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		<title><![CDATA[Koron III - Untere Ebenen und Unterwelt]]></title>
		<link>https://koron3.de/</link>
		<description><![CDATA[Koron III - https://koron3.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 00:23:40 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Taverne &quot;Zur warmen Feuchte&quot;  - Subsektor 335, Unterebene 12]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=975</link>
			<pubDate>Mon, 15 Feb 2016 17:46:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=290"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=975</guid>
			<description><![CDATA[An der Kreuzung der Versorgungswege zur Deponie und dem Platz der Heiligen sowie dem Sektorenaufgang zur Ebene darüber (und nebenbei vielen kleinen Seitengässchen auf denen ab und zu sich die Schmuggler und anderen Nachtschattengestalten stauten), lag strategisch Günstig die wohl bekanntste Einrichtungen in der 12. Unterebene. Die Schenke mit dem etwas kindischen Namen "Zur warmen Feuchte" gehört wohl zu einer der bekanntesten Einrichtungen in der Gegend und hat sich mit der Zeit einen gewissen Namen gemacht.<br />
<br />
Sie gilt u.a. als eines der wenigen Dinge, die diese Ebene nicht umbringen konnte (neben anderen Dingen wie der Geruch, der sich in die Nasenflügel einbrannte und dem Drang sich zu kratzen, sobald man nur einen Schritt in die Gassen getan hatte).<br />
<br />
Außerdem erarbeitete sich über die Zeit auch einen Ruf - welcher das war, entschied sich meist, auf welcher Seite des Messers man sich befand, bei einen der fast schon legendären "Rangeleien". Diese "Rangeleien" wurden zu einer Art Volkssport in der Unterebene, und konnten in der Vergangenheit oft die Ausmaße einer kleinen Revolte annehmen. Jedoch waren die Krawalle fast schon traditionalisiert und folgten ein paar ungeschriebenen Gesetzen, die auch unter Anderem dafür sorgten, dass sich die Arbites nicht zum einschreiten genötigt fühlten. Eigentlich war es auch den Ebenen darüber ganz recht, wenn sich der Mob sich an sich selbst abarbeitete- so kam er wenigstens nicht auf dumme Gedanken und - wenns nebenbei die Population verringerte war es wohl auch kein Grund für große Trauer...<br />
<br />
Diese Rangelleien begründeten einst das Goldene Zeitalter der "warmen Feuchte" jedoch hält nichts für immer und auch mit der Kneipe ging es mit der Zeit langsam aber stetig Bergab. Vor allem das abebben des Straßenvolkssports setzte dem Gasthaus schwer zu. Manche glauben sich zu erinnern, dass die Arbites dann doch irgenwann die Schnautze voll hatten von dem Treiben und eingriffen, andere hingegen machten die Spontane Kündigung des Wirtes dafür Verantwortlich... und viele andere wussten zu Berichten dass der Wirt nicht gekündigt hatte und stattdessen von einem fehlgeleiteten Schrotflintenschuss "entlassen" wurde.<br />
<br />
Letztendlich war es wohl eine Kombination von alldem dass zu dem heruntergekommenen Status geführt hatte in der sie sich jetzt befand. <br />
Trotz allem blieb das Etablisement seit Generationen in Familienhand- wenns auch nicht immer die selbe war- oder auch nur eine Familie im klassisch, juristischen Sinne. <br />
<br />
Der derzeitige Inhaber Edward wird von jedem nur Eddy genannt- oder auch (hinter seinem Rücken) "Der Schädel" was sich wohl auf sein blasses, manchmal fast untotes Erscheinungsbild bezieht. <br />
Er ist auf den ersten Blick ein wenig Schweigsam und zurückgezogen, und auf den zweiten Blick auch, aber er scheint wie gemacht zu sein für den Job eines Barkeepers.  <br />
<br />
Im Obergeschoss befinden sich ein paar kleinere Zimmer die zur Vermietung gedacht sind- auch wenn der Tourismus in der Subebene, gelinde gesagt "unterentwickelt" ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[An der Kreuzung der Versorgungswege zur Deponie und dem Platz der Heiligen sowie dem Sektorenaufgang zur Ebene darüber (und nebenbei vielen kleinen Seitengässchen auf denen ab und zu sich die Schmuggler und anderen Nachtschattengestalten stauten), lag strategisch Günstig die wohl bekanntste Einrichtungen in der 12. Unterebene. Die Schenke mit dem etwas kindischen Namen "Zur warmen Feuchte" gehört wohl zu einer der bekanntesten Einrichtungen in der Gegend und hat sich mit der Zeit einen gewissen Namen gemacht.<br />
<br />
Sie gilt u.a. als eines der wenigen Dinge, die diese Ebene nicht umbringen konnte (neben anderen Dingen wie der Geruch, der sich in die Nasenflügel einbrannte und dem Drang sich zu kratzen, sobald man nur einen Schritt in die Gassen getan hatte).<br />
<br />
Außerdem erarbeitete sich über die Zeit auch einen Ruf - welcher das war, entschied sich meist, auf welcher Seite des Messers man sich befand, bei einen der fast schon legendären "Rangeleien". Diese "Rangeleien" wurden zu einer Art Volkssport in der Unterebene, und konnten in der Vergangenheit oft die Ausmaße einer kleinen Revolte annehmen. Jedoch waren die Krawalle fast schon traditionalisiert und folgten ein paar ungeschriebenen Gesetzen, die auch unter Anderem dafür sorgten, dass sich die Arbites nicht zum einschreiten genötigt fühlten. Eigentlich war es auch den Ebenen darüber ganz recht, wenn sich der Mob sich an sich selbst abarbeitete- so kam er wenigstens nicht auf dumme Gedanken und - wenns nebenbei die Population verringerte war es wohl auch kein Grund für große Trauer...<br />
<br />
Diese Rangelleien begründeten einst das Goldene Zeitalter der "warmen Feuchte" jedoch hält nichts für immer und auch mit der Kneipe ging es mit der Zeit langsam aber stetig Bergab. Vor allem das abebben des Straßenvolkssports setzte dem Gasthaus schwer zu. Manche glauben sich zu erinnern, dass die Arbites dann doch irgenwann die Schnautze voll hatten von dem Treiben und eingriffen, andere hingegen machten die Spontane Kündigung des Wirtes dafür Verantwortlich... und viele andere wussten zu Berichten dass der Wirt nicht gekündigt hatte und stattdessen von einem fehlgeleiteten Schrotflintenschuss "entlassen" wurde.<br />
<br />
Letztendlich war es wohl eine Kombination von alldem dass zu dem heruntergekommenen Status geführt hatte in der sie sich jetzt befand. <br />
Trotz allem blieb das Etablisement seit Generationen in Familienhand- wenns auch nicht immer die selbe war- oder auch nur eine Familie im klassisch, juristischen Sinne. <br />
<br />
Der derzeitige Inhaber Edward wird von jedem nur Eddy genannt- oder auch (hinter seinem Rücken) "Der Schädel" was sich wohl auf sein blasses, manchmal fast untotes Erscheinungsbild bezieht. <br />
Er ist auf den ersten Blick ein wenig Schweigsam und zurückgezogen, und auf den zweiten Blick auch, aber er scheint wie gemacht zu sein für den Job eines Barkeepers.  <br />
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Im Obergeschoss befinden sich ein paar kleinere Zimmer die zur Vermietung gedacht sind- auch wenn der Tourismus in der Subebene, gelinde gesagt "unterentwickelt" ist.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das versteckte Portal]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=727</link>
			<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 20:33:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=203"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=727</guid>
			<description><![CDATA[Tief in den Eingeweiden von Gohmor lag ein schon lange Zeit vergessenes Geheimnis. Verborgen von Tarnfeldgeneratoren schlummerte es treu auf die Ankunft seiner Herren wartend. Doch nun da seine Meister es aufs neue riefen Antwortete es.<br />
In einer alten Kammer die von einer gewölbten Decke überspannt wurde befand sich das alte Warpportal. Die Wände waren mit arkanen Runen verziert deren grazile Schönheit noch nie ein menschliches Auge erblickt hatte. Fresken zeigten Szenen von grausam anmutigen Kriegern wie sie in einem blutigen Tanz der Gewalt ein Massaker zelebrierten. Dies alles wurde jedoch überschattet von dem Gebilde das wie ein exotisches Kunstwerk den Raum dominierte. Das Portal hatte die Form einer Halbsichel die tief in den Raum hineinragte. Die Rückseite dieser Sichel war wie eine scharfe Klinge geformt und auf beiden Seiten waren ovale Kristalle eingelassen worden. Die sich immer weiter verkleinernde Spitze endete Genau über der Mitte des Raumes.<br />
Ein leises Knistern verriet das Erwachen der uralter verderblicher Technologien. Langsam begannen alte Energiekristalle wieder zu erleuchten und überzogen die steinerne Kammer mit einem zarten Grün. Die Geräusche schwollen an und vereinten sich zu einem tiefen Summen als auch die letzten Teile der Maschinerie aus ihrem Schlaf erwachten. <br />
Licht sammelte sich in der Mitte des Raumes und schwoll zu einer handlichen Kugel an. Elektrische Ströme lösten sich von ihr und leckten über Boden und Wände. Rapide kühlte sich der Raum ab wodurch sich Reif an den Wänden bildete. Ein kurzer Moment der stille in der die Zeit selbst sich zu dehnen schien.<br />
Dann zerriss Kreischend das Gewebe der Realität und ließ die Kugel schlagartig Expandieren. Türkis violettes Licht flutete den Raum als sich das Warpportal stabil im Raum materialisiert hatte. Lichtbögen zogen sich darüber hinweg, verbanden und trennten sich auf unvorhersehbare weise. Schemen wanderten wie Wahnsinnige über das Portal und bildeten sich als faszinierendes Lichtspiel an den Wänden ab.<br />
Das Netz der Tausend Tore war aufs neue geöffnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Tief in den Eingeweiden von Gohmor lag ein schon lange Zeit vergessenes Geheimnis. Verborgen von Tarnfeldgeneratoren schlummerte es treu auf die Ankunft seiner Herren wartend. Doch nun da seine Meister es aufs neue riefen Antwortete es.<br />
In einer alten Kammer die von einer gewölbten Decke überspannt wurde befand sich das alte Warpportal. Die Wände waren mit arkanen Runen verziert deren grazile Schönheit noch nie ein menschliches Auge erblickt hatte. Fresken zeigten Szenen von grausam anmutigen Kriegern wie sie in einem blutigen Tanz der Gewalt ein Massaker zelebrierten. Dies alles wurde jedoch überschattet von dem Gebilde das wie ein exotisches Kunstwerk den Raum dominierte. Das Portal hatte die Form einer Halbsichel die tief in den Raum hineinragte. Die Rückseite dieser Sichel war wie eine scharfe Klinge geformt und auf beiden Seiten waren ovale Kristalle eingelassen worden. Die sich immer weiter verkleinernde Spitze endete Genau über der Mitte des Raumes.<br />
Ein leises Knistern verriet das Erwachen der uralter verderblicher Technologien. Langsam begannen alte Energiekristalle wieder zu erleuchten und überzogen die steinerne Kammer mit einem zarten Grün. Die Geräusche schwollen an und vereinten sich zu einem tiefen Summen als auch die letzten Teile der Maschinerie aus ihrem Schlaf erwachten. <br />
Licht sammelte sich in der Mitte des Raumes und schwoll zu einer handlichen Kugel an. Elektrische Ströme lösten sich von ihr und leckten über Boden und Wände. Rapide kühlte sich der Raum ab wodurch sich Reif an den Wänden bildete. Ein kurzer Moment der stille in der die Zeit selbst sich zu dehnen schien.<br />
Dann zerriss Kreischend das Gewebe der Realität und ließ die Kugel schlagartig Expandieren. Türkis violettes Licht flutete den Raum als sich das Warpportal stabil im Raum materialisiert hatte. Lichtbögen zogen sich darüber hinweg, verbanden und trennten sich auf unvorhersehbare weise. Schemen wanderten wie Wahnsinnige über das Portal und bildeten sich als faszinierendes Lichtspiel an den Wänden ab.<br />
Das Netz der Tausend Tore war aufs neue geöffnet.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[In die Dunkelheit]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=686</link>
			<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 18:28:46 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=81"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=686</guid>
			<description><![CDATA[Leises Plätschern begleitete jeden ihrer Schritte als sie sich das große Abwasserrohr entlang bewegte. Ratten huschten panisch aus dem Lichtkegel ihrer Stablampe. Außer dem hallenden Echo ihrer Schritte in der knöcheltiefen Brühe gab es keine Geräusche hier unten. An Orten wie diesem spürt man förmlich die Milliarden und aber Milliarden Tonnen Gestein, die über einem aufgehäuft sind. Gefügt und gestapelt um für viele Millionen ein Zuhause zu bilden, doch so heimelig der Klang des Wortes Zuhause auch klingen mag, so ist es doch nur eine trügerische Hoffnung, der Wille die Tür zu schließen und alles böse auszusperren. Furcht ist ein ständiger Begleiter, besonders hier in der Tiefe der Makropole. Ein tödliches Versteckspiel zwischen Jägern und Gejagten. <br />
Sie erreichte eine kleine Halle, in der die träge vor sich hinfließende Suppe in einen offenen Schacht stürzte, geschickt schwang sie sich an der bodenlosen Öffnung vorbei und betrat eine kleine Wartungsplattform in der Mitte des Schachtes. Eine verrostete Stahlleiter führte von hier nach oben. Claire löschte die Lampe und schulterte ihre Schrotflinte. Völlige Dunkelheit umgab sie nun, kein einziger Lichtstrahl fiel in dieses Gottverlassene Loch. Vorsichtig tastend fand sie die Leiter vor sich. Leise und methodisch stieg sie empor, stets tastend ob der rissige Stahl ihr Gewicht würde halten können. Endlich erreichte sie die darüber liegende Ebene, fast sechzig Meter über der Plattform. Trotz der merklichen Kühle die hier herrschte schwitzte sie und sie bemühte sich trotz der Filtermaske ruhig und gleichmäßig zu atmen. Es war lange her seit sie das letzte mal hier gewesen war, dieser Teil der Makropole war beinahe Menschenleer, verlassene Kavernen und Abwassertunnel. Der Gestank der Exkremente von Millionen, die seit Jahrhunderten den selben Weg nahmen lag in der Luft wie eine bleischwere Decke. Claire betrat zielsicher einen weiteren Tunnel und folgte ihm leise im Schein ihrer Lampe bis zu einer Einmündung eines trockengelegten Kanals, der sich ein Stück oberhalb des ursprünglichen Tunnels befand. Geschickt kletterte sie in das staubige Kanalbett und folgte diesem mit raschem Schritt eine Weile. Unvermittelt knipste sie wieder ihre Leuchte aus, behielt diesmal jedoch ihr Gewehr in der Hand. Vorsichtig schob sie sich ihre Infrarotbrille auf die Augen. Die Infrarotsicht mochte einen Menschen in der Dunkelheit sofort verraten, doch zu ihrer Orientierung trug sie nichts bei, hier hatte alles die gleiche Temperatur. In einer Umgebung in der sich vielleicht seit Jahren oder gar Jahrzehnten kein Lufthauch mehr bewegt hatte, hatte die Konvektion jeden Unterschied, der einmal zwischen der Luft und dem umgebenden Gestein geherrscht haben mochte verschwinden lassen. Wieder verließ sie sich auf ihren Tastsinn und auf ihre Erinnerungen. Schon bald hatte sie gefunden was sie suchte, eine Öffnung seitlich des Kanalbettes, welche zu einem Sammelbecken führte. Zu ihrer Enttäuschung jedoch war das Sammelbecken leer. Hier war er also nicht untergekrochen, aber es gab fast zwei Dutzend solcher Sammelbecken an diesem Kanal. Claire unterdrückte einen Fluch und ertastete ihren Weg zurück in den Staubigen Kanal. Eine Stunde verging in der Dunkelheit und sie fand zwei weitere leere Becken vor. Sie wusste sie war hier richtig, sie hatte Fußspuren im Staub gesehen, als sie es noch wagen konnte ihre Lampe zu benutzen.<br />
