feige noch empor recken mögen, um seinen göttlichen Willen zu vereiteln!”<br />
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So gesegnet senkte man den Pokal herab, setzte ihn, eine dünne goldene Opferschale unterhaltend, an seinen roten Lippen, während er ebenso feierlich allmählich unter ihrem zutun, ihn gänzlich entleerte. Auch ein letzte rollendes Tröpfchen verging “zischend” auf seinen Zungenknospen, ehe auch jener Pokal, so wie es festgehalten worden war, in einer schwarzen Schale eingeschmolzen werden musste.<br />
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Nun schwangen halbnackte Jünglinge schmetternd Hämmer wider konkave Bronzeplatten, hallend schallte dröhnender Donnerklang von allen Alabasterwänden. Endlich durchschritt eine schwarz maskierte Knabenschar, auserwählte Blutjünger aus den Wüstenstämmen, jene Pforte, kreiste sich die geschliffenen Klingen wirbelnd tobend um den knienden Hegemon herum. So tanzten sie auf einen überaus bizarre, wenig nachvollziehbare Weise um ihn herum, sprangen, gaukelten, taumelten und kreuzten klingend jedes der beiden Schwerter mal kurz vor seinen Schultern, mal knapp vor seinem Halse, mal vor seinen Augen, gerade so das fast schon Funken stoben und um Haaresbreite nur kein Blutströpfchen fallen konnte. Dies galt allgemein als Beweis seiner Auserkorenheit unter all den göttlichen Launen, denn keine von Menschenhand geführte Klinge, egal wie rasch und tobend wider ihn gerichtet, vermochte ihn auch nur die Haut zu kratzen. Ehrerbietig warfen sie sich auf allen Vieren kriechend um ihn nieder, setzten die Stirnen an den Fußboden und priesen seine Herrlichkeit in allen ihnen bekannten Sprachen, wie es auch das anwesende Volk gleich tat. Bei manch einem dauerte diese sakral würdigende Manier natürlich etwas länger, so war es wohl wenig verwunderlich, das die selben Verse, wieder und wieder herabgesprochen, abschließend in ihrem eigenen Munde verstummten, ehe sie sich nach dem schweren Götterthron umwandte, um aus seinem violetten Schoße, den goldenen Herrschaftsreif zu erheben.<br />
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Dieser verkürzte goldene Reif entsprach nicht etwa dem frömmelnden imperialen Kultglauben, also einem blattgoldenen Lorbeerkranze im Sinne antiker Kaiser, sondern, war für sich, eine geschuppte Viper, vergoldete Wirbel, sofern man wollte auch ein feuerspeiender Drachen, welcher mit seinen mächtigen Kiefern den eigenen Schweif umschloss, somit den Zirkel, den Kreis des Ewigen, um das Haupt des göttlichen Regenten schloss. Alles freudige Lärmen, jeglicher angeschlagene Saitenklang, verebbte andächtig, nun vermochte man das schiere flattern jener gefallenen Blütenblätter zu vernehmen, und selbst jenes schien ergebenst schweigen zu wollen. Aller Menschen “rührselige” Augenpaare waren an den goldenen Kreis geheftet, welchen sie nun zitternder roter Finger auf das gebeugte Kriegerhaupt herab senkte. Dämonisch mächtig schien selbst jenseitige Existenz unter donnerndem Wirbelschlag gänzlich zu erbeben, knisternd entlud sich jede angestaute Emotion in einem fast schon Herzschlag langen Angedenken. Berstend warfen sich in kümmerlichem Aufbegehren, jene verbliebenen Schildwächter wahren Materiums wider jene formlosen Mächte des Immateriums, doch noch ehe sich der uralte Konflikt erneut entfalten mochte, war dies auch schon Vergangenheit.<br />
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Ehe sich der hünenhafte “Götterleib” kniend auf Hellebardenklingen und schwarzem Tänzerkreis erhob, war sie schon mit der Stirn auf den glatten Marmorboden tippend, zurückgewichen, umfasste schüchtern, zögerlich nur mit zwei behandschuhten Fingern seine stählerne Krallenhand, um ihn, niemals das Augenmerk höher als bis zum Halse hebend, an seinen nun mehr eigenen Thron zu führen. Dorten angekommen, sank die gesamte schwer gepanzerte Leibesfülle seines doch beträchtlichen Kriegertums in die gepolsterten Thronlehnen. Abermals verstummten alle noch so geringen Laute, zu vernehmen einzig das brechende Klacken ihrer Absätze auf den Stufen seines Vorhofes, während sie rücklings zurückwich, sich das umschlungene Szepter ergriff und so exakte siebzehn Schritt vor ihm zu halten kam.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Horchet auf und lauschet freudigst diesen Worten, ihr tausend Völkerschaften unter einer Kronen! Verkündet sei es für dahin in allen Landen, auferstanden aus der Mitten ist sie, Wiege aller Götterknechte, emporgestiegen aus der Asche, wie einst Phönix aus dem Feuertod! König unter allen Königen, Sohn der Meere und der immerwährenden Nacht welche ersehnte Kühle und Linderung von der Sonne verhassten Strahlen spendet… KOGAN VON RASANKUR!”</span>]]></content:encoded>
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