Ihre Infrarotsicht zeigte ihr die vierte Öffnung an, etwas war hier anders sie konnte sie deutlich ausmachen und auch der Kanal hatte seine Temperatur geändert, wenn auch nur minimal. Langsam schob sie die Brille nach oben, aus der Öffnung kam ein warmer flackernder Schein und ihr war als hätte sie gerade eine Stimme gehört. Ja, da wieder, sie waren mindestens zu Zweit. Sie war sich sicher es waren zwei Stimmen, nicht eine einsame Seele die Selbstgespräche führte. Geduld war eine Tugend für einen Jäger, doch warten war ihr schon immer schwer gefallen. Leise schlich sie ein Stück des Weges zurück und lehnte sich mit dem Rücken an die Kanalwand. Hin und wieder setzte sie die Brille ab um zu sehen ob das Flackern des Feuers langsam verlosch, vor allem aber um selber nicht einzuschlafen. Mittlerweile saß sie im Staub des Kanalbodens sie war so müde, das sie vorsichtshalber eine Aufputschtablette eingeworfen hatte. Endlich, nach Stunden, verlosch das Feuer. Sie rückte ihre Infrarotsicht zurecht, überprüfte blind ob ihre Waffe entsichert war und schlich auf die Tür zu. Sie konnte gut die Wärme der verlöschenden Glut ausmachen und die der beiden Körper die dort lagen. Es waren zwei Männer. Vorsichtig und ohne ein Geräusch zu verursachen glitt sie näher. Offenbar hatten die beiden sich sicher gefühlt, keiner hielt Wache und sie hatten auch sonst keine unliebsamen Überraschungen hinterlassen. Kaum hatte Claire den Gedanken zu ende gedacht, als etwas laut scheppernd von ihrer Anwesenheit zeugte. Scheiße! Einer der Männer sprang in einer fließenden Bewegung auf und griff reflexartig nach seiner Waffe. Noch bevor er seine Waffe heben konnte schoss Claire. Das Gelgeschoss traf ihn im Bauch und riss ihn zu Boden, ein zweiter Schuss traf ihn am Hinterkopf, jetzt regte er sich nicht mehr. Der zweite Mann setzte sich verschlafen auf nur um im selben Moment von einem weiteren Gelgeschoss getroffen zu werden, das Projektil traf ihn an der Brust, presste die Luft aus seiner Lunge und warf ihn in den Staub. Stöhnend und nach Atem ringend versuchte er erneut auf die Beine zu kommen. Mühsam erhob er sich auf alle Viere und spukte eine gute Portion Dreck aus. Im schwachen Licht der letzten Glut konnte er gerade noch einen Schatten ausmachen, als ihn Claires Stiefel hart am Kopf traf und er das Bewusstsein verlor. Sein Kopf dröhnte als er wieder zu sich kam, das erste was er bemerkte war das Feuer, jemand hatte es wieder entfacht. Hände und Füße waren gefesselt, jetzt hatte er Gewissheit, er war von einem der Bluthunde gefunden worden, die ihn jagten. Er blinzelte um seinen Häscher im flackernden Schein des Feuers erkennen zu können. Eine Frau? Sie sprach mit seinem Begleiter.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Rollins? Ich dachte du wärst tot. Dachte auf ner Kugel hätte dein Name gestanden.“</span> <br />
<br />
Die beiden schienen sich zu kennen, vielleicht gab es ja doch noch die Hoffnung hier raus zu kommen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Tja, nicht dein Glückstag heute Rollins.“</span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">„Fahr zur Hölle Claire.“</span></span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du trittst den Weg wohl vor mir an, machs gut Rollins.“</span>   <br />
<br />
Er konnte sehen wie das Mädchen einen Revolver zog und auf Rollins richtete.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">„Scheiße, du verfluchte Hu…“</span></span> Der letzte Teil des Satzes ging in einem Lauten Knall unter, dicht gefolgt von einem weiteren Schuss. Sein Gefährte stöhnte noch einmal, zuckte kurz, dann war es vorbei. Entsetzt sah er zu wie das Mädchen ein Nahkampfmesser zog und damit begann dem eben Verstorbenen den Kopf abzutrennen. Ein blutiges Handwerk, auch wenn das Herz des Unglücklichen, von zwei Kugeln zerfetzt, aufgehört hatte zu schlagen, so bildete sich doch schnell eine große Blutlache im Dreck. Die abscheuliche Arbeit fand ihren grausigen Höhepunkt und Ende in einem knirschenden Schmatzen, mit dem sie in einer Drehbewegung den Kopf von der Halswirbelsäule trennte. Der Kopf wanderte dann in eine Plastiktüte und verschwand im Rucksack der Kopfjägerin.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Er hätte das hübsche kleine Spielzeug nicht bumsen sollen, nicht wahr Bernard? Es soweit zu bringen und dann das…“</span> Sie ließ den Satz unvollendet. Sie beide kannten die Story, wie sich Rollins mit Cleverness und Rücksichtslosigkeit nach oben geboxt hatte. Bis er Besitzer des Clubs ‚Schwarze Nacht’ war, eine Party- und Drogenhöhle genau an der Grenze zwischen den unteren und den mittleren Ebenen. Ein beliebtes Ziel für unwichtige Adlige, die hier den Nervenkitzel und die Befriedigung ihrer Süchte suchte. Es schien als wenn Rollins auf dem Weg nach wirklich ganz oben war, bis er im Rausch eine seiner Gäste vögelte. Das Mädchen war wohl nicht so ganz damit einverstanden gewesen, auf jeden Fall aber war ihr Vater es nicht, er setzte ein Belohnung von 2000 Schekel auf Rollins Kopf aus. Das ganze lief über Major Lucky, war also ein reiner Killauftrag. Die Sache hatte bloß einen Haken: Jemand hatte bereits Rollins Kopf abgeliefert und kassiert. Zu erkennen war er ja einfach, bei dem komplett tätowierten Schädel. Irgendeine ganz ausgebuffte Seele hatte wohl einen Kopf der nach Rollins aussah nachträglich mit dem ihm eigenen Mustern verschönert. Ein gefährliches Spiel, Lucky stand im Ruf keine Sachen unter 1000 Schekel anzunehmen und er hatte eine halbe Armee von Söldnern in der Hinterhand wenn es nötig war. Das Kopfgeld auf Rollins konnte sie vergessen, es war bereits gezahlt und Lucky würde sicher nicht zweimal zahlen. Allerdings war es nicht verkehrt wenn er einem eine Gefälligkeit schuldete, na ja zumindest besser als nichts. Sie wandte sich wieder Bernard zu, ihrer eigentlichen Beute, keine traumhaften 2000 Schekel, sondern nur ein kleiner Fisch für 250, aber bekanntlich macht Kleinvieh auch Mist und im Moment konnte sie wirklich nicht wählerisch sein. Wenigstens konnte sie nun die Miete für den letzten und den nächsten Monat zahlen, auch der Verkauf der Waffen dürfte noch nen paar zusätzliche Schekel bringen, Rollins Waffe war eine teure Vollautomatik.<br />
<br />
Der Rückweg war noch länger als der Hinweg auch wenn Bernard zum Glück keine unsinnigen Fluchtversuche anstellte. Offenbar saß der Schock über ihre Kaltblütigkeit ihm noch in den Knochen. So stolperte er nun vor ihr durch die Tunnel. Endlich gelangten sie an ihr Ziel: Deadman´s End, eine kleine Siedlung in den unteren Ebenen, mit einer Handelsstation, die von einem begildeten Händler betrieben wurde. Bernard, der Schlaukopf hatte den Händler überfallen und 970 Schekel geraubt, aber sich dann nicht schnell genug verdünnisiert. Trottel wie er wurden nie alt, wobei Bernard schon zweiundzwanzig war, ein erstaunliches Alter für jemanden wie ihn. Seine Glückssträhne war wohl nun endgültig vorbei, als einer der stämmigen Wächter der Station ihn in einen kleinen Raum schubste und ihn dort auf einen wackeligen Sitz drückte, der aus einem halben Fass hergestellt worden war.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Woher hattest du die Information wann das Geld weggebracht werden sollte? Rede lieber, tut dir besser…glaubs mir.“</span> <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orangered;" class="mycode_color">„Nen Scheißdreck werd ich euch erzählen!“</span></span> <br />
Claire beugte sich vor und lächelte kalt. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du willst also die harte Tour?“</span> <br />
Zu spät erkannte sie ihren Fehler, auch wenn die Hände in Handschellen stecken mochten, so konnte er seinen Oberkörper doch frei bewegen. Schneller als sie es für möglich gehalten hätte versetzte er ihr eine Kopfnuss. Claire taumelte zurück, Blut lief ihr ins Gesicht.  <br />
<span style="color: orangered;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das war für den Tritt du Miststück!“</span></span><br />
Tatsächlich war die Platzwunde an seiner Schläfe noch mit geronnenem Blut bedeckt.<br />
Wortlos repetierte sie das Gelgeschoss aus dem Lauf und lud ein Vollmantelgeschoss. Sie nahm die Flinte und rammte sie ihm in den Unterleib.<br />
<span style="color: tomato;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Oh, Scheiße, ist gut, ist ja gut, Berkley hat es mir erzählt.“</span></span><br />
Stammelte der Gefangene panisch, da er seine Männlichkeit von einer Killerin mit Gewehr bedroht sah. <br />
<span style="color: orangered;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Berkley…soso.“</span></span> murmelte der Wächter. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orangered;" class="mycode_color">„Claire deine Aufgabe hier ist beendet.“</span></span> <br />
<br />
Sorgfältig zählte sie das Geld nach, während sie zusah wie zwei Wächter den sich nun entschieden wehrenden Bernard zu dem kleinen Gerüst trugen. Doch so viel er auch zappelte und schrie es half alles nix, die Schlinge wurde um seinen Hals gelegt und er vom Gerüst gestoßen. Drei oder vier Minuten baumelte der wildzappelnde Möchtegernräuber noch, dann endete seine Gegenwehr. Claire stand auf, nahm der Leiche die Handschellen ab und verstaute sie wieder. Kurz darauf verließ sie den zerfallenen Außenposten wieder und machte sich auf den Weg zum Waffenhändler ihres Vertrauens. <br />
<br />
Dort verkaufte sie die beiden Waffen der Toten für eine hübsche Stange Geld und kaufte im Gegenzug die verbrauchte Munition nach. Ihre nächste Station waren die mittleren Ebenen, sie nahm einen wenig benutzten Weg um nicht in eine Kontrolle zu geraten, sicher sie war Kopfgeldjägerin und hatte auch eine Lizenz, aber mit einem abgetrennten Kopf durch die Gegend zu rennen konnte einem schon eine sehr gründliche Befragung einbringen, nicht in den unteren Ebenen, dort gab es keine Kontrollen, aber hier oben sah das anders aus. Erschöpft und abgekämpft kam sie in ihrer kleinen Wohnung an, Sie zwang sich den Kopf vom anhaftenden Gel des Geschosses und Blut zu reinigen, dann steckte sie ihn zurück in seine Tüte und legte ihn in einen Karton. Ebenso wie den Kopf reinigte sie ihre Kleider und Waffen, schließlich war sie durch die gesammelten Exkremente der Makropole gewatet und ihr Anzug verbreitete einen widerlichen Gestank in dem kleinen Zimmer. Ihr Kopf schmerzte schon vor Übermüdung, jetzt wo das Adrenalin nachließ, sie warf eine zweite Tablette ein, sie wusste, das diese weit weniger lange vorhalten würde als die erste und auch der Tribut den sie von ihrem Körper fordern würde ein weitaus schlimmerer sein würde. Trotz allem brachte sie es fertig sich noch mal zu überwinden, runter zu gehen und den Blockwart aufzusuchen. Sie zahlte die noch schuldige Miete und auch die für den laufenden Monat. Ein gebrummtes „Das wurd ja auch Zeit.“ war alles was der Fettsack dazu zu sagen hatte. Sie war kaum wieder in ihrer Wohnung angekommen als es an der Tür klopfte. Es war Sil, ein Hüne von Kopfgeldjäger, einer der wenigen dem sie vertraute, auch wenn Vertrauen in ihrem Geschäft eher die Ausnahme darstellte. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orange;" class="mycode_color">„Na Kleine warst du erfolgreich?“</span><br />
„Ja und du?“</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ebenfalls!“</span></span> Er grinste breit <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich bin ein reicher Mann, 300 Schekel.“</span></span><br />
Claire lachte <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und ich bin müde und schmutzig.“<br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">„Ich hoffe du bist nicht zu müde um ein bisschen zu feiern.“</span></span><br />
Die warme Dusche erweckte langsam ihren malträtierten Körper wieder zum Leben und auch ihre Kopfschmerzen ließen nach. Sich deutlich besser fühlend kam sie aus der Dusche, Sil hatte hinter der Tür gelauert und sie sich geschnappt als sie aus dem Bad trat. Sich gegen ihn zu wehren war zwecklos, er war einer der stärksten Männer die sie kannte, nicht das sie sich hätte wehren wollen. Ehe Claire sich versah hatte er ihr ihre Handschellen angelegt und sie aufs Bett geworfen. Sie stöhnte laut als er in sie eindrang. Der Sex war kurz und hart.<br />
<br />
Noch immer gefesselt kuschelte sie sich in seinen Arm. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Weißt du rein zufällig wer damals Rollins kalt gemacht hat?“<br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">„Das war Trevor, wieso fragst du?“</span><br />
„Ach bloß so, ging mir gerade durch den Kopf.“</span><br />
Trevor, ja das hätte sie sich denken können, der war so abgezuckt, der wagte es sogar Lucky zu bescheißen. Trevor hatte schon immer ein zu großes Ego gehabt, das Problem war jedoch, das er beinahe so gut war, wie er dachte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orange;" class="mycode_color">„Ja, das wär nen schöner Haufen Schotter gewesen.“</span><br />
„Silvi ist scharf auf dich, wusstest du das?.“</span> Er lachte. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Die Kleine aus dem Loch?“</span><br />
[B]„Ja, ich hab ihr gesagt das wir nur Freunde sind. Sie wollte es erst nicht glauben, ich glaub ich sollte in Zukunft wieder auf nem Stuhl und nicht auf deinem Schoß sitzen.“</span><br />
Claire genoss das Glück des Augenblicks und einen Moment später war sie auch schon in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen. Vorsichtig um sie nicht zu wecken nahm Sil ihr die Handschellen ab. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Silvi…hmm, na ja…“</span></span>Murmelte er noch bevor er selber einschlief.<br />
 <br />
Sie erwachte spät am nächsten Morgen. Sil war schon weg, hatte ihr aber ne Notiz dagelassen, das sie ihn im Loch finden könne. <br />
Ob Silvi wohl weiß was du magst? Vielleicht ist sie dann nicht mehr ganz so versessen auf dich.<br />
Claire zog sich an, besah noch kurz ihre Platzwunde über der Augenbraue und nahm dann die Bahn bis kurz vor Luckys Büro. Sie betrat den Raum mit dem Karton unter dem Arm und schloss die Tür sorgfältig hinter sich. Sie kannte Lucky, wenn auch nur flüchtig, sie hatte zwei oder drei kleine Aufträge von ihm erledigt, nichts aus seinem Stammgeschäft, nur Kleinigkeiten. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: sandybrown;" class="mycode_color">„Claire richtig?“</span><br />
„Ja, es gibt ein Problem.“</span><br />
Sie stellte den Karton auf seinen Schreibtisch.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Schau dir den mal an. Den hab ich vorgestern von seinen Schultern geholt…“</span> <br />
Es war klar, das dies Rollins echter Kopf sein musste denn im Gegensatz zu Trevors Exemplar, war dieser hier unversehrt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Leises Plätschern begleitete jeden ihrer Schritte als sie sich das große Abwasserrohr entlang bewegte. Ratten huschten panisch aus dem Lichtkegel ihrer Stablampe. Außer dem hallenden Echo ihrer Schritte in der knöcheltiefen Brühe gab es keine Geräusche hier unten. An Orten wie diesem spürt man förmlich die Milliarden und aber Milliarden Tonnen Gestein, die über einem aufgehäuft sind. Gefügt und gestapelt um für viele Millionen ein Zuhause zu bilden, doch so heimelig der Klang des Wortes Zuhause auch klingen mag, so ist es doch nur eine trügerische Hoffnung, der Wille die Tür zu schließen und alles böse auszusperren. Furcht ist ein ständiger Begleiter, besonders hier in der Tiefe der Makropole. Ein tödliches Versteckspiel zwischen Jägern und Gejagten. <br />
Sie erreichte eine kleine Halle, in der die träge vor sich hinfließende Suppe in einen offenen Schacht stürzte, geschickt schwang sie sich an der bodenlosen Öffnung vorbei und betrat eine kleine Wartungsplattform in der Mitte des Schachtes. Eine verrostete Stahlleiter führte von hier nach oben. Claire löschte die Lampe und schulterte ihre Schrotflinte. Völlige Dunkelheit umgab sie nun, kein einziger Lichtstrahl fiel in dieses Gottverlassene Loch. Vorsichtig tastend fand sie die Leiter vor sich. Leise und methodisch stieg sie empor, stets tastend ob der rissige Stahl ihr Gewicht würde halten können. Endlich erreichte sie die darüber liegende Ebene, fast sechzig Meter über der Plattform. Trotz der merklichen Kühle die hier herrschte schwitzte sie und sie bemühte sich trotz der Filtermaske ruhig und gleichmäßig zu atmen. Es war lange her seit sie das letzte mal hier gewesen war, dieser Teil der Makropole war beinahe Menschenleer, verlassene Kavernen und Abwassertunnel. Der Gestank der Exkremente von Millionen, die seit Jahrhunderten den selben Weg nahmen lag in der Luft wie eine bleischwere Decke. Claire betrat zielsicher einen weiteren Tunnel und folgte ihm leise im Schein ihrer Lampe bis zu einer Einmündung eines trockengelegten Kanals, der sich ein Stück oberhalb des ursprünglichen Tunnels befand. Geschickt kletterte sie in das staubige Kanalbett und folgte diesem mit raschem Schritt eine Weile. Unvermittelt knipste sie wieder ihre Leuchte aus, behielt diesmal jedoch ihr Gewehr in der Hand. Vorsichtig schob sie sich ihre Infrarotbrille auf die Augen. Die Infrarotsicht mochte einen Menschen in der Dunkelheit sofort verraten, doch zu ihrer Orientierung trug sie nichts bei, hier hatte alles die gleiche Temperatur. In einer Umgebung in der sich vielleicht seit Jahren oder gar Jahrzehnten kein Lufthauch mehr bewegt hatte, hatte die Konvektion jeden Unterschied, der einmal zwischen der Luft und dem umgebenden Gestein geherrscht haben mochte verschwinden lassen. Wieder verließ sie sich auf ihren Tastsinn und auf ihre Erinnerungen. Schon bald hatte sie gefunden was sie suchte, eine Öffnung seitlich des Kanalbettes, welche zu einem Sammelbecken führte. Zu ihrer Enttäuschung jedoch war das Sammelbecken leer. Hier war er also nicht untergekrochen, aber es gab fast zwei Dutzend solcher Sammelbecken an diesem Kanal. Claire unterdrückte einen Fluch und ertastete ihren Weg zurück in den Staubigen Kanal. Eine Stunde verging in der Dunkelheit und sie fand zwei weitere leere Becken vor. Sie wusste sie war hier richtig, sie hatte Fußspuren im Staub gesehen, als sie es noch wagen konnte ihre Lampe zu benutzen.<br />
Ihre Infrarotsicht zeigte ihr die vierte Öffnung an, etwas war hier anders sie konnte sie deutlich ausmachen und auch der Kanal hatte seine Temperatur geändert, wenn auch nur minimal. Langsam schob sie die Brille nach oben, aus der Öffnung kam ein warmer flackernder Schein und ihr war als hätte sie gerade eine Stimme gehört. Ja, da wieder, sie waren mindestens zu Zweit. Sie war sich sicher es waren zwei Stimmen, nicht eine einsame Seele die Selbstgespräche führte. Geduld war eine Tugend für einen Jäger, doch warten war ihr schon immer schwer gefallen. Leise schlich sie ein Stück des Weges zurück und lehnte sich mit dem Rücken an die Kanalwand. Hin und wieder setzte sie die Brille ab um zu sehen ob das Flackern des Feuers langsam verlosch, vor allem aber um selber nicht einzuschlafen. Mittlerweile saß sie im Staub des Kanalbodens sie war so müde, das sie vorsichtshalber eine Aufputschtablette eingeworfen hatte. Endlich, nach Stunden, verlosch das Feuer. Sie rückte ihre Infrarotsicht zurecht, überprüfte blind ob ihre Waffe entsichert war und schlich auf die Tür zu. Sie konnte gut die Wärme der verlöschenden Glut ausmachen und die der beiden Körper die dort lagen. Es waren zwei Männer. Vorsichtig und ohne ein Geräusch zu verursachen glitt sie näher. Offenbar hatten die beiden sich sicher gefühlt, keiner hielt Wache und sie hatten auch sonst keine unliebsamen Überraschungen hinterlassen. Kaum hatte Claire den Gedanken zu ende gedacht, als etwas laut scheppernd von ihrer Anwesenheit zeugte. Scheiße! Einer der Männer sprang in einer fließenden Bewegung auf und griff reflexartig nach seiner Waffe. Noch bevor er seine Waffe heben konnte schoss Claire. Das Gelgeschoss traf ihn im Bauch und riss ihn zu Boden, ein zweiter Schuss traf ihn am Hinterkopf, jetzt regte er sich nicht mehr. Der zweite Mann setzte sich verschlafen auf nur um im selben Moment von einem weiteren Gelgeschoss getroffen zu werden, das Projektil traf ihn an der Brust, presste die Luft aus seiner Lunge und warf ihn in den Staub. Stöhnend und nach Atem ringend versuchte er erneut auf die Beine zu kommen. Mühsam erhob er sich auf alle Viere und spukte eine gute Portion Dreck aus. Im schwachen Licht der letzten Glut konnte er gerade noch einen Schatten ausmachen, als ihn Claires Stiefel hart am Kopf traf und er das Bewusstsein verlor. Sein Kopf dröhnte als er wieder zu sich kam, das erste was er bemerkte war das Feuer, jemand hatte es wieder entfacht. Hände und Füße waren gefesselt, jetzt hatte er Gewissheit, er war von einem der Bluthunde gefunden worden, die ihn jagten. Er blinzelte um seinen Häscher im flackernden Schein des Feuers erkennen zu können. Eine Frau? Sie sprach mit seinem Begleiter.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Rollins? Ich dachte du wärst tot. Dachte auf ner Kugel hätte dein Name gestanden.“</span> <br />
<br />
Die beiden schienen sich zu kennen, vielleicht gab es ja doch noch die Hoffnung hier raus zu kommen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Tja, nicht dein Glückstag heute Rollins.“</span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">„Fahr zur Hölle Claire.“</span></span> <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du trittst den Weg wohl vor mir an, machs gut Rollins.“</span>   <br />
<br />
Er konnte sehen wie das Mädchen einen Revolver zog und auf Rollins richtete.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: red;" class="mycode_color">„Scheiße, du verfluchte Hu…“</span></span> Der letzte Teil des Satzes ging in einem Lauten Knall unter, dicht gefolgt von einem weiteren Schuss. Sein Gefährte stöhnte noch einmal, zuckte kurz, dann war es vorbei. Entsetzt sah er zu wie das Mädchen ein Nahkampfmesser zog und damit begann dem eben Verstorbenen den Kopf abzutrennen. Ein blutiges Handwerk, auch wenn das Herz des Unglücklichen, von zwei Kugeln zerfetzt, aufgehört hatte zu schlagen, so bildete sich doch schnell eine große Blutlache im Dreck. Die abscheuliche Arbeit fand ihren grausigen Höhepunkt und Ende in einem knirschenden Schmatzen, mit dem sie in einer Drehbewegung den Kopf von der Halswirbelsäule trennte. Der Kopf wanderte dann in eine Plastiktüte und verschwand im Rucksack der Kopfjägerin.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Er hätte das hübsche kleine Spielzeug nicht bumsen sollen, nicht wahr Bernard? Es soweit zu bringen und dann das…“</span> Sie ließ den Satz unvollendet. Sie beide kannten die Story, wie sich Rollins mit Cleverness und Rücksichtslosigkeit nach oben geboxt hatte. Bis er Besitzer des Clubs ‚Schwarze Nacht’ war, eine Party- und Drogenhöhle genau an der Grenze zwischen den unteren und den mittleren Ebenen. Ein beliebtes Ziel für unwichtige Adlige, die hier den Nervenkitzel und die Befriedigung ihrer Süchte suchte. Es schien als wenn Rollins auf dem Weg nach wirklich ganz oben war, bis er im Rausch eine seiner Gäste vögelte. Das Mädchen war wohl nicht so ganz damit einverstanden gewesen, auf jeden Fall aber war ihr Vater es nicht, er setzte ein Belohnung von 2000 Schekel auf Rollins Kopf aus. Das ganze lief über Major Lucky, war also ein reiner Killauftrag. Die Sache hatte bloß einen Haken: Jemand hatte bereits Rollins Kopf abgeliefert und kassiert. Zu erkennen war er ja einfach, bei dem komplett tätowierten Schädel. Irgendeine ganz ausgebuffte Seele hatte wohl einen Kopf der nach Rollins aussah nachträglich mit dem ihm eigenen Mustern verschönert. Ein gefährliches Spiel, Lucky stand im Ruf keine Sachen unter 1000 Schekel anzunehmen und er hatte eine halbe Armee von Söldnern in der Hinterhand wenn es nötig war. Das Kopfgeld auf Rollins konnte sie vergessen, es war bereits gezahlt und Lucky würde sicher nicht zweimal zahlen. Allerdings war es nicht verkehrt wenn er einem eine Gefälligkeit schuldete, na ja zumindest besser als nichts. Sie wandte sich wieder Bernard zu, ihrer eigentlichen Beute, keine traumhaften 2000 Schekel, sondern nur ein kleiner Fisch für 250, aber bekanntlich macht Kleinvieh auch Mist und im Moment konnte sie wirklich nicht wählerisch sein. Wenigstens konnte sie nun die Miete für den letzten und den nächsten Monat zahlen, auch der Verkauf der Waffen dürfte noch nen paar zusätzliche Schekel bringen, Rollins Waffe war eine teure Vollautomatik.<br />
<br />
Der Rückweg war noch länger als der Hinweg auch wenn Bernard zum Glück keine unsinnigen Fluchtversuche anstellte. Offenbar saß der Schock über ihre Kaltblütigkeit ihm noch in den Knochen. So stolperte er nun vor ihr durch die Tunnel. Endlich gelangten sie an ihr Ziel: Deadman´s End, eine kleine Siedlung in den unteren Ebenen, mit einer Handelsstation, die von einem begildeten Händler betrieben wurde. Bernard, der Schlaukopf hatte den Händler überfallen und 970 Schekel geraubt, aber sich dann nicht schnell genug verdünnisiert. Trottel wie er wurden nie alt, wobei Bernard schon zweiundzwanzig war, ein erstaunliches Alter für jemanden wie ihn. Seine Glückssträhne war wohl nun endgültig vorbei, als einer der stämmigen Wächter der Station ihn in einen kleinen Raum schubste und ihn dort auf einen wackeligen Sitz drückte, der aus einem halben Fass hergestellt worden war.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Woher hattest du die Information wann das Geld weggebracht werden sollte? Rede lieber, tut dir besser…glaubs mir.“</span> <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orangered;" class="mycode_color">„Nen Scheißdreck werd ich euch erzählen!“</span></span> <br />
Claire beugte sich vor und lächelte kalt. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du willst also die harte Tour?“</span> <br />
Zu spät erkannte sie ihren Fehler, auch wenn die Hände in Handschellen stecken mochten, so konnte er seinen Oberkörper doch frei bewegen. Schneller als sie es für möglich gehalten hätte versetzte er ihr eine Kopfnuss. Claire taumelte zurück, Blut lief ihr ins Gesicht.  <br />
<span style="color: orangered;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Das war für den Tritt du Miststück!“</span></span><br />
Tatsächlich war die Platzwunde an seiner Schläfe noch mit geronnenem Blut bedeckt.<br />
Wortlos repetierte sie das Gelgeschoss aus dem Lauf und lud ein Vollmantelgeschoss. Sie nahm die Flinte und rammte sie ihm in den Unterleib.<br />
<span style="color: tomato;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Oh, Scheiße, ist gut, ist ja gut, Berkley hat es mir erzählt.“</span></span><br />
Stammelte der Gefangene panisch, da er seine Männlichkeit von einer Killerin mit Gewehr bedroht sah. <br />
<span style="color: orangered;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Berkley…soso.“</span></span> murmelte der Wächter. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orangered;" class="mycode_color">„Claire deine Aufgabe hier ist beendet.“</span></span> <br />
<br />
Sorgfältig zählte sie das Geld nach, während sie zusah wie zwei Wächter den sich nun entschieden wehrenden Bernard zu dem kleinen Gerüst trugen. Doch so viel er auch zappelte und schrie es half alles nix, die Schlinge wurde um seinen Hals gelegt und er vom Gerüst gestoßen. Drei oder vier Minuten baumelte der wildzappelnde Möchtegernräuber noch, dann endete seine Gegenwehr. Claire stand auf, nahm der Leiche die Handschellen ab und verstaute sie wieder. Kurz darauf verließ sie den zerfallenen Außenposten wieder und machte sich auf den Weg zum Waffenhändler ihres Vertrauens. <br />
<br />
Dort verkaufte sie die beiden Waffen der Toten für eine hübsche Stange Geld und kaufte im Gegenzug die verbrauchte Munition nach. Ihre nächste Station waren die mittleren Ebenen, sie nahm einen wenig benutzten Weg um nicht in eine Kontrolle zu geraten, sicher sie war Kopfgeldjägerin und hatte auch eine Lizenz, aber mit einem abgetrennten Kopf durch die Gegend zu rennen konnte einem schon eine sehr gründliche Befragung einbringen, nicht in den unteren Ebenen, dort gab es keine Kontrollen, aber hier oben sah das anders aus. Erschöpft und abgekämpft kam sie in ihrer kleinen Wohnung an, Sie zwang sich den Kopf vom anhaftenden Gel des Geschosses und Blut zu reinigen, dann steckte sie ihn zurück in seine Tüte und legte ihn in einen Karton. Ebenso wie den Kopf reinigte sie ihre Kleider und Waffen, schließlich war sie durch die gesammelten Exkremente der Makropole gewatet und ihr Anzug verbreitete einen widerlichen Gestank in dem kleinen Zimmer. Ihr Kopf schmerzte schon vor Übermüdung, jetzt wo das Adrenalin nachließ, sie warf eine zweite Tablette ein, sie wusste, das diese weit weniger lange vorhalten würde als die erste und auch der Tribut den sie von ihrem Körper fordern würde ein weitaus schlimmerer sein würde. Trotz allem brachte sie es fertig sich noch mal zu überwinden, runter zu gehen und den Blockwart aufzusuchen. Sie zahlte die noch schuldige Miete und auch die für den laufenden Monat. Ein gebrummtes „Das wurd ja auch Zeit.“ war alles was der Fettsack dazu zu sagen hatte. Sie war kaum wieder in ihrer Wohnung angekommen als es an der Tür klopfte. Es war Sil, ein Hüne von Kopfgeldjäger, einer der wenigen dem sie vertraute, auch wenn Vertrauen in ihrem Geschäft eher die Ausnahme darstellte. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orange;" class="mycode_color">„Na Kleine warst du erfolgreich?“</span><br />
„Ja und du?“</span><br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ebenfalls!“</span></span> Er grinste breit <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich bin ein reicher Mann, 300 Schekel.“</span></span><br />
Claire lachte <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Und ich bin müde und schmutzig.“<br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">„Ich hoffe du bist nicht zu müde um ein bisschen zu feiern.“</span></span><br />
Die warme Dusche erweckte langsam ihren malträtierten Körper wieder zum Leben und auch ihre Kopfschmerzen ließen nach. Sich deutlich besser fühlend kam sie aus der Dusche, Sil hatte hinter der Tür gelauert und sie sich geschnappt als sie aus dem Bad trat. Sich gegen ihn zu wehren war zwecklos, er war einer der stärksten Männer die sie kannte, nicht das sie sich hätte wehren wollen. Ehe Claire sich versah hatte er ihr ihre Handschellen angelegt und sie aufs Bett geworfen. Sie stöhnte laut als er in sie eindrang. Der Sex war kurz und hart.<br />
<br />
Noch immer gefesselt kuschelte sie sich in seinen Arm. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Weißt du rein zufällig wer damals Rollins kalt gemacht hat?“<br />
<span style="color: orange;" class="mycode_color">„Das war Trevor, wieso fragst du?“</span><br />
„Ach bloß so, ging mir gerade durch den Kopf.“</span><br />
Trevor, ja das hätte sie sich denken können, der war so abgezuckt, der wagte es sogar Lucky zu bescheißen. Trevor hatte schon immer ein zu großes Ego gehabt, das Problem war jedoch, das er beinahe so gut war, wie er dachte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: orange;" class="mycode_color">„Ja, das wär nen schöner Haufen Schotter gewesen.“</span><br />
„Silvi ist scharf auf dich, wusstest du das?.“</span> Er lachte. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Die Kleine aus dem Loch?“</span><br />
[B]„Ja, ich hab ihr gesagt das wir nur Freunde sind. Sie wollte es erst nicht glauben, ich glaub ich sollte in Zukunft wieder auf nem Stuhl und nicht auf deinem Schoß sitzen.“</span><br />
Claire genoss das Glück des Augenblicks und einen Moment später war sie auch schon in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen. Vorsichtig um sie nicht zu wecken nahm Sil ihr die Handschellen ab. <span style="color: orange;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Silvi…hmm, na ja…“</span></span>Murmelte er noch bevor er selber einschlief.<br />
 <br />
Sie erwachte spät am nächsten Morgen. Sil war schon weg, hatte ihr aber ne Notiz dagelassen, das sie ihn im Loch finden könne. <br />
Ob Silvi wohl weiß was du magst? Vielleicht ist sie dann nicht mehr ganz so versessen auf dich.<br />
Claire zog sich an, besah noch kurz ihre Platzwunde über der Augenbraue und nahm dann die Bahn bis kurz vor Luckys Büro. Sie betrat den Raum mit dem Karton unter dem Arm und schloss die Tür sorgfältig hinter sich. Sie kannte Lucky, wenn auch nur flüchtig, sie hatte zwei oder drei kleine Aufträge von ihm erledigt, nichts aus seinem Stammgeschäft, nur Kleinigkeiten. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="color: sandybrown;" class="mycode_color">„Claire richtig?“</span><br />
„Ja, es gibt ein Problem.“</span><br />
Sie stellte den Karton auf seinen Schreibtisch.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Schau dir den mal an. Den hab ich vorgestern von seinen Schultern geholt…“</span> <br />
Es war klar, das dies Rollins echter Kopf sein musste denn im Gegensatz zu Trevors Exemplar, war dieser hier unversehrt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Heiße Ware]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=644</link>
			<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 20:14:05 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=644</guid>
			<description><![CDATA[Man musste schon sehr viel Fantasie aufbringen um in der Ruine so etwas wie eine Schola zu erkennen. Vielleicht lag es an dem Platz, welcher sich noch eben so vor dem Gebäude erahnen ließ. Rissiger Asphalt, größtenteils unterspült und von vergilbtem Unkraut gesprengt. Das Haus selbst bestand eigentlich aus zwei, kastenförmigen Gebäuden, welche mit einem zentralen Gang verbunden waren, der in vergangenen Tagen einmal verglast gewesen sein mochte. Jetzt ließen rostige Metallstreben diese Verglasung nur noch erahnen. Der Betonklotz zur Linken war fast völlig eingestürzt. Es stand noch der rechte Winkel einer hinteren Ecke, ansonsten ein einziger Schutthaufen, aus dem verdrehte Stahlstangen herauslugten wie verkrampfte Leichenfinger. Auch das linke Haus hatte die Jahrzehnte nicht unbeschadet überstanden. Das obere Stockwerk war verschwunden und die Brandspuren ließen eine Explosion als mögliche Erklärung in den Bereich des Wahrscheinlichsten rücken. Die beiden Stockwerke darunter waren noch bewohnt, die Fenster mit Decken oder Folien verhangen. Aus einigen der Öffnungen drang blecherne Radiomusik und hier und da sah man alte Leutchen in den Öffnungen das Geschehen beobachten. <br />
Die Gegend war belebt. Einige Jugendgangs lungerten in Gruppen herum. Sie waren nicht bedeutend genug um von den herrschenden Gangs ernst genommen zu werden und konnten daher die starken Männer markieren. Sie wussten jedoch das sie sich von den ebenfalls überreichlich vorhandenen Huren fernhalten mussten, denn deren Zuhälter schossen erst und fragten dann die Mädchen ob sie belästigt wurden waren.<br />
Dazwischen spielten Kinder, streunten verwahrloste Hunde und wechselten Drogen ihren Besitzer. <br />
Auch Butch war da. <br />
Sein klobiger Wagen stand neben einer Laterne, durch die bestimmt seit sechzig Jahren kein Strom mehr geflossen war. Tatsächlich war das Auto eines der Marke Zitra. Diese Modelle waren dafür konzipiert mit so ziemlich allem zu laufen war flüssig und brennbar war. Daher waren sie natürlich in der Unterstadt sehr begehrt. Hinzu kam die charakteristische, überdimensional lange Motorhaube. Aus irgendeinem Grund machte dieser Umstand den Zitra zum Wagen Nummer Eins in der Welt des Verbrechens. <br />
Dieser hier war zusätzlich so auffällig, dass ein Übersehen unmöglich wurde. Glänzend golden lackiert, ein weißes Verdeck, blitzende Felgen und so makellos sauber, dass er einen Fremdkörper in den Slums darstellte, wie ein Space Marine in einem Nagelstudio. <br />
Butch hingegen passte sehr gut zu seinem Gefährt. Er war in einen schreiend gelben Anzug gehüllt und hatte einen Hut von gleicher Farbe auf dem Kopf. Um seine Schultern lag ein Mantel mit Fellbesatz und im Gürtel funkelten die Griffe zwei halbautomatischer Pistolen. Natürlich auch golden und mit Perlmutteinlagen versehsen. Butch lehnte lässig an seinem Wagen und schien voll auf damit zufrieden zu sein ein LHO zu rauchen und sicher den neidischen Blicke seiner Umgebung zu stellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Man musste schon sehr viel Fantasie aufbringen um in der Ruine so etwas wie eine Schola zu erkennen. Vielleicht lag es an dem Platz, welcher sich noch eben so vor dem Gebäude erahnen ließ. Rissiger Asphalt, größtenteils unterspült und von vergilbtem Unkraut gesprengt. Das Haus selbst bestand eigentlich aus zwei, kastenförmigen Gebäuden, welche mit einem zentralen Gang verbunden waren, der in vergangenen Tagen einmal verglast gewesen sein mochte. Jetzt ließen rostige Metallstreben diese Verglasung nur noch erahnen. Der Betonklotz zur Linken war fast völlig eingestürzt. Es stand noch der rechte Winkel einer hinteren Ecke, ansonsten ein einziger Schutthaufen, aus dem verdrehte Stahlstangen herauslugten wie verkrampfte Leichenfinger. Auch das linke Haus hatte die Jahrzehnte nicht unbeschadet überstanden. Das obere Stockwerk war verschwunden und die Brandspuren ließen eine Explosion als mögliche Erklärung in den Bereich des Wahrscheinlichsten rücken. Die beiden Stockwerke darunter waren noch bewohnt, die Fenster mit Decken oder Folien verhangen. Aus einigen der Öffnungen drang blecherne Radiomusik und hier und da sah man alte Leutchen in den Öffnungen das Geschehen beobachten. <br />
Die Gegend war belebt. Einige Jugendgangs lungerten in Gruppen herum. Sie waren nicht bedeutend genug um von den herrschenden Gangs ernst genommen zu werden und konnten daher die starken Männer markieren. Sie wussten jedoch das sie sich von den ebenfalls überreichlich vorhandenen Huren fernhalten mussten, denn deren Zuhälter schossen erst und fragten dann die Mädchen ob sie belästigt wurden waren.<br />
Dazwischen spielten Kinder, streunten verwahrloste Hunde und wechselten Drogen ihren Besitzer. <br />
Auch Butch war da. <br />
Sein klobiger Wagen stand neben einer Laterne, durch die bestimmt seit sechzig Jahren kein Strom mehr geflossen war. Tatsächlich war das Auto eines der Marke Zitra. Diese Modelle waren dafür konzipiert mit so ziemlich allem zu laufen war flüssig und brennbar war. Daher waren sie natürlich in der Unterstadt sehr begehrt. Hinzu kam die charakteristische, überdimensional lange Motorhaube. Aus irgendeinem Grund machte dieser Umstand den Zitra zum Wagen Nummer Eins in der Welt des Verbrechens. <br />
Dieser hier war zusätzlich so auffällig, dass ein Übersehen unmöglich wurde. Glänzend golden lackiert, ein weißes Verdeck, blitzende Felgen und so makellos sauber, dass er einen Fremdkörper in den Slums darstellte, wie ein Space Marine in einem Nagelstudio. <br />
Butch hingegen passte sehr gut zu seinem Gefährt. Er war in einen schreiend gelben Anzug gehüllt und hatte einen Hut von gleicher Farbe auf dem Kopf. Um seine Schultern lag ein Mantel mit Fellbesatz und im Gürtel funkelten die Griffe zwei halbautomatischer Pistolen. Natürlich auch golden und mit Perlmutteinlagen versehsen. Butch lehnte lässig an seinem Wagen und schien voll auf damit zufrieden zu sein ein LHO zu rauchen und sicher den neidischen Blicke seiner Umgebung zu stellen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lagerhalle „53B“]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=621</link>
			<pubDate>Sat, 01 May 2010 16:13:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=165"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=621</guid>
			<description><![CDATA[Was war eigentlich falsch gelaufen in ihrem Leben? Nein... das war zu schwer zu beantworten. Was war eigentlich richtig gelaufen? Das war einfacher zu beantworten. Nichts. <br />
Mit einem kleinem Stück Stoff tupfte sie sich ein wenig Blut von der Wange. Sie war erwischt worden, als sie bei einem der Straßenkämpfe einem Zuschauer etwas stehlen wollte. Sehr zu ihrem Glück begnügte dieser sich wohl daran, ihr mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dieser Mann, er hätte sie wohl auch töten können. Schwach war er sicher nicht, das hatte sie gesehen und gespürt. Aber wieder zu ihrem Glück hatte sie sich nicht viel getan. Sie ist nach hinten umgefallen und hatte sich an einem Stück Metall, welches aus einem Betontrümmer heraus ragte, einen Schnitt an der Wange eingefangen. Aber ganz umsonst war der Tag nicht. Zuvor hatte sie es geschafft, einem anderen Zuschauer eine einzelne Patronenkugel zu stehlen. Sie war verwirrt, als sie diese fand. So eine einzelne Patrone, und keine Waffe. Aber es sollte ihr egal sein. Dieses Teil war eine zulässige Währung im Tauschhandel, und so hatte sie immerhin jetzt mehrere Nahrungsriegel, die der Erfahrung nach nicht nur die Illusion von Sättigkeit vermittelten, sondern die wichtigsten, überlebensnotwendigsten Nährstoffe enthielten. In ihren Augen sehr gut mit purem Gold vergleichbar. Und so knabberte sie auch an der Hälfte von einem dieser Riegel. Die Hälfte war völlig Ausreichend für eine Mahlzeit, wenn es sein musste, reichte einer dieser Riegel für den ganzen Tag. Zumindest für sie. Dieses Essen war für den ausgewachsenen Menschen gemacht, und nicht für... nun ja, ein Kind wie sie es war.<br />
Die Schatten wanderten, verschoben sich, manche zogen sich in die Länge, manche wurden Kürzer. Und dann verschoben sie sich erneut, bis sie wieder da waren, wo sie angefangen hatten. Dann wiederholte sich der Prozess wieder. Hierbei war jedoch nichts übernatürliches Schuld daran, sondern eine einzelne Glühbirne, welche von der Decke der Lagerhalle herab hing und hin und her schwang. Diese eine Birne, die letzte von den ehemals sechs Birnen, welche hier einmal hangen und ihren Dienst verrichteten. Leuchtete nicht den gesamten Raum aus, dafür war sie auch nicht geschaffen, aber ein gutes Drittel des Raumes war beleuchtet, und der Rest lag im Zwielicht. Die Halle selbst war fünf Meter lang und maß drei in die Breite. Herein kam man in diese entweder durch eines der schmalen Fenster, welche an beiden Seiten der Halle in drei Metern, also direkt unter der Decke, sich über die gesamte Länge hinweg zogen, oder durch das Tor auf der Vorderseite. Ein Doppeltor, bei dem man beide Türen nach innen hin öffnen konnte. Die eine Türe stand einen mannsgroßen Spalt breit offen. Auf der anderen Türe stand in blauer, großer Schrift <span style="color: blue;" class="mycode_color">„53B“</span>. Und der Grund, für das ständige Schaukeln der Glühbirne, war leiht erklärt. Weiter hinten in der Halle hatte das Glas ein Loch. Es fehlte einfach, und das überschüssige Glas, welches da im Loch fehlte, fand man sowohl auf der Innenseite darunter, als auch auf der Außenseite. Und hier gab es einen kleinen Luftzug, der knapp unter der Decke hindurch sich seinen Weg bahnte, und das lichtspendende Objekt war genau in dieser Bahn.<br />
Diese Lagerhalle hatte einmal einer Gang gehört. Einer richtigen Gang. So eine Erwachsenengang, mit Schusswaffen und dem ganzen. In den Holzkisten, welche am Rahmen mit Metall verstärkt wurden und wovon noch immer ein halbes Dutzend in der Halle standen, wurde wohl genau das auch gelagert: Waffen, Munition und Essen. Gerüchte besagten, dass die Gang, welcher diese Halle einmal gehört hatte, von einem Tag auf den Anderen spurlos verschwunden sein, und dass es in dieser Halle spuken würde. Auch wurde stellenweise gesagt, der Imperator selbst hätte diese Halle verflucht. Doch diesen Gerüchten glaubte Rika nicht. Die Kisten waren allesamt leer und waren geöffnet. Auf der Außenseite der Türe konnte man gut erkennbar eine Linie von Einschüssen erkennen, welche das Metall jedoch nicht durchdringen konnten. Es schien eher so, als wäre diese Gang aufgebrochen und hatte noch ihr Hab und Gut mitgenommen. Doch was genau diese Schussspuren sollten, konnte sie nicht sicher erklären. Vielleicht ein Rivale, welcher ihnen aufgelauert war. Doch wie dem auch sei, sie glaubte nicht an einen Spuk oder eine Verwünschung. Diese Halle war seit nun fast einer Woche ihr Heim, und stellenweise, wenn man es denn schaffte, konnte man einzelne Patronen in den besonders dunklen Ecken finden. Und diese ließen sich bekanntlich gut gegen Essen tauschen.<br />
Doch einen netten Nebeneffekt hatte es schon, dass alle glaubten, die Halle sei verflucht: Sie war bis jetzt ungestört gewesen und fühlte sich auch relativ sicher hier drinnen.<br />
Was war eigentlich in ihrem Leben richtig gelaufen? Nun ja, sie lebte und sie war satt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Was war eigentlich falsch gelaufen in ihrem Leben? Nein... das war zu schwer zu beantworten. Was war eigentlich richtig gelaufen? Das war einfacher zu beantworten. Nichts. <br />
Mit einem kleinem Stück Stoff tupfte sie sich ein wenig Blut von der Wange. Sie war erwischt worden, als sie bei einem der Straßenkämpfe einem Zuschauer etwas stehlen wollte. Sehr zu ihrem Glück begnügte dieser sich wohl daran, ihr mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dieser Mann, er hätte sie wohl auch töten können. Schwach war er sicher nicht, das hatte sie gesehen und gespürt. Aber wieder zu ihrem Glück hatte sie sich nicht viel getan. Sie ist nach hinten umgefallen und hatte sich an einem Stück Metall, welches aus einem Betontrümmer heraus ragte, einen Schnitt an der Wange eingefangen. Aber ganz umsonst war der Tag nicht. Zuvor hatte sie es geschafft, einem anderen Zuschauer eine einzelne Patronenkugel zu stehlen. Sie war verwirrt, als sie diese fand. So eine einzelne Patrone, und keine Waffe. Aber es sollte ihr egal sein. Dieses Teil war eine zulässige Währung im Tauschhandel, und so hatte sie immerhin jetzt mehrere Nahrungsriegel, die der Erfahrung nach nicht nur die Illusion von Sättigkeit vermittelten, sondern die wichtigsten, überlebensnotwendigsten Nährstoffe enthielten. In ihren Augen sehr gut mit purem Gold vergleichbar. Und so knabberte sie auch an der Hälfte von einem dieser Riegel. Die Hälfte war völlig Ausreichend für eine Mahlzeit, wenn es sein musste, reichte einer dieser Riegel für den ganzen Tag. Zumindest für sie. Dieses Essen war für den ausgewachsenen Menschen gemacht, und nicht für... nun ja, ein Kind wie sie es war.<br />
Die Schatten wanderten, verschoben sich, manche zogen sich in die Länge, manche wurden Kürzer. Und dann verschoben sie sich erneut, bis sie wieder da waren, wo sie angefangen hatten. Dann wiederholte sich der Prozess wieder. Hierbei war jedoch nichts übernatürliches Schuld daran, sondern eine einzelne Glühbirne, welche von der Decke der Lagerhalle herab hing und hin und her schwang. Diese eine Birne, die letzte von den ehemals sechs Birnen, welche hier einmal hangen und ihren Dienst verrichteten. Leuchtete nicht den gesamten Raum aus, dafür war sie auch nicht geschaffen, aber ein gutes Drittel des Raumes war beleuchtet, und der Rest lag im Zwielicht. Die Halle selbst war fünf Meter lang und maß drei in die Breite. Herein kam man in diese entweder durch eines der schmalen Fenster, welche an beiden Seiten der Halle in drei Metern, also direkt unter der Decke, sich über die gesamte Länge hinweg zogen, oder durch das Tor auf der Vorderseite. Ein Doppeltor, bei dem man beide Türen nach innen hin öffnen konnte. Die eine Türe stand einen mannsgroßen Spalt breit offen. Auf der anderen Türe stand in blauer, großer Schrift <span style="color: blue;" class="mycode_color">„53B“</span>. Und der Grund, für das ständige Schaukeln der Glühbirne, war leiht erklärt. Weiter hinten in der Halle hatte das Glas ein Loch. Es fehlte einfach, und das überschüssige Glas, welches da im Loch fehlte, fand man sowohl auf der Innenseite darunter, als auch auf der Außenseite. Und hier gab es einen kleinen Luftzug, der knapp unter der Decke hindurch sich seinen Weg bahnte, und das lichtspendende Objekt war genau in dieser Bahn.<br />
Diese Lagerhalle hatte einmal einer Gang gehört. Einer richtigen Gang. So eine Erwachsenengang, mit Schusswaffen und dem ganzen. In den Holzkisten, welche am Rahmen mit Metall verstärkt wurden und wovon noch immer ein halbes Dutzend in der Halle standen, wurde wohl genau das auch gelagert: Waffen, Munition und Essen. Gerüchte besagten, dass die Gang, welcher diese Halle einmal gehört hatte, von einem Tag auf den Anderen spurlos verschwunden sein, und dass es in dieser Halle spuken würde. Auch wurde stellenweise gesagt, der Imperator selbst hätte diese Halle verflucht. Doch diesen Gerüchten glaubte Rika nicht. Die Kisten waren allesamt leer und waren geöffnet. Auf der Außenseite der Türe konnte man gut erkennbar eine Linie von Einschüssen erkennen, welche das Metall jedoch nicht durchdringen konnten. Es schien eher so, als wäre diese Gang aufgebrochen und hatte noch ihr Hab und Gut mitgenommen. Doch was genau diese Schussspuren sollten, konnte sie nicht sicher erklären. Vielleicht ein Rivale, welcher ihnen aufgelauert war. Doch wie dem auch sei, sie glaubte nicht an einen Spuk oder eine Verwünschung. Diese Halle war seit nun fast einer Woche ihr Heim, und stellenweise, wenn man es denn schaffte, konnte man einzelne Patronen in den besonders dunklen Ecken finden. Und diese ließen sich bekanntlich gut gegen Essen tauschen.<br />
Doch einen netten Nebeneffekt hatte es schon, dass alle glaubten, die Halle sei verflucht: Sie war bis jetzt ungestört gewesen und fühlte sich auch relativ sicher hier drinnen.<br />
Was war eigentlich in ihrem Leben richtig gelaufen? Nun ja, sie lebte und sie war satt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tiefe!]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=309</link>
			<pubDate>Fri, 26 Dec 2008 17:17:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=309</guid>
			<description><![CDATA[Die Fahrt verlief wenig ereignisreich. Zehn Minuten kam sie sogar völlig zum erliegen als sich der morgendliche Verkehr auf Ebenenkreuz 144 staute. Glücklich wer einen Schweber sein Eigen nennen konnte. Die Soldaten vertrieben sich die Fahrtzeit auf verschiedenste Weise. Einige spielten “Watch me“ auf der Munitionskiste für den schweren Bolter, die zwischen ihnen stand. Andere lasen. So auch Doktor Schinder, der ein kleines Buch, mit dem Titel <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Beschaffenheit der stofflichen Zwischendimensionen</span> trug und bereits sehr abgewetzt aussah. Die restlichen PVSler hingen ihren Gedanken nach oder waren in Gespräche vertieft. Wilson und Bernard stritten darüber ob die Gohmor Giants den Starstürmer Utresko Karusoti kaufen sollten oder ob er eine Fehlinvestition sei. Öresund und Stern stellten Vermutungen darüber auf was der gestrige Ball gekostet haben mochte und wie man auf die Provokation des Botschafters reagieren würde. <br />
Batisos, neben Samira saß, lehnte sich zu dieser herüber. <br />
<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ahlo isch glaube isch abe misch noch nischt vorgestellt. Mein Name ist Henrique Batisos. Aber du kannst natürlich Henrique zu mir sagen. Da wo isch ehrkomme begrüßt man eine schöne Frau für gewöhnlich mit einäm Handkuss. Doch isch fürchte unsere frostigä Schulmeisterin könnte das missbilligen. Verzeih meine Neugier, aber was macht ein so übsches Kind bei so ungähobleten Gesellen? Isch finde das es eine Verschwendung von Anmut ist disch ihär bei diesen Klötzen sitzen zu sähen.</span></span> <br />
<br />
Währendessen erreichte die Chimäre ebenerdiges Gelände. Sie schlängelte sich durch die namenslosen Gassen der Slums, in den ewigen Schatten des aufragenden Wohngebirges gehüllt. Als sie dem Zielsektor näher kamen verschwanden zuerst die zivilen Kleinfahrzeuge. Ein Noterlass erlaubte es nur die sporadischen, ansässigen Geschäfte zu beliefern. Schließlich verschwanden auch die Lastwagen und nur ein Arbites- Radpanzer jagte dann und wann mit schreienden Sirenen vorbei. Durch die offene Luke drang der Geruch von Feuchtigkeit, Müll und Feuer ins Innere des Fahrzeuges.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Fahrt verlief wenig ereignisreich. Zehn Minuten kam sie sogar völlig zum erliegen als sich der morgendliche Verkehr auf Ebenenkreuz 144 staute. Glücklich wer einen Schweber sein Eigen nennen konnte. Die Soldaten vertrieben sich die Fahrtzeit auf verschiedenste Weise. Einige spielten “Watch me“ auf der Munitionskiste für den schweren Bolter, die zwischen ihnen stand. Andere lasen. So auch Doktor Schinder, der ein kleines Buch, mit dem Titel <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Beschaffenheit der stofflichen Zwischendimensionen</span> trug und bereits sehr abgewetzt aussah. Die restlichen PVSler hingen ihren Gedanken nach oder waren in Gespräche vertieft. Wilson und Bernard stritten darüber ob die Gohmor Giants den Starstürmer Utresko Karusoti kaufen sollten oder ob er eine Fehlinvestition sei. Öresund und Stern stellten Vermutungen darüber auf was der gestrige Ball gekostet haben mochte und wie man auf die Provokation des Botschafters reagieren würde. <br />
Batisos, neben Samira saß, lehnte sich zu dieser herüber. <br />
<span style="color: red;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ahlo isch glaube isch abe misch noch nischt vorgestellt. Mein Name ist Henrique Batisos. Aber du kannst natürlich Henrique zu mir sagen. Da wo isch ehrkomme begrüßt man eine schöne Frau für gewöhnlich mit einäm Handkuss. Doch isch fürchte unsere frostigä Schulmeisterin könnte das missbilligen. Verzeih meine Neugier, aber was macht ein so übsches Kind bei so ungähobleten Gesellen? Isch finde das es eine Verschwendung von Anmut ist disch ihär bei diesen Klötzen sitzen zu sähen.</span></span> <br />
<br />
Währendessen erreichte die Chimäre ebenerdiges Gelände. Sie schlängelte sich durch die namenslosen Gassen der Slums, in den ewigen Schatten des aufragenden Wohngebirges gehüllt. Als sie dem Zielsektor näher kamen verschwanden zuerst die zivilen Kleinfahrzeuge. Ein Noterlass erlaubte es nur die sporadischen, ansässigen Geschäfte zu beliefern. Schließlich verschwanden auch die Lastwagen und nur ein Arbites- Radpanzer jagte dann und wann mit schreienden Sirenen vorbei. Durch die offene Luke drang der Geruch von Feuchtigkeit, Müll und Feuer ins Innere des Fahrzeuges.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Versorgungssubebene -blau-]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=216</link>
			<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 18:56:39 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=216</guid>
			<description><![CDATA[Ihre Angst erregte ihn fast körperlich. Nein nicht fast, er konnte spüren das es körperlich war. Schmerzhaft drückte sich sein Geschlecht gegen die künstlichen Muskelstränge des Anzuges. Es war so stimulierend, wie sie sich bewegte, jede Faser ihres Körpers bis aufs äußerste mit Adrenalin aufgeputscht. Er leckte sich die Lippen. Die Sinnlosigkeit ihrer Flucht war jedoch der eigentliche Faktor der diese Jagt über den bloßen Kitzel der Verfolgung hinaus trieb. Er machte einen Satz und die künstliche Kraft trug ihn zehn Meter weiter, wo er auf einem rostigen Rohr landete. Sie drehte sich gehetzt um, starrte in die Dunkelheit, hatte vermutlich das Rohr ächzen gehört. Durch die Bewegung gegen die Laufrichtung stolperte sie und fiel. Das Blut aus der Schulterwunde hatte ihr einfaches Wollkleid durchtränkt und tropfte zwischen den verrottenden Abfall der den Boden bedeckte. Natürlich hätte er sie längst reißen können, doch er spielte gerne noch mit ihnen, genoss ihre Angst, die wie süßer Honig aus jeder Pore ihrer Haut strömte und sich mit dem Geruch von Schweiß und Blut vermischte. Die Systeme, die in seine Nase gestöpselt waren, holten diese delikaten Details überdeutlich für ihn heran. <br />
Sie blickte auf und sah ihn, sah den beinernen Schädel und kreischte. <br />
Darum jagte er lieber Frauen, wegen den Schreien. Die Panik in den Augen und das Aufdämmern der Verzweiflung, wenn sie erkannten das es keinen Ausweg gab, der Tot alles war was sie noch erwarten konnten. All das war gut. Doch letztendlich waren es die Schreie die seine Lust vollends entflammten. Einmal war es ihm sogar gelungen das die Stimmbänder eines Mädchens rissen, das war ein guter Tag gewesen.<br />
 Seine unterarmlangen Krallen wurden sichtbar als er sie halb aus dem Schatten schob um sie ihr zu zeigen. Die Qualität ihrer Schreie steigerte sich noch einmal und er schaltete das Aufnahmegerät ein. Später würde er sich daran ergötzen, wenn er wieder in der drögen Langweiligkeit seines anderen Lebens weilen musste. Vielleicht nahm er auch ihren Kopf mit um ihn zu lieben. Das hatte er lange nicht mehr getan und heute Nacht war er besonders erregt. <br />
Die junge Frau hatte sich unterdessen aufgerappelt und rannte weiter. Mittlerweile taumelte sie mehr als das sie zielstrebig lief. <br />
Es ging zuende. Einerseits war das Reißen der Höhepunkt der Jagt, die absolute Extasse wenn seine Klauen das zarte Fleisch zerrissen und er sich mit ihrem dampfenden Blut beschmieren konnte. Doch es war auch der Punkt an dem man wusste das dieser Ausflug zuende war. Das man das Tier in sich wieder einsperren und der wahren Natur einen Riegel vorschieben musste. Ein Heuchler werden, der so tat als interessieren ihn die Belange dieser Würmer, die ihr animalisches Wesen verleugneten und es als Fortschritt ansahen sich selbst zu domestizieren. Sie widerten ihn so unendlich an, waren wie Maden die sich blind durch einen verwesenden Kadaver wanden. Ohne Sinn für wahre Ästhetik so wie er sie vorlebte.<br />
Ein weiterer Sprung trug ihn über sie hinweg und wieder ließ er sich auf einem Rohr nieder. Drehte sich um und präsentiert sich ihr in seiner ganzen Pracht. Der schwarze Körper, feist zwar doch durch die kabelartigen Kunstmuskeln, die ihn aussehen ließen als wäre er gehäutet, befähigt zu springen, zu klettern und zu jagen, wie das Tier das er in seiner Seele war. Die Krallen, scharf wie Rasiermesser, bis auf die molekulare Ebene geschliffen und ohne Probleme dazu in der Lage durch Stein, Eisen, Fleisch und Knochen zu schneiden. Dann der Kopf. Der lange Knochenschädel eines Carnaks der seinem furchteinflößenden Aussehen den letzten Schliff verlieh. Wer ihn sah wusste das es um seinen Hals ging.<br />
Das Mädchen schlug einen Haken, ihr Gesicht vom Weinen verquollen, rannte sie mit letzter Kraft in eine Seitengasse. <br />
Er wusste das es sich um eine Sackgasse handelte, die blonde Frau war nicht die Erste die er dort hinein trieb.<br />
Sie hatte es erkannt, hatte sich mit dem Rücken an die Wand gelehnt und war daran heruntergerutscht. So war es immer. Am Ende erkannte sie alle was ihre Zivilisation wert war, das Sicherheitseinheiten und Gesetze sie nicht schützen konnten vor ihm... vor dem Tier. <br />
Sie vergrub das Gesicht in den Händen, kauerte sich zusammen als könnte er sie übersehen wenn sie sich ganz klein machte. Ein Lächeln schwamm über die wulstigen Lippen unter dem Schädel. <br />
Immer gleich, jedes Mal schön! <br />
Wieder ein Sprung der ihn auf die Seitenwand der Gasse trug. Ringsherum verliefen dicke Versorgungsrohre, weit in die Eingeweide der unteren Eben hinein, ein eigener Mikrokosmos in dem die Laufwege und Straßen wie die unsicheren Pfade einer, nicht hier hergehörenden Spezies erschienen.<br />
Sie betete tränenerstickt als er sich zum finalen Sprung anspannte. <br />
Doch etwas hielt ihn zurück. Eine Bewegung am oberen Gesichtsfeld ließ ihn den Blick heben. War da etwas in der Dunkelheit der gegenüberliegenden Wandkante? Etwas zwischen den Rohren? <br />
Er verstärkte die Auflösung seiner Augensysteme. Was er nun sah ließ Übelkeit in ihm aufsteigen. Dies kam anfänglich daher das seine Augen das Ding nicht richtig erfassen konnten das ihm da gegenüber hockte. Als es ihm gelungen war die Form zu bestimmen wünschte er das es ihm verborgen geblieben wäre.<br />
Der Kopf… nein der Klumpen der dort saß wo es der Kopf hätte tun sollen. Mit den Lichtern die wie bei einem Tiefseefisch glommen. Augen? Es waren so unnatürlich viele. Mehr als es hätten sein dürfen. Der Magen drehte sich ihm um als das Ding seine Gliedmaßen reckte. Sie waren vielgelenkig bewegten sich aber ohne von diesen Gelenken gebrauch zu machen, bewegten sich in unnatürlichen Winkeln als wären sie nicht um Knochen herum angeordnet. Er wollte schreien, wollte das namenlose Entsetzen in die Welt hinausbrüllen bevor es seinen Verstand zu zerreißen drohte. Doch seine Zunge lag wie ein toter Fleischbrocken in seiner Mundhöhle. Dann entfaltete das Wesen seine zerfetzten Schwingen, das trocken tote Rascheln von Mottenflügeln. Sein Blick wurde starr, gebannt von den Innenseiten der Flügel die sich ausstreckten, Dimensionen überbrückten und Welten offenbarten. Alles lag in diesen sphärischen Weiten und doch war es das Nichts in seiner unbegreiflichen Negativausdehnung. <br />
Weißer Schaum trat ihm auf die Lippen und tropfte unter dem Carnakschädel hervor. Er brabbelte unzusammenhanglose Worte und seine Augen weinten blutige Tränen. <br />
Vom Kopf der Kreatur lösten sich Fäden, wie aus Mondlicht gemacht. Als trieben sie in einer leichten Briese schwebten sie auf den Jäger zu und glitten durch ihn hindurch als seien sie nicht stofflich. Oder war er es nicht länger? Die Fäden strafften sich im Fleisch des Jägers und er schrie. <br />
Schrie bis es seine Stimmbänder waren die zerrissen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ihre Angst erregte ihn fast körperlich. Nein nicht fast, er konnte spüren das es körperlich war. Schmerzhaft drückte sich sein Geschlecht gegen die künstlichen Muskelstränge des Anzuges. Es war so stimulierend, wie sie sich bewegte, jede Faser ihres Körpers bis aufs äußerste mit Adrenalin aufgeputscht. Er leckte sich die Lippen. Die Sinnlosigkeit ihrer Flucht war jedoch der eigentliche Faktor der diese Jagt über den bloßen Kitzel der Verfolgung hinaus trieb. Er machte einen Satz und die künstliche Kraft trug ihn zehn Meter weiter, wo er auf einem rostigen Rohr landete. Sie drehte sich gehetzt um, starrte in die Dunkelheit, hatte vermutlich das Rohr ächzen gehört. Durch die Bewegung gegen die Laufrichtung stolperte sie und fiel. Das Blut aus der Schulterwunde hatte ihr einfaches Wollkleid durchtränkt und tropfte zwischen den verrottenden Abfall der den Boden bedeckte. Natürlich hätte er sie längst reißen können, doch er spielte gerne noch mit ihnen, genoss ihre Angst, die wie süßer Honig aus jeder Pore ihrer Haut strömte und sich mit dem Geruch von Schweiß und Blut vermischte. Die Systeme, die in seine Nase gestöpselt waren, holten diese delikaten Details überdeutlich für ihn heran. <br />
Sie blickte auf und sah ihn, sah den beinernen Schädel und kreischte. <br />
Darum jagte er lieber Frauen, wegen den Schreien. Die Panik in den Augen und das Aufdämmern der Verzweiflung, wenn sie erkannten das es keinen Ausweg gab, der Tot alles war was sie noch erwarten konnten. All das war gut. Doch letztendlich waren es die Schreie die seine Lust vollends entflammten. Einmal war es ihm sogar gelungen das die Stimmbänder eines Mädchens rissen, das war ein guter Tag gewesen.<br />
 Seine unterarmlangen Krallen wurden sichtbar als er sie halb aus dem Schatten schob um sie ihr zu zeigen. Die Qualität ihrer Schreie steigerte sich noch einmal und er schaltete das Aufnahmegerät ein. Später würde er sich daran ergötzen, wenn er wieder in der drögen Langweiligkeit seines anderen Lebens weilen musste. Vielleicht nahm er auch ihren Kopf mit um ihn zu lieben. Das hatte er lange nicht mehr getan und heute Nacht war er besonders erregt. <br />
Die junge Frau hatte sich unterdessen aufgerappelt und rannte weiter. Mittlerweile taumelte sie mehr als das sie zielstrebig lief. <br />
Es ging zuende. Einerseits war das Reißen der Höhepunkt der Jagt, die absolute Extasse wenn seine Klauen das zarte Fleisch zerrissen und er sich mit ihrem dampfenden Blut beschmieren konnte. Doch es war auch der Punkt an dem man wusste das dieser Ausflug zuende war. Das man das Tier in sich wieder einsperren und der wahren Natur einen Riegel vorschieben musste. Ein Heuchler werden, der so tat als interessieren ihn die Belange dieser Würmer, die ihr animalisches Wesen verleugneten und es als Fortschritt ansahen sich selbst zu domestizieren. Sie widerten ihn so unendlich an, waren wie Maden die sich blind durch einen verwesenden Kadaver wanden. Ohne Sinn für wahre Ästhetik so wie er sie vorlebte.<br />
Ein weiterer Sprung trug ihn über sie hinweg und wieder ließ er sich auf einem Rohr nieder. Drehte sich um und präsentiert sich ihr in seiner ganzen Pracht. Der schwarze Körper, feist zwar doch durch die kabelartigen Kunstmuskeln, die ihn aussehen ließen als wäre er gehäutet, befähigt zu springen, zu klettern und zu jagen, wie das Tier das er in seiner Seele war. Die Krallen, scharf wie Rasiermesser, bis auf die molekulare Ebene geschliffen und ohne Probleme dazu in der Lage durch Stein, Eisen, Fleisch und Knochen zu schneiden. Dann der Kopf. Der lange Knochenschädel eines Carnaks der seinem furchteinflößenden Aussehen den letzten Schliff verlieh. Wer ihn sah wusste das es um seinen Hals ging.<br />
Das Mädchen schlug einen Haken, ihr Gesicht vom Weinen verquollen, rannte sie mit letzter Kraft in eine Seitengasse. <br />
Er wusste das es sich um eine Sackgasse handelte, die blonde Frau war nicht die Erste die er dort hinein trieb.<br />
Sie hatte es erkannt, hatte sich mit dem Rücken an die Wand gelehnt und war daran heruntergerutscht. So war es immer. Am Ende erkannte sie alle was ihre Zivilisation wert war, das Sicherheitseinheiten und Gesetze sie nicht schützen konnten vor ihm... vor dem Tier. <br />
Sie vergrub das Gesicht in den Händen, kauerte sich zusammen als könnte er sie übersehen wenn sie sich ganz klein machte. Ein Lächeln schwamm über die wulstigen Lippen unter dem Schädel. <br />
Immer gleich, jedes Mal schön! <br />
Wieder ein Sprung der ihn auf die Seitenwand der Gasse trug. Ringsherum verliefen dicke Versorgungsrohre, weit in die Eingeweide der unteren Eben hinein, ein eigener Mikrokosmos in dem die Laufwege und Straßen wie die unsicheren Pfade einer, nicht hier hergehörenden Spezies erschienen.<br />
Sie betete tränenerstickt als er sich zum finalen Sprung anspannte. <br />
Doch etwas hielt ihn zurück. Eine Bewegung am oberen Gesichtsfeld ließ ihn den Blick heben. War da etwas in der Dunkelheit der gegenüberliegenden Wandkante? Etwas zwischen den Rohren? <br />
Er verstärkte die Auflösung seiner Augensysteme. Was er nun sah ließ Übelkeit in ihm aufsteigen. Dies kam anfänglich daher das seine Augen das Ding nicht richtig erfassen konnten das ihm da gegenüber hockte. Als es ihm gelungen war die Form zu bestimmen wünschte er das es ihm verborgen geblieben wäre.<br />
Der Kopf… nein der Klumpen der dort saß wo es der Kopf hätte tun sollen. Mit den Lichtern die wie bei einem Tiefseefisch glommen. Augen? Es waren so unnatürlich viele. Mehr als es hätten sein dürfen. Der Magen drehte sich ihm um als das Ding seine Gliedmaßen reckte. Sie waren vielgelenkig bewegten sich aber ohne von diesen Gelenken gebrauch zu machen, bewegten sich in unnatürlichen Winkeln als wären sie nicht um Knochen herum angeordnet. Er wollte schreien, wollte das namenlose Entsetzen in die Welt hinausbrüllen bevor es seinen Verstand zu zerreißen drohte. Doch seine Zunge lag wie ein toter Fleischbrocken in seiner Mundhöhle. Dann entfaltete das Wesen seine zerfetzten Schwingen, das trocken tote Rascheln von Mottenflügeln. Sein Blick wurde starr, gebannt von den Innenseiten der Flügel die sich ausstreckten, Dimensionen überbrückten und Welten offenbarten. Alles lag in diesen sphärischen Weiten und doch war es das Nichts in seiner unbegreiflichen Negativausdehnung. <br />
Weißer Schaum trat ihm auf die Lippen und tropfte unter dem Carnakschädel hervor. Er brabbelte unzusammenhanglose Worte und seine Augen weinten blutige Tränen. <br />
Vom Kopf der Kreatur lösten sich Fäden, wie aus Mondlicht gemacht. Als trieben sie in einer leichten Briese schwebten sie auf den Jäger zu und glitten durch ihn hindurch als seien sie nicht stofflich. Oder war er es nicht länger? Die Fäden strafften sich im Fleisch des Jägers und er schrie. <br />
Schrie bis es seine Stimmbänder waren die zerrissen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Altstadt, Via Ignatius]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=184</link>
			<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 20:43:27 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=46"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=184</guid>
			<description><![CDATA[Es roch stark nach Urin, Rauch und Abfall, als Abarion wieder zu Bewusstsein kam. Er öffnete seine Augen und sah hohe Gebäude, deren Fenster entweder mit Brettern vernagelt waren oder nur aus zerbrochenen Scherben bestanden. Er verspürte ein starkes Schwindelgefühl, als er sich erheben wollte, doch trotzdem stand er auf. Seine Bein knickten ihm fast ein, hätte er sich nicht an einem Fallrohr für Regenwasser festgehalten. Doch nach ein paar Minuten stand er fest auf den Beinen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verdammte Scheiße! Wo bin ich hier? Was ist geschehen?</span> Abarion sah sich die Straße an, auf der er stand, und konnte verwahrloste Menschen die an brennenden Fässern standen, Fahrzeugwracks und Hauswände die mit Gaffitis verschmiert waren. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Meltonperat, steh mir bei! Was ist das hier bloß für ein Drecksloch?</span><br />
Nachdem er sich seine Umgebung angesehen hatte, machte er sich daran seine Ausrüstung zu kontrollieren. In seinem Rucksack fand er alles was er vor der Abreise eingepackt hatte.<br />
Nach etwa 10 Minuten hatte er alles doppelt kontrolliert und setzte seine Bronzemaske auf. Dann machte er sich auf den Weg, irgendjemand zu finden der nicht Obdachlos ist. Was er aber als hoffnungslos erachtete, da es so abgewrackt war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es roch stark nach Urin, Rauch und Abfall, als Abarion wieder zu Bewusstsein kam. Er öffnete seine Augen und sah hohe Gebäude, deren Fenster entweder mit Brettern vernagelt waren oder nur aus zerbrochenen Scherben bestanden. Er verspürte ein starkes Schwindelgefühl, als er sich erheben wollte, doch trotzdem stand er auf. Seine Bein knickten ihm fast ein, hätte er sich nicht an einem Fallrohr für Regenwasser festgehalten. Doch nach ein paar Minuten stand er fest auf den Beinen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verdammte Scheiße! Wo bin ich hier? Was ist geschehen?</span> Abarion sah sich die Straße an, auf der er stand, und konnte verwahrloste Menschen die an brennenden Fässern standen, Fahrzeugwracks und Hauswände die mit Gaffitis verschmiert waren. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Meltonperat, steh mir bei! Was ist das hier bloß für ein Drecksloch?</span><br />
Nachdem er sich seine Umgebung angesehen hatte, machte er sich daran seine Ausrüstung zu kontrollieren. In seinem Rucksack fand er alles was er vor der Abreise eingepackt hatte.<br />
Nach etwa 10 Minuten hatte er alles doppelt kontrolliert und setzte seine Bronzemaske auf. Dann machte er sich auf den Weg, irgendjemand zu finden der nicht Obdachlos ist. Was er aber als hoffnungslos erachtete, da es so abgewrackt war.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Altstadt, Vicus Harmonia, Planquadrat C66]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=160</link>
			<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 23:00:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=30"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=160</guid>
			<description><![CDATA[Segen und Erleuchtung waren hier drunten ferne, verschwommene Gedanken und verblassende Erinnerungen. In den Tiefen des aufgerissen Fleisches des Planeten, dort wo nun ein schwärender Pilz seine unzählige Sporen in jede Himmelsrichtung sandte um den Akt der Umwandlung zu vollziehen, war man den göttlichen Einflüssen ferner denn irgendwo sonst. Das finstere Zwielicht herrschte dort ob Tag oder Nacht, Sommer oder Winter, glich einem einzigen Farbanstrich aus grau und dunkler. Längst hatte der geschändete Boden aufgehört zu weinen, hatte sich den unermüdlichen Maschinen gebeugt die ihn quälten und ihm einst seine Unberührtheit entrissen. Anfangs hatte das Land sich selbst gegen seine Verwüster gestellt, diese mit Stürmen und Ungewittern geprüft, bedrängt und gepeinigt, doch gleichgültig wie viele den aufgefahrenen Urgewalten zu Opfer fielen, versiegte ihr Strom ebenso wenig wie ihr Streben nach der Umformung, der Knechtung und Unterwerfung des Weltenrunds selbst. Die Berge, Wälder, Flüsse, Sümpfe, Wüsten und alledem duldeten schon seit Jahrtausenden Lebewesen auf ihren Bäuchen, straften sie ab und an mit den Widrigkeiten der Gezeiten um sie ihren Platz im natürlichen Kreislauf des Seins nicht vergessen zu lassen, aber während sich die ersten Samen des fortgeschrittenen Lebens noch von den höheren Mächten belehren ließen, so rückte die Zyklen der Zeit doch vehement näher wo sie die Scheu vor ihnen abschüttelten und ihre Geister sie derart überflügelten das sie der Überzeugung erlagen, ebenfalls die Geschicke eines Kreislaufs bestimmen zu können.<br />
<br />
Und so entwickelten sie, und so experimentierten sie und so erschufen sie langsam die wuchernde Fäulnis, die bald von Planetoid zu Planetoid springen würde. Ganz gleich einem Lauffeuer das sich über die gesamte Galaxie ausbreiten und alles infizieren würde, dass seine Aufmerksamkeit erregte. Die Seuche selbst stammte natürlich nicht von jenem Himmelskörper, der nun ins Zentrum des Geschehens gerückt werden soll. Auch er ist nur ein Opfer der Krankheit, die sein vormals wunderschönes Antlitz aus Blau, Weiß und Grün in ein scheußliches Ding aus Ocker, Grau und Schwarz verändert hat. Auch er ist nur Beute für die, die sich anmaßen Himmelskörper mithilfe ihres Verstandes zu unterdrücken und ihre Vollkommenheit zu ruinieren, ihren Zyklus zu schädigen, ihm das zu entreißen was für sie und ihre Minimalpräsenz im universellen Zeitgefüge von kurzweiliger Bedeutung ist. Auch er leidet nur unter der ihm aufgelegte Unterjochung, verdammt zur ewigen Leibeigenschaft, der Fähigkeiten beraubt sein wundervolles Angesicht zu wahren und die Aasfresser von seinem blutenden Leib zu vertreiben… doch wer weiß, vielleicht eines Tages…<br />
<br />
<br />
„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">WAH! DAT IS‘ NU MEIN!“ LOS IHR STINKE‘NDEN; VERSO’FFEN‘EN; HÄSS’LICHEN PIG‘S! KNACKT DAT UFF UND METZEL’T SE AB!</span>“ brüllte der glatzenköpfige Gangboss, der eben so breit wie lang war und wie ein General auf dem Dach eines ausgebrannten AntigravMobils stand, wobei er wie besengt mit der einen Hand, die ein altmodisches Kettenschwert umschlossen hielt, dieses unaufhörlich in die Richtung des vierzig Meter entfernten Wracks der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tyrannenklaue</span> vorstoßen ließ, als befehle er einen strategischen Angriff. Die verwahrloste „Armee“ die sich hinter ihm auf der ausgedehnten fünfspurigen Straße hinter geschwärzten Fahrzeugkarosserien, Müllanhäufungen oder Kisten und Tonnen verteilt hatte, machte aber nicht den Eindruck von einer disziplinierten Einheit, sodass erstmal dutzende zweifelnde und misstrauische Blicke umher geworfen wurden, ehe einige schließlich verneinend die Schädel schüttelten oder dem fetten Anführer, welcher einen ebenso anachronistische Uniformrock der imperialen Marine trug, sogar den losen Vogel zeigten.<br />
<br />
„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">WAH! SEID IHR BE’KLOPPT? DAT IS BEFEHLSVER`WEIGERUNG!</span> " donnerte er daraufhin und nahm seine zweite Hand zur Hilfe um sich Durchsetzungsvermögen zu verschaffen. Eine Sekunde später bellte ein Schuss über die aufgegebene, auf langer Strecke als Schutthalde verwendete Straße und der nächststehende Ganger krachte mit qualmendem Hirnkasten in einen Ansammlung verschiedenster Abfälle.<br />
<br />
„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">HAT NOCH WER WAT ZU SAGEN?</span> “ rief der Admiral des Asphalts dann in seine große Runde und fuchtelte drohend mit surrendem Kettenschwert und seiner schweren Automatik.<br />
<br />
Vierunddreißig Augenpaare sahen ihm entgegen in denen sich hauptsächlich zwei Gedankenvorgänge am mehrfachsten wiederholten. Aber weder hob einer seine Waffe um für den gemordeten Kumpan einzutreten oder selbst den Anführeranspruch zu stellen, noch gab einer Fersengeld. Nur einer wagte hinzuzufügen: „<span style="color: seagreen;" class="mycode_color">Aber es hat doch nicht mal jemand wat gesagt Boss.</span>“<br />
<br />
Speichel von den wulstigen Lippen spritzend schrie ihr Oberster den Neunmalklugen an: „<span style="color: crimson;" class="mycode_color">UND SO WILL ICH DAT AUCH, KAP`IERT?</span> “ Dann drehte der speckige Bandenführer sich wieder dem abgestürzten Frachter zu, der trotz der harten Bruchlandung noch „gut in Schuss“ wirkte und von dessen Bauchladung er sich einiges erhoffte. „<span style="color: crimson;" class="mycode_color">UND NU – EROBERT MIR DAT DING DA!</span>“Seine Stimme überschlug sich schier, so sehr brüllte er, vermischte es mit dem Kreischen seines altertümlichen Schwertes und indem er mehrmals in die versmogte Luft schoss. <br />
<br />
Nun kam Bewegung in sein Heer von niederen Handlangern und sie begannen etwa zu krakeelen das entfernt an einen Schlachtgesang erinnerte, doch niemals dessen Motivationsschub erreichen konnte. Einer nach dem anderen hüpften und sprangen sie über ihre behelfsmäßigen Barrikaden  und hechteten auf den eisernen Koloss zu. Stacheldrahtumspannte Schlagwerkezuge, überdimensionale Hackbeile, häufig gezackte Klingen, kreischende Kettensägen und veraltete Projektilpistolen und klobige Gewehre wurden über die Häupter empor gereckt und hie und da, heulte bereits ein vereinzelter Schuss, der an der Panzerung des genotlandeten Schiffes abprallte. Sie strömten wie hirnlose Wanzen auf das Feld vor dem vorderen Rumpf des Frachters und heulten und johlten ihre Begeisterung heraus etwas zerstören oder plündern zu können. Dies Hochgefühl wandelte sich abrupt als der Frontlader, welcher am Backbordflügel montiert war und bis eben das Waffenrohr hatte hängen lassen, plötzlich zum maschinellen Leben erwachte und sich auf die herannahende „Streitmacht“ richtete. Diejenigen die an der Spitze des angreifenden Mobs liefen, blieben jählings stehen und versuchten zurückzuweichen, was die anderen Euphoretisierten in ihrem Rücken kaum zuließen, sondern sie wieder weiter vorandrängten. Sie fingen an panisch zu schreien und auf die erwachende Gefahr aufmerksam zu machen, aber ihre Rufe verklangen bald darauf im losprasselnden Schnellfeuer des Geschützes, das durchschlagende Boltgeschosse quer durch die Meute der Heranstürmenden sendete und sie alle innerhalb weniger Sekunden niedermähte wie überschüssiges Farn.<br />
<br />
Der Admiral der Untergrundblocks sah der Auslöschung seiner Armee mit aufgerissen Pupillen und entsetzt aufgesperrtem Mund zu, das er glatt vergaß zu schlucken und fürchterlich husten musste. Fast wollte er seinen Augen nicht trauen, seine gesamte Anhängerschaft binnen Wimpernschlägen vollständig ausradiert. Wie Puppen hatten sie im Trommelfeuer der Waffenbatterie sich zuckend und windend getanzt und waren dann als durchsiebte Bündel zu Boden gegangen oder waren gar vollends zerfetzt worden. Was für ein grauenhaft durchtriebener Tag. Heute morgen hatte er gejubelt, als seine Spitzel ihm von der Bruchlandung eines Schiffes in unmittelbarer Nähe zu seiner Domäne berichtet hatten, er hatte sich bereits in Schekel und dem Neid der anderen Bosse schwimmen sehen und nun, nun war alles hin. Fortuna hatte ihm übel mitgespielt. Jetzt hatte er nichts mehr, kein Schiff, keinen Ruhm, keine Jungs und Mädels. Er war im Arsch. <br />
Er musste untertauchen und verschwinden. Noch während im all das durch den Kopf ging, hatte sich eine Notluke an der linken Seite der Kanzel des Schiffes geöffnet und spuckte einige Insassen aus, die sich noch als kleine dunkle Schemen abzeichneten. Ja, es war Zeit abzuhauen. Er wandte sich von dem Blutbad und seiner verlorenen Beute ab und versuchte mit ungelenken Schritten von dem Dach des Mobils herunterzukommen, sein glotzender Blick forschte nach dem Weg wie er hinauf gelangt war. Fröhlich aufglucksend fand er ihn schließlich und freute sich schon über die Gerechtigkeit der Welt, da pfiff unversehens ein Projektil heran und brachte seinen Hinterkopf zum explodieren.<br />
<br />
(wird fortgesetzt)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Segen und Erleuchtung waren hier drunten ferne, verschwommene Gedanken und verblassende Erinnerungen. In den Tiefen des aufgerissen Fleisches des Planeten, dort wo nun ein schwärender Pilz seine unzählige Sporen in jede Himmelsrichtung sandte um den Akt der Umwandlung zu vollziehen, war man den göttlichen Einflüssen ferner denn irgendwo sonst. Das finstere Zwielicht herrschte dort ob Tag oder Nacht, Sommer oder Winter, glich einem einzigen Farbanstrich aus grau und dunkler. Längst hatte der geschändete Boden aufgehört zu weinen, hatte sich den unermüdlichen Maschinen gebeugt die ihn quälten und ihm einst seine Unberührtheit entrissen. Anfangs hatte das Land sich selbst gegen seine Verwüster gestellt, diese mit Stürmen und Ungewittern geprüft, bedrängt und gepeinigt, doch gleichgültig wie viele den aufgefahrenen Urgewalten zu Opfer fielen, versiegte ihr Strom ebenso wenig wie ihr Streben nach der Umformung, der Knechtung und Unterwerfung des Weltenrunds selbst. Die Berge, Wälder, Flüsse, Sümpfe, Wüsten und alledem duldeten schon seit Jahrtausenden Lebewesen auf ihren Bäuchen, straften sie ab und an mit den Widrigkeiten der Gezeiten um sie ihren Platz im natürlichen Kreislauf des Seins nicht vergessen zu lassen, aber während sich die ersten Samen des fortgeschrittenen Lebens noch von den höheren Mächten belehren ließen, so rückte die Zyklen der Zeit doch vehement näher wo sie die Scheu vor ihnen abschüttelten und ihre Geister sie derart überflügelten das sie der Überzeugung erlagen, ebenfalls die Geschicke eines Kreislaufs bestimmen zu können.<br />
<br />
Und so entwickelten sie, und so experimentierten sie und so erschufen sie langsam die wuchernde Fäulnis, die bald von Planetoid zu Planetoid springen würde. Ganz gleich einem Lauffeuer das sich über die gesamte Galaxie ausbreiten und alles infizieren würde, dass seine Aufmerksamkeit erregte. Die Seuche selbst stammte natürlich nicht von jenem Himmelskörper, der nun ins Zentrum des Geschehens gerückt werden soll. Auch er ist nur ein Opfer der Krankheit, die sein vormals wunderschönes Antlitz aus Blau, Weiß und Grün in ein scheußliches Ding aus Ocker, Grau und Schwarz verändert hat. Auch er ist nur Beute für die, die sich anmaßen Himmelskörper mithilfe ihres Verstandes zu unterdrücken und ihre Vollkommenheit zu ruinieren, ihren Zyklus zu schädigen, ihm das zu entreißen was für sie und ihre Minimalpräsenz im universellen Zeitgefüge von kurzweiliger Bedeutung ist. Auch er leidet nur unter der ihm aufgelegte Unterjochung, verdammt zur ewigen Leibeigenschaft, der Fähigkeiten beraubt sein wundervolles Angesicht zu wahren und die Aasfresser von seinem blutenden Leib zu vertreiben… doch wer weiß, vielleicht eines Tages…<br />
<br />
<br />
„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">WAH! DAT IS‘ NU MEIN!“ LOS IHR STINKE‘NDEN; VERSO’FFEN‘EN; HÄSS’LICHEN PIG‘S! KNACKT DAT UFF UND METZEL’T SE AB!</span>“ brüllte der glatzenköpfige Gangboss, der eben so breit wie lang war und wie ein General auf dem Dach eines ausgebrannten AntigravMobils stand, wobei er wie besengt mit der einen Hand, die ein altmodisches Kettenschwert umschlossen hielt, dieses unaufhörlich in die Richtung des vierzig Meter entfernten Wracks der <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tyrannenklaue</span> vorstoßen ließ, als befehle er einen strategischen Angriff. Die verwahrloste „Armee“ die sich hinter ihm auf der ausgedehnten fünfspurigen Straße hinter geschwärzten Fahrzeugkarosserien, Müllanhäufungen oder Kisten und Tonnen verteilt hatte, machte aber nicht den Eindruck von einer disziplinierten Einheit, sodass erstmal dutzende zweifelnde und misstrauische Blicke umher geworfen wurden, ehe einige schließlich verneinend die Schädel schüttelten oder dem fetten Anführer, welcher einen ebenso anachronistische Uniformrock der imperialen Marine trug, sogar den losen Vogel zeigten.<br />
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„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">WAH! SEID IHR BE’KLOPPT? DAT IS BEFEHLSVER`WEIGERUNG!</span> " donnerte er daraufhin und nahm seine zweite Hand zur Hilfe um sich Durchsetzungsvermögen zu verschaffen. Eine Sekunde später bellte ein Schuss über die aufgegebene, auf langer Strecke als Schutthalde verwendete Straße und der nächststehende Ganger krachte mit qualmendem Hirnkasten in einen Ansammlung verschiedenster Abfälle.<br />
<br />
„<span style="color: crimson;" class="mycode_color">HAT NOCH WER WAT ZU SAGEN?</span> “ rief der Admiral des Asphalts dann in seine große Runde und fuchtelte drohend mit surrendem Kettenschwert und seiner schweren Automatik.<br />
<br />
Vierunddreißig Augenpaare sahen ihm entgegen in denen sich hauptsächlich zwei Gedankenvorgänge am mehrfachsten wiederholten. Aber weder hob einer seine Waffe um für den gemordeten Kumpan einzutreten oder selbst den Anführeranspruch zu stellen, noch gab einer Fersengeld. Nur einer wagte hinzuzufügen: „<span style="color: seagreen;" class="mycode_color">Aber es hat doch nicht mal jemand wat gesagt Boss.</span>“<br />
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Speichel von den wulstigen Lippen spritzend schrie ihr Oberster den Neunmalklugen an: „<span style="color: crimson;" class="mycode_color">UND SO WILL ICH DAT AUCH, KAP`IERT?</span> “ Dann drehte der speckige Bandenführer sich wieder dem abgestürzten Frachter zu, der trotz der harten Bruchlandung noch „gut in Schuss“ wirkte und von dessen Bauchladung er sich einiges erhoffte. „<span style="color: crimson;" class="mycode_color">UND NU – EROBERT MIR DAT DING DA!</span>“Seine Stimme überschlug sich schier, so sehr brüllte er, vermischte es mit dem Kreischen seines altertümlichen Schwertes und indem er mehrmals in die versmogte Luft schoss. <br />
<br />
Nun kam Bewegung in sein Heer von niederen Handlangern und sie begannen etwa zu krakeelen das entfernt an einen Schlachtgesang erinnerte, doch niemals dessen Motivationsschub erreichen konnte. Einer nach dem anderen hüpften und sprangen sie über ihre behelfsmäßigen Barrikaden  und hechteten auf den eisernen Koloss zu. Stacheldrahtumspannte Schlagwerkezuge, überdimensionale Hackbeile, häufig gezackte Klingen, kreischende Kettensägen und veraltete Projektilpistolen und klobige Gewehre wurden über die Häupter empor gereckt und hie und da, heulte bereits ein vereinzelter Schuss, der an der Panzerung des genotlandeten Schiffes abprallte. Sie strömten wie hirnlose Wanzen auf das Feld vor dem vorderen Rumpf des Frachters und heulten und johlten ihre Begeisterung heraus etwas zerstören oder plündern zu können. Dies Hochgefühl wandelte sich abrupt als der Frontlader, welcher am Backbordflügel montiert war und bis eben das Waffenrohr hatte hängen lassen, plötzlich zum maschinellen Leben erwachte und sich auf die herannahende „Streitmacht“ richtete. Diejenigen die an der Spitze des angreifenden Mobs liefen, blieben jählings stehen und versuchten zurückzuweichen, was die anderen Euphoretisierten in ihrem Rücken kaum zuließen, sondern sie wieder weiter vorandrängten. Sie fingen an panisch zu schreien und auf die erwachende Gefahr aufmerksam zu machen, aber ihre Rufe verklangen bald darauf im losprasselnden Schnellfeuer des Geschützes, das durchschlagende Boltgeschosse quer durch die Meute der Heranstürmenden sendete und sie alle innerhalb weniger Sekunden niedermähte wie überschüssiges Farn.<br />
<br />
Der Admiral der Untergrundblocks sah der Auslöschung seiner Armee mit aufgerissen Pupillen und entsetzt aufgesperrtem Mund zu, das er glatt vergaß zu schlucken und fürchterlich husten musste. Fast wollte er seinen Augen nicht trauen, seine gesamte Anhängerschaft binnen Wimpernschlägen vollständig ausradiert. Wie Puppen hatten sie im Trommelfeuer der Waffenbatterie sich zuckend und windend getanzt und waren dann als durchsiebte Bündel zu Boden gegangen oder waren gar vollends zerfetzt worden. Was für ein grauenhaft durchtriebener Tag. Heute morgen hatte er gejubelt, als seine Spitzel ihm von der Bruchlandung eines Schiffes in unmittelbarer Nähe zu seiner Domäne berichtet hatten, er hatte sich bereits in Schekel und dem Neid der anderen Bosse schwimmen sehen und nun, nun war alles hin. Fortuna hatte ihm übel mitgespielt. Jetzt hatte er nichts mehr, kein Schiff, keinen Ruhm, keine Jungs und Mädels. Er war im Arsch. <br />
Er musste untertauchen und verschwinden. Noch während im all das durch den Kopf ging, hatte sich eine Notluke an der linken Seite der Kanzel des Schiffes geöffnet und spuckte einige Insassen aus, die sich noch als kleine dunkle Schemen abzeichneten. Ja, es war Zeit abzuhauen. Er wandte sich von dem Blutbad und seiner verlorenen Beute ab und versuchte mit ungelenken Schritten von dem Dach des Mobils herunterzukommen, sein glotzender Blick forschte nach dem Weg wie er hinauf gelangt war. Fröhlich aufglucksend fand er ihn schließlich und freute sich schon über die Gerechtigkeit der Welt, da pfiff unversehens ein Projektil heran und brachte seinen Hinterkopf zum explodieren.<br />
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(wird fortgesetzt)]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fabriken]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=105</link>
			<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 10:00:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=4"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=105</guid>
			<description><![CDATA[Gestern:<br />
Fast alle Arbeiter der Waffenfabrik waren versammelt und standen vor einem improvisierten Pult, dargestellt durch ein altes Fass, auf dem ein richtiger Brocken von einem Mann eine Rede hielt. Der Mann war Roya Esriel, Vorarbeiter der Nachtschicht, ein Mann, der den Respekt der Arbeiter schon lange verdient hatte und so lauschten auch alle seinen Worten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Männer, der Anschlag gestern beweißt das Wir für das edle Pack keinen Wert haben”</span><br />
rief er den Zuhören mit lauter rauer Stimme zu, anspielend auf einen Überfall durch Unbekannte am Vorarbend.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Die haben versucht uns Mundtot zu machen, aber ich bin dafür das wir Jetzt erst recht unsere Position vertreten. Ohne uns sind die doch nichts, Wir arbeiten, Wir stellen ihre Waffen her. Ohne uns kein Geld und keine Waffen für ihre Soldaten. Man kann uns drohen aber wir sind in der Überzahl, wir müssen nur zusammenhalten. STREIK!!!”</span><br />
Viele stimmten in seinen Ruf ein, einige wollten aber mehr und riefen nach offenem Kampf. Roya konnte sie hören und griff diese Rufe nach Gewalt auf:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Töten wollt ihr? Unsinn, wir wollen mehr Geld, mehr Pausen und eine sichere Arbeit, wenn ihr Krieg wollt dann geht doch zur Armee. Wir sind Arbeiter und keine Soldaten, greifen wir zu den Waffen wird man uns einfach niedermetzeln, denn dann haben sie einen Grund. Doch wenn wir unsere Arbeit niederlegen werden uns nur einige Schläger auf den Hals gehetzt, mit denen werden wir fertig, wenn wir gemeinsam für unsere Rechte einstehen.”</span><br />
Wieder erhob sich Jubel, die Masse schien überzeugt.<br />
<br />
Heute sah die Welt anders aus, Roya war nicht zu seiner Schicht erschienen, Gerüchte kursierten, das er, wie einige in den letzten Tagen, getötet worden war. Viele hatte der Mut des Vortages schon wieder verlassen. Nur wenige, meist alte Freunde von Roya, entschieden nach der Schicht zu ihm zu gehen. So erschien eine Gruppe von etwa 20 Arbeitern am frühen morgen vor seiner Wohnung. Roya öffnete und lies sie ein, sein Gesicht war zornig und traurig zugleich, seine Augen waren feucht.<br />
Auf nachfragen berichtete er von dem Tod seiner Freundin, ein Gangerüberfall hieß es, aber alle Anwesenden wussten es besser. Wie so oft wenn sich der Widerstand in der Arbeiterschaft regte, wurden auch diesmal die Gangs aktiv.<br />
Schnell kochte die Stimmung, war er noch gestern nicht bereit gewesen zu kämpfen, so gab es heute nur noch weniges was dagegen sprach, zumindest in den Augen Royas. Man diskutierte und debattierte über das weitere Vorgehen. Einige sprachen sich gegen Gewalt und Streik aus, wie sollten sie ihre Familien ernähren? Andere forderten den Kampf, verlangten nach Rache für die Opfer der „Gangs“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Gestern:<br />
Fast alle Arbeiter der Waffenfabrik waren versammelt und standen vor einem improvisierten Pult, dargestellt durch ein altes Fass, auf dem ein richtiger Brocken von einem Mann eine Rede hielt. Der Mann war Roya Esriel, Vorarbeiter der Nachtschicht, ein Mann, der den Respekt der Arbeiter schon lange verdient hatte und so lauschten auch alle seinen Worten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Männer, der Anschlag gestern beweißt das Wir für das edle Pack keinen Wert haben”</span><br />
rief er den Zuhören mit lauter rauer Stimme zu, anspielend auf einen Überfall durch Unbekannte am Vorarbend.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Die haben versucht uns Mundtot zu machen, aber ich bin dafür das wir Jetzt erst recht unsere Position vertreten. Ohne uns sind die doch nichts, Wir arbeiten, Wir stellen ihre Waffen her. Ohne uns kein Geld und keine Waffen für ihre Soldaten. Man kann uns drohen aber wir sind in der Überzahl, wir müssen nur zusammenhalten. STREIK!!!”</span><br />
Viele stimmten in seinen Ruf ein, einige wollten aber mehr und riefen nach offenem Kampf. Roya konnte sie hören und griff diese Rufe nach Gewalt auf:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Töten wollt ihr? Unsinn, wir wollen mehr Geld, mehr Pausen und eine sichere Arbeit, wenn ihr Krieg wollt dann geht doch zur Armee. Wir sind Arbeiter und keine Soldaten, greifen wir zu den Waffen wird man uns einfach niedermetzeln, denn dann haben sie einen Grund. Doch wenn wir unsere Arbeit niederlegen werden uns nur einige Schläger auf den Hals gehetzt, mit denen werden wir fertig, wenn wir gemeinsam für unsere Rechte einstehen.”</span><br />
Wieder erhob sich Jubel, die Masse schien überzeugt.<br />
<br />
Heute sah die Welt anders aus, Roya war nicht zu seiner Schicht erschienen, Gerüchte kursierten, das er, wie einige in den letzten Tagen, getötet worden war. Viele hatte der Mut des Vortages schon wieder verlassen. Nur wenige, meist alte Freunde von Roya, entschieden nach der Schicht zu ihm zu gehen. So erschien eine Gruppe von etwa 20 Arbeitern am frühen morgen vor seiner Wohnung. Roya öffnete und lies sie ein, sein Gesicht war zornig und traurig zugleich, seine Augen waren feucht.<br />
Auf nachfragen berichtete er von dem Tod seiner Freundin, ein Gangerüberfall hieß es, aber alle Anwesenden wussten es besser. Wie so oft wenn sich der Widerstand in der Arbeiterschaft regte, wurden auch diesmal die Gangs aktiv.<br />
Schnell kochte die Stimmung, war er noch gestern nicht bereit gewesen zu kämpfen, so gab es heute nur noch weniges was dagegen sprach, zumindest in den Augen Royas. Man diskutierte und debattierte über das weitere Vorgehen. Einige sprachen sich gegen Gewalt und Streik aus, wie sollten sie ihre Familien ernähren? Andere forderten den Kampf, verlangten nach Rache für die Opfer der „Gangs“.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Untergrunddeponie A-3294]]></title>
			<link>https://koron3.de/showthread.php?tid=101</link>
			<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 19:03:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://koron3.de/member.php?action=profile&uid=3"></a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://koron3.de/showthread.php?tid=101</guid>
			<description><![CDATA[Kogan wusste nicht wie lange er fiel, doch er konnte vor sich Grunz panisches Quieken hören. Er selbst musste die Befürchtung niederkämpfen die Röhre könnte sich verengen und er darin stecken bleiben. Dann würde er in einem Abfallschacht verdursten oder ersticken wenn sich der Müll auf ihm stapelte. Doch so kam es nicht. Endlich sah er, im wahrsten Sinne des Wortes, Licht am ende des Tunnels. Sein Magen krampfte sich zusammen als er ins Leere stürzte. Im dämmerigen Halbdunkel sah er eine weitläufige Kaverne unter sich. Gut zehn Meter unter ihm breitet sich ein fauliger See aus Brackwasser aus. Berge von Müll erhoben sich aus den stinkenden Fluten wie Inseln. Das Szenario hätte jedem Diener Nurgels Tränen der Freude in die Augen getrieben.  Über diesen Auswurf des städtischen Molchs krabbelten menschliche Assfresser. Auch wenn sie nicht mehr viel von Menschen an sich hatten. Sie krochen durch den Müll, immer auf der Suche nach Brauchbarem. Erbärmliche Gestalten, dünn und mit verwanzten Lumpen bekleidet. Kein Stück ihrer Haut war nicht mit Schmutz verkrustet. Diese Müllmenschen wurden im Unrat geboren, lebten und starben hier. Ohne auch nur einmal die Sonne Korons gesehen zu haben. Ihr Mikrokosmos drehte sich um das was andere wegwarfen. Es war ihr Leben und ihre Nemesis. Sie schleppten Massen davon zu Hochöfen, die man in der Ferne glühen sehen konnte. Würden sie in ihrer Verbennungstätigkeit jemals erlahmen so würden sie vom Müll begraben. <br />
Kogan klatschte in das Wasser und die schwarzen Wellen schlugen über ihm zusammen. Mit kräftigen Zügen arbeitet sich der Krieger an die Oberfläche und auf ein nahes Dreckarchipel zu. Wie aufgeschreckte Affen stoben die Müllmenschen auseinander. Sie waren es durchaus gewohnt das Leichen in ihre Welt regneten, doch Lebende waren wesentlich seltener.  Der Diener des Blutgottes zog sich an Land, grade als Jack durch das gleiche Loch gestürzt kam wie er zuvor. <br />
Neben ihm hatte Grunz das Ufer erreicht und schüttelte seine Borsten trocken. Kogan klaubte sich Brocken aus dem Haar, deren Zusammensetzung er lieber nicht wissen wollte. Durch die beschädigte Atemmaske war Wasser eingedrungen und so zog er sie angewidert vom Gesicht. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Immer wenn man denkt besser kann’s nicht mehr werden…</span> Murmelte er und sah sich skeptisch um.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Kogan wusste nicht wie lange er fiel, doch er konnte vor sich Grunz panisches Quieken hören. Er selbst musste die Befürchtung niederkämpfen die Röhre könnte sich verengen und er darin stecken bleiben. Dann würde er in einem Abfallschacht verdursten oder ersticken wenn sich der Müll auf ihm stapelte. Doch so kam es nicht. Endlich sah er, im wahrsten Sinne des Wortes, Licht am ende des Tunnels. Sein Magen krampfte sich zusammen als er ins Leere stürzte. Im dämmerigen Halbdunkel sah er eine weitläufige Kaverne unter sich. Gut zehn Meter unter ihm breitet sich ein fauliger See aus Brackwasser aus. Berge von Müll erhoben sich aus den stinkenden Fluten wie Inseln. Das Szenario hätte jedem Diener Nurgels Tränen der Freude in die Augen getrieben.  Über diesen Auswurf des städtischen Molchs krabbelten menschliche Assfresser. Auch wenn sie nicht mehr viel von Menschen an sich hatten. Sie krochen durch den Müll, immer auf der Suche nach Brauchbarem. Erbärmliche Gestalten, dünn und mit verwanzten Lumpen bekleidet. Kein Stück ihrer Haut war nicht mit Schmutz verkrustet. Diese Müllmenschen wurden im Unrat geboren, lebten und starben hier. Ohne auch nur einmal die Sonne Korons gesehen zu haben. Ihr Mikrokosmos drehte sich um das was andere wegwarfen. Es war ihr Leben und ihre Nemesis. Sie schleppten Massen davon zu Hochöfen, die man in der Ferne glühen sehen konnte. Würden sie in ihrer Verbennungstätigkeit jemals erlahmen so würden sie vom Müll begraben. <br />
Kogan klatschte in das Wasser und die schwarzen Wellen schlugen über ihm zusammen. Mit kräftigen Zügen arbeitet sich der Krieger an die Oberfläche und auf ein nahes Dreckarchipel zu. Wie aufgeschreckte Affen stoben die Müllmenschen auseinander. Sie waren es durchaus gewohnt das Leichen in ihre Welt regneten, doch Lebende waren wesentlich seltener.  Der Diener des Blutgottes zog sich an Land, grade als Jack durch das gleiche Loch gestürzt kam wie er zuvor. <br />
Neben ihm hatte Grunz das Ufer erreicht und schüttelte seine Borsten trocken. Kogan klaubte sich Brocken aus dem Haar, deren Zusammensetzung er lieber nicht wissen wollte. Durch die beschädigte Atemmaske war Wasser eingedrungen und so zog er sie angewidert vom Gesicht. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Immer wenn man denkt besser kann’s nicht mehr werden…</span> Murmelte er und sah sich skeptisch um.]]></content:encoded>
		</item>
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